
Nach längerer Zeit habe ich mir mal wieder einen meiner absoluten Lieblings-Wallaces kredenzt und muss sagen, dass er aber auch gar nichts von seinem Flair verloren hat.
Nach der alten Weise "10 kleine Negerlein" wird hier eine schwer intrigante Familie nach und nach durch einen, wie immer bei Wallace, zunächst unbekannten Schwerenöter nach und nach ins Jenseits befördert. Der alte Lord Lebanon, ebenfalls durch das indische Geschmeide in die ewigen Jagdgründe befördert, hatte seiner gierigen Sippschaft ein stattliches Vermögen von sage und schreibe 1 Million Pfund hinterlassen. Unter Zuhilfenahme des Anwalts Frank Tanner (Heinz Drache) wird der verdutzten Familie die Bedingungen für die Ausschüttung des warmen Geldregens verkündet: 6 Tage und Nächte ohne Tod- und Mordschlag in dem alten Gemäuer verbringen. Ziemlich blöde nur, dass sich die Verwandten untereinander spinnefeind sind. Der gute Geist des Hauses, Butler Bonwit (Eddi Arent) versucht mit viktorianischer Strenge neben dem ganzen Morden wenigstens ein halbwegs gelungenens Gemeinwesen aufrecht zu erhalten. Allerdings kommt ihm immer wieder der Killer in die Quere und sorgt dafür, dass er jeden Morgen wieder ein Gedeck mehr vom Frühstückstisch nehmen darf.

Das Motiv hätte jeder von den Anwesenden, da bei jedem Toten sich das Erbteil der Überlebenden zwangsweise erhöht. Zu allem Überfluss ist das Schloss auch noch durch einen Strum vom Festland abgeschnitten und somit die Möglichkeit einer Flucht vor dem Halstuchmörder unmöglich.
Namhafte Wallace-Gesichter wie Klaus Kinski, die schon angesprochenen Eddi Arent und Heinz Drache, Elisabeth Flickenschildt und Siegfried Schürenberg sorgen hier unter der Regie Alfred Vohrers für eine wirklich äußerst kurzweilige und auch spannende Verfilmung dieses Wallace-Romans, bei der auch der Humor am rechten Platz ist (bspw. der wie aufs Wort hörende Servierwagen, einfach klasse

).
Gehört für mich in die Top 5 der Wallace-Krimis!