Enter The Void (Frankreich/Japan 2009, Regie: Gaspar Noé)
Lange Zeit waren die Geschwister Oscar und Linda getrennt. Nun wohnen sie beide in Tokio. Er dealt mit Drogen, sie strippt in einer Bar.
Jedoch geht einer von Oscars Deals gehörig schief und er wird auf der Toilette der schummrigen Bar "The Void" erschossen.
Nun wacht sein Geist über Linda und ein aufregender Trip durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beginnt...
(OFDb)Puuhh... schön, wenn der Schmerz nachläßt. Das ist aber (leider) auch schon die einzige Erkenntnis, die mir dieser filmische "Bad Trip" gebracht hat. Ansonsten hinterließ dieses Werk bei mir vor allem eines: Triste Leere.
Nüchtern betrachtet -sofern das hier überhaupt möglich ist- fügt Gaspar Noé seinem bisherigen Schaffen eigentlich wenig Neues hinzu.
Die Story -als solche- würde ich eher als banales Verlierer-Drama bezeichnen, welches sich in einem Kaleidoscope aus Farben, Formen, Sex und (-vor allem psychischer-) Gewalt erschöpft.
Das Ende dieses Trips führt uns wieder in die Gebärmutter -aber das ist im Grunde keine Überraschung und m. E. auch nicht wirklich erhellend. Monsieur Noé, was hat man ihnen nur angetan...?
Auch die wilden, ungewöhnlichen Kamerafahrten kennt man schon aus "Irreversibel", der aber mMn wesentlich mehr zu bieten hatte.
Das ständige Geflacker ging mir schon nach wenigen Minuten mächtig auf den Geist. Wer an Epilepsie leidet, sollte von diesem Film Abstand nehmen -ernsthaft!
Stellenweise mußte ich wirklich wegsehen. Fast hatte ich das Gefühl, Gaspar Noé wollte den Zuschauer mit seinen optischen Spielereien quälen, ja geradezu in den Wahnsinn treiben.
Zumindest hat er erreicht, dass ich anschließend übelste Kopfschmerzen hatte...
Im Prinzip eine filmische Dampframme, wie ich es erwartet hatte -aber im positiven Sinne? Ich würde sagen: Nein! Die Länge von 2,5 Std. macht das Ganze allerdings noch unerträglicher.
Da hätte man mMn locker auf die Hälfte kürzen können.
Krasser Stoff und sicherlich ein bemerkenswerter Film. Ich mag ihn jedenfalls überhaupt nicht und werde mir diese filmische Tortur auch kein zweites Mal antun.
Eine Wertung spare ich mir in diesem Fall, aber ich denke, die braucht es hier auch nicht. Ein richtiger
Trip ist jedenfalls eine Million Mal spannender und lehrreicher...
