Es hat lange gedauert bis ich mal wieder etwas Zeit hatte mich um den Schauspieler zu kümmern, der mich viele viele Jahre begleitet hat. Mir ist ebenfalls klar, das einige ihn hassen, aber ich mag „fast“ jeden seiner Filme auf ihre ganz eigene Art und Weise. Tut mir einen gefallen und haltet euch mit unqualifizierten Kommentaren zurück, sondern diskutiert fundiert und erwachsen
29.Jean-Claude van Damme
Mit 11 Jahren begann er seine Kampfsportausbildung. Sein akrobatischer Kampfstil basiert auch auf seiner frühen Ballettausbildung. In vielen Berichten wird JVCD als Karate-Weltmeister geführt, in offiziellen Ranglisten und großen Sportveranstaltungen ist er nicht gelistet. Aufgrund dieser Statistik hat der Belgier kein großes Ansehen unter Karate-Ka und wird als Möchtegern und Schaumschläger verschrien.
Mir ist dieses Geblubber weitgehend egal. Denn seine geschmeidigen Fight-Einlagen verfeinern nahezu jeden mit Martial-Arts bereichtern Actioner exzellent. Lassen wir also die Hintergründe ausser Acht und wenden wir uns dem Schauspieler Jean-Claude van Damme zu.
Nach kleinen Rollen in „Monaco Forever“ und 2 Tanzfilmen war es der HK-Regisseur Corey Yuen der JVCD für die Verkörperung des fiesen „Ivan the Russian“ im Überraschungshit „Karate Tiger – No Reteat, No Surrender“ besetzte. Sicherlich kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber so unterhaltsam, das es den Grundstein für eine sehr ansehnliche Karriere legte.


2 Jahre später, „Karate Tiger“ musste erstmal ins Rollen kommen

, klopfte Newt Arnold bei den „Muscles from Brussel“ an. Der Amerikaner las von der Geschichte des Frank Dux, welcher sich als Ami in China einer harten Kampfsportausbildung unterzog um für seinen Meister ein brutales Vollkontakt-Turnier zu gewinnen. Van Damme war von dem Drehbuch dermaßen begeistert, das er noch in der selben Nacht bei Arnold einen Vertrag unterzeichnete. „Bloodsport“ war ein weltweiter Erfolg und Van Damme wurde über Nacht zum Superstar.
Nun ging es Schlag auf Schlag. „Black Eagle“ neben Japan-Star Shô Kosugi 1988. Die Karate Tiger Fortsetzung „Der Kickboxer“ 1989 und einer meiner persönlichen Favoriten „Cyborg“ von Albert Pyun 1989. Damit waren zumindest die 80er abgeschlossen, jedoch schmälerte das nicht seine Rollenangebote, die gingen dann erst richtig los.

Um das ganze etwas übersichtlicher zu machen gehe ich einfach chronologisch vor.
1990 drehte er unter der Regie eines seiner Lieblingsregisseure Sheldon Lettich „Leon“. Dort konnte er neben seiner Kampfkunst auch etwas schauspielerisches Talent zeigen. Im gleichen Jahr folgte der Knast-Thriller „Mit stählerner Faust“.
1991 wagte er sich mit „Double Impact – Geballte Ladung“ an ein besonderes Projekt. Er selber spielte sich selbst als Zwilling in einer doppelten Hauptrolle. Für damalige Verhältnisse schon etwas besonderes. Als ausführender Produzent agierte im übrigen Michael Douglas.

1992 dann sein erster, richtiger Blockbuster. Neben Dolph Lundgren und unter der Regie des deutschen Roland Emmerich drehte er „Universal Soldier“. Ein moderner Action-Klassiker der immer wieder den Weg in meinen Player findet.

1993, ganz oben angekommen in Hollywood kam HK-Kult-Regisseur John Woo auf den Belgier zu und engagierte van Damme für dessen erste Hollywood-Produktion. „Harte Ziele“ ist in meinen Augen Jean-Claude's bestes Werk. Fulminant, schnell, hart und Top-Besetzt. Neben JCVD zeigten Lance Henriksen, Yancy Butler und Arnold Vosloo ihr mehr oder minder fieses können. Im gleichen Jahr konterte er mit „Ohne Ausweg“ dem Action-Ruf mit einem stark an „Leon“ erinnernden Action-Drama. Selbst in Arnold Schwarzenggers „Last Action Hero“ ergatterte er einen Cameo-Auftritt.

1994 fiel er bei einigen Fans allerdings unten durch, mit der recht durchschnittlichen Verfilmung des Kult-Games „Streetfighter“. Mir selber gefällt der Film recht gut, denn man kann ihm einen gewissen Trash-Appeal nicht abstreiten. Peter Hyams schreckte das angekratzte Image des JCVD allerdings nicht ab, ihn für seinen Sci-Fi-Thriller „Timecop“ zu reaktivieren. Mit großen Erfolg. „Timecop“ wird häufig als einer der besten van Damme's bezeichnet.
Da die Combo Hyams/van Damme super funktioniert hat, beschloss man 1995 einen „Die Hard“-Klon zu fabrizieren. Wieder mit durchschlagendem Erfolg. „Sudden Death“ spielte gute Summen und Noten ein. Das auch zu recht in meinen Augen.
Den damals vorerst letzten Kinofilm brachte van Damme 1996 auf die Leinwand. „Maximum Risk“. Ich fand ihn nie besonders herausragend, wenngleich die Action doch in Ordnung geht.
Ab Mitte 1996 legte der Belgier selber Hand an, und zeigte mit „The Quest“ das er auch hinter der Kamera brauchbares abliefern kann. Dennoch war dann erstmal Schluss mit dem einstigen Superstar. „Double Team“, „Legionnaire“, „Knock Off“, „Inferno“ (wenngleich auch durchaus amüsant), „Replicant“ und die Fortsetzung „Universal Soldier 2“ erwiesen sich als finanzielle Flops.
Van Damme krallte sich an die letzten Strohhalme und drehte mit letzten Atemzügen die Megaflops seiner Karriere. „The Order“ und „Derailed“ schienen seine ohnehin schon als Auslaufmodell beschriebene Karriere zu besiegeln.
Gut das Jean-Claude sich dann eine Auszeit nahm, und sich anschließend auf seine alten Tugenden bedachte. 2003 kam „In Hell – Rage Unleashed“. Billig in Osteuropa produziert und gedreht, aber mit durchaus Potenzial. Kein schlechter Film in meinen Augen.
2004 gabs ein Revival des Rache-Actioners. „Wake of Death“. Kompromisslos, brutal und knallhart. Ein Top-B-Movie, welches zwar Potenzial für mehr gehabt hätte, aber dennoch zu gefallen weiß/wußte.

Das Jahr 2006 brachte mich „Second in Command“ und „Hard Corps“ brauchbare Genre-Kost.
2007 gelang JCVD mit „Until Death“ ein fulminantes Comeback. Ein durchweg gelungener Action-Thriller mit packender und guter Handlung. Wenngleich auch viel parallelen zu HK-Movies erkennbar waren.

2008 folgte „The Shepherd“. Gutes B-Movie wobei ich mir etwas weniger Humor dafür mehr Martial Arts (wäre bei DEM Bösewicht absolut drin gewesen!)
J.C.V.D. Habe ich noch nicht gesehen

FAZIT:
Jean-Claude ist und bleibt einer meiner liebsten Jungs im Action-Geschäft. Der eine mag ihn, der andere nicht.. Er hat in diesem Thread in meinen Augen absolut seine Daseinsberechtigung. Wer das anders sieht, und nicht mit sachlicher Kritik kommt, sollte den guten Jean-Claude doch bitte überblättern.. Danke für die Aufmerksamkeit

TOP 3
1.Harte Ziele
2.Until Death
3.Cyborg / Bloodsport
FLOP 3
1.Derailed
2.The Order
3.Maximum Risk