2 Blu-rays + Kinoticket für Fast and the Furious 6 In Anbetracht der heutigen Kinopreise für Interessierte eine Überlegung wert und dann sicherlich günstiger als so manche Bundle-Aktion
Manche Geschichten sind wie gemacht für's Kino. So auch die Geschichte von Barry Minkow, die bereits abgedreht ist und gerade Verleiher sucht. Nur ist der Film Minkow wohl nicht das Ergebnis einer kritischen Auseinandersetzung mit der Figur oder ausgiebiger Recherche eines ambitionierten Filmemachers. Denn Minkow hat den Film mitproduziert und spielt sich auch selbst. Ob das bei einem notorischen Betrüger so klug war...
Barry Minkows Karriere als Betrüger begann bereits als Teenager mit der Gründung der Teppichreinigungsfirma ZZZZ Best, die aber schnell zur größten Betrugsfirma der 80er-Jahre wurde, als man anfing, auch Versicherungsschäden zu beheben, um Investoren (auch vom Organisierten Verbrechen) anzulocken. Zumindest auf dem Papier.
Verantwortlich für das Ende von ZZZZ Best war am Ende eine Dame, die er damals bei einem Kreditkartenbetrug wegen ein paar Hundert Dollar vor den Kopf stoß und die hartnäckig blieb, bis sie genug Beweise hatte, um Minkow zu Fall zu bringen. Als der Betrug aufflog, war das Unternehmen an der Börse notiert, mehr als 200 Millionen Dollar wert, kurz vor der Fusion mit einem Konkurrenten und Minkow bereits dabei, die feindliche Übernahme eines anderen zu planen.
Verurteilt zu 25 Jahren, saß Minkow aber nur 7 Jahre im Knast, wurde dort zum Priester und half nach seiner Entlassung auch verschiedenen Stellen beim Aufspüren von Betrügern. So gründete er eigens dafür ein Institut und trat auch als Experte im TV, vor allem bei FOX News, auf. So richtig interessant wurde es wieder 2009, als Minkow mit Insidergeschäften zu neuem Geld kam, indem er der Baufirma Lennar Betrug vorwarf.
Hier gab es vor 3 Tagen eine weitere Wendung. Denn Minkow stimmte einem Deal mit der Staatsanwaltschaft zu, die ihn aber voraussichtlich wieder für 5 Jahre in den Knast schicken wird.
Das "märchenhafte" Ende von Minkow, wie es der Regisseur selbst bezeichnete und welcher natürlich all das noch nicht beinhaltet, muss also geändert werden, bevor der Film, der letzten Monat bereits auf der Berlinale gezeigt wurde, in Cannes endgültig Verleihern angeboten werden kann.
Spätestens nach Sichtung des Trailers und der Aussagen eines scheinbar sehr naiven Regisseurs ("I feel badly for Barry. I've seen him do some really good things.") entsteht jetzt aber endgültig der Eindruck, dass hier weniger ein halbwegs wahrheitsgetreuer Film über einen notorischen Betrüger entstanden ist, sondern ein Märchenfilm, in dem sich Minkow selbst so inszenieren durfte, wie er es wollte. Das letzte Kapitel dürfte Minkow dann aber nicht mehr gefallen. Für Nachdrehs wird er wohl nicht zur Verfügung stehen.
Bekannte Gesichter wie James Caan, Armand Assante, Thalia Shire, Mark Hamill und Ving Rahmes konnten auch davon überzeugt werden, an Minkow mitzuwirken.