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BeitragVerfasst: 12. Sep 2009, 14:40 
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Viele von euch werden die in diesem Topic besprochene Band sicherlich kennen - auch wenn es nicht umbedingt aufgrund deren Musik sondern viel mehr aufgrund ihrer häufigen Konflikte mit der Bpjm liegt.

Früher noch eher im Bereich Black Metal angesiedelt (Zerfall, Krebskolonie), änderten sie ihren Stil innerhalb ihrer Bandgeschichte immer weiter bis hin zum Dark Metal. Dazwischen kamen dann die Alben Farbenfinsternis, Leichenlager, Wundwasser, Blutbahnen, Knochenkult sowie ihre aktuellste CD, dem Live-Album "Bühnenblut" mit der kompletten Neuauflage des auf Liste B indizierten Krebskolonie-Albums.

Zu den Indizierungen:

Das erste Album, was man vom Markt nahm, war "Krebskolonie". Gründe hierfür waren die Lieder Nachtgeburt (Explizite Gewaltdarstellung, "Abziehen der Haut in Streifen" usw.), dem titelgebenden Lied "Krebskolonie" (Kannibalismus, "Gestern zwang mich der Hunger von den Toten zu essen, der Geschmack war zwar bitter..." und den Ausrufen "Kraft durch Krebs" und "Krebs macht frei"), Blass-Blaue Lippen (Nekrophilie) und Futter für die Schweine (Menschenverachtung, laut Auffassung der Bpjm sei das Leben einer Prostituierten gerade soviel wert, dass es als Schweinefutter dienen könne). Ironischerweise werden Krebskolonie und Futter für die Schweine jedoch meistens auf den Konzerten gespielt - jedoch leicht abgeändert. Statt Krebs gibt es dann Lepra und statt Nutten von der Straße holt man sich kurzerhand Nonnen aus dem Kloster bzw. - wie auf der Bühnenblut-CD - Hippies aus Freiburg :mrgreen:
Meiner Meinung nach ein sehr tolles Album, vor allem Krebskolonie und Vorabend der Schlacht sind klasse.

Das nächste Album, welches der Bpjm ein Dorn im Auge war, ist Farbenfinsternis. Hier gab man als Gründe Nekrophilie (Song #1 "Meine Tote, Russische Freundin), Kannibalismus (Mein Reich Komme) sowie explizite Gewaltdarfstellung aus dem fünften Lied des Farbenfinsternis-Konzepts "Farbenfinsternis" für die Indizierung an. Dieses Album muss man vollständig durchhören, andernfalls funktioniert es nicht ganz so toll. Die Tote, Russische Freundin findet auch immer wieder ihren Weg auf Konzerte - nur dass sie, sofern es sich um jugendfreie Konzerte handelt, stattdessen aus Schweden kommt. Ist ja schließlich nicht inhaltsgleich :mrgreen:
Auch dieses Album gehört mit zu meinen Lieblingswerken von Eisregen. Meine Tote, Russische Freundin, Deutschland in Flammen sowie alle fünf Kapitel der Farbenfinsternis sind einfach nur klasse. Den Rest überspringe ich beim Hören meistens.

Ein weiteres Album von Eisregen, was die Bpjm aus dem Weg schaffen wollte und dies leider auch geschafft hat, ist Wundwasser. Hier gab man beim Indizierungsbericht keine bestimmten Lieder an sondern verwies darauf, dass kein ausreichender Kunstgehalt festzustellen sei. Hier geht es thematisch mal wieder um Mord (etwa Ripper von Rostow, Muttermord), jedoch auch die Inquisition (Kreuznarbe) sowie Filmthemen werden behandelt. Bei letzterem kann man hier als Vorzeigebeispiele "Am Glockenseil" (richtig, kommt vom "Ein Zombie hing am Glockenseil"!) und Wundwasser (dieses Mal aus dem Teil mit der Meerjungfrau aus der "Guinea Pig"-Reihe) nehmen.
Mein erstes Album von Eisregen, welches ich intensiv gehört habe. Absolute Spitze, vor allem die Bradsche wird hier hervorragend eingesetzt. Gleich beim ersten musikalischen Lied ("Mein Eichensarg") geht es richtig zur Sache und auch in Sachen Atmosphäre hält man hier bis zum Ende tapfer durch. So ziemlich mein Lieblingsalbum.

So, jetzt habe ich aber erstmal genug über Eisregen geschrieben. Ich wünsche viel Spaß beim Diskutieren, Meinungsaustauschen sowie Konzertberichten und freue mich schon auf die Antworten :)

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R.I.P. Peter Steele, 4. Januar 1962 - † 14. April 2010


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BeitragVerfasst: 12. Sep 2009, 17:06 
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Ich kenne nur die Demos, die ersten beiden Alben und den Song 'Meine tote russische Freundin', und hab die Laufbahn der Band zwar nicht weiter verfolgt, aber ich fand den Ansatz relativ eingängigen Black Metal mit Neoklassik, z.T. schrägen Songwriting-Ideen, Gothic und diversen Pop-Anleihen zu verbinden ziemlich gut. Und die Texte fand ich eigentlich immer passend, und lange nicht so krass, wie die meisten Leute, was aber daran liegen könnte, dass ich mit dem ganzen harten Zeug (Horror/Splatter/Exploitation) aufgewachsen bin. Vorallem 'Vorabend der Schlacht' gefällt mir heute noch sehr gut, dank der melancholischen Harmonien und der morbiden Atmosphäre.

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BeitragVerfasst: 12. Sep 2009, 17:34 
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Ich find es extrem schade, dass die Bradsche bei den neueren Stücken nicht mehr dabei ist und live auch nicht mehr zum Einsatz kommt. Blutgeil hat live einfach nur total schlecht gewirkt. Das neue Lied "Nachtverzerr" lässt aber hoffen, dass es mit denen doch wieder bergauf geht, nach dem eher schlechterem "Knochenkult". Und die neuen Versionen von Krebskolonie live so sehr zu verhunzen... Ich fand Krebskolonie (bzw. jetzt Totfleischkolonie) lange nicht so gut wie das original, das ist atmosphärisch viel rauer und besser.

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BeitragVerfasst: 13. Sep 2009, 18:53 
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Das größte Problem an Eisregen live ist der nicht ausgenutzte Einsatz des Keyboards. Man könnte das alles einiges besser live umsetzen.
Nichtsdestotrotz sind Eisregen sowohl auf Platte als auch live eine Macht, einfach unglaublich und die KK-Gala Ende November 2009 werd ich nie vergessen :wink: 8)


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BeitragVerfasst: 13. Sep 2009, 20:01 
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MRoehrich hat geschrieben:
Das größte Problem an Eisregen live ist der nicht ausgenutzte Einsatz des Keyboards. Man könnte das alles einiges besser live umsetzen.
Nichtsdestotrotz sind Eisregen sowohl auf Platte als auch live eine Macht, einfach unglaublich und die KK-Gala Ende November 2009 werd ich nie vergessen :wink: 8)


Meinst du 2008?

War ich leider nicht mit dabei. Habe die damals noch nicht so intensiv gehört wie jetzt. War Freitag aber auf einem Konzert von denen, in Bad Arolsen. Stimme dir voll und ganz zu, schade auch wie gesagt, dass die Bradsche raus ist. Ich fand die verzerrte Gitarre aber auch nicht so ganz toll. Das hat teilweise eher wie Death Metal gewirkt statt dem betonten und angenehmen Dark Metal, hat sich auf der Bühnenblut-Scheibe auch viel netter angehört.
Wenigstens gab es als kleine Erinnerung Autogramme auf mein Blutbahnen-Digi und die Eintrittskarte, außerdem ein Tshirt sowie ein Poster :D

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BeitragVerfasst: 13. Sep 2009, 20:40 
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Da die Band mit Ausnahme von M.Roth auf der Bühne die Ausstrahlungskraft von 2 Kilo Beton hat, ist mir das Kopfkino zu ihren Platten sehr viel lieber als deren Livedarbietungen. Auch die neueren Platten konnten leider nicht mehr so ganz überzeugen, da ihnen die Kunst morbide Geschichten mit Gänsehautfaktor zu erzählen abgeht.
Dennoch: Auch Schlangensonne wird wahrscheinlich wieder gekauft, zumal man ehrlicherweise auch zugeben muss, dass man von Eisregen auch alles andere als Innovationen erwartet. :mrgreen:

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BeitragVerfasst: 14. Sep 2009, 17:49 
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Kreator hat geschrieben:
Meinst du 2008?

Ja, sorry. Klar, 2008.

Auch wenn Asmodeus recht hat, ist Eisregen live trotzdem genial. Aus irgendeinem Grund ist die Band vor allem in kleinen Clubs immer wieder faszinierend. Ich freue mich aufs nächste Konzert. :wink:


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BeitragVerfasst: 15. Sep 2009, 00:36 
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Ich habe mir jetzt mal auf youtube ein paar Eisregen-Stücke angehört, vorher kannte ich die nur vom Hörensagen.

Während ich den "Gesang" mit dem gerollten 'r' ziemlich einzigartig und den Einsatz der deutschen Sprache grundsätzlich gut finde, ist mir das musikalisch ein bisschen zu einfach gestrickt... wobei ich den Einsatz der Bratsche (habe ich jetzt oben gelesen, kann leider akustisch Bratsche und Geige nicht unterscheiden) auch bemerkenswert und einen guten Atmosphärefaktor finde. Die Texte sind m.E. formal in Ordnung, aber inhaltlich ein bisschen zu sehr auf Schock-Effekte hin gestrickt. Sicher eine interessante Band, aber eine CD kaufen würde ich mir da jetzt eher nicht. Wenn es um deutschen Black Metal geht, finde ich vor allem Bergthron sehr gut, aber Dornenreich sind auch sehr hörenswert.

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BeitragVerfasst: 15. Sep 2009, 00:51 
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Dornenreich sind auf jedenfall empfehlenswert. Aber Bergthron? Die sind z.B. bei 'Jagdheim' noch ein ganzes Stück simpler gestrickt als Eisregens simpelste Songs, manches von denen ist fast Punk (nur halt mit ihren typischen Pagan-Anleihen). Was nicht heisst, dass die schlecht sind, ist nur so eine Sache mit dem 'simpel gestrickt' :wink:

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BeitragVerfasst: 15. Sep 2009, 00:57 
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Kennst du "Faust für Faust"? Das ist für mich ein Meisterwerk! Selten ein Album mit einer so intensiven gruseligen Atmosphäre gehört. Man fühlt sich in einen dunklen, undurchdringlichen Wald versetzt und von Geistern umgeben. Auch nicht zu verachten: "Leben und Lebenswille", das das Leben nordischer Seefahrer zum Thema hat und hier ebenfalls großartige Stimmungen zustandebringt. Beide Alben haben übrigens auch wunderbare Akustikstellen mit mystischem Frauengesang.

Die älteren Alben sind deutlich einfacher gestrickt. Ich mag sie, aber zu den beiden eben genannten kein Vergleich.

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BeitragVerfasst: 15. Sep 2009, 01:09 
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Ja, die beiden Platten zeigen, wie die Band sich über die Jahre gesteigert hat. Ich hatte halt fast immer nur ihre alten Sachen im Ohr, die zwar nicht schlecht waren, aber speziell das erste Album war doch extrem verbesserungswürdig. Wobei (richtig gut eingesetzter) Minimalismus im Black Metal nicht die schlechteste Idee ist, siehe Burzum, Hellhammer oder aktuell Apokalyptic Raids, die es schaffen, mit ungefähr zehn Riffs(!!!) ein 45 minütiges Album zu füllen, ohne dass es auch nur ansatzweise langweilig wird.
Aber nochmal zurück zu Eisregen, kann sein dass die Texte nur auf den Schockfaktor aus sind, ich muss aber sagen, dass sie speziell auf den älteren Platten dadurch eine ganz eigene Atmosphäre erzielt haben, die hier im deutschen Extrem-Metal lange seines gleichen suchte.

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BeitragVerfasst: 16. Sep 2009, 12:49 
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Ich finde vor allem die neueren Sachen teilweise sehr eintönig und langweilig gestrickt. Krebskolonie etwa hat verschiedene Liedabschnitte, die aber alle gut zusammenpassen, vor allem der Anfang ist genial.

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BeitragVerfasst: 17. Sep 2009, 11:12 
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Eisregen ist schlicht meine Lieblingsband. Ich mag die morbide Atmosphäre die die Alben durchzieht. Außerdem hat mich Eisregen zum Blackmetal hingeführt. Die stilistische Änderung der Band sehe ich nicht als negativ an, auch wenn Blutbahnen wohl das schwächste Album ist, Knochenkult dagegen finde ich leicht unterbewertet.
Bestes Album bleibt aber Krebskolonie. Das Titellied ist musikalisch einfach gut gemacht und sehr abwechslungsreich, Vorabend der Schlacht bietet mit dem Sirenenintro eine atmosphärische Einleitung. Scharlachrotes Kleid ist eines meiner Lieblingslieder übehraupt und auch die andren Stücke passen prima ins Konzept.
Nach Krebskolonie folgen gleich Wundwasser und Leichenlager.

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To climb this tower of shame. But the hour's still the same. Only madness knows my name


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BeitragVerfasst: 19. Sep 2009, 19:14 
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Obwohl die alten Fans mit den neueren Platten nicht mehr ganz so viel anfangen können, find ich jedoch Knochenkult sehr gut. Ein guter Mix aus den alten Platten mMn.

Dass Theresa nicht mehr dabei ist und somit auch die Bratsche fehlt, find ich zwar auch schade aber kann man machen nix. Wäre gut, wenn sie doch noch nach Ersatz suchen würden aber die Franzi am Keyboard find ich auch net schlecht. Sah letztes Jahr auf m Konzi - trotz Schwangerschaftsbauch - auch verdammt geil aus :D
Dennoch geht nichts über die Bratsche, wobei ich allgemein in Metalsongs, der härteren Art, einen Streicher nicht schlecht finde. Kommt oftmals richtig gut rüber :-)

Bin im Übrigen erst 2005 auf die Band gestoßen durch einen selbst zusammengestelltes Video zu Meine tote russische Freundin. War richtig klasse und ab da an hab ich mir die Alben zusammengesammelt^^ Aber es fehlt immer noch Krebskolonie, im Moment bleibt mir davon nur das Live-Album.

Meine Lieblingssongs sind im Übrigen:
1. Meine tote russische Freundin
2. Schwarzer Gigolo
3. Scharlachrotes Kleid
4. Nachtgeburt
5. 19 Nägel für Sophie
6. Blut ist Leben (neue Version)
7. Eisenkreuzkrieger
8. Stahlschwarzschwanger
9. Hinein ins Tränenmeer
10. Hauch von Räude
11. Schlachthaus-Blues
12. Blass-blaue Lippen
13. Ablganz vom Licht
14. Auferstehung
15. Mein Eichensarg
usw...


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BeitragVerfasst: 20. Sep 2009, 09:23 
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Man kann ja mal sehen, was die aus Blutgeil zum Beispiel gemacht haben. Bradsche durch Keyboard ersetzt:

http://www.youtube.com/watch?v=MPp58TUxZbM

Wirkt komplett anders als die Originalversion. Und auch nicht umbedingt besser... :?

Der Eichensarg klang live übrigens auch nicht allzu toll:

http://www.youtube.com/watch?v=-LXjVGGAJ_w

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