Moonraker Im Abspann von "Der Spion, der mich liebte" wurde als nächster Bond noch "In tödlicher Mission" angekündigt. Doch dann kam den Bond-Produzenten "Star Wars" dazwischen, und mit "Star Wars" der Sci-Fi-Boom. Somit stand fest: Auch Bond muss in den Weltraum! "Moonraker" ist nach "Stirb an einem anderen Tag" der wohl am meisten gescholtene Bondfilm, warum kann ich nicht so recht verstehen. Den im Prinzip ist es ein normaler Bondfilm, nur, dass sich die Festung des Bad Guys eben im Weltraum befindet und das ist ja nun auch nicht mehr Sci-Fi als irgendwelche Unterwasser-Festungen. Egal, ich mag den Film. Der Plot liefert nichts Neues, es gibt wieder einen größenwahnsinnigen Schurken die übliche Ermittlungsarbeit, aber Altbekanntes ist hier ungemein unterhaltsam und kurzweilig inszeniert. Auch gibt es hier wieder ein verhältnismäßig starkes Bondgirl, das auch etwas mehr drauf hat als nur hübsch auszusehen, tut dem Film auch sehr gut, auch weil der Bad-Guy relativ blass ist. Zudem ist hier auch wieder der kultverdächtige "Beißer", der in "Der Spion, der mich liebte" die Zuschauer begeisterte wieder dabei. Warum weiß eigentlich keiner so genau, ist aber auch egal, Hauptsache er ist dabei. Er wirkt hier nicht mehr ganz so bedrohlich, schon eher übermenschlich und wird auch für einige dumme Gags missbraucht, aber das passt eben auch zur Stimmung des Films. Diese ist nämlich sehr locker, der Humor-Anteil ist wahnsinnig hoch, der Spaß-Bond schlechthin. Ja, am Ende bekommt der Beißer dann auch noch sein Happy-End, die Szenen mit seiner kleinen Freundin sind so unfassbar bescheuert, dass sie dann einfach nur noch rocken. Und man hat es dem Beißer dann ja auch gegönnt, jawohl!

Über Roger Moore kann man auch nur immer wieder das gleiche sagen: Charismatisch, cool, witzig, eben einfach Bond in Reinkultur.
Die Action geht gut ab, es wird wie üblich geballert und geprügelt, dazu gibt es eine sehr spektakuläre Motorbootjagd und tolle Stunts auf einer Gondel. In den letzten 20 Minuten handelt der als "Weltraum-Bond" verschriene Film dann auch tatsächlich im Weltraum. Diese Szenen sind dann wahrlich Eye-Candy pur, das sieht auch heute noch richtig gut aus. Lediglich den Mann-gegen-Mann-Kampf außerhalb der Raumstation hätte man sich sparen können, das wirkt zum einen etwas lächerlich und zum anderen ist es mies umgesetzt.
Insgesamt ein kunterbuntes Knallbonbon von Bond-Film. Der Film ist herrlich sinnfrei total überzogen, aber: Das wussten die Macher auch. Und genauso sieht der Film auch aus: Spaßig und locker, aber auch sehr flott und kurzweilig wird der Standard-Plot runtergekurbelt, Bond darf dumme Sprüche am laufenden Band los lassen und der Beißer rockt die Bude. Und die Action macht auch richtig Spaß. Das Finale im Weltraum mag man in einem Bondfilm für überzogen halten, aber es passt eben auch zum Rest des Films. Und es sieht toll aus.
9/10