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12.
04.04.2010 12:24 Uhr -
Creeds
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Hab mir den Film vergangenen Donnerstag mal wieder angeschaut und war überrascht, wie schlecht er ist. Als er 1997 im Kino lief war ich -damals 13- begeistert. Heute stellt sich mir jedoch die Frage: Hat sich vor dem Dreh mal jemand das Drehbuch durchgelesen?
Sicherlich sind sensationelle Spannungs- und Effektszenen an Bord (z.B. die bereits angesprochene Glasscheiben-Sequenz). Aber mit der Geschichte dazwischen hat man sich nur wenig Mühe gegeben. Teilweise sind derart affige, konstruierte und naive Storywendungen zu sehen, dass es schwer zu glauben ist, dass der gleiche Regisseur auch für Schindlers Liste verantwortlich gewesen sein soll. Ein paar Kostproben:
Eine kleine Szene zu Beginn: John Hammond hat es geschafft: auch Ian Malcom wird auf die Insel reisen (um seine Freundin zu retten). Nachdem Malcom das Zimmer verlassen hat nimmt Hammond seine Hände zu Hilfe um bis vier zu zählen (einen Finger für jeden, den er auf die Insel schicken will), woraufhin er diebisch grinst. Bis vier!
Julianne Moore fällt vom Dach neben die beiden kämpfenden Raptoren, danach stürzt sie in ein weiteres Haus, rutscht auf der Halogenlampe in die Freiheit und fällt zu Boden. Dort warten schon Jeff Goldblum und Tochter. Sie helfen ihr hoch und befördern sie in einen Hubschrauber. Das alles läuft toll choreographiert ab. Aber so ganz kapier ich es nicht: Ian und Kelly hatten scheinbar nur wenig bedenken, dass Sarah es schafft, sich gegen die Saurier zu behaupten. Denn beide unternehmen keine Anstrenungen, sich nach ihrem Wohlergehen zu erkundigen oder ihre Überleben mit einer freudigen Umarmung zu feiern. Und auch, dass sie plötzlich genauo dort landet, wo die Rettungsmanschaften bereits warten...
In San Diego sind Ian und Sarah dann auf der Suche nach dem T-Rex Baby. Nachdem sie den Aufenthaltsort erfahren haben geht es recht schnell: Schranke durchbrochen, rein in die Anlage, Baby aus (offenbar unverschlossenem) Käfig befreit, ab ins Auto, kurzes Gespräch mit dem einzigen Wachmann ("Wenn Sie uns aufhalten wollen, schießen Sie") und ab zu Mama! Heureka, was für ein Quatsch!
Neben dem letzten Indiana Jones gehört dieser Film für mich zu den schwächsten Werken von Steven Spielberg. Sicherlich erhebt ein solcher Fantasyfilm keinen Anspruch auf Glaubwürdigkeit. Aber eine derart lieblos zusammengeschusterte Geschichte raubt dem ganzen leider die Spannung. Lieber etwas mehr Zeit für einen vernüftigen Plot (ist der überhaupt identisch mit Crichtons Roman?) aufbringen und weniger für die (zweifelsfrei grandiosen) Effekte. So jedoch bleibt Vergessene Welt nichts mehr als Hochglanztrash!
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