In der aktuellen Ausabe von
BPjM-Aktuell, dem amtlichen Mitteilungsblatt der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, blickt die Bundesprüfstelle auf einige wichtige Entscheidungen des vergangenen Jahres zurück.
Übersicht
Im Vergleich zum Vorjahr nahmen vor allem die Indizierungen von Online-Angeboten zu. So wurden u.a. Videos auf YouTube indiziert, die zum Dschihad aufrufen, aber auch ein Forum, welches den Kontakt zwischen Minderjährigen und Erwachsenen fördert und beispielsweise eine Seite, die Magersucht propagiert.
Erwähnung finden auch Nichtindizierungen wie beispielsweise die Schulhof-CD
BRD vs. Deutschland der NPD oder auch die CD
Sexismus gegen Rechts der Gruppe K.I.Z. (
mehr dazu). Die Schulhof-CD
Freiheit statt BRD! der NPD dagegen wurde indiziert.
Listenstreichungen wie die von
Terminator und
Predator werden ebenso erwähnt wie beispeilsweise die nicht erfolgte Streichung von
Blade. Während bei den ersten beiden Titeln nach Ansicht der BPjM die Gewaltdarstellungen nicht mehr verrohend wirken, ist das bei
Blade noch immer der Fall.
Auch auf den Fall Rammstein, bei denen die Indizierung des letzten Albums
Liebe ist für alle da wieder rückgängig gemacht wurde, wird noch einmal eingegangen. (
mehr dazu).
Neu in diesem Jahr war, dass sich die USK in Zweifelsfällen an die BPjM wandte, um ein Gutachten einzuholen, ob ein Spiel eine Freigabe erhalten kann oder die BPjM das Spiel für indizierungswürdig hält. Einer dieser Fälle war beispielsweise das Spiel
Making History II, welches dann auch trotz der Möglichkeit, im 2. Weltkrieg auch die Wehrmacht spielen zu können, als unproblematisch beurteilt wurde.
Antragssteller
Der größte Teil der Anträge bezüglich
Online-Angebote kommt von der KJM (Kommission für Jugendmedienschutz) (282 Anträge) und dem Kreisjugendamt Rhein-Neckar (111).
Jugendgefährdende
Tonträger dagegen waren 2010 das Metier des BKA (54) und des Landeskriminalamts in Brandenburg (50). Auch sonst ist hier der Osten Deutschlands überproportional stark mit Anträgen vertreten.
Computerspiele dagegen sind offensichtlich ein westliches Problem und Anträge kommen vor allem aus Baden-Württemberg (11), Nordrhein-Westfalen (12) und Bayern (36).
Bei
DVDs und
Büchern gibt es eine weniger klare Linie, auch, wenn das Kreisjugendamt Würzburg mit 24 Magazinen und Zeitschriften und das Ordnungsamt Wuppertal mit 16 DVDs/Videos Spitzenpositionen einnehmen. Interessanterweise gibt es bei DVDs/Videos auch 23 Anträge, die unter "Urheber/in,Inhaber/in der Nutzungsrechte,Abieter/in" aufgelistet werden. Irgendjemand war vermutlich unglücklich mit der eigenen Ware.
Statistik
| Indizierungen | 758 |
| DVDs, Videos, LDs | 189 |
| Zeitschriften, Bücher, Comics etc. | 26 |
| Computerspiele, Videospiele | 46 |
| CDs (inkl. Hüllen) etc. | 123 |
| Online-Angebote | 374 |
| Nichtindizierungen | 22 |
| DVDs, Videos, LDs | 2 |
| Zeitschriften, Bücher, Comics etc. | 5 |
| Computerspiele, Videospiele | - |
| CDs (inkl. Hüllen) etc. | 15 |
| Online-Angebote | - |
| Listenstreichungsverfahren | 378 |
| Feststellung gegebner bzw. fehlender Inhaltsgleichheit | 12 |
| Zweifelsfälle (gutachterliche Stellungnahme) | 3 |
| Verfahrenseinstellungen | 189 |
| Gesamterledigungen | 1362 |
Übersicht 2009