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31.
25.12.2010 10:42 Uhr -
Polonius
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Tja, europaweit gibt es von den Mächtigen die Bestrebungen, das Internet als freie Platform einzuschränken und eine Zensur-Struktur einzurichten. Andere Massenmedien lassen sich leichter nach politischen und wirtschaftlichen Erwägungen und Interessen lenken (siehe das Hickhack um Klaus Brender beim ZDF, bei dem sich trotz der Offensichtlichkeit der Interessen ein Roland Koch durchgesetzt hat; von den obrigkeitshörigen ARD-Intendanten ganz zu schweigen; und Printmedien und Privatsender können sowieso nur existieren, wenn sie ihren Werbekunden, sprich die großen Konzerne, dienen, mit dem Verkaufspreis alleine kommt keine Zeitung oder Wochenzeitschrift in die Profitzohne).
Nehmt das hier nicht zu leicht. Das ist kein weltfremder Aktionismus. Hier stehen direkte, reale Interessen dahinter, die nicht nur UK, sondern in ihrem Gesammtzusammenhang uns alle betreffen. In England hat man als Red Hering/McGuffin das Thema Pornografie als ganzes als moralische Keule gewählt, in Deutschland hat man zuletzt mit demselben Hintergrund das (nachvollziehbarerweise) emotionale Thema der Kinderpornographie instrumentalisiert.
Nach dem für die Mächtigen fast aller wichtigen Nationen peinlichen Debakel um WikiLeaks werden gleichgeartete Bestrebungen garantiert zunehmen. Hier geht es nicht um Sex oder Moral, hier geht es schlicht und ergreifend darum, eine Struktur dafür zu schaffen, um das Internet genauso wie alle anderen Massenmedien auch für bestimmte Interessen kontrollier- und lenkbar zu machen.
Im Parteiensystem sind die Wähler sowieso nur das Stimmvieh, dessen "öffentliche Meinung" von der "veröffentlichten Meinung" gelenkt wird. Keine Sorge, ich bin mir der Tragweite des folgenden Satzes durchaus bewußt, und ich hab ehrlich Angst davor, was er inhaltich für unsere Gesellschaft bedeutet: es geht hier um die Abschaffung der frei informierten Demokratie.
Wie hat Dieter Hildebrand mal so schön gesagt: "Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr läßt."
Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem die wirtschaftlich gelenkte Politik inhaltlich Einfluss auf das aus ihrer Sicht einzige gefährlich unlenkbare Medium nehmen will.
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