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BeitragVerfasst: 16. Feb 2008, 18:02 
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kalle hat geschrieben:
Dabei fällt mir ein: Gibts hier auch noch Leute außer mir, die auf die alten italienischen Herculesfilme stehen. Klasse finde ich zum Beispiel:
die Rache des Herkules oder Bavas Vampire gegen Herakles.


Also Bavas "Vampire gegen Herakles" fand ich wenig überzeugend. Der extreme Farbeinsatz hat in meinen Augen nicht gepasst und auch sonst fand ich die Geschichte recht fad.

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Zuletzt gesehen: Die Hüter des Lichts (2012) (07/10), Star Trek Into Darkness (2013) (08/10), Iron Man 3 (2013) (08/10), Columbo: Niemand stirbt zweimal (1990) (06/10), Tekken (2010) (04/10), Duell der Magier (2010) (05/10), Columbo: Wenn der Schein trügt (1976) (08/10), Der Windhund (1979) (06/10), Columbo: Schwanengesang (1974) (07/10), Zombieland (2009) (08/10)


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BeitragVerfasst: 16. Feb 2008, 19:20 
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Zu den zuletzt erwähnten Filmen:

Aquarius alias Stagefright ist ein sehenswerter Slasher mit einigen typischen Stilmerkmalen von Michele Soavi. So besonders toll finde ich ihn dennoch nicht, da ich das ganze Musicaldreh-Szenario etwas albern und die Figuren zu schrill finde.

Die Schlangengrube und das Pendel hat mich enttäuscht. Harald Reinl hat wirklich besseres geleistet. Der Anfang erinnert extrem an Mario Bavas "La maschera del demonio", ohne dass der Film im folgenden auch nur annähernd dessen Klasse erreichen würde. Der unatmosphärische Wald mit den in den Bäumen hängenden Teilen von Schaufensterpuppen, der übertriebene Nebel, alles nicht mein Ding. Auf Karin Dor stehe ich auch nicht so besonders.

Reinls Nibelungenfilm ist die reinste Zumutung. Der schauspielerisch nicht im geringsten qualifizierte Uwe Beyer als Siegfried zeigt, dass der Erzählstoff absolut nicht ernstgenommen wird. Die anderen Schauspieler sind auch nicht gerade erste Wahl. "Siegfried und das sagenhafte Liebesleben der Nibelungen" von Adrian Hoven ist letztlich auch nicht so viel schlechter. Die bisher einzig ansehbare Verfilmung ist immer noch Fritz Langs Stummfilm-Zweiteiler.

"Vampire gegen Herakles" habe ich mal im Fernsehen gesehen, fand ihn aber nur mittelmäßig. Wird vielleicht mal Zeit für einen zweiten Versuch.

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BeitragVerfasst: 17. Feb 2008, 01:25 
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Vampire gegen Herakles ist doch ganz lustig. Man denke da nur an dieses Steinmonster, das einen der Helden auf die passende Bettlänge zurechtstrecken will. Von diesen Herkules Filmen sind die Vampire doch einer der besseren. Zudem ist der Film schön bunt. ;)

Heute gabs Rings of Fear (Orgie des Todes). Testi ist toll, der Film mäßig, weitere Details stehen in meinem Blog.

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BeitragVerfasst: 17. Feb 2008, 04:48 
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kalle hat geschrieben:
Die Schlangengrube und das Pendel finde ich auch sehr gut. Mir ist besonders die Szene im Gedächnis geblieben, wo eine Kutsche durch einen Wald fährt, an dessen Bäumen Leichen hängen. Fand ich damals ziemlich gruselig.
Wo ich gerade Harald Reinl lese: Ich habe mir heute die DVD von die Nibelungen gekauft - den fand ich damals auch echt klasse. Habe mir vorhin die ersten paar Minuten angeschaut und war gleich wieder voll begeistert - der blonde Hühne Uwe Beyer gegen den Pappdrachen, einfach nur göttlich.
Dabei fällt mir ein: Gibts hier auch noch Leute außer mir, die auf die alten italienischen Herculesfilme stehen. Klasse finde ich zum Beispiel:
die Rache des Herkules oder Bavas Vampire gegen Herakles.
Also bei den Nibelungen würde mich nur mal das Original Von Fritz Lange interessieren.

Der Herkules und Herakles Film klingt ganz lustig, werde mal schauen ob es die irgendwo mal zu sehen gibt.

Hab jetzt auch mal The Riffs 2 gesehen, da ich jetzt mit anderen Erwartungen als beim 1. ran gegangen bin fand ich den recht unterhaltsam. Die Charaktere wirken alle fieser als im ersten und der Bodycount ist auch erstaunlich hoch gewesen, trotz geschnittener Fassung... wieder mal.

Troll 3
http://www.ofdb.de/film/8662,Troll-3

OK, 1990 aber da bin ich mal Rebell. :P

Ein Fantasy/Trash Film wie sie heute leider nicht mehr gemacht werden. Fand das erste drittel echt klasse, zum Ende verliert er aber stark an Fahrt und wird teilweise sogar etwas langweilig. Wobei es eigentlich kein richtiges Ende gibt, denn das Ziel was unserer Held verfolgt wird nicht mal ansatzweise erreicht. Ein 4. Teil wäre da echt mal angebracht.
Ansonsten gibt es jede menge Barbaren Trash und Trolle zu sehen. In der Besten Szene bekommt unserer Held das legendäre Schwert zurück und testet es gleich mal am bösen Troll aus, dieses zerbricht weil es nicht das echte war... nur wenige Minuten später erhält er ein weiteres Schwert und testet auch dieses gleich mal am Troll... und es zerbricht wieder. Ich hab bei der Szene Tränen gelacht.

Ich sehe jetzt nur nicht mehr bei den ganzen Sequels durch. Kann auch sein das da bei OFDb was nicht stimmt.
Troll 3 wirkt für mich wie ein weiterer Ator Teil (leider noch nicht gesehen) und wird bei der Troll Reihe auch gar nicht als Sequel aufgeführt. Stattdessen aber ein Film Namens „TheCrawlers“
Kann mich mal bitte jemand aufklären?

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BeitragVerfasst: 17. Feb 2008, 10:26 
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Mar hat geschrieben:
Zu den zuletzt erwähnten Filmen:
Reinls Nibelungenfilm ist die reinste Zumutung. Der schauspielerisch nicht im geringsten qualifizierte Uwe Beyer als Siegfried zeigt, dass der Erzählstoff absolut nicht ernstgenommen wird. Die anderen Schauspieler sind auch nicht gerade erste Wahl. "Siegfried und das sagenhafte Liebesleben der Nibelungen" von Adrian Hoven ist letztlich auch nicht so viel schlechter. Die bisher einzig ansehbare Verfilmung ist immer noch Fritz Langs Stummfilm-Zweiteiler.


Das mag man als anspruchsvoller Cineast vielleicht so sehen. Den Vergleich zwischen Fritz Langs und Reinls Version zu ziehen ist aber ungefähr so, als würdest du "Nosferatu" (1922) mit "Dracula - Tot aber glücklich" vergleichen. Ich finde, wenn man sich Reinls Nibelungen anschaut, sollte man schon ungefähr wissen, was einen erwartet: eine herrlich naive Inszenierung, die mit jedem Bild den für die sechziger Jahre typischen europäischen Charme widerspiegelt. Dass Uwe Beyer nicht schauspielern kann liegt auf der Hand. Ich mag ihn trotzdem in dieser Rolle. Er strahlt hier so eine Naivität aus, die Siegfried einen vielleicht vom Original abweichenden aber dennoch passenden Charakter verpasst - übertrieben ausgedrückt: ein dussliger Kraftprotz der sich an der Nase herumführen läßt. Was die anderen Schauspieler betrifft, so muss ich dir teilweise deutlich widersprechen: Siegfrid Wischnewski ist hervorragend und Karin Dor sowieso einfach nur geil :D .

Zu Bavas Vampire gegen Herakles: Dass er teilweise etwas langatmig ist, möchte ich gar nicht bestreiten, trotzdem ist es für mich jedesmal wieder eine Freude den Film anzusehen. Den zugegebenermaßen aufdringlichen Farbeinsatz finde ich aber auch toll. Die Bilder sind einfach schön. Theoretisch könnte man sich jedes Szenenbild ausdrucken und an die Wand hängen :D .

@ neko. : Riffs 2 macht auch ne Menge Spaß, kann dem ersten Teil aber trotz Henry Silva nicht das Wasser reichen.
Troll 3 ist der Knaller: geistiger Dünnschiss in Reinkultur aber sehr unterhaltsam. Glaube auch wie du, dass er mit der Troll Reihe eigentlich nichts zu tun hat. Wurde wahrscheinlich nur so benannt, weil im Film Trolle vorkommen und Troll 1 und 2 in einigen Kreisen zu gewissem Ruhm gelangten.
Ich habe mich mal eine Zeit lang recht intensiv mit so trashigen "sword and sorcery"-Streifen auseinandergesetzt. Da gibts noch einige entdeckungen, die aber nicht in den Thread passen, da sie amerikanischer Prägung sind (man denke an die Deathstalker und Barbarian Queen Filme). Die italienischen Conanklone sind aber teilweise so schlecht, dass sie nicht mal mir gefallen.


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BeitragVerfasst: 17. Feb 2008, 19:48 
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kalle hat geschrieben:
Das mag man als anspruchsvoller Cineast vielleicht so sehen. Den Vergleich zwischen Fritz Langs und Reinls Version zu ziehen ist aber ungefähr so, als würdest du "Nosferatu" (1922) mit "Dracula - Tot aber glücklich" vergleichen.


Ich habe schon den Eindruck, dass Reinl keine Parodie, sondern eine ernsthafte Verfilmung der Sage präsentieren wollte. Aber aufgrund des schlechten Drehbuchs und teils unfähiger Schauspieler verkommt das ganze m. E. zum peinlichen Trash.

Zitat:
Ich finde, wenn man sich Reinls Nibelungen anschaut, sollte man schon ungefähr wissen, was einen erwartet: eine herrlich naive Inszenierung, die mit jedem Bild den für die sechziger Jahre typischen europäischen Charme widerspiegelt.


Ich mag einige Filme dieser Epoche sehr, auch teilw. von Reinl (z. B. "Der Frosch mit der Maske" oder den in diesem Thread von mir schon erwähnten "Schloss Hubertus"). Der Nibelungenfilm ist mir jedoch zu herrlich naiv. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass ich mich lange in meinem Studium mit diesem Mythos beschäftigt habe und somit ein bisschen empfindlich geworden bin...

Zitat:
Dass Uwe Beyer nicht schauspielern kann liegt auf der Hand. Ich mag ihn trotzdem in dieser Rolle. Er strahlt hier so eine Naivität aus, die Siegfried einen vielleicht vom Original abweichenden aber dennoch passenden Charakter verpasst - übertrieben ausgedrückt: ein dussliger Kraftprotz der sich an der Nase herumführen läßt.


Ja, aber auch um einen Dussel spielen zu können, muss man schauspielerisch was draufhaben. Naivität ist gar nicht so einfach zu spielen.

Zitat:
Was die anderen Schauspieler betrifft, so muss ich dir teilweise deutlich widersprechen: Siegfrid Wischnewski ist hervorragend


Ja, den kann man noch durchgehen lassen... Herbert Lom als Etzel ist auch eine gute Besetzung. Die Schauspieler von Gunther und Kriemhild finde ich total nichtssagend.

Zitat:
und Karin Dor sowieso einfach nur geil


Ich mag die Frau generell nicht, auch nicht in anderen Filmen. Sie strahlt immer so eine nervöse Prüderie aus. Reinl, der mit ihr verheiratet war, hat sie leider fast überall mitspielen lassen...

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BeitragVerfasst: 17. Feb 2008, 21:16 
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Mar hat geschrieben:
Ich habe schon den Eindruck, dass Reinl keine Parodie, sondern eine ernsthafte Verfilmung der Sage präsentieren wollte.

Mein Vergleich mit Dracula - Tot aber glücklich war hier vielleicht ein bisschen irreführend. Dass es keine Parodie sein sollte, ist klar. Ich meinte eigentlich, dass man ein Filmkunstwerk nicht mit einer Trashgranate vergleichen kann, auch wenn es um die gleiche Geschichte geht. Wobei es mir schwer fällt Reinls Nibelungen hier als reinen Trash darzustellen. Er hat mit Sicherheit seine unfreiwillig komischen Momente, ich finde ihn trotzdem an manchen Stellen auch wirklich überzeugend.
Zitat:
Ja, aber auch um einen Dussel spielen zu können, muss man schauspielerisch was draufhaben. Naivität ist gar nicht so einfach zu spielen.

Es sei denn, sie ist einem naturgegeben. Dann brauch man sie ja nicht spielen. Das soll jetzt aber nichts gegen Uwe Beyer sein. Ich mochte den Mann. Er hatte aber eben so eine gewisse Ausstrahlung...


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BeitragVerfasst: 26. Feb 2008, 16:29 
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Dieser schöne Thread ist aber weit abgesackt :( Zeit zur Reanimation! Zu diesem Zweck habe ich mich mal in ein heutzutage scheinbar vergessenes Genre begeben, genauer gesagt geht es um Nunsploitation! Wirklich bewandert bin ich auf diesem Terrain nicht , aber "Geständnis einer Nonne" spricht für sich. Die Geschichte war hahnebüchend, die Schauspieler (u.a. Anita Ekberg und Joe Dallesandro) wenig überzeugend und das Ende frühzeitig erahnbar. (Review im NW-Thread)
Kennt jemand sehenswertere Vertreter oder sollte man dieses Genre lieber schnell ad acta legen?


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BeitragVerfasst: 26. Feb 2008, 16:57 
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Stichwort Nonnenfilme:

"Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne" von Jess Franco ist einer der besten Filme dieses umtriebigen Regisseurs. Susan Hemingway überzeugt durch ihre glaubhafte Vermittlung von Unschuld und Herbert Fux gibt in einer kuriosen Szene den Teufel. 8/10

"Flavia - Leidensweg einer Nonne" mit Florinda Bolkan in der Hauptrolle setzt innerhalb eines eher gewalt- statt erotikbestimmten Szenarios ein paar simple feministische Akzente. Die gesellschaftspolitische Botschaft fällt ziemlich naiv aus, ansonsten ein relativ brutaler Genrevertreter. 6/10

"Die Nonne von Monza" Ziemlich früher Genrevertreter, der über weite Strecken ein wenig langweilig ausfällt, nur wenige Exploitation-Schauwerte bietet und auch schauspielerisch ein wenig blass geraten ist. 4/10

Sehr interessant ist noch der italienische HC-Film "Die sündige Gemeinde": Zwischen den genre-konstitutiven Szenen sieht man immer wieder einen Pater, der sich beim lieben Gott über die Verlotterung des Klosters beschwert. Am Ende sieht man ihn wieder sein Leid klagen, da gibt es eine winzige digitale Explosion in der Ferne - der Herr hat den Sündenpfuhl ausgelöscht :lol:

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BeitragVerfasst: 26. Feb 2008, 17:18 
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The Other Hell ist noch ein ganz ordentlicher Nonnenfilm von Bruno Mattei.
Ansonsten ignoriere ich das Euro im Threadtitel gerade mal und empfehle Seijû gakuen (School of the Holy Beast).

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BeitragVerfasst: 29. Feb 2008, 22:50 
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Da der Thread immer so schnell runterrutscht, hier mal eine weitere Empfehlung aus deutschen Landen.

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In der Edgar-Wallace-Verfilmung "Der Bucklige von Soho" gerät Wanda Merville, Erbin eines beträchtlichen Vermögens, in London angekommen, in die Gewalt einer Bande von Kriminellen, die ein Mädchenbesserungsheim mit angeschlossenem Puff betreiben. Für sie wird eine falsche Wanda installiert. Doch Scotland Yard schläft nicht...

Leider ohne Klaus Kinski, der sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mit der Rolle des schnell mal abgemurksten Kleinganoven zufriedengeben mochte, weiß dieser Wallace trotzdem trefflich zu unterhalten. Was Wunder, führte doch hier Spannungsgarant Alfred Vohrer Regie. Das Geschehen spielt sich zwischen Schauplätzen wie Frauengefängnis-Waschküche, Edelpuff und dem Militär-Spielkeller eines kriegstraumatisierten Adligen ab. Hier treiben sich die guten alten Bekannten herum: als Inspektor diesmal der zurückhaltende Günter Stoll, dafür der wieder mal als dauerlüsterner Polizeipatriarch brillierende Siegfried Schürenberg mit verschiedenen Bonmots, als mißhandelte Unschuld Monika Peitsch. Das skurrile Adligenpaar geben Hubert von Meyerinck (vor seiner Zeit als "Sir Arthur") und Agnes Windeck in ihrer Paraderolle als naives Mütterchen. Auch im Bereich der Bösewichte Paradebesetzungen. Pinkas Braun, zwischen Raubvogel und Ratte oszillierend, mordet und foltert nach Herzenslust inmitten knallbunter Kulissen, Gisela Uhlen als knallharte Puffmutter sowie ein doppelgesichtiger Eddi Arent machen ebenfalls mit. Wenn die Gewaltszenen auch zeitgemäß zurückhaltend sind (im Vergleich zu den Klassikern wie "Der Frosch mit der Maske" oder "Die toten Augen von London"), so ist die Mordfrequenz doch ganz oben auf dem Wallace-Nekrometer anzusetzen. Ständig wird gewürgt oder geschossen. Vor allem ist es nett anzusehen, wie sich die Ganoven gegenseitig fertigmachen.

Der Film kann also durch die herrlichen Darsteller sowie die schmuddelige Soho-Frauengefängnis-Adligendekadenz-Atmosphäre stark punkten. Witzig, daß die Mädels im Besserungsheim in Uniformen rumlaufen, und im Puff desgleichen, wenngleich letztere Kleidung etwas netter anzusehen ist. Hinzu kommt die extrem drollige Musik von Peter Thomas, in der sich "Ohohoho" - Gesangslinien mit "Hu" - "Ha" - Rufen abwechseln. Sehr hörenswert.

Ein poppig bunter, schmuddeliger, leicht zynischer Filmgenuß.

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BeitragVerfasst: 29. Feb 2008, 23:22 
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War das nicht auch der erste Wallace in Farbe ?


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BeitragVerfasst: 3. Mär 2008, 16:30 
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Das stimmt!

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BeitragVerfasst: 3. Mär 2008, 18:50 
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Jetzt zum ersten Film der überaus erfolgreichen Wallace-Reihe, der auch einer der besten bleiben sollte.

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Wir stehen am Anfang einer Filmreihe, die in Deutschland Filmgeschichte gemacht hat und auf reizvolle Weise von den naiven anglophilen Vorstellungen geprägt ist, die damals in Mode waren.
Joachim Fuchsberger und Eddi Arent waren von Anfang an das wohl populärste Ermittlerpaar der Reihe, wenn Fuchsberger seine Kommissarrolle auch etwas oberflächlicher ausführt als z. B. später Heinz Drache. Während Fuchsberger den jovialen amerikanischen Lebemann mit detektivischen Ambitionen darstellt, erfüllt Arent das Klischee des stets korrekten britischen Butlers. Andere Schauspieler, sogar der brillante Siegfried Lowitz, konnten oder wollten sich nicht dauerhaft in der Filmreihe etablieren. Für E. F. Fürbringer, der als Polizeichef zu sehen ist, kam wenig später der unnachahmliche Siegfried Schürenberg, der seinerzeit auch ein vielbeschäftigter Synchronsprecher war.
Die weiblichen Darsteller, Eva Anthes und Eva Pflug, verkörpern entgegengesetzte weibliche Rollen; erstere den mädchenhaft-unschuldigen Typ, letztere den lasziv-erotischen. Obwohl beide ihrer Rolle mehr als gerecht werden, sind auch sie nicht in die Stammriege der Wallace-Filme eingestiegen.
Als überaus brillante Nebendarsteller sind die Charakterköpfe Fritz Rasp und Carl Lange zu nennen, die man auch in späteren Filmen der Reihe als zwielichtige Gestalten erleben konnte. Jochen Brockmann weiß mit seinem etwas schleimigen Spiel ebenfalls durchaus zu überzeugen. Der später obligatorische Klaus Kinski fehlt hier noch.
Die Atmosphäre ist im Gegensatz zu späteren, teilweise etwas albernen Wallace-Streifen recht düster, was unter anderem dadurch bewirkt wird, daß neben der reißerischen Krimihandlung auch ein glaubwürdig dargestellter Familienkonflikt untergebracht ist. Walter Wilz liefert hier die sehr überzeugende Darstellung eines naiven, leicht verführbaren jungen Mannes ab.
Ansonsten fällt auf, daß der Film für die Entstehungszeit (1959) die eine oder andere recht heftige Gewaltszene enthält (Kehlenschnitt, blutige Erschießung per Maschinenpistole).
Alles in allem ein Klassiker des deutsch(-dänisch)en Kriminalfilms. "Verräter werden getötet!"

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BeitragVerfasst: 3. Mär 2008, 20:36 
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"Der Frosch mit der Maske" ist echt klasse. Zusammen mit "Der Hexer" mein Lieblings-Edgar-Wallace.

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