René hat geschrieben:
AsiaFreak vor nicht all zu langer Zeit zum Thema Untertitel:
Ich will Filme sehen, nicht lesen!
Da musste ich schon schmunzeln!
Da nutze ich doch glatt die Gelegenheit und mach mir die Mühe um den unübertefflichen und völlig zu unrecht mit wenig Beachtung bedachten Max Goldt zum Thema Synchronisation bzw. Omu aus dem Kapitel "Der Sonder-Oscar für prima Synchronisation geht in diesem Jahr an den Film <Fünf stattliche Herren und ein Flockenquetschen-Selbstbau-Set> seines tollen Buches "Für Nächte am offenen Fenster zu zitieren ... räusper:
Zitat:
Doch auch da bin ich eigen. Ich verabcheue es, in Filme zu gehe, die nicht synchronisiert sind. Ich spreche zwar ziemlich gut Englisch, aber in Filmen werden oft Slangausdrücke verwendet, oder es geht um Themen, mit denen man sich normalerweise nie beschäftigt, so daß ich doch mancherlei nicht auf Anhieb verstehe. Auch ein Engländer versteht kein Wort, wenn eine ungelernte schwarze Pfannkuchenbraterin aus Kansas City über die Mühsal ihres Lebens spricht. So amüsiert es mich, wenn ich Leute, von denen ich weiß, daß sie erheblich schlechter Englisch sprechen als ich, sagen höre, es ein grundsätzlich besser, Filme in der Originalfassung zu sehen. So bringen sie sich, dem Diktat des cinéastischen Snobismus hörig, um den halben Spaß. Gerade weil Film ein visuelles Medium ist, sollte es einem vergönnt sein, den Dialogen so mühelos und nebenbei wie möglich zu folgen. Nichts als eine schäbige Notlösung ist das Untertiteln. Da wird der Zuschauer gezwungen, mit seinem Blick an der unteren Bildkante zu verharren, so daß er er außerstande ist, seine Aufmerksamkeit der Bildkomposition zu widmen. Alfred Hitchcock sagte, ein Film verliere fünfzehn Prozent seiner Kraft, wenn er untertitelt ist, aber nur zehn Prozent bei guter Synchronisation. Ich würde die erste Zahl durch fünfzig ersetzen und die zweite durch fünf.
Im Literaturwesen hat man zu Recht begonnen, den Berufsstand des Übersetzers aufzuwerten. Es ist an der Zeit, die oft hervorragende Arbeit der deutschen Synchronstudios ebenso zu würdigen. Puristen klagen aber schon, wenn ein Film aus der Ferne einen deutschen Verleihtitel erhält; dabei klingt doch z.B. <Aufrührer ohne eine Ursache> viel besser als <Because They Don't Know What They Are Doing>. Die Puristen verweisen auch gern mahnend darauf, daß in manchen Ländern Filme grundsätzlich nicht synchronisiert werden. Tja, gewiß: Auf den Färöern droben im Atlantik wird der Terminator wohl englisch parlieren, denn Färöisch wird von weniger Menschen verstanden, als in Bad Salzuflen wohnen. Tatsache ist, daß sich der Synchronisationsaufwand bei einer Sprachgemeinschaft von 90 Millionen Menschen einfach besser <<rechnet>> als andernorts und daß <<wir>>, weil <<wir>> so viele sind, auf diese Weise in den Genuß eines kulturellen Vorsprungs gekomen sind. Es ist auch schon vorgekommen, daß ein schlechtes literarisches Werk durch einen guten Übersetzer in ein etwas weniger schlechtes verwandelt wurde, und in der Popmusik ist eine Cover.Version oder ein Remix gelegentlich besser als das Original. Daß die von Carl Barks gezeichneten, klassischen Donald-Duck-Stories auf deutsch besser sind, darf man schon gar nicht mehr sagen, so ein Gemeinplatz ist das inzwischen geworden, und auch die TV-Serie <The Simpsons> ist m.E. in der synchronisierten Fassung der amerikanischen deutlich überlegen, schon allein durch dein Auswahl der Sprecher: Elisabeth Volkmann erstrahlt als Marge Simpson in der Rolle ihres Lebens.
Puh. Was ne Anstrengung. Aber das musste mal raus. Amen Bruder! AMEN!

Ja supercreep! Ist ja gut. Können wir das alberne Kriegsbeil nicht langsam mal begraben? Wir wissen ja nun dass wir uns prima aneinander die Zähne ausbeißen. Aber ich bins langsam Leid. Sei ruhig nachtragend wenn du magst aber spar dir doch bitte die fortwährende Provokation.

"Zum Wohl Aller"
