Guilala hat geschrieben:
"Traffic- Macht des Kartells" (USA 2000, Regie: Steven Soderbergh)
Drogenhandel in den USA ist das große Geschäft, auf beiden Seiten des Gesetzes. Mehrere Handlungsstränge kreuzen sich im Verlauf dieses Films immer wieder. Der Richter Wakefield (Michael Douglas) wird zum obersten Drogenbeauftragten der Regierung, ohne zu wissen, daß seine minderjährige Tochter (Erika Christensen) bereits an der Nadel hängt. Die Drogenfahnder Castro und Gordon bringen den Drogenhändler Ayala ins Gefängnis, worauf dessen Frau (Catherine Zeta-Jones) notgedrungen dessen Geschäfte übernehmen muß. Auf der mexikanischen Seite der Grenze läßt sich der Polizist Rodriguez (Benicio del Toro) von einer Militäreinheit zum Kampf gegen ein Kartell einspannen, ohne zu wissen, daß er einem anderen damit in die Hände spielt. Das Karussell dreht sich weiter...
(OFDb)Die Story ist einfach zu komplex für eine kurze Inhaltsbeschreibung. Mittels Farbfilter hebt Steven Soderbergh die Handlungsebenen voneinander ab.
Nach einer Zeit weiß man, in welchem Handlungsstrang man sich gerade befindet. Ausgewaschene Gelb-Brauntöne? Aha, wie sind wieder in Mexiko.
Kühle Blautöne? Aha, wir befinden uns in der Welt von Richter Wakefield. Erwähnenswert sind noch die Auftritte von Miguel Ferrer, der hier wieder mal die arme Sau ist.
Und natürlich Tomas Millian, den man als General Arturo Salazar kaum wieder erkennt. Sehr gelungen find ich auch die "Pausen", die der Film immer wieder einlegt.
Kurze Bildercollagen, unterlegt mit chilliger Musik. Momente der Ruhe, Momente der Ohmacht...
Ohne Zweifel ein hervorragend inszenierter Film mit einer hochkarätigen Besetzung. Mit diesem Film schwankt Soderbergh irgendwo zwischen Inarritu und Michael Mann.
Ob ich ihn mir jedoch ein drittes Mal anschaue, wage ich zu bezweifeln. Und da Bewertungen eh Geschmackssache sind, gebe ich hier mal:
7/10Wer ihn allerdings noch nicht gesehen hat, sollte dies tun.
ich fand den ziemlich öde... wertungstechnisch würde ich sagen 4/10.
aber:
TRAFFIC - DIE MINISERIE während steven soderbergh's kinofilm "traffic" zwar überall hochgelobt wurde, mich persönlich aber sehr gelangweilt hat (wie die meisten filme dieses regisseurs), sieht es mit der miniserie schon deutlich besser aus...
die serie führt zwar das grundkonzept des kinofilmes weiter, allerdings geht es diesmal nicht hauptsächlich nur um drogen, auch schmuggler, waffenschieber und menschenhändler werden in die recht komplexe geschichte eingebaut.
mike mckay, ein DEA-agent, stößt bei ermittlungen auf beweise dafür, dass sich sein land einer ernsthaften gefahr ausgesetzt sieht.
zum schutz der allgemeinen sicherheit bricht er den kontakt zu seinen vorgesetzten und der familie ab, und ermittelt fortan isoliert.
währenddessen wird sein sohn zuhause durch eine neue freundin mit der welt der drogen vertraut gemacht...
ben edmonds übernimmt unter ungewöhnlichen umständen den Familienbetrieb seines vaters.
hatte er schon bislang kaum beruflichen erfolg, wird er nun in eine welt der korruption eingeführt, der er nicht gewachsen ist.
er stellt schon bald fest, dass chinesische kartelle ihre fühler nach dem unternehmen ausgestreckt haben...
adam kadryov, ein illegaler einwanderer, erwartet frau und tochter mit dem nächsten schiff.
als er jedoch erfährt, dass dieses gesunken ist und alle passagiere dabei umkamen sucht er den kontakt zu den menschenschmugglern-
und stößt auf ein erschreckendes Geheimnis...
diese drei nebeneinander erzählten geschichten mit scheinbar unterschiedlicher thematik verstricken sich im laufe der spielzeit zu einer zusammenhängenden, komplexen story, die über die komplette lauzfzeit von über vier stunden unterhalten kann.
der kinofilm, der nur etwa halb so lange läuft hat mich nach kurzer zeit schon angeödet...
8/10