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Ok, klingt spannend - ich war auch heute mal im Buhladen und hab nochmal nachgeschaut, ob er eine Art Filmliste hineingesetzt hat, wurde aber leider entäuscht. Trotzdem vielen Dank und falls dich Deleuze auch an sich interessiert, empfehle ich dir die 7,5 Stunden Interview Dvd, die einen guten Einstieg in ein hochinteressantes Universum des Denkens der Immanenz ermöglicht.
zu den Zombies: Sind Zombies an sich philosophisch? Kommt zunächst drauf an, was man unter Zombies versteht. hinter den Zombies des Voodoo steht eine Religion, die eine gewisse Philosophie mit einschließt - die Nutzbarmachung von Feinden etc, aber da ich mich in diesem Bereich auch nicht auskenne, würde ich ihn hier eher außen vor lassen. Bleiben die Filmzombies. Was ist der Zombie in Night of the Living Dead? Nun, zu aller erst ist er dem Menschen in gewisser Weise überlegen, weil er selbst ein Geheimnis darstellt. Sein Auftauchen selbst bleibt ungeklärt, auch wenn der Komet eine mögliche Erklärung bietet; aber zunächst ist er selbst der Beweis, dass der Mensch die Natur nicht beherrscht oder versteht. Er ist als unerklärbares Phänomen Ursprung von Wissenschaft und Mythos gleichzeitig. Sein Erscheinen konfrontiert den Menschen mit seiner eigenen Kultur, gerade weil er ihr ausweicht, sich nicht in Begriffen fassen lässt und schon deswegen Beunruhigung hervorruft. Er macht bewusst, wie sehr der Mensch an seine Welt gebunden ist, die ihm Halt verleiht und wie konstruiert sie gleichzeitig ist - seine Existenz ist die reine Subversion, das Durcheinanderbringen von Sinn und Ordnung, die die menschliche Existenz funktionieren lassen: die Toten haben nicht zu leben! Genau das macht den Zombie zum Problem und jede Interpretation des Zombies ist der Suche nach seinem Sinn in der menschlichen Welt geschuldet, nicht seiner. Genau das macht ihn so reizvoll und offen für alle möglichen Interpretationen. Der Zombie ist eine Art Übermensch, der der menschlichen Welt enthoben zu sein scheint, der nicht ihren Gesetzen gehorcht, sondern seinen eigenen. der Zombie kann zwar getötet werden, aber würde er auch verwesen und verhungern? Das ist die Frage die NotLD offen lässt, was den Film nur noch bedrohlicher macht. Bis zum Schluss bleibt der Zombie Feind und Fremder, ein Unbekannter, der sich auf die andere Seite des Todes stellt, dem letzten großen Mysterium der Menschen. Die quälende Frage ist nicht, was bringt er von dort mit, sondern wie ist es möglich von dort zurückzukommenß Und außerdem: wie ändert sich die Vorstellung des Raum des Todes, wenn der Zombie von dort zurückkehrt - wieder Subversion. Seine Sinnlosigkeit, die von dem Paradox des Lebenden Toten ausgeht, macht ihn unvorstellbar, unbenennbar und ist das Grauen in seiner blanken Reinheit. Er scheint kein Mensch mehr zu sein, weil ihm die Sprache und die Gefühle zu Fehlen scheinen - macht ihn das schon unmenschlich? Je mehr Fragen über ihn beantwortet, je mehr Details über ihn bekannt werden, um so mehr verliert er von seiner Bedrohlichkeit. Was also weiß man vom Zombie? Er versucht zu Töten, um zu Fressen und er kann getötet werden - er hört auf Instinkte, und nicht gesellschaftlich vermittelte Bedürfnisse - wie ein Tier, aber ein Tier in menschlicher Gestalt, das kein Mensch ist. der Zombie konfrontiert den Menschen also nicht nur mit dessen Entwurf der Welt, sondern auch mit seinem Selbstbild. was unterscheidet den Menschen vom Zombie? Oder anders: wenn der Zombie verdient zu Sterben, was sagt das über das Töten von Lebenden aus? Der Zombie erscheint nämlich nur in menschlicher Form - was also macht ihn so unmenschlich, dass er de Tod verdient? Was bedeutet das für die Opfer der Kriege, der Hinrichtungen etc.? Was unterstellt man Menschen, wenn man meint sie töten zu müssen, ihnen das Recht zu Leben abspricht? Der Zombie ist das Dritte Reich, der Zombie ist Vietnam, der Zombie ist Irak, der Zombie ist Afghanistan, Syrien... er ist überall, wo das Töten seine Spur durch die Menschheit zieht - der Zombie ist der Grund des Krieges, der Gewalt - er ist entmenschlichter Mensch. Er ist der Riß in der Solidarität der Menschheit, er macht ihn schmerzlich bewusst, gerade weil er nicht von außen kommt, sondern aus der Mitte der Menschheit entspringt.
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