Zum Film:[...] „Hier gibt es keine Geister, keine Zombies, keine Monster (...) Nur Einsamkeit, Isolation, Gewalt und Wahnsinn. Das natürlich ist aber der wahre Schrecken – ein Schrecken, den CLEAN, SHAVEN mit ungewöhnlicher Sorgfalt auslotet.“
Travis Crawford
Ein Mann steigt in ein Auto, nachdem er die Scheibe einschlagen hat. Dann holt er seinen Zündschlüssel aus der Hosentasche und fährt weg. Er versucht, das Radio einzustellen. Rauschen, verzerrte Stimmen, undeutliche Musik… Stromleitungen surren. Er verklebt das Fenster des Autos mit Zeitungspapier, den Rückspiegel mit Klebeband… In einem Restaurant unerträglicher Lärm von überall. Ein vermisstes Kind auf einer Milchtüte. Er kippt sich Zucker in den Kaffee… und endlich ist alles totenstill. Seine Tochter. Er will sie wiedersehen… Währenddessen untersucht ein Detective den hiesigen Mord an einem kleinen Mädchen.
1994 überraschte ein junger Regisseur auf dem Sundance Festival mit einem Debütfilm, der wie nur wenige Filme zuvor das Publikum genau dort traf, wo es richtig wehtut. Mit minimalem Budget, ausgefeiltem Sounddesign und maximalem Einsatz aller Beteiligten drehte Lodge Kerrigan in einem Zeitraum von über zwei Jahren einen Film, der sich nicht nur mit dem Thema Schizophrenie auseinandersetzen wollte, sondern sich nichts Geringeres vorgenommen hatte, als sein Publikum Schizophrenie am eigenen Leib spüren zu lassen: auditive Halluzinationen, gesteigerte Paranoia, dissoziative Empfindungsstörungen… Angst…
Wie Lodge Kerrigan selbst erklärt: „Ich habe wirklich versucht, die subjektive Realität eines Menschen, der an Schizophrenie leidet, auszuloten und das Publikum direkt in die Lage zu versetzen, die Symptome so zu erleben, wie ich mir vorstellte, dass sie sein müssten.“
Das ist ihm mehr als gelungen. Roger Ebert schrieb in seiner Kritik: „Der Film ist mehr als alles andere ein kompromissloses Experiment, den Zuschauer ahnen zu lassen, wie es ist, an Schizophrenie zu leiden. (…) Peter gehört zu jenen Menschen, die uns ganz schnell die Straßenseite wechseln lassen, um ihnen aus dem Weg zu gehen. Jetzt verstehen wir aber, wie sehr auch sie darauf angewiesen sind, uns aus dem Weg zu gehen.“
„Der Film führt den Zuschauer quälend nahe an eine Person heran, von der man eigentlich soweit weglaufen will, wie es nur geht.“ VARIETY
„Ein provozierendes Juwel… CLEAN, SHAVEN schneidet tief, stumpf und grob.“ Rhett Miller
CLEAN, SHAVEN ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Filmerlebnis: intensiv, kalt, rau und verstörend… Mit einem unglaublichen Peter Greene, der den meisten wohl als Zed aus Quentin Tarantinos PULP FICTION bekannt sein dürfte, in der Rolle seines Lebens.
"Niemand bleibt unversehrt!" [...]
VÖ-Datum: 27. Mai 2011 auf DVD & BDOFDb-EintragIMDb-EintragReview auf mitternachtskino.deTribute to Clean, Shaven - Lodge Kerrigan (10 Min.)Hm, sieht ganz interessant aus. Bin mir aber nicht sicher, ob der Film was für mich ist.