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BeitragVerfasst: 04.04.2008, 16:17 
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Mar hat geschrieben:
Obwohl dieser Thread leider nicht viel Resonanz findet, hier noch mal ein Verweis auf einen meiner liebsten Gruselfilme.

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"The Eye of the Devil" alias "Die schwarze Dreizehn"

"Die schwarze Dreizehn" ist ein hochklassig-kultivierter, an stimmungsvollen Bildern und überzeugenden darstellerischen Leistungen reicher Gruselfilm mit einem völlig untypischen Thema und Verlauf. David Niven spielt einen Gutsherrn, der nach Jahren des Stadtlebens mit seiner Familie auf seinen Erbsitz zurückkehrt und mit der desolaten Situation des dortigen Weinbaus konfrontiert wird. Dort führen undurchschaubare Charaktere wie der von Donald Pleasence gespielte Priester sowie ein mysteriöses Geschwisterpaar, sehr charismatisch von David Hemmings und Sharon Tate dargestellt, eine subtile Herrschaft, der sich auch Baron Montfaucon (Niven) nicht entziehen kann.

Des Barons Ehefrau, die von Deborah Kerr gespielt wird, spielt die Hauptrolle in dem folgenden Verwirrspiel, dessen Fäden sie aufzulösen sucht, um ihren Mann vor einem unbekannten Verhängnis zu retten. Dieses Verwirrspiel enthält Szenen wie aus surrealen Gemälden, wenn z. B. Hemmings, gefährlich am Turm eines Gebäudes balancierend, ein Jagdhorn ertönen lässt oder - symbolträchtig genug - eine weiße Taube mit Pfeil und Bogen erlegt. Dies ist auch virtuos in die Eröffnungssequenz des Films hineinmontiert worden, die in gelungenen Kameraperspektiven die Ankunft eines Zuges zeigt, um dann in den Salon des Ehepaar Montfaucon überzuleiten, wo durch meditatives Harfenspiel und die in großartigen Schwarzweißbildern eingefangene Innenarchitektur eine traumhafte dekadente Atmosphäre erzeugt wird.

Weitere großartige Szenen hat der Film im folgenden zu bieten, beispielsweise die Hypnotisierung der von Kerr dargestellten Ehefrau durch die Figur Sharon Tates - oder die Verfolgungsszene, als Kerr sich im Wald umschaut und sich plötzlich von kapuzenbewehrten Männern umringt sieht (ein kameratechnisches Glanzstück). Aber auch Szenen, die nicht direkt horrorträchtig sind, wie die Prozession der Dorfleute, sind so gekonnt in Perspektive und Schnittfolge gestaltet, dass sich eine morbide Spannung einstellt.

Der Film mündet schließlich in ein Finale, in dem klar wird, wie durch ein altes Ritual die Krisensituation des Guts aufgehoben werden soll. Dies ist in einer faszinierend archaischen Bildsprache realisiert, die die Schicksalhaftigkeit des Geschehens gänsehauterzeugend vermittelt und im Horrorfilm wenig Entsprechungen finden dürfte. Auch die Schlusspointe reiht sich in die beunruhigende, still voranschreitende Konsequenz der gewagten Erzählung ein.

Fazit: Ein Juwel des späten Schwarzweiß-Horrors. Bilder voll von Magie und todbringender Schönheit.


Oh ja....Dank deines Tipps oder auch Vorstellung, habe ich den mal wieder rausgekramt und wurde nicht entäuscht. :lol:

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Manche stehlen und werden nicht erwischt und leben glücklich weiter, Lügner und Betrüger werden in Ämter gewählt, andere wollen jemandem bei einer Panne helfen und werden dabei von einem Laster überrollt.
Wie man das Blatt spielt, das man erhält, alleine das zählt.


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BeitragVerfasst: 04.04.2008, 18:41 
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Die von Zombiemaniac genannten Herculesstreifen finde ich auch klasse. Da schlägt das Herz des Trashfans schneller, wenn diese drei Dinge auf einandertreffen: die 80er, Italiener und Hercules.

Fireflash fand ich eher mittelmäßig. Habe da aber glaube ich auch zu viel erwartet, da ich ihn erst sehr spät gesehen habe und mir einige der italienischen Endzeitstreifen sehr gut gefallen.


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BeitragVerfasst: 06.04.2008, 18:44 
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Übrigens kommt heut auf Arte noch folgender Herkules-Knaller:

Herkules gegen die Tyrannen von Babylon; 20.40 Uhr
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Torso
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Anfang der 70er Jahre hatte sich der Italiener Sergio Martino als einer der führenden Giallo-Regisseure in Italien etabliert und mit Filmen wie Der Killer von Wien oder Your Vice Is a Locked Room and Only I Have the Key schon einige Genreklassiker geschaffen. Anno 73 sollte er dann einen Genrebeitrag abliefern, der seine vorherigen Werke zumindest in Sachen Gewalt und Nacktheit noch überbieten wird. Dass dabei die Story drunter leiden wird ist auch nur zu verständlich. Wer kann sich schon bei soviel Fleischbeschau noch konzentrieren? Offensictlich der Killer, denn der geht hier äußerst rabiat zur Sache. Vielleicht liegt es an der lustigen, grauen Wollmaske, aber erst die Opfer erwügen, dann naggisch machen und schlußendlich zersägen ist nicht die feine Englische. Natürlich dürfen mystische Flashbacks kurz vor der Tat nicht fehlen und schon jetzt kann man spekulieren, welch gestörte Kindheit der arme Kerl gehabt haben mag. Herausfinden wird das der Zuschauer natürlich erst am Ende, denn was ein guter Giallo sein will, legt natürlich hundert falsche Fährten und verdächtigt primär mal jeden männlichen Schauspieler. Leider wurde hier irgendwie vergessen, eine feine Atmosphäre zu zaubern. Zwar ist das Bunt der 70er Jahre fein anzusehen aber wirklich konstante Spannung wird nicht generiert. Dazu ist die Geschichte auch zu 08/15 und es hilft eigentlich wenig, dass Martino das Lotterleben der Kunststudenten, die hier als Opfer dienen, so detailliert und mit aller Nacktheit inszeniert. Immerhin bietet er was für's Auge. ;)
Wobei manch Kameraeinstellung wirklich klasse geraten ist und die beiden de Angelis-Brüder nen knackigen Soundtrack geliefert haben. Im Grunde ist die Chose auch mehr Backwoodslasher als waschechter Giallo aber Tina Aumont, Suzy Kendell und Luc Merenda hat's kaum gestört.
Wer Spaß mit "Strip Nude for Your Killer" gehabt hat, wird sich auch mit "Torso" mehr als nur anfreunden können und auch der Rest dürfte am Ende halbwegs amüsiert sein. Nicht nur für Komplettisten. ;)

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BeitragVerfasst: 06.04.2008, 21:01 
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Gestern hab ich "Die lange Nacht der langsamen Leichen" durchgezogen (das wär doch mal ein klasse Filmtitel) , die obendrein noch mit Pferdchen unterwegs waren.

Wem die heutigen Zombies viel zu schnell sind und selbst die guten alten Romero Zombies einfach zu fix, der ist genau richtig bei... „Den reitenden Leichen“

Wer sehen will wie in Lumpen gekleidete, bis auf die Knochen verweste Leichen in Zeitlupe durch die Gegend Reiten oder wandeln, der ist genau richtig bei... „Den reitenden Leichen“

Wer erleben will wie genau diese, bis in die Ewigkeit lebenden schleicher Angst und Schrecken unter den Normalsterblichen verursachen, der ist genau richtig bei... „Den reitenden Leichen“

Wer allerdings Action braucht, sollte lieber die Finger davon lassen.

Die Nacht der reitenden Leichen
Wie schon gesagt, die Atmosphäre wie sich die Templer über den Bildschirm bewegen ist Top, das Bild ist dunkel und und mit Nebelschwaden bedeckt und obwohl sie sich in Zeitlupe bewegen kann ihnen nichts entkommen... naja fast nichts.
Die Handlung der Menschlichen Opfer ist meist nebensächlich. In diesem Teil treffen sich 2 Freundinnen nach langer Zeit wieder und quatschen über die Vergangenheit... und irgendwie auch nicht, ist halt so ein Lesben ding... (na wen ich jetzt nicht überzeugt habe ;) ) Kurz gesagt sie trennen sich und eine landet im Stützpunkt der alten Templer, die Nachts aus ihren Gräbern steigen und Touristen „Jagen“. Bei der Suche nach der verschwundenen geraten die Freundin und ihr „Freund“ selbst in die Klauen der Skelettmännchen.
Spannender Horror Trash.

Die Rückkehr der reitenden Leichen
Die untoten Tempelritter steigen erneut aus ihren Gräbern, um sich an den Nachfahren ihrer Mörder von einst zu rächen. Bei einem Angriff auf das Bergdorf, wo gerade ein Fest anlässlich der Hinrichtung der Tempelritter gefeiert wird, sterben unzählige Menschen. Eine kleine Gruppe kann in eine Kirche flüchten und kämpft fortan um das nackte Überleben...
Quelle OFDb

Mehr Templer, mehr Pferde, mehr Action. Ein Grundsatz vieler Fortsetzungen aber hier fand ich sie recht gelungen. Die Atmosphäre ist gewohnt klasse (besonders die letzten 10min. Sind der Hammer) und sonst ist viel beim alten geblieben.
Am Anfang erfährt man ein bisschen Hintergrundgeschichte über die Templer und warum sie sich nur sehr langsam Fortbewegen.
Klasse Fortsetzung und besser als der erste.

Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen
rgendwo auf den nördlichen Meeren treibt ein Geisterschiff aus einer anderen Dimension. Kein Schiff, welches ihm bisher begegnete, ist je zurückgekehrt. Eine Gruppe neugieriger Hobbyforscher will das Geheimnis um das verwunschene Schiff lüften, nachdem zwei weitere Menschen spurlos auf See verschwanden. Mit einem kleinen Motorboot machen sie sich auf den Weg, und als sich die Nebel lichten, liegt es vor ihnen: Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen...
Quelle OFDb

Die neue umgebung auf einem Geisterschiff finde ich recht interessant, leider zieht der film sich etwas in die länge und wird an einigen stellen auch langweilig. Templer Action gibt es auch nur noch ganz kurz aber man erfährt noch ein bisschen mehr über sie.
Nur für Fans.

Das Blutgericht der reitenden Leichen
Dr. Henry Stein zieht zusammen mit seiner Frau Joan in ein kleines Fischerdorf, um dort als Arzt zu arbeiten. Doch die Gegend stellt sich als nicht sehr angenehm heraus. Die Einwohner sind unfreundlich und abweisend und zudem hören die beiden nachts merkwürdige Geräusche, die aus der Bucht zu kommen scheinen. Es sind die toten Tempelritter, denen junge Frauen geopfert werden.
Quelle OFDb

Ich war beim letzten Film nicht mehr ganz auf der Höhe, bin glaube ich auch kurz mal eingeschlafen.
Von der Story her sehr interessant. Ich mag diese Außenseiter Geschichten. Templer gibt es hier auch wieder mehr.
Auch hier nur für Fans oder Genre Liebhaber.

Alles im allen eine schöne Filmreihe die man jedem Trash oder Freund von ruhigen, düsteren „Zombiefilmen“ empfehlen kann. Besonders hat mir auch der Soundtrack gefallen der alle 4 Teile begleitet. Ein rhythmisches Trommeln, begleitet von einem Chor Gesang, sehr Gruuuuselig

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state-of-the-art stop motion! (hey, CGI - go straight to hell!)


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BeitragVerfasst: 06.04.2008, 21:09 
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Frankie hat geschrieben:
Wer Spaß mit "Strip Nude for Your Killer" gehabt hat, wird sich auch mit "Torso" mehr als nur anfreunden können und auch der Rest dürfte am Ende halbwegs amüsiert sein. Nicht nur für Komplettisten. ;)


Sehr schön. Genau was für mich! :)

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BeitragVerfasst: 07.04.2008, 16:40 
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UNA SULL'ALTRA

Lucio Fulci wird zumeist wegen seiner kryptischen, zusammengestückelt wirkenden Horrorfilme wie "Woodoo", "Paura" und "L'aldilà" und der dort gezeigten exzessiv blutigen Tötungsakte zur Kenntnis genommen. Während "Gorehounds" die archaische Brutalität dieser Szenen und das luxuriös fließende Blut genießen, erregen sich andere, vermeintlich anspruchsvollere Zuschauer über den Mangel an konventioneller Handlungslogik und das Übermaß an immer wiederkehrenden Bildern wie den Nahaufnahmen von Augen.

Wer Fulci aufgrund dieser Filme als dilettantischen Splatter-Regisseur abtut, hat mit Sicherheit nicht seine früheren Filme wie das schonungslose Historiendrama "Beatrice Cenci", den beunruhigenden Giallo "Non si sevizia un paperino" oder eben den prachtvollen, stilistisch absolut überzeugenden Kriminalfilm "Una sull'altra" (="Eine auf/über der anderen") gesehen, der im englischsprachigen Ausland teilweise als "Perversion Story" und im deutschen Sprachraum als "Nackt über Leichen" vermarktet wurde. Fulci war sowohl für die Regie als auch für das ausgezeichnete Drehbuch verantwortlich. Heute sind hauptsächlich zwei Fassungen des Films greifbar - eine, die zehn exklusive Minuten mit hauptsächlich Dialogen bietet, durch die sich die komplexe Handlung besser erschließt, und eine andere, die etwa vier Minuten exklusive Szenen vorwiegend erotischer Natur bereithält. Letztere Fassung ist in beeindruckender Bildqualität von der US-Firma "Severin Films" auf DVD erschienen.

Jean Sorel, bekannt unter anderem durch Aldo Lados ausgefallenen Kriminalfilm "Malastrana", ist hier in der Hauptrolle als Arzt Dr. George Dumurrier zu sehen, dessen asthmakranke Frau Susan (Marisa Mell), verbittert wegen der Arbeitswut und der Affären ihres Ehemannes - unter anderem mit Jane (Elsa Martinelli), plötzlich verstirbt. Wegen der hohen Lebensversicherung und des unerwarteten Todes gerät Dumurrier nach einiger Zeit unter Mordverdacht. Unterdessen trifft er unerwartet auf eine Nachtclub-Tänzerin namens Monica Weston, die seiner verstorbenen Frau zum Verwechseln ähnlich sieht (die offensichtliche Vertigo-Anleihe kann man Fulci mehr als verzeihen, da er das Motiv in eine ganz andere Richtung entwickelt). Dumurrier beginnt eine Affäre mit Monica, sucht gemeinsam mit Jane nach Hinweisen über den Tod seiner Frau und verstrickt sich immer mehr in den Mordverdacht, der ihn schließlich in die Todeszelle bringt. Im Angesicht des Todes in der Gaskammer verlässt ihn immer noch nicht die Hoffnung, dass der Beweis für seine Unschuld doch noch gefunden werden könnte.

Unter den vielen Filmen von Lucio Fulci, die ich bis jetzt gesehen habe, ist dieses edle und durchgehend fesselnde Kriminal-Drama der Höhepunkt. Fulci zeigt sich durchweg herrlich experimentierfreudig in ungewöhnlichen Kameraeinstellungen und sonstigen visuellen Ideen. Eine Liebesszene wird durch den rötlich schimmernden Untergrund des Bettes beobachtet, wir sehen quasi aus dem Inneren des Medizinschranks, wie Medikamente entnommen werden, in einem Spiegel hinter Dumurrier spiegelt sich die von ihm betrachtete Leiche seiner Frau, ein Chemielabor wird in mehrfacher Splitscreen-Ansicht gezeigt. Das alles wirkt nie albern oder selbstzweckhaft, sondern macht durch die professionelle Umsetzung den Film zu einem aufregenden visuellen Erlebnis, das zu seiner Zeit seinesgleichen suchen dürfte. Das Auge als wichtiges Objekt der Fulcischen Bildwelt spielt auch hier eine Rolle: Monica Weston unterscheidet sich von Susan Dumurrier lediglich durch ihre Augenfarbe.

Dazu gesellt sich eine kongeniale jazzorientierte Filmmusik von Riz Ortolani, der auch Filme wie "Cannibal Holocaust" oder "Addio zio Tom" mit unvergesslichen Musikstücken veredelte. Wenn im Finale die Gaskammer gezeigt wird, ertönt dazu nicht etwa eine unheilvolle oder wehleidige Musikbegleitung, nein - durch kühlen, reduzierten Jazz werden die Bilder kontrastiert und wirken um so stärker. Wie der Bildkünstler Fulci hier mit dem Tonkünstler Ortolani harmoniert, ist einfach absolut stark.

Eins werden manche Zuschauer hier möglicherweise vermissen: Splatter, Gore oder wie auch immer man es nennen will, gibt es in diesem Film nicht. Warum auch? Das würde inhaltlich nirgendwo hinpassen. Der Grund, es trotzdem zu betonen, ist, dass der Name Lucio Fulci leider oft sofort mit drastischen Szenen blutiger Gewalt verbunden wird. Seine besseren Filme zeichnen sich nicht durch dieses Merkmal aus. Was dafür reichlich vorhanden ist, ist Erotik, und dies auf einem hohen Niveau. Vor allem Marisa Mell ist sehr verführerisch in Szene gesetzt und kann sich herrlich dekadent vor Alejandro Ulloas Kamera räkeln. Die eigentliche Anziehungskraft geht dabei mehr von ihrem Gesicht als von ihrem Körper aus.

Schauspielerisch erweist Mell sich als auffällig souverän. Wie sie zunächst die verbitterte Asthmakranke und später die laszive Stripperin verkörpert, ist bemerkenswert. Jean Sorel vermag seiner Rolle den passenden naiven Charme zu verleihen. Auch darüber hinaus sind die Rollen adäquat besetzt. Gleichwohl ist "Una sull'altra" ein Film, der nicht durch seine Schauspieler, sondern durch seine Bildsprache lebt.

Während viele Spätwerke Fulcis durch auffällige Brüche und eine inkohärent scheinende Handlungsstruktur gekennzeichnet sind, kann dieser Film als Musterbeispiel gelungener Verwirrspieltechnik gelten. Die nicht leicht zu ordnende Vielzahl an Figuren und die Verschiebungen ihrer Relevanz für das Schicksal des Protagonisten wird durch die Endaufklärung hinlänglich aufgeschlüsselt, lässt aber genug für einen zweiten Anlauf zu entdecken übrig. Besonders bemerkenswert ist, dass der Schluss keine streng aus dem vorherigen Geschehen entwickelte Lösung bietet, sondern dass das Schicksal aus einer ganz unerwarteten Richtung zuschlägt.

Fulci hat mit "Una sull'altra" einen Film geschaffen, der eine seltene Leistung vollbringt: das Experimentieren mit filmischen Mitteln und deren konsequente Beherrschung zu vereinen. Danke, Lucio Fulci.

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Zuletzt geändert von Mar am 07.04.2008, 22:25, insgesamt 1-mal geändert.

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@Mar

Der steht auch noch auf meiner Einkaufsliste. :)

Schade, dass Severin nicht beide Fassungen releast hat.

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@ Mar: Wieder mal sehr nice!

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BeitragVerfasst: 07.04.2008, 22:23 
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Danke, ich bin wirklich sehr begeistert von dem Film. Wegen der Fassungen kann man sich hier sehr gut informieren:

http://www.dvdtimes.co.uk/content.php?contentid=64247
http://www.dvdtimes.co.uk/content.php?contentid=64246

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Jo, Michael Mackenzie kenn ich, auch seinen Blog. Da hat er sich ja auch zum Film und den Fassungen geäußert.
http://whiggles.landofwhimsy.com/ > ist ganz interessant, auch in Bezug auf sein "The Giallo Project".

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BeitragVerfasst: 08.04.2008, 12:49 
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Habe den Film bisher immer links liegen lassen weil mich die Vertigo-Story abgeschreckt hat. Jetzt wo du Mar aber geschrieben hast, dass er sich in eine ganz andere Richtung entwickelt, werde ich ihn mir wohl doch endlich mal ansehen.


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BeitragVerfasst: 08.04.2008, 12:55 
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Dachte auch immer...naja halt ein Fulci...blutig, brutal...von wegen.
Einer seiner besten Filme mit einer richtig guten Story.

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BeitragVerfasst: 09.04.2008, 19:08 
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Dr.Phibes hat geschrieben:
Oh ja....Dank deines Tipps oder auch Vorstellung, habe ich den mal wieder rausgekramt und wurde nicht entäuscht.


[bezog sich auf "Eye of the devil" alias "Die schwarze Dreizehn"]

In welcher Form besitzt du den Film denn?

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BeitragVerfasst: 09.04.2008, 19:13 
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Hat schon jemand

Fireflash oder Metropolis 2000 erwähnt? Irgendwie beide recht billig aber trotzdem geil.

Einer meiner ausländischen Lieblingsfilme ist Dobermann? Auch wenn der jetzt nicht in eure Zeitspanne passt.


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BeitragVerfasst: 09.04.2008, 19:23 
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Fireflash wurde schon vorgestellt. Dobermann passt wirklich nicht so ganz hier rein. Wenn du Lust hast, kannst du ja ein bisschen was über Metropolis 2000 schreiben?

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