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Zeitungszeugen - Ausgabe 3 - Das Ende der Demokratie
Ohne Nachdrucke, dafür mit großem "zensiert" auf dem Titel
Selbst einigen Leuten, die sonst nur wie im Schlaf nach der Bild-Zeitung greifen, dürfte heute am Kiosk aufgefallen sein, dass da auch etwas auslag auf dem groß "Das Ende der Demokratie" stand und in roten Lettern dann auch noch das Wörtchen "zensiert".
Auch wenn vor kurzem noch angekündigt wurde, dass man die 3. Ausgabe der Zeitungszeugen so konzipiert hat, dass man ohne "verfängliche" Nazi-Zeitungen auskommt, war die Überraschung heute beim Zeitschriftenhändler groß, dass überhaupt keine Nachdrucke beigelegen haben. Nur ein Gutschein für die vollständige Ausgabe, die man erhält, sobald die rechtliche Situation geklärt hat. Wenn sie den zufriedenstellend geklärt werden kann.
Ob diese "zensiert"-Markierung für eine positive Klärung der Situation hilfreich ist, ist sicherlich fraglich. Ein trotziger Beigeschmack der Verleger bleibt.
Hm... Hab da grad 'ne Idee, die allerdings nich ganz zum Thema dieser Meldung hier gehört. Aber trotzdem...
Vielleicht sollten die ganzen Filmstudios und Gamespublisher ab sofort auch auf die Cover dieses schöne Wort drucken, damit der Kunde gleich weiß was ihn erwartet.^^
Das Problem an der Sache ist, daß Zeitungszeugen Nr.2 nicht ausschließlich wegen Nazi-Propaganda eingezogen wurde, sondern weil die Urheberrechte der zu beanstandenen Titel bei der Bayrischen Landesregierung lagen.
Der Verlag hatte keine Genehmigung die Nachdrucke herzustellen.
Somit wäre die ganze Zeitungszeugenausgabe also eine Art Raubkopie, oder Bootleg, und die dürfen eingezogen werden.
Das hat also rein rechtlich nichts!! mit Zensur zu tun.
So hat es den Anschein ;)
Das Rumwettern des englischen Verlegers entzieht sich deswegen jeglicher Objektivität.
Dieser stellt mit der 3. Ausgabe ja sogar Vergleiche mit Nazi-Deutschland an. Von wegen "Ende der Demokratie" und "Zensur"
Weiß jemand zufällig wann die Urheberrechte auf Druckerzeugnisse verfallen und zu einer Art Open Source werden? Ich meine die Frist liegt bei 100 Jahren, bin mir aber nicht sicher.
Bei Filmen sind es 50 Jahre.
Übrigens, ich fand die beiden ersten Ausgaben recht interessant. Aber es ist wichtig, sich schon vorher anderweitig über die damaligen Verhältnisse geschult zu haben. Die begleitenden Texte sind dafür meiner Meinung nach ein wenig dürftig.
""Das Problem an der Sache ist, daß Zeitungszeugen Nr.2 nicht ausschließlich wegen Nazi-Propaganda eingezogen wurde, sondern weil die Urheberrechte der zu beanstandenen Titel bei der Bayrischen Landesregierung lagen.""
Interressante Info.
Finde die Reaktion des Verlegers auch in jedem Fall überzogen.
Scheint eher etwas beidigt, gekränkt oder enttäuscht zu sein, und das läßt weniger auf Sachlichkeit schließen. In dem Bereich hat er nach der Info auch eh die schlechtesten Karten.
Dem scheint wohl die Kohle zu fehlen, die er verdienen wollte und hyped jetzt krampfhaft weiter.
Hätte sich halt, als evtl. kluger Mensch einfach über die Landesgesetzte schlau machen sollen. Vorher...
Kennt jemand die Verkaufszahlen für die erste Auflage?
Die 1. Ausgabe hatte eine Auflage von 300.000 Stück, wobei so die Chefredakteurin, 200.000 -250.000 verkauft wurden. Ist in den Links der vorherigen Meldungen nachzulesen!
Merci für die Zahlen,
und ja, lesen kann man tatsächlich viel. Hatte auch schon was von 150.000 gelesen.
Diese Meldung habe ich dann wohl übersehen. mea culpa, oder so :)
@ Sinclair:
Hmmm... das Problem mit den Urheberrechten ist offenbar nicht so eindeutig, wie es die bayerische Staatsregierung gerne hätte - wenngleich viele Medien die bayerischen Ausführungen gedankenlos wiederholt haben. Um mal eine Quelle zu nennen (wobei es da wohl ein paar juristische Ungereimtheiten gibt und ich als Laie das natürlich nicht beurteilen kann):
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29572/1.html
Und (auch wenn ich prinzipiell ungerne wikipedia.de anführe):
http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitungszeugen#Urheberrechtsstreit
Das sind also meines Wissens nach Rechte, die die Bayern einklagen wollen - dank strittiger Rechtslage war hier aber kein Urteil von einem Tag auf den anderen zu erwarten, ergo wurde die Beschlagnahmung selbst bisweilen ausschließlich durch § 86 StGB begründet (und vom einen auf den anderen Tag beschlagnahmt).
Ob es überhaupt einer Genehmigung der Bayern für den Verlag bedurfte, ist juristisch nicht geklärt, wird aber von der dortigen Staatsregierung einfach mal behauptet (wir kennen die CSU und ihre "Das ist so!"-Argumentation ja).
Und nebenbei: Selbst wenn es auf dieser bislang unklaren basis eingezogen worden wäre, würde das Zensur nicht per se ausschließen... dann käme es aber auf den verwendeten Zensurbegriff an (und davon gibt es - gerade im Alltagsgebrauch - ja unzählige und selbst juristische begriffe sind da nicht unstrittig, aber das ist ein anderes Thema).
@ Yojimborg:
"Finde die Reaktion des Verlegers auch in jedem Fall überzogen."
Man kann den Schriftzug auf dem Frontblatt auch als Warnung an den Käufer verstehen (dem ja z.B. aus der Vorschau von Ausgabe Nr. 2 und dem aktuellen medienrummel bekannt ist, was in dieser Ausgabe Nr. 3 eigentlich hätte enthalten sein sollen, nun aber nicht mehr ist), damit er nicht die Katze im Sack kauft. Und ich persönlich finde es besser vom Verlag, die Serie jetzt nicht einfach mit anderen Zeitungen (also nicht so, wie geplant) fortzuführen, sondern eine Klärung der unklaren Rechtslage abzuwarten. Das diese Woche überhaupt was an die Geschäfte ging, hält die Zeitungszeugen, sowie die Kontroverse natürlich aktuell, die müssen Präsenz zeigen und u.U. haben einige noch gar nichts von den aktuellen Ereignissen mitbekommen (die werden jetzt mit der Nase draufgestoßen). Beleidigung, Kränkung und Enttäuschung mögen da auch mitspielen, es ist aber das gute Recht des Verlages, nach dem Umgangsformen, die die bayerische Staatsregierung an den Tag legte, so zu empfinden (und dürfte auch große Teile der Leserschaft reflektieren) und läßt sich ja auch nciht zwangsläufig aus der Reaktion rauslesen (s.o.), so dass man Usnachlichkeit unterstellen müßte (man könnte... natürlich, aber das liegt dann and er Perspektive - ich finde es relativ sachbezogen zynisch). ^^
Ein "Weiterhypen" kann ich hier aber nicht entdecken.
"Hätte sich halt, als evtl. kluger Mensch einfach über die Landesgesetzte schlau machen sollen. Vorher..."
Das hat man nach eigener Aussage... und bekam eine unklare Gesetzeslage präsentiert, die das Projekt Zeitungszeugen eigentlich durchaus ermöglicht - auch wenn man im (jetzt näher rückenden) Notfall bis zum BVerfG wandern muss um eine Grundsatzentscheidung zu erwirken, die potentiell durchaus zu Gunsten des Verlages ausfallen kann. Das ist vielleicht sogar klüger, als du annimmst (vor allem, wenn man dem Verlag jetzt mal nciht nur ausschließlich kommerzielle Itneressen vorwirft, sondern ihm z.B. ein gewisses Problembewußtsein u./o. den Willen zur Lösung derartiger Rechtsunklarheiten etc. attestiert) - alles eine Frage der Perspektive.
Auch wenn es nicht zum Thema gehört:
"Vielleicht sollten die ganzen Filmstudios und Gamespublisher ab sofort auch auf die Cover dieses schöne Wort drucken, damit der Kunde gleich weiß was ihn erwartet."
WORD!
6. 29.01.2009 - 03:06 Uhr schrieb Yojimborg S | E
@Doc Idaho
Merci für die Zahlen,
und ja, lesen kann man tatsächlich viel. Hatte auch schon was von 150.000 gelesen.
Diese Meldung habe ich dann wohl übersehen. mea culpa, oder so :)
Soviel zu lesen ist es nicht. Die 150.000 war die produzierte Auflage der 2. Ausgabe.
Auch wenn es wie eine Provokation und wie eine Trotzreaktion wirkt und sicher auch gemeint ist: das ist okay, SOFERN dem Verlag tatsächlich auferlegt (verboten) wurde, die Zeitungszeugen Nummer 3 ohne die Nazi-Zeitungen herauszubringen, aus bekannten Gründen. Andernfalls, also wenn der Verlag die Nazi-Zeitungen aus freien Stücken nicht integriert hat, um nachfolgenden Repressalien lieber aus dem Weg zu gehen, dann halte ich diesen Schriftzug für sehr gewagt, um nicht zu sagen für ziemlich FALSCH!
Ich finde das sehr passend, haben doch die Nazis als sie an die Macht kamen auch vor allem Zeitungen verboten. Und die Aussage, in den Zeitungen würden Hakenkreuze gezeigt, ist doch dokumentarisch. Was sind wir denn für ein armes Land, in dem wir Symbole verbieten müssen, damit Menschen nicht "verrückt" werden.
@SoundOfDarkness
Vielleicht sollten die ganzen Filmstudios und Gamespublisher ab sofort auch auf die Cover dieses schöne Wort drucken, damit der Kunde gleich weiß was ihn erwartet.^^
Einige schlaue Köpfe würden dann natürlich behaupten, dass das schlecht fürs Marketing sei und die Spiele/Filme sich dadurch schlechter verkaufen. Ich würde allerdings einen Schritt weiter gehen und dies gesetzlich (analog zum USK Siegel) erzwingen. Dieser Hinweis dient doch nur als zusätzliches "Gütesiegel", dass die Inhalte des Mediums unserem guten deutschen Qualitätsstandard gerecht werden. Vllt geht dann auch dem einen oder anderen Nicht-SB.com-Leser ein Licht langsam auf.
Der Vergleich mit den Nationalsozialisten zeugt vor allem für sensationelle Doofheit.
Doof ist übrigens auch die Idee, als Verlag mit dem Schmutz von einst die Faschos von heute als Target Group zur Kasse zu bitten. Doof im Sinne von taktlos, geschäftsmäßig natürlich durchaus gerissen.
Wer Deutschland für einen "Zensurstaat" hält, hat in seinem Leben wohl den Tellerrand noch nicht mal in Reichweite.
Überall in den Medien wird gesagt und geschrieben man soll sich mit seiner Geschichte befassen damit man lert damit umzugehen und hier wird einem das Material unzugänglich gemacht.
Bin mal gespannt wann sich mal wieder ein Werbestudio in der Wahl eines Slogans für irgendeine Firma vergreift, weil sie nicht wußten wie dieser früher verwendet wurde.
PS: Bitte nicht falsch verstehen. Ich lese das Ganze nur aus Interesse an Geschichte nicht aus irgendwelchen "braunen" Belangen.
Einen besseren Titel als „Das Ende der Demokratie“ hätte Zeitungszeugen gar nicht wählen brauchen.Vielleicht merken es endlich einmal ein Großteil der Bevölkerung, das in Deutschland überhaupt Zensur herrscht.Obwohl wir ja alle wissen, das diese freiwillige Aktion der Zeitungszeugen nur die Spitze des Eisberges in Sachen Zensur in Deutschland ist.
Ich halte das ganze Gejammere der Bayrischen Landesregierung bezüglich der Urheberrechte nur für einen billigen Vorwand um die Zensur, die einzig und allein dem Nazi-Inhalt geschuldet ist, zu rechtfertigen.
Änlicher Fall: Es gibt eine Doku zu "Mein Kampf". Die Urheberechte liegen auch in Bayern. Sollte man sich mal ansehen. Das Interview mit dem Beamten ist zum totlachen. Wiedersprüche und Ausflüchte wieso man das Buch nicht Nachdrucken bzw Lesen darf. Er verlangt sogar eine revidierte Wiederholung seiner Ausage.
Das mit dem Zensiertvermerk finde ich vollkommen in Ordnung.
Klasse Markettingstrategie - und es gibt immer noch Leute, die die Zeitungszeugen für historisch aufklärend ansehen - ich würde nun die Auflage verdoppeln ;-)
"@ 17. 29.01.2009 - 10:12 Uhr schrieb SoIstDasNunMal
Der Vergleich mit den Nationalsozialisten zeugt vor allem für sensationelle Doofheit.
Doof ist übrigens auch die Idee, als Verlag mit dem Schmutz von einst die Faschos von heute als Target Group zur Kasse zu bitten. Doof im Sinne von taktlos, geschäftsmäßig natürlich durchaus gerissen.
Wer Deutschland für einen "Zensurstaat" hält, hat in seinem Leben wohl den Tellerrand noch nicht mal in Reichweite."
Nichts für ungut - aber das was du hier vom Stapel lässt, klingt wie senationelle Naivität.
Vielleicht solltest du zur Abwechslung, mal über den Tellerrand schauen. Das was du schreibst, klingt wie die übliche Moralkeule, die vorrangig dazu dient, jedgliche Kritik an den herrschenden Zuständen zu ersticken. Soviel zum Thema "taktlos".
Mag sein das die berühmte "Nazi-Keule" bei dem einen oder anderen immer noch wirkt, aber bei mir stösst man mit solchen "Argumenten" auf taube Ohren. Hast du auch rationale (und damit echte) Argumente? Falls ja, dann bringe diese doch mal vor.
Und was deinen letzten Satz betrifft....
"@ 17. 29.01.2009 - 10:12 Uhr schrieb SoIstDasNunMal
Wer Deutschland für einen "Zensurstaat" hält, hat in seinem Leben wohl den Tellerrand noch nicht mal in Reichweite.
.....muss ich sagen: Selten so einen Unsinn gelesen.
Nur weil wir hier (noch) keine Zensur wie in China haben, ist das hier noch lange der (weitgehend) zensurfreie Raum, der es laut GG sein sollte.
Der Vergleich mit den Nationalsozialisten zeugt vor allem für sensationelle Doofheit.
Doof ist übrigens auch die Idee, als Verlag mit dem Schmutz von einst die Faschos von heute als Target Group zur Kasse zu bitten. Doof im Sinne von taktlos, geschäftsmäßig natürlich durchaus gerissen.
Wer Deutschland für einen "Zensurstaat" hält, hat in seinem Leben wohl den Tellerrand noch nicht mal in Reichweite.
Geschäftsmäßig ja, aber taktlos? Auweia! Zur Aufklärung gehört doch dazu, dass man sich kritisch mit unterschiedlichen Auffassungen auseinander setzt. Du musst doch selbst schon entsprechendes Material in der Schule und in den Medien kennen gelernt haben...Und ja, Deutschland ist ein Zensurstaat, wenngleich es Staaten gibt, die diesbezüglich noch härter sein mögen. Dort, wo Menschen Zwänge auferlegt werden oder Bevormundung über den Selbstschutz hinausgeht, kann man von nichts anderem als von Zensur sprechen. Um Mal Bourdieu zu zitieren: "Der Mensch [...]ist nicht der Mensch, den die Natur gemacht hat, sondern der Mensch, wie ihn die Gesellschaft haben will".
Mal kurz zum Thema Zensurstaat, wenn man das richtig durchziehen würde, dann gäbe es keinerlei Nachrichten und Bilder darüber...
Klar, es gibt Ansätze hier, die mehr als bedenklich sind, aber man sollte mit einigen Behauptungen etwas genauer sein, denn sonst gibt man die Opposition der Lächerlichkeit preis...
Nun, ganz einfach: wenn die fehlenden Zeitungen NOCH keinem Verbot zur Veröffentlichung unterliegen, also keine Verfügung existiert, dass die Zeitung diese definitiv nicht veröffentlichen darf, es jedoch aus eigenen Stücken vermeidet, um Problemen aus dem Weg zu gehen, dann ist es eher eine SELBSTZENSUR. Von daher halte ich dann für falsch, mit einem simplen ZENSIERT den Eindruck zu erwecken, es sei ihnen von Staats wegen untersagt, es zu veröffentlichen.
So komme ich auf den Quatsch, wie du es bezeichnest.
Ich wollte mit meinem Post weiter oben natürlich nicht behaupten, daß es sich bei der Beschlagnahmung nicht um verzweifelte Zensurmaßnahmen der Bayrischen Landesregierung handelt.
Der Vorwand dafür ist nur geschickt gewählt.
Und natürlich ist Deutschland kein Land ohne Zensur:
Sonst gäbe es diese Seite hier nicht.
Es ist aber trotzdem wichtig zu wissen, daß es im Kern nur um Urheberrechte ging.
Das die nur vorgeschoben wurden ist uns doch allen klar.
Da bei Büchern die Rechte nach 70 Jahren verfallen, wird das auch mit anderen Printmedien so sein.
Die Zeitungen waren von 1933. Das ist bereits 75 Jahre her. Mal sehen was sich bei dem Rechtsstreit noch ergibt.
@Hearthammer87:
Es ist durch die Beschlagnahme der 2. Ausgabe im Endeffekt schon ein Verbot.
Generell finde ich es bedenklich, wie in Deutschland wieder mal mit Geschichte umgegangen wird, ich habe nach dem Abi damals sogar überlegt Geschichte zu studieren, da man sich auch ohne Braune Gedanken für ne Zeit interessieren kann.
Auch nehmen die Indizierungen und Beschlagnahmungen wieder zu.
Mir ist die Rechtslage in diesem Fall nicht klar, deshalb doch auch meine Frage in Beitrag 12, ob wer mit dieser Sachlage vertraut ist, denn wenn es durch die Beschlagnahme von Ausgabe 2 automatisch bedeutet, dass es für alle nachfolgenden Ausgaben auch so seine Gültigkeit hat, ist die meinerseits genannte 2. Möglichkeit entkräftet und somit indiskutabel.
@Hearthammer87
Nun, Zensur ist Zensur tät ich mal sagen, aber so Auflagen wären Vorzensur und die kann es in Deutschland nicht geben - also handelten die Verantwortlichen von "Zeitungszeugen" doch mit Selbstzensur aus freien Stücken.
Was mir unklar ist, und da würde es mich freuen wenn hier jemand genau Bescheid wüsste, ist, ob nun wegen des Urheberrechts oder dem §86 Beschlagnahmt wurde? Und müsste in beiden Fällen nicht auch ein eindeutiger Beschluss des Amtsgerichtes München vorliegen?
Über die Vorgehensweise der Verantwortlichen von "Zeitungszeugen" (in Deutschland) bin ich nun positiv überrascht - hätte nach dem Interview im Tagesspiegel mit so einer Trotzreaktion wahrlich nicht mehr gerechnet :-)
@"Wer Deutschland für einen "Zensurstaat" hält, hat in seinem Leben wohl den Tellerrand noch nicht mal in Reichweite."
Natürlich gibt es totalitäre Staaten oder Staaten mit totalitären Tendenzen, die weitaus mehr Zensur betreiben. z.B. China, Nordkorea, Birma/Myanmar, etc., oder auch einige islamische Ländern wie Iran.
Aber man muss das nicht als Maßstab nehmen. Wenn wir nur die "westliche Welt" betrachte - also die EU, Nordamerika, Ozeanien, etc. - dann ist Deutschland praktisch an der Spitze was die staatliche Zensur der Medien betrifft. Nur weil wir hier die Regierung kritisieren dürfen ohne dass wir ins Gefängnis kommen, heißt nicht dass es keine Zensur gibt.
Es ist genauso dumm zu sagen "Andere Ländern sind viel schlechter dran, also seien wir doch glücklich mit unseren Gesetzen"
@ Pyri:
Also laut offizieller Stellungnahme des Verlages offenbar aufgrund eines Verdachtes des Amtgerichts München, dasss hier der Straftatbestand des "Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in Tateinheit mit gewerbsmäßiger unerlaubter Verwertung gemäß §§ 86 a, 86 StGB, §§ 108 Abs. 1, 106 Abs. 1 UrhG" bestünde. Also nichts, was nicht vom Verlag zu bezweifeln ist - darum die weiteren rechtlichen Schritte. Alles weitere hier:
http://www.zeitungszeugen.de/rechtliches/
Die vorgelegte Unterlassungserklärungen des bayerischen Finanzministeriums hat der Verlag auch nicht unterschrieben.
Ich wäre froh, wenn mehr Betroffene den Rechtssweg gehen würden bei den Zensurmaßnahmen hierzulande und sich nicht bei jedem kleinsten Widerstand zurückziehen, sondern den Finger auf die klaffenden Wunden der entsprechenden Reglementierungen legen. Schon vond aher ist das Vorgehen des Verlages zu begrüßen, selsbt wenn ich mit dem Projekt Zeitungszeugen nichts anfangen könnte (es wäre zzwar zu viel, zu behaupten, dass dies so die ganze Zeit geplant war... aber eins chöner Gedanke - die Provozierung eines Skandales - ist es trotzdem). ^^
@ Hearthammer87:
Ganz generell haben Beschlagnahmungen dieser Art immer nur auf die explizit beschlagnahmte Ausgabe eine Direktwirkung. Soetwas wie ein Beschlagnahmungsautomatismus für die nächsten Ausgaben o.ä. existiert nicht. Aber man kann sich seeehr leicht ausrechnen, welches Schicksal die nächsten Ausgaben ereilen würde, wenn die Rechtslage nicht eindeutig geklärt ist und das AG München walten und richten kann, wie es lustig ist. Und der Verbot mehrerer Ausgaben am Stück kann selbst einem größeren Verlag das Genick brechen (für den Genickbruch reicht schon eine Indizierung, wenn die Zeitschrift nicht von vornherein auf die Distribution ausschließlich an ein erwachsenes Publikum vorbereitet war).
übrigens..
wer sich für derartiges interessiert,und bei längerem
frakturlesen keine krämpfe bekommt kann sich ja mal
durch die gesamten ausgaben der satirezeitschrift
"simplicissimus" forsten..und zwar ganz legal unzensiert
und kostenlos auf
http://www.simplicissimus.com/
besonderst spannend ist der radikale bruch von einer
ausgabe zur nächsten als die zeitschrift vom harten
kritiker der nazis zur gleichgeschalteten hetzpostille
verkoomt...interessanterweise existiert dieses projekt auch nur auf einer .com seite obwohl es ein von vielen renomierten instituten und bibliotheken geschaffenes ist ;)..ach so und..der mündige bürge möge bitte aufpassen es gibt keine begleitenden texte die ihn an
die hand nehmen und ihm die augen zuhalten wenn die bösen
hakenkreuze kommen..also bitte nicht zum nazi werden,ja?
danke
@SoIstDasNunMal
Wer Deutschland für einen "Zensurstaat" hält, hat in seinem Leben wohl den Tellerrand noch nicht mal in Reichweite.
Eine Frage an dich:
Was macht jemand der so etwas äussert auf einer Seite die sich umfassend mit Schnittberichten und Zensur in Deutschen Medien beschäftigt?
Tag, 29.01.2009 - 17:56 Uhr schrieb Bl8runner
@SoIstDasNunMal
Eine Frage an dich:
Was macht jemand der so etwas äussert auf einer Seite die sich umfassend mit Schnittberichten und Zensur in Deutschen Medien beschäftigt?
Ganz einfach,er/sie/es,beleidigt User aufs schärfste und stellt nebenbei SB.com noch als lächerlich dar.Kommentar hierzu wurde im SB zu Gutterballs bereits entfernt!!Armes Ding,das anscheinend sonst nichts kann,als sich selbst zu pfofilieren.Dazu noch unsachlich werden und gleich noch auf etwas einzustampfen,wo selbst eine Anmeldung getätigt wurde.Ohne Worte!Natürlich klar,das weiterer Dünnschiß bei rauskommt;) J.V.
Super Stefan, genau das habe ich auch mal in irgend einem Beitrag kürzlich hier geschrieben. Leider weiß ich nicht mehr wo. Aber egal, wir teilen die selbe Meinung; Von allen westlichen Staaten gesehen, grassiert in Deutschland die Zensur am meisten.