Freitag wurde endlich geschafft: Im Duisburger Kino wurde es angegangen:
Iron Sky wurde endlich gesehen.
Und ich muss zugeben, ich glaube obwohl es ja ein sooo wichtiges Ereignis war und der Film in der Tat außergewöhnlich ist, so wird das eigentliche Review jetzt vermutlich ziemlich kurz. Denn das wichtigste an Iron Sky, das den Genuss am meisten beeinflusst hat war meine Einstellung beim Gucken, meine Erwartungen an den Film.
Als ich zuerst einmal von der genial-bescheurten Idee gehört habe, da war die Freude auf ein grandioses Trash-Spektakel groß, wie sollte man aus dieser herrlich absurden Grundidee denn auch einen ernsten Film machen ? Die Trailer unterstützten den Eindruck dann nur, riesige Naziraumschiffe fliegen auf die Erde zu, ja da ist Nazikrieg mit bescheuerten Dialogen, Udo Kier als bösen Kommandant, aber mit geilen Tricks doch vorprogammiert, oder ?
Als dann die Nachricht kam, der Film sei ungekürzt ab 12 freigegeben, machte sich Ernüchterung bei mir breit. Eine relativ seichte Komödie, dafür so eine geile Idee verwursten ? Der Film war nahezu für mich gestorben. Und die letzte Nachricht war dann, es werde eine Komödie.
Nagut, wenn die Macher selber den Film als solche ankündigen, so könnte es ob der skurillen Idee ja durchaus unterhaltsam werden.
Schlußendlich bin ich also mit der Erwartung an den Film gegangen, einen vorallem witzigen, absurden aber letztendlich eher harmlosen Mondnazifilm zu gucken.
Im Endeffekt wurde mir auch genau das geboten, nur mit ein paar Komponenten vermischt, welche mir nicht so ganz geschmeckt haben.
Zuerst einmal: Der Anfang ist gelungen. Nach einem durch kindliche Musik unterlegten, ungewöhnlichen Anfang kommt man doch recht schnell in die Mondbasis und somit in das Szenario des Films rein. Und sobald man drin ist, macht der Film auch richtig Spaß: Der Beginn auf der Basis, mit dem maximalpigmentierten Erdling ist lustig gemacht, zeigt die Nazis direkt als ebensolche und präsentiert im Anschluss gut die wichtigsten Charaktere.
Einige Witze sind auch wirklich genial, zudem ist das Design richtig gut gelungen !
Leider flacht der Film danach insgesamt ziemlich ab: Das tolle Setting in der Basis wird kaum noch genutzt, der charismatische Charakter, der als Schwarzer auch den idealen Helden in einer Nazikomödie spielen könnte wird furchtbar hässlich gemacht
und dann spielt mir persönlich viel zu viel Story auf der Erde.
Die Idee mit
Das nächste Problem: Die Nazis sind nicht böse. Richtig gelesen. Also so garnicht.
Der Weltherrschaftsgedanke kommt zwischenzeitlich mal durch, aber Nazis á la Dr.Evil aus Austin Powers, die versuchen richtig böse zu sein aber dabei scheitern wären grandios gewesen, oder aber wirklich böse, übermächtige Gegner, deren Bekämpfung einfach Spaß macht, aber nein, nichts. Stattdessen wird eine zwar wirklich unglaublich schöne, süße "Renate Richter" als Hauptprotagonistin eingeführt, welche die Philosophie der Nazis als Botschaft der Freude und des Friedens versteht. Meiner Meinung nach nur teilweise witzig.
Die Story selber kommt dann nur mit Verzögerung voran und witzig genug um völlig ohne Story auszukommen ist der Film leider bei weitem nicht. WENN mal Gags kommen, dann sind die fast immer richtige Brüller, entweder komplett bescheuert oder schön hintergründig, aber der Preis für die Qualität ist in diesem Fall geirngere Quantität, so wurde ich in der Hinsicht schon ein wenig enttäuscht.
Denn kommen wir zu meinem persönlichen Problem mit dem Film: Die Ernsthaftigkeit. In einen so prinzipiell durchgeknallten Film ist es schon viel zu schlimm wenn man viel zu seicht und konform daherkommt, aber dann ein nachdenkliches, kritisches und ernstes Ende zu zaubern ist wirklich total schwachsinnig. Während mein Kinokollege diesen Aspekt bejubelte, so kann ich nur den Kopf schütteln, mir war der FIlm definitiv zu unentschlossen, die Szene im Hotel z.B. hätte aus jedem beliebeigen Actionfilm (wenn auch mit Nazis) kommen können und passte einfach nicht, doch die Credits sind einfach der bekannte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Technisch wurde alles wunderbar gemacht, die Schauspieler, allen voran Julia Dietze als unglaublich nette, süße Renate spielt richtig gut, aber auch Götz Otto als Klaus Adler überzeugt. Nur Udo Kier geht in dem Film leider ziemlich unter, so hat er kaum Dialog und die Rolle ist eigentlich auch ziemlich zu vernachlässigen, ärgerlich.
Den Soundtrack fand ich leider alles andere als gelungen, während mit dem putzigen AnfangSSong noch Erwartungen aufkommen, verliert sich die Msik später im nichts, nur um bei der Schlacht dann Standard-Schlachtemusik und bei den Credits dann Standard-nervige, pseudomoderne Popscheiße zu bringen

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Fazit: Erstmal eine Entwarnung für alle, die mich jetzt zerfleischen wollen oder meine Meinung kritisieren: Der Film benötigt definitiv ein Rewatch. Aber mit den Erwartungen an eine durchgeknallte Komödie war das nicht wirklich was. Mir definitiv zu unentschlossen und hin- und her pendelnd, da wurde viel zu viel Potential verschossen, sei es auf der Erde, mit doofen Charakteren, zahmen Witzen oder aber viel zu konventionellen Szenen: Weit vom erhofften Ergebnis entfernt. Bis jetzt nur 7/10.Schade, dass ich so enttäuscht wurde, aber irgendwie wirkte das Ergebnis unstimmig...