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BeitragVerfasst: 30. Jun 2008, 18:18 
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Nr. 8
Der Tod ritt dienstags / Day of Anger / Giorni dell´Ira

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Die Inhaltsangabe klaue ich mal von Frankie aus der ofdb:
Zitat:
Der junge Scott (Giuliano Gemma) hat es bisher nicht leicht gehabt in seinem Leben. Als Vollwaise wird er von den Bewohnern seines Heimatortes gerne als Bastard beschimpft und für jegliche Drecksarbeiten gerufen. Sein größter Wunsch ist es daher, endlich Respekt zu genießen und diesen will er sich mit Hilfe eines Colts verschaffen. So scheint es für ihn ein Glückstag zu sein, als der geheimnisvolle Frank Talby (Lee van Cleef) in der Kleinstadt auftaucht. Dieser besitzt all jene Attribute, die sich auch Scott aneignen möchte. Da er nach einem tödlichen Zwischenfall im Dorf nicht mehr sicher dort ist, versucht er Talbys Schüler zu werden. Nach einigen für Scott schmerzhaften Lektionen bekommt er nun von seinem Mentor die Grundregeln des Revolverhelden beigebracht. Doch je länger die beiden zusammen sind, desto mehr verändert sich Scott immer zu der Sorte Mensch, die er nie sein wollte. Als Frank dann auch noch Scotts einzigen Freund umbringt, trifft dieser eine Entscheidung und tritt seinem Schöpfer gegenüber.


Tonino Valerii hat ein paar Klassewestern gemacht. Giorni dell´Ira ist meiner Meinung nach sein bester und schafft es in meine persönliche Top Ten der Italowestern. Eine ähnliche Story ist bereits kurz zuvor mit George Eastman und Dragomir Bojanic in „L’ultimo Killer verfilmt worden. Auch „Bandidos“ sollte etwas später in die gleiche Kerbe schlagen. Beide Filme sind sehr gute Italowestern, erreichen jedoch nicht die Klasse von „Day of Anger“.

Die Einflüsse von Sergio Leone lassen sich in Tonino Valeriis Meisterwerk(en) sicher nicht leugnen. Besonders deutlich wird dies hier in den Kameraeinstellungen und der Choreografie des Finales.

Giuliano Gemma darf sich mal fernab seiner typischen Sunnyboyrollen wirklich anstrengen und einen sich stark verändernden Charakter darstellen, der zwischen 2 Vaterfiguren hin- und hergerissen ist.
Anzumerken wäre noch, dass Riz Ortolanis Soundtrack mal wieder klasse ist.

Für alle, die der italienische Sprache nicht mächtig sind (wozu leider auch ich gehöre), ist momentan die einzig empfehlenswerte Fassung die US-DVD von Wild East, welche leider jetzt auch schon seit einiger Zeit OOP ist aber mit etwas Glück bestimmt wenn auch zu hohen Preisen noch zu ergattern ist. Diese ist uncut und qualitativ ganz gut auch wenn „Remastered“ bei Wild East nicht das gleiche bedeutet wie bei Koch Media.


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BeitragVerfasst: 30. Jun 2008, 18:38 
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"Der Tod ritt dienstags" gehört eindeutig auch zu meinen Lieblingen aus dem Genre. Eine knackige Story, die, wenngleich nicht revolutionär, aber perfekt inszeniert wurde und mit van Cleef und Gemma zwei ausgezeichnete Schauspieler aufbietet.
Valerii hat's schon drauf gehabt. Schade, dass es "nur" so wenige Western von ihm gibt.

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BeitragVerfasst: 30. Jun 2008, 18:42 
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Einer meiner Lieblingsfilme. Schade nur, daß es keine vernüftige deutsche DVD gibt. Habe mir letzten Monat die Japan Fassung gekauft. Dort ist der englische Ton dabei.


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BeitragVerfasst: 30. Jun 2008, 18:48 
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Wird eingetlich im Film geklärt warum der Tod am Dienstag geritten ist und nicht am Montag? War er etwa spät dran oder wäre es schmimmer gewesen wenn er am Mittwoch geritten wäre?

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Meine Freundin meint ich wäre neugierig ... zumindest steht das in ihrem Tagebuch-
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BeitragVerfasst: 30. Jun 2008, 22:41 
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Schade das es von diesem Film noch keine Deutsche DVD Veröffentlichung gibt. Habe die Us-DVD. :D

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Manche stehlen und werden nicht erwischt und leben glücklich weiter, Lügner und Betrüger werden in Ämter gewählt, andere wollen jemandem bei einer Panne helfen und werden dabei von einem Laster überrollt.
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http://www.youtube.com/watch?v=lQALLGsn-Fk


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BeitragVerfasst: 1. Jul 2008, 06:38 
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Dr.Phibes hat geschrieben:
Schade das es von diesem Film noch keine Deutsche DVD Veröffentlichung gibt. Habe die Us-DVD. :D


Die hat doch einige Vorlagenfehler, oder? Habe mir meine vor 14 Tagen aus Japan mitgebracht. Aber nur mal 10 Sekunden reingeschaut. Werde sie mir am Wochenende mal ansehen.


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BeitragVerfasst: 1. Jul 2008, 11:07 
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Videomike1 hat geschrieben:
Dr.Phibes hat geschrieben:
Schade das es von diesem Film noch keine Deutsche DVD Veröffentlichung gibt. Habe die Us-DVD. :D


Die hat doch einige Vorlagenfehler, oder? Habe mir meine vor 14 Tagen aus Japan mitgebracht. Aber nur mal 10 Sekunden reingeschaut. Werde sie mir am Wochenende mal ansehen.


Bei der Japan-DVD gabs irgendein Problem, kann mich nur nicht mehr erinnern welches. Entweder es hat eine Szene gefehlt oder der englische Ton fehlte an ein paar Stellen. Irgendsoetwas wars.


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BeitragVerfasst: 1. Jul 2008, 11:27 
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kalle hat geschrieben:
Videomike1 hat geschrieben:
Dr.Phibes hat geschrieben:
Schade das es von diesem Film noch keine Deutsche DVD Veröffentlichung gibt. Habe die Us-DVD. :D


Die hat doch einige Vorlagenfehler, oder? Habe mir meine vor 14 Tagen aus Japan mitgebracht. Aber nur mal 10 Sekunden reingeschaut. Werde sie mir am Wochenende mal ansehen.


Bei der Japan-DVD gabs irgendein Problem, kann mich nur nicht mehr erinnern welches. Entweder es hat eine Szene gefehlt oder der englische Ton fehlte an ein paar Stellen. Irgendsoetwas wars.


Mh. Dann werde ich mal darauf achten. Notfalls kann ich ihn auch mal mit der Premiere Fassung vergleichen.


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BeitragVerfasst: 3. Jul 2008, 16:33 
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Silbersattel / Sella d'argento / Sie sterben in Stiefeln

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http://www.ofdb.de/film/3105,Silbersattel

Inhalt:
Roy ist erst 10 Jahre alt, als er ansehen muss, wie sein Vater von dem berüchtistem Killer des skrupellosen Barrett-Clans ermordet wird. Der Stolz des Killers ist sein silberner Sattel. Der junge Roy hat nurnoch ein Ziel: Rache! Aber der Barrett-Clan ist mächtig.


Diese simple Story wird von Lucio Fulci in seinem letzten Italo-Western relativ komplex verpackt und gut erzählt. Wer hier jedoch auf blutiges Gemetzel wartet wird enttäuscht werden. Der Film ist für Fulci-Verhältnisse ausgesprochen harmlos aber gut ,rasant und kurzweilig.

Giuliano Gemma überzeugt vollends als Rächer mit weichem Kern und auch die anderen Darsteller spielen Ihre Rollen gut. Einen Blick sollte man auf jedenfall riskieren.

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BeitragVerfasst: 3. Jul 2008, 16:44 
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Kling toll, aber was man zu den (dt.) DVDs liest (ofdb), klingt ja wieder mal erschreckend...

B. Entertainment / Flashpoint AG (Gemma-Edition)
Zitat:
Ausgesprochen üble Bild und Tonqualität!


Best Entertainment
Zitat:
sehr schlechte Bildqualität unter VHS-Niveau
asynchroner Ton


KNM
Zitat:
Die DVD selbst ist identisch mit der von "Best Entertainment", deren Logo erscheint auch zu Beginn der DVD.

Als "Special Bonus" werden Trailershow, Slideshow, Kinoaushangfotos, Artwork-Galerie und Filmografien auf der Rückseite erwähnt, sind aber nicht vorhanden

Schlechte Bildqualität


:evil:

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BeitragVerfasst: 3. Jul 2008, 21:56 
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Leider gibt es keine bessere Veröffentlichung auf Deutsch :?

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Welche von den VÖ ist denn die "beste"

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Scheint alles dieselbe DVD in jeweils anderen Verpackungen zu sein.

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BeitragVerfasst: 4. Jul 2008, 13:56 
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Auch wenn "Silbersattel" sich in Sachen Gewalt deutlich zurückhält, so trägt er dennoch unverkennbar Fulcis Handschrift. Und genau das "fulciartige" an dem Film ist das was mir als bekennendem Fan natürlich gefällt. Wer gerne Italowestern sieht und (nicht oder) Fulci mag, wird diesem Film sicher etwas abgewinnen können, für alle anderen bleibt wahrscheinlich durch ein durchschnittlicher Film übrig.


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BeitragVerfasst: 6. Jul 2008, 02:53 
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Nr. 10

[url=http://www.ofdb.de/film/1516,Leichen-pflastern-seinen-Weg]IL GRANDE SILENZIO / Leichen pflastern seinen Weg
[/url]

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Ein Mann reitet durch eine verschneite nordamerikanische Landschaft, und dazu erklingt eine traumhafte Melodie aus der Feder des berühmtesten Westernkomponisten Ennio Morricone - vielleicht seine schönste Komposition. Sie klingt sonderbar weich und verhalten, als liege auch auf ihr die schalldämpfende Wirkung des Schnees. Ein ungewöhnlicher Anfang für einen Western. Nicht in Staub und Sand, sondern in weißen Winterlandschaften spielt Sergio Corbuccis Film "Il grande Silenzio". Zu übersetzen als "Der große Silenzio", gemäß dem Namen einer der beiden Hauptfiguren, aber auch als "Die große Stille". Die Stille wird jedoch schon bald durchbrochen, als eben dieser Silenzio (Jean-Louis Trintignant) auf Kopfgeldjäger trifft - seine Feinde, nach denen er seit dem schrecklichsten Tag seiner Kindheit unablässig sucht. Ein paar von ihnen liegen bereits auf der Lauer, um Silenzio zu überfallen, doch er ist schneller als sie und erschießt alle bis auf den letzten, der sich ergibt. Aber auch er kommt nicht ungeschoren davon, denn ihm schießt Silenzio die Daumen ab - damit er keine Schusswaffe mehr betätigen kann. Das Motiv der zerstörten Hände, bereits in "Django" von Corbucci eingeführt, durchzieht in drastischen Bildern den gesamten Film als Sinnbild der Ohnmacht menschlichen Handelns.

Ungewöhnlich schroff und blutig inszeniert Corbucci die Kämpfe zwischen Silenzio, dem stummen Helden, dem ein Kopfgeldjäger einst die Stimmbänder durchschnitt, und seinen Gegnern, deren gerissenster und kaltblütigster Tigrero (Klaus Kinski) ist - in der deutschen Fassung Loco ("der Verrückte"). Er lockt unter Vorspiegelung von Gnade die gesuchten Täter aus ihren Verstecken, um sie zu erschießen und ihre Leichen im Schnee zu verbergen, damit sie sich für das Abholen des Lösegelds frisch halten. Mit dem neuangekommenen Sheriff Burnett (Frank Wolff) treibt er zynische Späße, während dieser als gesetzestreuer Biedermann versucht, ihm auf zivilisierte Weise das Handwerk zu legen und dabei ständig vorgeführt wird. Das Gesetz in seiner Machtlosigkeit, das ist ein großes und desillusioniert kommentiertes Thema in diesem Film. Nur mit überlegener Gewalt, wenn überhaupt, ist den mit allen Wassern gewaschenen Kopfgeldjägern beizukommen, die sich unverfroren selbst auf das Gesetz berufen - dessen Buchstaben sie scheinbar folgen, dessen Sinn sie aber mit Füßen treten. Aber dass auch dieser Weg nicht zum Ziel führt, macht der Film in seinem Verlauf mit schneidender Härte deutlich.

Silenzio erscheint als überaus widersprüchliche Figur: Er ist in ebensolchem Maße überlegen im Gebrauch seiner hochmodernen Schusswaffe, wie er mangels der Fähigkeit, zu sprechen, manchmal hilflos wie ein Kind agiert. Ein Saubermann ist er nicht. Er kämpft gegen die Kopfgeldjäger und wird daher von den Angehörigen der Opfer als Retter in der Not verstanden; jedoch handelt er aus höchst persönlichen Motiven; er betreibt eher einen Rachefeldzug, als dass es ihm an Gerechtigkeit um ihrer selbst willen gelegen wäre. Höchst fragwürdig ist seine Art, gegen seine Feinde vorzugehen. Er provoziert die reizbaren Männer bis aufs Blut, um sofort zu schießen, wenn diese schließlich ihre Waffe ziehen.

Tigrero alias Loco hingegen wird zynisch genug als in sich selbst ruhender, niemals die Beherrschung verlierender Mann präsentiert, der jede für ihn noch so unangenehme Situation mit einem spöttischen Kommentar quittiert und damit besonders den Sheriff, der damit sichtlich nicht umgehen kann, bis zur Weißglut treibt. Das Gesetz, das der Sheriff so treu zu befolgen sucht, führt Tigrero ständig im Munde und beruft sich stellenweise beinahe weinerlich auf seine Rechte, denen Burnett nicht nachkomme. Als er als Gefangener abgeführt wird, quengelt er sogar wie ein Kind, dass er austreten müsse, worauf der Sheriff zu seinem eigenen Schaden bereitwillig eingeht. Mit seiner flinken Zunge und seiner kontrollierten Verhaltensweise führt Tigrero den nicht nur stummen, sondern auch mit seinen ungewohnten Gefühlen für eine Frau kämpfenden Silenzio gekonnt vor, als dieser ihn in einem Saloon zur Strecke bringen will. Dieser latente Sadismus kommt am stärksten zum Ausdruck, als Tigrero gegen Beginn des Films einen Missetäter minutenlang verfolgt und mit einer Peitsche misshandelt, bevor er ihn tötet. Die Postkutschenfahrt, während derer Tigrero in Feierstimmung regelmäßig aussteigt, Leichen aufsammelt und den Kutschern dafür eine Runde Getränke verspricht, gibt im Gegensatz dazu, zusammen mit den ungläubigen Reaktionen des Sheriffs, eine hochgradig komische Szenenfolge ab. Unvergesslich die Reaktion des Gesetzeshüters, als am Kutschenfenster unversehens das Gesicht eines Toten auftaucht, der eben an der Außenseite hochgezogen wird.

Pauline (Vonetta McGee) ist die Witwe eines Opfers von Tigrero. Sie hat Silenzio mit der Rache an Tigrero beauftragt und sich schnell in ihn verliebt. Tigreros Geschäftspartner, der verschlagene Friedensrichter und Kapitalist Pollicut (Luigi Pistilli), der Silenzio noch aus einem anderen Grund hasst, hat jedoch schon länger ein Auge auf Pauline geworfen. Die Liebesbeziehung, die sich zwischen Silenzio und Pauline entspinnt, steht daher von Beginn an unter dem Zeichen der Hoffnungslosigkeit. Es bleibt zudem ganz offen, inwiefern es sich um eine echte Zuneigung handelt. Denn Pauline bietet sich selbst zunächst Silenzio als Preis für den Rachemord an Tigrero an.

Ohne weitere Handlungsdetails preiszugeben, möchte ich resümieren, dass Corbucci in diesem Film den Pessimismus des italienischen Westerns auf seine höchste und künstlerisch eindrücklichste Stufe erhebt. Weder das Gesetz, personifiziert in Sheriff Burnett, noch die in anderen Italowestern fast immer erfolgreiche Selbstjustiz vermögen diejenigen zu besiegen, die den Wortlaut des Gesetzestextes für eine verbrecherische Praxis pervertieren. Corbucci inszeniert dieses Vorgehen in seinen zynischen Höhepunkten aber nicht in larmoyanter Anklagehaltung, sondern gestaltet daraus unfehlbare Spitzen schwarzen Humors, was dem Film zusätzliche Klasse verleiht.

Die Schlusseinblendung, die in unerwartet moralisierendem Ton noch einmal wiedergibt, was man eben im Film gesehen hat, kann vor diesem Hintergrund nur als Schwäche gewertet werden. Ebenso lassen sich kleinere Schwächen des Drehbuchs festhalten: Erläuterungen der Hintergründe der Handlung werden einzelnen Figuren teils etwas ungelenk in den Mund gelegt. Doch das Gesamtbild dieses vielleicht wichtigsten italienischen Westerns wird dadurch kaum getrübt. In "Il grande Silenzio" vollendet Corbucci die italienische Entzauberung der amerikanischen Westernhelden, verleiht seinem Film aber neuen Zauber, indem er das trostlose Geschehen in wunderbar fotografierte Winterlandschaften einbettet, deren Bilder mit der Musik Ennio Morricones zu unvergesslichen Eindrücken verschmelzen.

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Zuletzt geändert von Mar am 7. Jul 2008, 15:12, insgesamt 1-mal geändert.

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