trikerider hat geschrieben:
Helmut hat geschrieben:
Willst du damit sagen,dass man nur Ethik unterrichten sollte?
warum nicht grundsätzlich auf derartigen "unterricht" verzichten?
hat meines erachtens in der schule eh nichts zu suchen.
Warum? Mit einem kompletten Verzicht (selbst als Angebot) beschneidest du Kinder in ihrer Möglichkeit, sich mit dem Thema (kritisch) auseinanderzusetzen und einen eigenen Standpunkt zu Religionen zu entwickeln. Religionsunterricht heute bedeutet (zumindest in Hamburg)
nicht konfessionsgebundene Unterweisung, sondern das, was Mar sehr schön und knapp dargestellt hat:
Mar hat geschrieben:
[...] Da könnten dann Religionen ebenso behandelt werden wie nichtreligiöse Weltanschauungen.
Der Religionsunterricht (RU) ist interreligiös, bezieht aber darüber hinaus auch andere Weltanschauungen (Philosophie, Naturwissenschaft, etc. pp.) mit ein. Der RU fordert, dass Themen, wie bspw. die Theodizee-Frage, das Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion, Religionsmissbrauch (religiöser Terrorismus, Kreuzzüge, usw.) sowie das menschliche Miteinander (Freundschaft, Streit, Leid, Neid...), zur Sprache kommen -also Themen, die hier im Thread z.T. ebenfalls ausgegraben wurden.
Das oberste Ziel ist und bleibt die Bildung eines Kindes. Nicht zu einen religiösen Fanatiker, sondern zu einer gebildete Persönlichkeit, die sich reflektiert und selbstbestimmt zur Religion (und anderen Weltanschauung) positionieren kann. Dazu muss dem Kind aber auch die Möglichkeit gegeben werden, der Vielfalt an Weltanschauung zu begegnen und sich an ihnen bilden zu können.
Wenn die Schule dieses Angebot verweigert, besteht für mich zudem die Gefahr, vorhandene Vorurteile über religiöse Weltanschauung (z.B. die Kreuzritter pars pro toto Christen, Islamisten pars pro toto Muslime) unausgesprochen zu lassen. Finde ich persönlich nicht sonderlich gut, wenn ich daran denke, wie heterogen die Lerngruppen heutzutage sind.
EDIT: Sah ich ja jetzt erst:
Roughale hat geschrieben:
Am besten wär es, wenn man einen komplett neutralen Lehrer hätte, der sich zu den einzelnen Religionen und Weltanschauungen Fachleute holt - aber
das würde eher den Rahmen sprengen 
Nein, würde es nicht.

In Hamburg wird das vom RU laut dem aktuellen und verbindlichen Rahmenplan erwartet. Meiner Erfahrung nach, wird der Einbezug von Fachleuten für verschiedene Anschauungen bisweilen zunehmend umgesetzt: Sie sind an der Erstellung von Arbeitsmaterial beteiligt, werden als Experten in die Lerngruppen eingeladen, bestimmen den Rahmenplan mit etc. etc. pp.
Aber: Soooo alt sind die aktuellen Rahmenpläne noch nicht, so dass es nicht verwunderlich sein dürfte, wenn einige "alte Hasen" das noch ein wenig umschiffen.
