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BeitragVerfasst: 19. Sep 2010, 11:30 
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Bei jeder sich bietenden Gelegenheit diskutiert man über Freigaben: Seien es die aufgezählten Filme im "Unverhältnismäßige Freigaben für Filme"-Topic, Neuprüfungen von älteren Werken oder einfach nur verwunderliche Freigaben bei Neuerscheinungen. Die Frage ist: Braucht man heutzutage überhaupt noch Freigaben?

Dies ist ein Thema, das besonders in erstgenanntem Topic immer wieder angeschnitten wird. Es genügt schon, dass ein Kommentar kommt, dass man Braindead uncut ab 16 Jahren freigeben solle. Manche sagen: "Verrückt?" Andere antworten: "Schaut euch die Niederlande an, wo alles max. ab 16 ist - oder einfach Frankreich mit John Rambo ab 12." Ein recht erdrückendes und meiner Meinung nach gar nicht mal so unkonstruktives Argument resultierte aus einem Beschluss in Dänemark: Dort sind vor einiger Zeit Freigaben gänzlich abgeschafft worden, mit der Begründung, dass man zu Zeiten von Onlineshopping (gibt ja mehr als genug Shops ohne Altersverifikation) oder Internet ohnehin an alles rankomme. Darüber hinaus existiert auch die Tatsache, dass es denke ich mal zu den 127 Jugendsünden gehört, dass man schon vor seinem 18. Lebensjahr einen Film geschaut hat, den man ganz und gar nicht hätte sehen dürfen. Wozu also die Freigaben, die regelmäßigen Diskussionen über Verbote oder härtere Zensur? Über Uncut-Patches kriegt man jedes Blut zum Spritzen, per Rapidshare jede Kettensäge auch zum Durchboren.

Kurz und knapp: Eigentlich ist es sinnlos. Menschen, die Filme psychisch nicht verkraften, schauen sich diese aus der eigenen Einstellung heraus nicht an. Ich kenne mehr als genug Leute, die noch nie in ihrem Leben einen Horrorfilm geschaut haben. Die anderen Leute finden so oder so Mittel und Wege, sich die Medien zu beschaffen - und das schadet dann meist der deutschen (Film)Wirtschaft. Denn wird der Film importiert, kriegen die deutschen Labels nichts ab, das, weil sie genötigt wurden, wegen gewissen Paragraphen zu zensieren. Zugegeben - die befinden sich jetzt nicht mehr im Jugendschutzrahmen, sind aber angesichts o.g. Argumentation mit Importen und Downloads ohnehin ebenfalls absolut unnötig. Stattdessen führt dies nur zur Verärgerung mündiger Bürger, die vielleicht nicht so stark über die Zensur Bescheid wissen wie wir in diesem Forum.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich möchte es mal kompakt ausdrücken. Ich habe in meinem Text oben eine Menge rhetorischer Fragen eingeworfen und möchte ausdrücklich unterstreichen, dass ich dieses Denkmodell lediglich mal 1:1 wiedergeben und zur Diskussion stellen möchte. Macht mir also bitte keine Vorwürfe, ich würde es unterstützen wollen - was natürlich nicht heißt, dass ich dies nicht tuhe. Ich finde das Freigabenthema insgesamt recht interessant und möchte dieses Topic als zentrale Anlaufstelle dafür nehmen. Darüber hinaus ist es immer wieder interessant, andere Standpunkte, Herangehensweise, Argumente oder einfach nur Meinungen wahrzunehmen.

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Altersfreigaben und Rechtliches dazu in Deutschland | Meine Filmsammlung (aktualisiert)

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R.I.P. Peter Steele, 4. Januar 1962 - † 14. April 2010


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BeitragVerfasst: 19. Sep 2010, 11:49 
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Selbstverständlich sind Altersfreigaben eine gute Sache, es gibt immer Mittel und Wege an einen Film oder ein Spiel zu kommen auch wenn man noch nicht alt genug ist, trotzdem ist es eine gute sache für Eltern um den Medienkonsum ihrer Kinder etwas in den Augen zu behalten.

Die Niederlande, die du hier auch erwähnt hast, finde ich machen es z.B. sehr gut, vorallem weil wirklich alles die möglichkeit hat eine Freigabe zu bekommen, was in Deutschland leider nicht der Fall ist.


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BeitragVerfasst: 19. Sep 2010, 13:40 
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Ändert doch nichts daran, dass du auch an Deutschland an alles rankommst :roll:

In Frankreich wird auch mal gerne hochgestuft, wenn es Empörung gibt.
Das ist in Deutschland deutlich seltener der Fall.

Und was Jugendsünden betrifft, kann man sehr leicht feststellen, dass das meiste runtergestuft wurde oder nach Neuprüfung eben ab 16 ist.
Was in heutigen Maßstäben ab 16/18 ist, wäre früher mit ziemlicher Sicherheit indiziert/beschlagnahmt worden.

Davon werden nur die wenigsten der alten Filme betroffen sein.
Das dürten wohl nur die Hexenfilme, die Faces of Deathfilme, Spit on your Grave und Cannibal Holocaust sein.



Und ich bezweifle stark, dass heutiger Indexstoff oder beschlagnahmte Filme jemals ab 16 sein werden.


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BeitragVerfasst: 19. Sep 2010, 15:39 
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Altersfreigaben als pädagogische EMPFEHLUNG- so wie es bald auch in Schweden und Finnland aussehen wird, die ihre Zensur/Freigaben-Behörden schliessen wollen/werden- finde ich völlig in Ordnung.

Bindende Altersfreigaben empfinde ich im Hier und Jetzt allerdings auch mehr als überholt.

In D wird/würde sich aber erst wohl etwas nach einer allgemeinen EU Regelung des Themas ändern, glaube ich.

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BeitragVerfasst: 19. Sep 2010, 18:44 
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Altersfreigaben als Empfehlung würde ich auch befürworten, danach soll sich jeder selbst bzw. die Eltern orientieren, was die Kiddies sehen können und sollen und dürfen. Filme, Games etc. komplett ohne Begleitung einer Altersprüfung ist mmn eher problematisch.

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BeitragVerfasst: 19. Sep 2010, 19:00 
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Ultimate87 hat geschrieben:
Altersfreigaben als Empfehlung würde ich auch befürworten, danach soll sich jeder selbst bzw. die Eltern orientieren, was die Kiddies sehen können und sollen und dürfen. Filme, Games etc. komplett ohne Begleitung einer Altersprüfung ist mmn eher problematisch.


Das ist beispielsweise ein Aspekt, den ich recht interessant finde... Ließe sich aber denke ich mal mit Altersempfehlungen seitens der Labels beheben. Und ich gehe mal davon aus, dass ein Filmepublisher genügend Seriösität ausstrahlt, Braindead etwa aus Jux nicht mit einer Fsk 6 zu empfehlen.

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BeitragVerfasst: 19. Sep 2010, 19:19 
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Kreator hat geschrieben:
Das ist beispielsweise ein Aspekt, den ich recht interessant finde... Ließe sich aber denke ich mal mit Altersempfehlungen seitens der Labels beheben. Und ich gehe mal davon aus, dass ein Filmepublisher genügend Seriösität ausstrahlt, Braindead etwa aus Jux nicht mit einer Fsk 6 zu empfehlen.


Genau das ist die für Schweden und Finnland demnächst eintretende Umsetzung des Themas. :D

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BeitragVerfasst: 19. Sep 2010, 21:31 
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Zitat:
Das ist beispielsweise ein Aspekt, den ich recht interessant finde... Ließe sich aber denke ich mal mit Altersempfehlungen seitens der Labels beheben. Und ich gehe mal davon aus, dass ein Filmepublisher genügend Seriösität ausstrahlt, Braindead etwa aus Jux nicht mit einer Fsk 6 zu empfehlen.

Die Labels wissen ja, dass die Zielgruppe von 0-49 ist :lol:


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BeitragVerfasst: 20. Sep 2010, 00:15 
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Peter Neal hat geschrieben:
Kreator hat geschrieben:
Das ist beispielsweise ein Aspekt, den ich recht interessant finde... Ließe sich aber denke ich mal mit Altersempfehlungen seitens der Labels beheben. Und ich gehe mal davon aus, dass ein Filmepublisher genügend Seriösität ausstrahlt, Braindead etwa aus Jux nicht mit einer Fsk 6 zu empfehlen.


Genau das ist die für Schweden und Finnland demnächst eintretende Umsetzung des Themas. :D

Weißt du da schon mehr drüber wie das genau ablaufen wird? Im Prinzip kann sich doch dann jeder 6-jährige alles kaufen, da es ja nur Empfehlungen und keine bindenden Freigaben mehr sind. Oder sehe ich das falsch?

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BeitragVerfasst: 20. Sep 2010, 08:47 
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In Skandinavien wird da wohl in erster Linie auf die Eigenverantwortung der Kunden in Medienfragen vertraut. :D
Da in Nordeuropa "Eigenverantwortung" und "Selbstständigkeit" bei der Erziehung und in der Schule- ausser natürlich in Fragen des Alkoholkonsums :mrgreen: - grossgeschrieben werden überrascht mich dieser Schritt eigentlich auch nicht.
Gerade ein solcher Gedanke wie "Eigenverantwortung" im Zusammenhang mit "Medien" ist in D natürlich traditionell sehr suspekt- deshalb wird man solche Schritte "bei uns" auch erst dann vollziehen können wenn bereits der gesamte Rest Europas im 21. Jahrhundert angekommen ist.

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BeitragVerfasst: 20. Sep 2010, 09:13 
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Wieso fragt er eigentlich uns ?

Tipp bitte mal in dein Navi " Berlin " ein und fahr ins Regierungsviertel und verteil deine Flyer mal da :mrgreen:


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BeitragVerfasst: 20. Sep 2010, 09:30 
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So lange es hier den wirklich unnötigen Thread zu den unangemessenen Freigaben gibt, sind auch die Freigaben nötig :mrgreen:

Als Richtlinie sind sie mir sehr willkommen, als Grundlage für Kürzungen, natürlich nicht - wenn etwas ab 18 freigegeben wird, dann hat es aber auch ungekürzt zu sein, alles andere ist nun mal Zensur, die laut Grundgesetz nicht stattfinden darf (kriminelle Inhalte ausgenommen!).

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Bitte verzeiht mir, wenn ich mich wiederhole, mein Kurzzeitgedächtnis ist einfach katastrophal...


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BeitragVerfasst: 20. Sep 2010, 09:30 
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Warum schafft man es denn nicht, z.B. den Herrn Hilse (von den obersten Landesbehörden oder so ähnlich)
mit in so eine Disskusion einzubinden? Wir drehen uns doch eh nach 2 Seiten wieder im Kreis.
Warum gibt ein Label nicht mal seinen Senf dazu? Der Jörg Bauer von Sunfilm ist doch jemand, der sich
des öfteren für seine Kunden einsetzt!
Mal ein Politiker, der seine Meinung hier vertreten kann....

Kreator, hast ja Recht und dank für Deine Mühe.
Aber was bitte soll sich mit dieser Disskusion bei uns hier ändern?

Grüße

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BeitragVerfasst: 20. Sep 2010, 10:00 
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René hat geschrieben:
Kreator, hast ja Recht und dank für Deine Mühe.
Aber was bitte soll sich mit dieser Disskusion bei uns hier ändern?


In der Tat nicht viel.

Abgesehen davon wäre bei einer Abgabe von allem an alle auch schnell davon auszugehen, dass sich die Kiddies aus Coolnessgründen und Gruppenzwang eben doch Zeug reinziehen, was niemals für sie geeignet ist, seien es Gewaltsex- oder Folterfilme.

Roughale hat geschrieben:
alles andere ist nun mal Zensur,


Nö, Zensur wäre das verpflichtende Ändern vor Erscheinen eines Produkts, und das verlangt niemand.

Roughale hat geschrieben:
Zensur, die laut Grundgesetz nicht stattfinden darf (kriminelle Inhalte ausgenommen!).


Auch falsch, das ist rechtlich völlig wasserdicht. Spezielles Recht geht vor allgemeinem Recht, in dem Fall Jugendschutz/Strafrecht vor Grundrecht.

Kreator hat geschrieben:
Ultimate87 hat geschrieben:
Altersfreigaben als Empfehlung würde ich auch befürworten, danach soll sich jeder selbst bzw. die Eltern orientieren, was die Kiddies sehen können und sollen und dürfen. Filme, Games etc. komplett ohne Begleitung einer Altersprüfung ist mmn eher problematisch.


Das ist beispielsweise ein Aspekt, den ich recht interessant finde... Ließe sich aber denke ich mal mit Altersempfehlungen seitens der Labels beheben. Und ich gehe mal davon aus, dass ein Filmepublisher genügend Seriösität ausstrahlt, Braindead etwa aus Jux nicht mit einer Fsk 6 zu empfehlen.


Wenn man sich mal ansieht, was für Altersfreigaben von den labels beantragt werden und dann am Ende herauskommt, dann sieht man deutlich, dass es nur um Geld und nicht im geringsten um Jugendschutz geht.


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BeitragVerfasst: 20. Sep 2010, 10:18 
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Registriert: 8. Apr 2004, 11:01
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peda hat geschrieben:
Roughale hat geschrieben:
alles andere ist nun mal Zensur,


Nö, Zensur wäre das verpflichtende Ändern vor Erscheinen eines Produkts, und das verlangt niemand.


Naja, das ist nett gemeint, aber ganz so funktioniert es dann doch nicht ganz (siehe unten). Dass die Labels hier natürlich auch aus Geldgeilheit Selbstzensur vornehmen, ist auch nicht tragbar, aber dazu gibt es ja das Ausland, Pech für die Syncho-Abhängigen ;)

peda hat geschrieben:
Roughale hat geschrieben:
Zensur, die laut Grundgesetz nicht stattfinden darf (kriminelle Inhalte ausgenommen!).


Auch falsch, das ist rechtlich völlig wasserdicht. Spezielles Recht geht vor allgemeinem Recht, in dem Fall Jugendschutz/Strafrecht vor Grundrecht.


Jugendschutz ist gut und wichtig! Aber was muss an einem Film, der eindeutig als nicht for Jugendliche freigegeben ist, aus Jugendschutz geschnitten werden? Das ist eine hirnlose Vorgehensweise, die einfach falsch ist. Warum müssen alle Erwachsenen büssen, weil man nicht in der Lage ist, die Alterskontrolle besser umzusetzen?

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