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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 20. Mär 2012, 22:19 
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MaaatDamon hat geschrieben:
Moralphilosophie lässt sich über jeden film reden.


Das kann man sagen. Bei einem Film mehr, bei einem anderen weniger...

MaaatDamon hat geschrieben:
Filme der coens. Menschen die in verrückte situationen kamen.
ist der mensch oder die umstände relevant?


Relevant für was? Das Film-weltliche Gesamtbild der in jenem Film abgebildeten Ordnung?

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Die Wahrheit ist für wenige, der Trug so allgemein wie gemein. Gracián
Der Lebenslauf des Menschen besteht darin, daß er, von der Hoffnung genarrt, dem Tod in die Arme tanzt. Schopenhauer
Der Mensch wird frei geboren, und überall ist er in Ketten. Rousseau
Ich suche einen Menschen. Diogenes von Sinope

Mit dem € scheitern alle €-Länder - Tod dem €!


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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 20. Mär 2012, 22:59 
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Bei den Coens fallen mir spontan "Blood Simple" und "No Country For Old Men" ein. Wahrscheinlich, weil es meine beiden Favoriten aus dem Schaffen der Coens sind.
Diese Filme zeigen mMn auf brilliante Weise, wie absurd das Leben doch eigentlich ist. Ja, genau. Ein Film(!) kann einem die Realität manchmal am besten vor Augen führen.
Ich liebe den Schluss von "Blood Simple". Er ist so herrlich absurd und gleichzeitig so einleuchtend. "No Country..." schlägt genau denselben Ton an.
Im Grunde handelt jede Figur -für sich betrachtet- plausibel. Im Zusammenhang betrachtet, ergibt sich aber ein völliges Chaos -zwangsläufig, weil jeder seine eigenen Sorgen und Nöte hat und entsprechend handelt. Und weil niemand den Überblick über das "Ganze" hat (haben kann). Da beginnt man sich doch zu fragen:
Was kriegen wir von der Realität eigentlich wirklich mit? Im Grunde lebt doch jeder in seiner eigenen Welt, geschaffen aus Sinneseindrücken, Erfahrungswerten und Sichtweisen/Meinungen.
Wie könnte es auch anders sein...

Kurz Offtopic:
Und aus eben diesem Grund kann man z. B. von der Politik eigentlich nichts erwarten. Mein Eindruck ist: Je länger einer in der Politik ist, desto weniger weiß er von der Welt.
Aber er hat zumindest seine Techniken perfektioniert, der Welt vorzugaukeln, er wüßte noch, worum es geht. Denn seine größte Sorge ist evtl. nicht gewählt zu werden.
Das ist eigentlich auch schon alles.


Diese Filme schaut man sich am besten in Ruhe an. Zurücklehnen, entspannen und genießen. Im Grunde gibt es da nichts zu verstehen, oder zu hinterfragen. Eher zu fühlen.
Solche Filme gibt es mMn nicht oft. Aber natürlich muss man sich auch darauf einlassen. :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 21. Mär 2012, 04:44 
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„Guilala“ hat geschrieben:
Bei den Coens fallen mir spontan "Blood Simple" und "No Country For Old Men" ein. Wahrscheinlich, weil es meine beiden Favoriten aus dem Schaffen der Coens sind.
Diese Filme zeigen mMn auf brilliante Weise, wie absurd das Leben doch eigentlich ist. Ja, genau. Ein Film(!) kann einem die Realität manchmal am besten vor Augen führen.
Ich liebe den Schluss von "Blood Simple". Er ist so herrlich absurd und gleichzeitig so einleuchtend. "No Country..." schlägt genau denselben Ton an.
Im Grunde handelt jede Figur -für sich betrachtet- plausibel. Im Zusammenhang betrachtet, ergibt sich aber ein völliges Chaos -zwangsläufig, weil jeder seine eigenen Sorgen und Nöte hat und entsprechend handelt. Und weil niemand den Überblick über das "Ganze" hat (haben kann). Da beginnt man sich doch zu fragen:
Was kriegen wir von der Realität eigentlich wirklich mit? Im Grunde lebt doch jeder in seiner eigenen Welt, geschaffen aus Sinneseindrücken, Erfahrungswerten und Sichtweisen/Meinungen.
Wie könnte es auch anders sein...


Möchte ich dir genauso zustimmen. Die Quintessenz vieler Coen Filme...Jeder handelt aus seiner Sicht plausibel, im Ergebnis dann Absurd. Ich liebe auch die Stelle in Blood Simple nachdem er die Leiche vergraben hat um seine Spuren zu verwischen und dann losfährt mit riesiger Autospur hinter sich im Feld...für die Götter.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 21. Mär 2012, 10:26 
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Die Coens haben es generell drauf, den zuschauer mit dem Filmende in die Fresse zu schlagen. 'No Country ... ' ist da hervorzuheben: 'Shit-Happens'.
Es ist halt so wie es ist. Damit muss man sich abfinden. Großartig und ähnlich auch das Ende in 'Burn After Reading'.

'A Serious Man' lässt mich allerdings immer wieder mit großem Fragezeichen zurück. Ebenso wie 'Blood Simple'.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 21. Mär 2012, 11:24 
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THE MAN WHO WASN´T THERE ist doch in dieser Hinsicht ein Paradebeispiel in Sachen "Shit happens" vorallem weil am Schluß das Böse Ende zwar aus all den falschen Gründen eintritt und nicht etwa aus all jenen die der Protagonist ins Rollen gebracht hat.

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"In der moralischen Entrüstung schwingt auch immer die Besorgnis
mit etwas verpasst zu haben."

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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 21. Mär 2012, 12:13 
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Finde ich alles auch so... Aber Das interessante dabei ist doch die Frage wie sehr wir Menschen das Schicksal in unserer Hand haben...In einem Interview meinte mal Niklas Luhman zum entsetzten des Interviewer (kluge) sein Lebenslauf bestünde nur aus Zufällen.... Man muss im richtigen Moment nur die richtige Entscheidung Treffen, der Rest ist nicht geplant und trifft auch nie so ein...

Für mich eine Weisheit der Coen Filme, nicht nur es kommt anders als man denkt, es tut es immer, leben heißt im richtigen moment da sein...

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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 21. Mär 2012, 12:35 
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MaaatDamon hat geschrieben:
leben heißt im richtigen moment da sein...
WAKING LIFE eben!

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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 21. Mär 2012, 12:41 
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MaaatDamon hat geschrieben:
... Aber Das interessante dabei ist doch die Frage wie sehr wir Menschen das Schicksal in unserer Hand haben...


Wir können nur Entscheidungen treffen. Welche das sind, und wie sie sich auswirken ist das Entscheidende. Und manchmal bereuen wir sie. Manchmal stellt sich heraus dass sie gut und richtig waren. Im Endeffeckt ist es so, dass man sich einfach treiben lassen sollte. Zen.
Hör immer was Herz und Bauch dir sagen. Der Kopf ist es oftmals der die Probleme verursacht.

Interessanter ist die Frage, was du machst oder was passiert, wenn du die offensichtlich falsche Entscheidung getroffen hast und wie oder ob du aus dem Schlamassel wieder herauskommst.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 21. Mär 2012, 12:50 
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Mad Paddy hat geschrieben:
'A Serious Man' lässt mich allerdings immer wieder mit großem Fragezeichen zurück.


Und genau das denke ich war genau beabsichtigt. Ich habe A Serious Man als Allegorie des Kiffrausches gesehen. Es wär bestimmt nicht uninteressant, den Film daraufhin mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Gibt es eigentlich Zusatzmaterial, oder gar einen Audiokommentar, wo sich die Coens zu dem Film näher äussern? Es wär mal interessant, ob meine Sichtweise ansatzweise hinkommt...

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Bitte verzeiht mir, wenn ich mich wiederhole, mein Kurzzeitgedächtnis ist einfach katastrophal...


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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 21. Mär 2012, 14:23 
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Ich glaube die Coens sind da generell sehr zurückhaltend. Die tauschen auch bei den Making Of's kaum auf.

Vielleicht soll es auch sagen: Egal wie schlimm, es geht immer noch schlimmer!?

Es ist ja wohl eine von Hiob inspirierte Geschichte.

Und immer wieder der Song:
Jefferson Airplane hat geschrieben:
When the truth is found to be lies
and all the joy within you dies

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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 22. Mär 2012, 09:08 
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Also "Blood simple" hat am Ende eigentlich kein Fragezeichen...Der Detektiv versteht unter dem tropfendem Wasserhahn sehr gut das die Frau denkt er...etwas verstrickt aber ziemlich offensichtlich. Auch glaub ich nicht das "serious man" nen Kifferrausch darstellt, eher schon der "Dude". Das ist schon ein ernster Film ala "Barton Fink". Was sich aber konsequent durch ihr filmisches Schaffen zieht ist die pure Absurdität zu glauben das Pläne sicher sind. Das wir Menschen nicht gefangen sind im Strom von selbstsüchtigen Eitelkeiten und das Heft jederzeit in der Hand haben.
PS
Wußtet ihr das die Coens den Schnitt für "Evil Dead" gemacht haben...

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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 22. Mär 2012, 12:52 
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MaaatDamon hat geschrieben:

Wußtet ihr das die Coens den Schnitt für "Evil Dead" gemacht haben...

Ja, irgendwie trägt der Film auch ein wenig die Handschrift der Coens. Z. B. die Szene, in der Ash seine verstorbene Freundin verbuddeln will.
Das ist sozusagen die Horrorvariante der Szene aus "Blood Simple", in der
Ray den vermeintlich toten Marty verbuddeln will.

Ash weiß, dass er seine Geliebte eigentlich zerstückeln muss, aber das bringt er nicht fertig. Er vergräbt sie lieber einfach und hofft, dass es damit getan ist.
Ray handelt ähnlich. Auch er ist nicht in der Lage einen Menschen zu töten. Also verdrängt er das Grausame seines Handelns.
In beiden Fällen geht die Rechnung natürlich nicht auf. :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 22. Mär 2012, 14:29 
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„Guilala“ hat geschrieben:
MaaatDamon hat geschrieben:

Wußtet ihr das die Coens den Schnitt für "Evil Dead" gemacht haben...

Ja, irgendwie trägt der Film auch ein wenig die Handschrift der Coens. Z. B. die Szene, in der Ash seine verstorbene Freundin verbuddeln will.
Das ist sozusagen die Horrorvariante der Szene aus "Blood Simple", in der
Ray den vermeintlich toten Marty verbuddeln will.

Ash weiß, dass er seine Geliebte eigentlich zerstückeln muss, aber das bringt er nicht fertig. Er vergräbt sie lieber einfach und hofft, dass es damit getan ist.
Ray handelt ähnlich. Auch er ist nicht in der Lage einen Menschen zu töten. Also verdrängt er das Grausame seines Handelns.
In beiden Fällen geht die Rechnung natürlich nicht auf. :wink:


Exakt. Absolutes Word...Auch wenn ich glaube das beim Schnitt von Evil Dead weniger inhaltlich von den coens gemacht wurde. Deine Idee unterschreibe ich voll...

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BeitragVerfasst: 22. Mär 2012, 16:45 
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MaaatDamon hat geschrieben:
... Der Detektiv versteht unter dem tropfendem Wasserhahn sehr gut das die Frau denkt er...etwas verstrickt aber ziemlich offensichtlich ...


Hä? :P

Hab den länger nicht gesehen. Aber irgendwie wusste ich am Ende nie ob, und wenn ja ab wann, das eventuell nur einbildung war.
Taucht am Ende nicht der Tote wieder auf?




When the truth is found to be lies
and all the joy within you dies
...

Wenn sich das auf Hiob bezieht. Und Gottes Rat alles in Demut zu ertragen die Lüge ist ... ? Und die Wahrheit ist, dass deine Glaube für'n Arsch ist ... ?

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 Betreff des Beitrags: Re: Der philosophische Film-Club
BeitragVerfasst: 23. Mär 2012, 02:41 
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Mad Paddy hat geschrieben:
MaaatDamon hat geschrieben:
... Der Detektiv versteht unter dem tropfendem Wasserhahn sehr gut das die Frau denkt er...etwas verstrickt aber ziemlich offensichtlich ...


Hä? :P

Hab den länger nicht gesehen. Aber irgendwie wusste ich am Ende nie ob, und wenn ja ab wann, das eventuell nur einbildung war.
Taucht am Ende nicht der Tote wieder auf?




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and all the joy within you dies
...

Wenn sich das auf Hiob bezieht. Und Gottes Rat alles in Demut zu ertragen die Lüge ist ... ? Und die Wahrheit ist, dass deine Glaube für'n Arsch ist ... ?


Nee, nochmal ansehen ist Pflicht...Da gibts keinen Traum, da kommen auch keine toten wieder. Das ist ne astreine Film Noir Geschichte und Hitchcock lässt grüßen...

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