
Hmm, aus heutiger Sicht etwas schwer zu bewerten, da man "Citizen Kane" eben nicht zu seiner Entstehungszeit gesehen hat, sondern, so wie ich, erst sehr spät und 70 Jahre nach der Veröffentlichung...
Nichtsdestotrotz fällt dem geneigten Cineasten natürlich auf, wie viele unterschiedliche und allesamt wunderbar integrierte Stilmittel
Orson Welles hier verwendet hat, die heute gang und gäbe sind und mitunter nur noch beiläufig zur Kenntnis genommen werden.
Als Beispiele seien hier die verschachtelte und nicht chronologische Erzählweise, das "Lebendigwerden" von Fotos und Zeitungsbildern oder auch eine Art Zeitraffer genannt, wenn man die Jahre einer Ehe in wenigen Minuten an dem immer selben aber auch immer größer werdenden Esstisch verfolgt. Heute vielleicht nicht ungewöhnlich, 1941 aber alleine schon wegen der Trick- und Maskentechnik nicht weniger aufwändig als die Kulisse für
Kanes Palast "Xanadu".
Damals ein Flop, weil
Welles das Kinopublikum mit seiner ungewohnten Inszenierung und Kameraführung wohl schlichtweg überfordert hat, heute ein Meilenstein der Filmgeschichte, der immer wieder als bester Film aller Zeiten und Wegweiser für alles folgende genannt wird.
Jedem Filminteressierten sei "Citizen Kane" somit ans Herz gelegt, da neben all den technischen und optischen Rafinessen auch die Story über Aufstieg und Fall eines Medienmoguls zwar etwas sekundär aber dennoch nicht langweilig ist.