SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Suche:
Resident Evil 7 biohazard 100% uncut mit superschnellem Gratisversand ab 49,99€ bei gameware Dead Rising 4 + 2 DLCs + Steelbook Uncut AT-PEGI mit superschnellem Gratisversand ab 59,99€ bei gameware
The Undertaker
Level 34
XP 29.193

Mike Lowrey
Level 35
XP 35.840

Zensur-FAQ

Einleitung:

Diese Übersicht bezieht sich vor allem auf die Gegebenheiten in Deutschland. Der Jugendschutz in Österreich ist weitaus weniger streng als dort. So sind praktisch alle Filme, die in Deutschland zum Beispiel wegen § 131 StGB beschlagnahmt sind, hier in Österreich frei erhältlich. Auch gibt es keine Indizierungen oder sonstige Beschränkungen für Filme oder Computerspiele.

Auch wenn oft nur von DVDs, Blu-rays oder Filmen und Computerspielen die Rede ist, beziehen sich die Informationen auch auf andere Medien und Inhalte. Der Schwerpunkt der Erläuterungen soll aber der Einfachheit halber bei Filmen liegen.

Auch wenn sie nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen wurden, können wir keine Gewähr für die Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen geben. Es handelt sich um eine Übersicht der wichtigsten Themen. Genauere Informationen finden Sie auf den Seiten der FSK, SPIO und im deutschen Jugendschutzgesetz sowie dem Strafgesetzbuch.

 

1. Welche Medien benötigen in Deutschland eine Altersfreigabe?

Prinzipiell ist eine ungeprüfte Veröffentlichung von allen Medien (u.a. Filme, Musik, Spiele, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften) immer möglich. Allerdings gibt es Einschränkungen.

Ungeprüfte Filme/Serien (etc) und Computerspiele sind beispielsweise automatisch nur für Erwachsene freigegeben. Soll so ein Medium auch Minderjährigen zugänglich gemacht werden, ist es erforderlich, dass die FSK (Filme etc.) oder die USK (Computerspiele) die Titel prüft und eine Altersfreigabe erteilt ("ohne Altersbeschränkung", "ab 6", "ab 12", "ab 16", "Keine Jugendfreigabe").

Alle anderen Medien sind prinzipiell für alle freigegeben, wobei es auch hier Sonderregelungen und Einschränkungen gibt. (mehr Details ein/ausblenden)

 

2. Was bedeutet "Parental Guidance"?

"Parental Guidance" (PG) bedeutet in Deutschland, dass Kinder im Alter von sechs Jahren aufwärts in Begleitung einer personensorgeberechtigten Person auch FSK 12-Filme im Kino sehen dürfen. (mehr Details ein/ausblenden)

 

3. Was sind die verschiedenen Erwachsenen-Freigaben der FSK?

Aus der Zeit vor dem 1. April 2003 gibt es noch die Kennzeichnung "Nicht freigegeben unter 18 Jahren gemäß §7 JöSchG FSK" (3. Etikett). Diese wird heute nicht mehr neu vergeben, kann aber weiterhin auf DVDs oder Blu-rays stehen, wenn der Anbieter die alte FSK-Freigabe übernimmt und nicht neu prüfen lässt. Seit dem 1. April 2003 gibt es für neue Titel ab 18 Jahren nur noch die Kennzeichnung "Keine Jugendfreigabe". Allerdings änderte sich Ende 2008 die Form, wie sie auf Medien angegeben werden muss. Hieß es von 2003 bis 2008 tatsächlich noch "Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG FSK" (2. Etikett), ist es seitdem knapper und deutlicher "FSK ab 18" (1. Etikett).

Die verschiedenen Freigaben haben aber nicht nur einen optischen Unterschied, sondern spielen auch für Indizierungen (siehe 8.) oder die möglichen kritischen Inhalte (siehe auch 4.) eine Rolle.

 

 

4. Warum ist ein Film im Kino mit einer "Keine Jugendfreigabe"-Kennzeichnung der FSK unzensiert, dann aber auf DVD/BD manchmal nicht mehr?

Wenn die FSK bei einem Film eine einfache Jugendgefährdung annimmt, darf der Film zwar im Kino mit der Höchstfreigabe ("Keine Jugendfreigabe") der FSK gezeigt werden, im Heimkino können Filme mit jeder Art von Jugendgefährdung aber keine FSK-Freigabe mehr haben. Diese unterschiedliche Behandlung wurde der FSK vom Gesetzgeber vorgeschrieben. (mehr Details ein/ausblenden)

 

5. Warum darf die FSK manchen Filmen keine Freigabe erteilen und welche Relevanz hat hier die Jugendgefährdung?

Wie auch schon unter 4. erläutert, gibt der Gesetzgeber der FSK Vorgaben, welche Inhalte überhaupt eine FSK-Freigabe erhalten dürfen. Titel, bei denen die FSK eine schwere Jugendgefährdung annimmt, dürfen werder für das Kino, noch für die DVD/BD-Auswertung eine Freigabe der FSK erhalten. Titel mit möglicher einfacher Jugendgefährdung nur im Kino, aber nicht auf DVD/BD. (mehr Details ein/ausblenden)

 

6. Warum kann es zu unterschiedlichen Freigaben für's Fernsehen und für's Heimkino (DVD/Blu-ray etc.) kommen?

Während die FSK für die Freigaben im Kino und für's Heimkino zuständig ist, vergibt die FSF Freigaben für Fernsehsendungen wie etwa TV-Serien. Weil hier zwei unterschiedliche Institutionen arbeiten, kann es dazu kommen, dass auch verschiedene Freigaben zustande kommen können bzw. die eine Institution die Freigabe verweigert, während die andere keine Probleme sieht. (mehr Details ein/ausblenden)

 

7. Was bedeuten SPIO/JK bzw. JK-geprüft und andere juristische Prüfungen?

JK steht hier für Juristenkommission. Die SPIO/JK ist eine Juristenkommission der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO). Verweigert die FSK einem Film die Altersfreigabe (siehe 4.) oder legt ihr ein Anbieter den Film gar nicht erst vor, weil sie eine Art der Jugendgefährdung vermuten, kann der Film in Deutschland ungeprüft veröffentlicht werden (siehe 1.), aber auch beispielsweise von einem Juristen begutachtet (oft mit "juristisch geprüft" gekennzeichnet) oder eben einer Juristenkommission kontrolliert werden, die dann ein Gutachten darüber erstellt, dass der Film nicht strafrechtlich relevant ist, also in Deutschland vertrieben werden darf.

Die SPIO/JK unterscheidet zusätzlich zwischen der Kennzeichnung "keine schwere Jugendgefährdung" und "strafrechtlich unbedenklich" (vor der Unterteilung gab es nur die 2. Variante, die auch unter der Formulierung "SPIO/JK geprüft" firmierte), da Titel ohne schwere Jugendgefährdung beispielsweise bis zum Zeitpunkt der Indizierung durch die BPjM wie FSK-geprüfte Filme auch frei im Handel vertrieben werden dürfen. Nur die SPIO/JK verfolgt eine Unterteilung in diese beiden Kennzeichnungen. Lässt ein Label einen Film von einem unabhängigen juristischen Gutachter oder einer Kommission prüfen, ist lediglich die Verwendung der "strafrechtlich unbedenklich"-Kennzeichnung üblich.

 

8. Indizierung

Bei der sogenannten Indizierung wird ein Titel auf die Liste jugendgefährdender Medien (auch "Index" genannt) gesetzt (für Jugendgefährdung siehe 5.). Nach der Listenaufnahme gibt es verschiedene gesetzliche Beschränkungen. So dürfen die Titel zum Beispiel nicht mehr an einem Ort, der Kindern und Jugendlichen zugänglich ist, ausgestellt oder beworben werden.

Zuständig für die Liste ist die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Sie unterscheidet seit dem 1. April 2003 bei Trägermedien (wie DVDs, CDs, Bücher usw.) zwischen Liste A (wenn eine leichte Jugendgefährdung angenommen wird, aber kein Verstoß gegen das Strafgesetz) und Liste B (bei schwerer Jugendgefährdung und der Annahme einer strafrechtlichen Relevanz). Titel, die in Deutschland bereits bundesweit beschlagnahmt wurden, stehen auf Liste B. Indizierungen vor 2003 sind noch nicht in A und B unterteilt, auch, wenn es im Rahmen einer Folgeindizierung nachgeholt werden kann.

Während vor April 2003 prinzipiell alle Titel mit jeder beliebigen Freigabe indiziert werden können (und es auch einige Fälle mit einer FSK 16-Freigabe gibt), ist das seit dem April 2003 nur noch für Titel möglich, die keine FSK-Freigabe erhielten. Bei den 18er-Titeln können Titel mit der Kennzeichnung "Keine Jugendfreigabe" ("FSK ab 18" auf dem Etikett) also nicht mehr indiziert werden. Titel mit der veralteten Kennzeichnung "Nicht freigegeben unter 18 Jahren ..." dagegen schon.

 

9. Bundesweite Beschlagnahme

Gründe für eine Beschlagnahme gibt es viele, für Filmfans und Computerspieler ist aber vor allem die Gewaltdarstellung (§ 131 StGB) relevant und - anders als bei einer Indizierung (siehe 8.) - kann jeder Titel in Deutschland beschlagnahmt werden. Eine aktuelle FSK/USK-Freigabe steht dem prinzipiell nicht im Weg.

Wichtig ist auch, dass beispielsweise eine SPIO/JK-Kennzeichnung "strafrechtlich unbedenklich" (siehe 7.) nicht zwangsläufig einen Beschlagnahmebeschluss durch ein Gericht verhindert. Ein Gericht kann eine andere Meinung vertreten. Allerdings hat ein vorheriges juristisches Gutachten oder eine FSK/USK-Freigabe in der Praxis eine Art Schutzfunktion für die Anbieter des Titels.

Ein Beschlagnahmebeschluss hat zur Folge, dass der Titel u.a. auch nicht mehr an Erwachsene verkauft werden darf. Der Besitz eines wegen Gewaltdarstellung beschlagnahmten Titels dagegen ist nicht verboten.

 

Die Autoren oder Schnittberichte.com übernehmen keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Sie dienen ausschließlich der unverbindlichen Information und wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Es handelt sich hierbei um keine Rechtsberatung. Siehe auch Nutzungsbedingungen für diese Seite.






SB.com