Indizierungspraxis bei deutschem Hip Hop
Dass die BPJM das Geschehen im deutschen Hip Hop mit seinen mehr oder weniger unfreiwilligen Subgenres wie z.B. "Porno-"/"Gewaltrap" in den letzten Jahren deutlich stärker unter die Lupe genommen hat, dürfte sich anhand entsprechender Indizierungen herumgesprochen haben. Die BPJM sagt selbst, dass sich die Anzahl seit dem Jahr 2004 deutlich verstärkt hat. Die z.T. bereits vor mehr als 10 Jahren veröffentlichten Frühwerke von Künstlern wie Frauenarzt, King Orgasmus und auch Kool Savas bieten sich da immer noch gut als Messlatte an, sind heutzutage aber sicherlich nur die Spitze des Eisbergs.
Nun steht bei Künstlern wie Fans zugleich (neben dem letztendlich auch nicht zu verachtenden Promo-Effekt) natürlich oft die Frage, nach welchen Kriterien Album XY einkassiert wird, während ein anderes Produkt womöglich sogar nach einer Prüfung durch die BPJM nicht auf der berühmt-berüchtigen Liste der jugendgefährdenden Medien landet. Ein paar Gedanken dazu waren erst kürzlich von Schwartz, Rapper des dank einiger 131er-Beschlagnahmen und Indizierungen auf unserer Seite schon öfter vertretenen Labels Hirntot, auf seinem Blog nachlesen - einer entsprechenden Diskussion kann man sich auch im Offtopic-Bereich unseres Forums anschließen.
Die BPJM hat in der neuesten Ausgabe ihres amtlichen Mitteilungsblattes "BPJM aktuell" einen 11-seitigen Artikel veröffentlicht, indem anhand einer Gegenüberstellung von zwei vergleichsweise aktuellen Deutschrap-VÖs aufgezeigt werden soll, inwiefern Gründe für eine Indizierung vorliegen oder diese zu verneinen ist.
Zuerst wird genauer dargestellt, warum das Album "Alles oder nix" von Xatar (der bislang wohl weniger durch seine Musik, als durch einen Bankraub und Festnahme nach 6-monatiger Flucht auf sich aufmerksam machte) im Februar 2010 indiziert wurde. Dem gegenüber steht eine ausführlichere Erläuterung, weshalb eine Indizierung des am 10. Juli 2009 veröffentlichten Albums "Sexismus gegen Rechts" von K.I.Z. abgelehnt wurde, obwohl es laut Aussage in dem Artikel "bereits mit dem Tage der Veröffentlichung und Bewerbung des Albums zu zahlreichen Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern bei der Bundesprüfstelle" kam.
Diese Beispiele sollen verdeutlichen, inwiefern die BPJM jugendlichen Hörern zutraut, die genretypischen Texte zu verstehen - und wann die bereits genannten Gefährdungsgründe dieses Maß offenbar überschreiten.
Xatar - Alles oder Nix
 Nach Auffassung des Gremiums waren 7 Lieder des Xatar-Albums "aus dem Grunde jugendgefährdend, weil sie verrohend wirken und zu Gewalttätigkeiten anreizen". Ersteres wird als "Wecken und Fördern von Sadismus und Gewalttätigkeit, Hinterlist und gemeiner
Schadenfreude" definiert, zweiteres mit "Ausübung von Gewalt als nachahmenswert darstellen" (in Bezug auf die 'äußere' Verhaltensweise eines Kindes) näher umschrieben. Die BPJM hebt bei dem betroffenen Album die durchgängige Ich-Perspektive hervor, welche im Zusammenhang mit "verherrlichender Selbstbeschreibung" einen "Vorbildcharakter für rezipierende Jugendliche" erlangt - "gewalttätiges Durchsetzen der eigenen Interessen als alternativloses Handlungskonzept" sei dabei das Problem. Im weiteren Verlauf der Indizierungsentscheidung wird auch die Verherrlichung von Selbstjustiz und Einschüchterungsmechanismen angesprochen. Andere inhaltliche Aspekte werden zwar auch anerkannt, letztenendes aber als unbedeutend für den Gesamteindruck abgehandelt. Wortlaut: "Die eher beschreibenden, teils sozialkritisch anmutenden Texte der anderen Lieder vermögen keinen Gesamtkontext herzustellen, der geeignet wäre, die indizierungsrelevanten Aussagen aufzufangen und ihnen eine andere Bedeutung zukommen
zu lassen".
Interessant ist noch, dass die BPJM dem Genre Battle-Rap prinzipiell mehr Freiheiten einräumt, da "besungene Gewalt oftmals eine andere, szenetypische Bedeutung hat". Bei Xatar hingegen zieht dies jedoch augenscheinlich nicht, da man es nach Ansicht der Prüfer eher mit der "Beschreibung des vorgegebenen Lebensstils und realer Situationen" zu tun hat. Zwar würde man die Verarbeitung eigener Lebenserfahrungen und die Wahl entsprechender Stilmittel als Teil der Kunstfreiheit ansehen und nennt die Möglichkeit, "zu provozieren, um gesellschaftlich Gehör zu finden". Dies muss jedoch insoweit eingeschränkt werden, "wie die Art des Ausdrucks besonderes Gefährdungspotential für Kinder und Jugendliche in sich trägt".
K.I.Z - Sexismus gegen Rechts
Betrachtet man die Entscheidung zum K.I.Z.-Album, fallen einem gleich zwei Stichpunkte besonders ins Auge, die offensichtlich vor der Indizierung geschützt haben: Distanz und Ironie. Anstelle der Ich-Perspektive tritt nun eine "Karikierung der genretypischen Klischees" und "die aufgebauten Figuren und Szenarien bieten keinerlei Identifikationsgelegenheit für die Rezipierenden".
Dank entsprechender Wortwahl und Bookletdarstellungen habe die BPJM zunächst die Tatbestände der Unsittlichkeit und Frauendiskriminierung geprüft. Dies wird vor allem mit dem Potential sozialethischer Desorientierung verbunden und als entsprechend gefährdendes Merkmal u.a. die "Präsentation von Menschen als jederzeit verfügbare Lust- und Sexualobjekte" genannt. In diesem Zusammenhang wird auch die "aufdringliche Verknüpfungen sexueller Posen mit Gewaltausübung" diskutiert, welche schon der Albumtitel beinhalte. Dies hätten die Interpreten den Prüfern zufolge jedoch stets durch "selbstironische Übertreibungen und vollkommen überzogene Bilder, die eher an infantilen Jungenhumor erinnern" sowie "karikierende Elemente aufgefangen". Möglicher sozialethischer Desorientierung wird nach Sicht der BPJM zudem durch den "absurden Zusammenhang" mit dem Kampf gegen den in S/M-Outfits gehaltenen Nationalsozialismus aufgehoben. Ähnlich wird auch der Kritikpunkt "zu Gewalttätigkeiten anreizend" abgehandelt. Was von der Wortwahl ansich bei besagtem K.I.Z.-Album sogar durchaus expliziter ausfällt als bei dem zum Vergleich herangezogenen Werk von Xatar, hinterlässt trotzdem eine ganz andere Wirkung, denn: "Auch die Gewaltdarstellungen sind geprägt von (Selbst-)Ironie und der Veralberung des Gangsterraps und seiner Klischees."
Speziell die Titel 2 ("Lass die Sau raus") und 9 ("Scheiterhaufen") wurden diesbezüglich zuvor kritisch diskutiert. Letztendlich handele es sich jedoch um "verfremdende(n) Bilder(n), die derart unrealistisch sind, dass eine verrohende Wirkung auch auf Kinder und Jugendliche auszuschließen ist".
Ein weiterer Kritikpunkt bei Xatars Album war die Verherrlichung von Selbstjustiz. Bei "Sexismus gegen Rechts" gibt es sogar einen entsprechend betitelten Track, der sich glücklicherweise eher durch eine "beißende Kritik an gesellschaftlichen Zuständen" auszeichnet und somit "in jedem Falle das Grundrecht der Meinungsfreiheit einer Indizierung aufgrund dieses Titels entgegen stünde".
Besonders gefallen hat den Prüfern offensichtlich der Track "System", wegem dem "besonders krassen Bruch mit den gängigen Klischees des Gangster- und Pornoraps, dessen Protagonisten üblicherweise mit ihrer Männlichkeit prahlen und diese über die Größe ihrer Geschlechtsteile definieren". Dazu wurde folgende Textpassage zitiert: "ich versuche deine Frau zu vergewaltigen und sie schläft ein / (…) ich lieg unter der Decke, onaniere mit der Pinzette und verliere das Interesse"
Alles in allem ist der gewählte Vergleich im BPJM-Artikel wohl ein zweischneidiges Schwert: Einerseits wurde hier offensichtlich versucht, Indizierungen etwas differenzierter darzustellen. Nicht die "obszön-vulgäre(r) Wortwahl" ansich ist ausschlaggebend (fällt bei K.I.Z. deutlich extremer aus als bei Xatar), sondern die Gesamtaussage und Wirkung im Kontext des Albums. Wenn man es auf die Filmwelt übertragen will, könnte man hier z.B. ganz plump den ab 16 Jahren freigegebene Fun-Splatter Dead & Breakfast dem doch deutlich blutärmeren The Punisher (2004) gegenüberstellen, der bekanntermaßen aufgrund der Selbstjustiz-Thematik in Deutschland indiziert ist. Andererseits ist ein solcher Vergleich natürlich etwas halbgar, da man es hier mit unterschiedlichen Genres zu tun hat. Während Xatar sich an ernstem Gangster-Rap versucht(e), steckt bei K.I.Z. die Intention dahinter, dieses sowie andere Subgenres zu persiflieren. Es scheint fast so, als ob die BPJM eben jenes ironische Brechen mit den Genre-Konventionen als nötiges Beiwerk sieht. Die Frage nach der Distanz des Hörers zum lyrischen Ich wird letztenendes doch nur schwammig beantwortet und "sich selbst von vornherein als Versager darstellen" (Zitat zum K.I.Z.-Album) kann für den Künstler wohl schwer als allgemeine Lösung bei derartigen Themen angesehen werden.
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Kommentare
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11.
08.06.2010 12:51 Uhr -
wusstensieschon...
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10. 08.06.2010 - 12:45 Uhr schrieb Salasar
LOL die Tokio Hotel Fans wieder...
als ob es nicht genug andere Musik wie zb. schreianfälle ähh ich meinte natürlich Death Metal (oder was weiß ich was manche als Musik verstehen) es nicht ebenfalls auf den Index schaffen würde. Viel trauriger als dieser Zensur Wahn in Deutschland sind die leute selbst, frei nach dem Motto mir egal hauptsache nicht mein eigenes. Aber irgendwann erwischt es auch euers.
LOL die Leute, die keine Ahnung haben, wieder...
1) Wird beim Death Metal nicht wirklich geschrien
2) Werden Alben von Bands wie Cannibal Corpse schon seit Jahren indiziert, wenn nicht sogar beschlagnahmt!
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17.
08.06.2010 13:22 Uhr -
Muck47
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11. 08.06.2010 - 12:51 Uhr schrieb wusstensieschon...
1) Wird beim Death Metal nicht wirklich geschrien
2) Werden Alben von Bands wie Cannibal Corpse schon seit Jahren indiziert, wenn nicht sogar beschlagnahmt!
1) Wenn HipHop nur aus hingerotzten Texten besteht, ist Death Metal halt eine Ansammlung aus Schreianfällen. Gleiche Chancen für alle, happy Bashing.
2) Salasar hat das auch nicht abgestritten, im Gegenteil. Hast seinen Beitrag wohl nicht so ganz verstanden.
2. 08.06.2010 - 12:08 Uhr schrieb BTN
es stellt sich nur die frage, ob die jugendlichen k.i.z. hörer auch die ironie verstehen oder nicht. wenn ich den geistigen horizont derer betrachte, welche ich schon erlebt habe, dann beantworte ich die frage mit nein.
Naja, Einzelfälle gibts immer. Also ich finde es zumindest gut, dass man bei den doch deutlich ironisch auftretenden K.I.Z.-Jungs trotz vieler derber Zeilen schon so weit ist, den Hörern nen Funken Intelligenz zuzutrauen.
Ist schon mal ein Fortschritt, wenn man in dem unten verlinkten Artikel u.a. lesen kann, dass BRP7 von Taktloss scheinbar allen Ernstes indiziert wurde, weil 'dazu aufgefordert wird, 'Nigger' zu töten'. Mir absolut unverständlich, wie ein Jugendlicher so eine Botschaft gerade aus diesem Album mitnehmen kann, aber was solls.
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24.
08.06.2010 15:34 Uhr -
H.P.Lovecraft
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08.06.2010 - 15:20 Uhr schrieb Critic
08.06.2010 - 12:04 Uhr schrieb ParamedicGrimey
Guter Artikel. Genau das is der Grund, warum ich als Metal-Fan auch K.I.Z. was abgewinnen kann.
Weil der Gribs fehlt?
Metal, K.I.Z, Splatter. Die Schnittberichte Besucher sind so durchschaubar wie Hüllen für ihre Bootlegs.
Deiner Aussage haben also Metal Fans keinen Grips? Woher nimmst du Schlaumeier den diese Erkenntnis?
Und wenn dir die Leute auf der Schnittberichtseite nicht passen, dann schaue doch einfach nicht mehr vorbei!
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26.
08.06.2010 16:11 Uhr -
Yaksha
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08.06.2010 - 15:20 Uhr schrieb Critic
08.06.2010 - 12:04 Uhr schrieb ParamedicGrimey
Guter Artikel. Genau das is der Grund, warum ich als Metal-Fan auch K.I.Z. was abgewinnen kann.
Weil der Gribs fehlt?
Metal, K.I.Z, Splatter. Die Schnittberichte Besucher sind so durchschaubar wie Hüllen für ihre Bootlegs.
Gratulation zum Eigentor.
Deinen Grips (!) möchte an dieser Stelle sowieso keiner haben.
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29.
08.06.2010 18:56 Uhr -
dreaven3
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In jedem Fall ist die BPJM als verfassungsfeindliche Organisation zu verbieten.
http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_5.html
Selbst für den Fall, dass FSK, SPIO/JK und BPJM nicht selbst zensieren, tragen sie durch Schnittempfehlungen, wie im Beispiel FSK, dazu bei, dass Firmen Zensur betreiben und wie in diesem Beispiel, durch die BPJM selbst veröffentlicht, zeigt sich das auch die BPJM Antrieb für Zensur ist, die es ohne die bereits genannten Behörden, oder in welcher Form auch immer solch verfassungszersetzende Menschen sich versammeln, nicht geben würde.
Die BPJM trägt durch diesen selbst veröffentlichten Vergleich ebenfalls zur Zensur bei, wobei es in diesem Falle darum geht, das sich KünstlerInnen der Selbstzensur unterordnen müssen, da es ansonsten, wie bereits bekannt und benannt zu einer Indizierung kommt.
Dieser Vergleich zwischen 2 Alben ist also Warnung und Drohung zugleich.
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33.
08.06.2010 20:27 Uhr -
mancer
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08.06.2010 - 15:20 Uhr schrieb Critic
Metal, K.I.Z, Splatter. Die Schnittberichte Besucher sind so durchschaubar wie Hüllen für ihre Bootlegs.
Haha, wo er Recht hat, hat er Recht :D
Naja, ich denke, es hat auch viel mit der angepeilten Zielgruppe zu tun, wie ein Album sich anhört. Viele Leute haben 2003 mitbekommen, wie die Aggro-Jungs damals mit relativ simplen Texten sowohl zu Ruhm als auch zu Kohle gekommen sind. Dies wird leider immer noch nachgeahmt nach dem Motto 'Ich erzähle den Kids, wie hart ich bin und die finden mich dann so toll wie ich damals Bushido' (das Wort 'Migrationshintergrund' lassen wir mal weg...).
Sowas hat man bei einem Xatar, einem Massiv und vielen weiteren.
Rapper wie eben K.I.Z., ein Prinz Pi, ein Kool Savas, ein Kollegah oder ein Favorite gehen auf ihren Alben auch durchaus bildlich zur Sache, aber, wie schon geschrieben, wird bei denen trotzdem an den Intellekt und Humor der Hörer gedacht und daher glaube ich auch nicht, dass von denen noch jemals ein Album indiziert werden wird...
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35.
08.06.2010 21:43 Uhr -
rowmun92
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Ich gebs zu, ich bin bekennender Hiphop-fan, vor allem von k.i.z.
von daher regts mich auf wenn man sich als Rap-Hasser nen artikel ÜBER HIPHOP durchliest, nur um dann am Ende nen völlig subjektiven,parteiischen und undurchdachten Kommentar zu hinterlassen,wie schlecht hiphop ist und die die es hören alle dumm und asozial sind.
Wie bescheuert ist denn sowas? Ich mach das auch nich z.B. bei Metal-Videos bei youtube, obwohl ich metal scheiße finde, und weil man sowas als FAN von besagter Musik einfach nicht lesen möchte. Und ich halte auch nich jeden,der Metal mag,für einen ungewaschenen,riesigen,behaarten,schwarz tragenden Headbanger mit langen Haaren und teile dieses Klischee-denken noch der welt mit -.- was fürn bescheuertes Schubladendenken ist denn das? es ist nicht gerade viel Menschenkenntnis nötig, um zu dieser Feststellung zu kommen. Außerdem gäbe es kaum Hiphop-/Metal-/Wasweißichwas- Klischee-Hörer auf dieser Welt wenns so wär, denn ich hab bis jetzt in meinem Leben bestimmt nich mal 10 Klischee-Metaller/-Hopper gesehen. Wer so denkt, müsste auch denken, alle deutschen tragen Lederhosen --> Denkt hier keiner,weil jeder Deutsche eben weiß,dass es nicht stimmt, Stereotypen sind einfach fürn Arsch. Lustig, aber halt fürn Arsch.
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40.
08.06.2010 22:21 Uhr -
ParamedicGrimey
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08.06.2010 - 15:20 Uhr schrieb Critic
08.06.2010 - 12:04 Uhr schrieb ParamedicGrimey
Guter Artikel. Genau das is der Grund, warum ich als Metal-Fan auch K.I.Z. was abgewinnen kann.
Weil der Gribs fehlt?
Metal, K.I.Z, Splatter. Die Schnittberichte Besucher sind so durchschaubar wie Hüllen für ihre Bootlegs.
Nur gut, dass dein ''Gribs'' (was auch immer das sein mag) nicht über jenes eines Fünftklässlers hinaus zu gehen scheint, sonst könnte das Klischee, dass ein Schnittberichte Besucher doch nur ein Kiddy ist, was nicht an Erwachsenenfilme ran kommt, nicht bestätigt werden.
Wirklich schade ist aber, dass indizierte Medien nicht einfach nur für Leute mit dem IQ eines Sesambrötchens unzugänglich sind. Das bedauer ich zutiefst.
Genauso wie deine zur Selbstverstümmelung mutierte Provokation. Du tust mir wirklich leid, Kleiner.
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41.
08.06.2010 23:00 Uhr -
Chainworm
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08.06.2010 - 12:08 Uhr schrieb BTN
es stellt sich nur die frage, ob die jugendlichen k.i.z. hörer auch die ironie verstehen oder nicht. wenn ich den geistigen horizont derer betrachte, welche ich schon erlebt habe, dann beantworte ich die frage mit nein.
Leider muss ich da zustimmen. Ich bin großer Fan der Gruppe, und hab sie schon lange, lange vor dem kommerziellen Erfolg gehört. Damals bestand das Publikum auf Konzerten definitiv aus einem anderen Klientel als heute... K.I.Z. gehört meiner Meinung nach genausowenig wie "Killerspiele" und Splatterfilme in Kiddiehände, die zum Großteil die Ironie noch nicht WIRKLICH verstehen (wobei es natürlich überall Ausnahmen gibt). Allgemein werden hier aber sicher auch viele nicht ganz verstehen, was an den Texten so witzig sein soll, zielen sie doch zum Großteil auf die Rap-Szene ab, und wenn man sich eben in selbiger nicht besonders gut auskennt...
Das zeigen mir auch Kommentare in welchen der gesammte Deutsche Hip Hop als Mist bezeichnet wird. Ihr könnt doch nicht wirklich ernsthaft Blumentopf, Fischmob, Eins Zwo und ähnlichen lyrisch anspruchsvollen Rap mit Machwerken von Bushido, Massiv & Co in einen Topf werfen?? Vergleicht ihr auch Goethe und Shakespeare mit Groschenromanen vom Bahnhofskiosk?
08.06.2010 - 14:23 Uhr schrieb heribert
darüber hinaus, hat die frankfurter/aschaffenburger hc-band scheisse minnelli [...] ein instrumental für einen track eingespielt, der wahrscheinlich b-seite für eine single wird, da sie beim selben produzenten sind
Sam und seine Kumpanen (mit denen ich letztes Jahr übrigens eine hervorragende Aftershow-Party in meiner Bude hatte... Fragt sie mal nach "den Leuten aus Balingen" wenn ihr zufällig auf nem Konzert mit denen redet XD) machen nen Track mit meinen "Helden" von K.I.Z.? Steht da schon was fest oder besteht nur die eventuelle Möglichkeit? Das wäre ja wirklich der Knaller, ich glaube kaum eine HC-Punk-Band würde eher passen... Allgemein sind die Kannibalen in zivil fast schon eher eine Punkband als Hip Hop-Gruppe.
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49.
09.06.2010 16:45 Uhr -
lassie28816
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Ein Scheiss Tag auf der Arbeit...kurz Schnittberichte an und schon geht es einem besser...um mich wieder Aufzuheitern ist das nach Germansbash die zweite Seite. Interessante Artikel aber noch bessere Komentare ;-)
Musik egal aus welcher Richtung sie kommen mag ist Kunst und Kunst ist wie Geschmack man kann sich darüber nicht streiten. Was dem einen gefällt ist dem anderen ein Dorn im Auge. Ich hasste und verurteielte meine Omi (R.i.P) doch auch nicht nur weil sie ihren Silbereisen gehört hat. Ganz im Gegenteil ich freute mich das sie was fand was ihr Freude bereitet hat. Ich persönlich höre zu 90 % Metall...Hardcore, Deth, Rock, Heavy je nach Gemütslage. Allerdings mag ich auch den Hip-Hop und Rap der alten Schule wie Public Enemy, Ice-T, Ice-Cube, 2 Live Crew, Torch, Blitzmob, Rödelheim Hartreim Projekt, die Firma usw.
Bin ich aber deswegen ein Mensch der über andere Urteilen kann? Nicht die Musik macht einen Menschen dumm oder blöde es ist der Mensch der von Anfang an so war und nur nicht von Musik (Fiktion) und wahren Leben (Realität-Scheiss Spiel mit geiler Grafik) unterscheiden kann.
Wie schon einige vor mir geschrieben haben, tun auch mir die Leute mit Schubladendenken leid. Allerdings denke ich nicht das sie dumm sind oder deppen oder sonstiges...sie wissen es einfach nicht besser.
In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Abend.
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50.
09.06.2010 19:01 Uhr -
mondkrank
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Mein erster Gedanke, noch während ich den Artikel las, war wie lange es wohl dauern würde, bis ein Metaller sich gnädig über K.I.Z äußert, weil diese ja bekanntermaßen Rap Musik ein Stück weit persiflieren und somit auch von bekennenden Hörern erdiger Musik geduldet werden dürfen. Des Weiteren sind Berichte über Hip Hop traditionell eine beliebte Forum Anlaufstelle für unsere abgeklärten Musikkenner, die in verwaschenen Metallica Tour T-Shirts den Horizont vor ihrer Nasenspitze suchen. Selbstlos die eigene Ignoranz zur Schau zu stellen und sich dabei unter Gleichgesinnten in Halbwissen zu baden, scheint demnach nicht nur greisen Politikern in polemischen Killerspiel Debatten vorbehalten zu sein.
Ich höre Rap seit Mitte der Achtziger. Einige von euch werden vielleicht noch die Anfänge kennen, als man die Alben noch unter der Rubrik Soul in den Plattenläden aufstöbern musste und horrende Import Preise zu zahlen waren. Schon damals tat sich die Pop/ Rock Hörerschaft mit geistreichen Bemerkungen wie -das ist doch keine Musik, die können nicht einmal singen oder ein Instrument spielen- hervor. Alben wie bspw. das Killarmy Debut silent weapons for quiet wars oder violent by design von den Jedi Mind Tricks haben einen sehr hohen Produktionsstandard und beweisen, dass die Musik mehr zu bieten hat als Champus, Bikini Schlampen und fette Karren.
Wer nun Hardrock, Metal oder sonstwas hört und schon von der inneren Einstellung her keinen Zugang zu Rap findet, der sollte doch zumindest soviel Achtung vor sich selber und diesem Forum haben, dass er weitreichende Aussagen zu einer Musik, die ein derart breites Spektrum an Produktions- und Arrangement Vielfalt gewährt, den Enthusiasten überlässt und nicht laut als Meinung verkleidete Animositäten pflegt. Ich stelle mich auch nicht mit einem Dosenbier neben einen Kunstkenner ins Louvre und fange das Schwafeln an.
Der Bericht gewährt interessante Einblicke zur Indizierungspraxis deutscher Rap Musik und ist kein Schaulaufen für plump pubertäre Verbrüderungen von Metal Heads. Wer die Musik nicht mag hat meinen Segen, aber wer mir jetzt noch erklären will, dass die 30 Jahre andauernde Hip Hop Musikkultur, unabhängig von den persönliche Präferenzen, nur Quark hervorgebracht hat, der der geht auch mit einem Scorpions Shirt auf ein Iron Maiden Konzert.
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59.
17.04.2012 22:20 Uhr -
Kickshaw
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Ja, interessant wie aufschlussreich der Artikel - beide Daumen hoch!
Für mich macht´s auch die Mischung an VERSCHIEDENEN Musikrichtungen (aber auch bei Filmen, Spielen, Literatur, etc). Ich kann nicht nur immer das Selbe hören, da sich innerhalb der Genres auch einiges wiederholt. Ich habe mit Oldies durch meine Eltern angefangen, dann kamen Metal und Grunge, deutscher und amerikanischer Rap, Drum & Bass und parallel zu DnB (lange Jahre meine "Hauptmusikrichtung", die ich auch schon über 11 Jahre selber ausübe) dann wieder Rock/Metal/Alternative/Punk, Elektro, Minimal, Raggae, Rap, Dubstep & Grime, Olsskool, Hardcore, Metal-/Break-/Dancecore, ... Eben alles, was zu der jeweiligen Tagesverfassung und Situation passt (irgendwer sagte ja eimal, dass Musik der Soundtrack unseres Lebens ist).
Und Rap kann, wie andere Musikrichtungen auch, saublöde oder hochintelligent sowie toternst oder lustig sein. Manchmal auch alles gleichzeitig. Das liegt immer an den Artists und den Maßstäben, die innerhalb gewisser Untergenres/Subkulturen zu bestimmten Zeiten gelten.
(Deutschem) Gangsterrap kann ich aber auch absolut nichts abgewinnen, trotzdem hat er natürlich seine Daseinsberechtigung und nur, weil ich ihn nicht mag, muss ich nicht der ganzen Welt meine Meinung aufzwingen. Zum Glück sind Menschen verschieden und selbst wenn nicht sonderlich, dann gibt es immer noch verschiedene Blickwinkel.
"Nur wer einen weiten Horizont hat, kann gewisse Dinge überblicken."
"Wenn zwei das Selbe sagen, müssen sie noch nicht das Selbe meinen. Aber sie sollten miteinander darüber reden."
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61.
19.11.2012 15:33 Uhr -
Bountyhunter
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Ich finde nicht, dass ein Künstler, die Verantwortung dafür trägt, ob sein Publikum, seine Intention versteht oder nicht. So wird immer wieder behauptet, dass 'Colors', ein imo kritischer Film über Gang-Kriminialität, selbige per Nachahmung nach Deutschland gebracht habe. Was zählt ist die kritische Absicht von Regisseur Denis Hopper, nicht die Tatsache, ob Jugendliche, wo auch immer, das gezeigte als 'cool' betrachten und ihm nacheifern
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63.
26.01.2013 17:20 Uhr -
contaminator
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08.06.2010 21:43 Uhr schrieb rowmun92
Ich gebs zu, ich bin bekennender Hiphop-fan, vor allem von k.i.z.
von daher regts mich auf wenn man sich als Rap-Hasser nen artikel ÜBER HIPHOP durchliest, nur um dann am Ende nen völlig subjektiven,parteiischen und undurchdachten Kommentar zu hinterlassen,wie schlecht hiphop ist und die die es hören alle dumm und asozial sind.
Wie bescheuert ist denn sowas? Ich mach das auch nich z.B. bei Metal-Videos bei youtube, obwohl ich metal scheiße finde, und weil man sowas als FAN von besagter Musik einfach nicht lesen möchte. Und ich halte auch nich jeden,der Metal mag,für einen ungewaschenen,riesigen,behaarten,schwarz tragenden Headbanger mit langen Haaren und teile dieses Klischee-denken noch der welt mit -.- was fürn bescheuertes Schubladendenken ist denn das? es ist nicht gerade viel Menschenkenntnis nötig, um zu dieser Feststellung zu kommen. Außerdem gäbe es kaum Hiphop-/Metal-/Wasweißichwas- Klischee-Hörer auf dieser Welt wenns so wär, denn ich hab bis jetzt in meinem Leben bestimmt nich mal 10 Klischee-Metaller/-Hopper gesehen. Wer so denkt, müsste auch denken, alle deutschen tragen Lederhosen --> Denkt hier keiner,weil jeder Deutsche eben weiß,dass es nicht stimmt, Stereotypen sind einfach fürn Arsch. Lustig, aber halt fürn Arsch.
stimm ich ebenfalls voll zu!
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