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Doom 1 und 2 sind vom Index gestrichen
Die BPjM erklärt den Sachverhalt
Seit 1994 steht Doom und sein Nachfolger, Doom 2 – Hell on Earth auf dem Index für jugendgefährdende Schriften der BPjM. Nun ist etwas passiert, was durchaus überraschend ist. Beide Titel sind vom Index gestrichen worden! In der aktuellen BPjM Aktuell , welche SB.com vorliegt, erklärt die Prüfstelle sehr genau, wie es zu der Listenstreichung gekommen ist. Die BPjM wurde im Falle Doom tätig, weil durch den Rechteinhaber ein entsprechender Antrag auf Listenstreichung bei der BPjM eingegangen ist. Der Rechteinhaber begründete den Antrag mit der Tatsache, dass durch die Weiterentwicklung im Bereich Computer- und Videospiele heute von den beiden Spielen keine Jugendgefährdung durch die dort gezeigten Gewaltdarstellungen mehr ausgehen könne. Die BPjM nahm sich daraufhin des Verfahrens an und nutzte zwei Sitzungen, um über das Für und Wieder der Indizierung zu beraten und letztlich zu einer Entscheidung zu kommen. In der Indizierungsentscheidung Nr. 4637 (V) vom Mai 1994 führte das Gremium aus: „[…], wesentlicher Inhalt des Spiels sei die bedenkenlose, realistisch inszenierte Tötung der Gegner, darunter u.a. menschlich gestaltete Gegner. Ein erfolgreiches Durchspielen werde einzig durch die Liquidation zahlloser Gegner gewährleistet; die Tötungshandlungen würden mit blutig zerfetzten gegnerischen Körpern aufwendig dargestellt und akustisch untermalt (Geräusch der Waffe, Todesschreie). Das Spiel setze mit seiner spekula- tiven, effektheischenden Aufbereitung blutiger Metzelszenen im Wesentlichen auf ein beim potentiellen Nutzer vermutetes voyeuristisches bzw. sadistisches Interesse. Dass das Geschehen im Weltraum angesiedelt sei und damit „Science-Fiction-Charakter“ habe, trete während des eigentlichen Spielverlaufs in den Hintergrund. Die Mutierten stellten sich so in der Hauptsache als Menschen mit soldatischem Äußeren dar. Eine kritische Bewertung des aggressiven Spielinhalts sei dem Spieler aufgrund der hohen Dichte der Kämpfe nicht möglich.“
Die BPjM erkennt nun auch den historischen Wert des Spieles an. Doom gelte als Wegbereiter eines ganzen Genres und auch als Meilenstein im Bereich der Computerspiele. Der Verfahrensbevollmächtigte führte aus, dass sich sowohl die Medienlandschaft seit der Indizierung von Doom gewandelt habe, als auch die gesellschaftliche Akzeptanz von Video- Computerspielen. So würden heute von der USK Spiele mit einer Altersfreigabe ab 18 oder gar ab 16 Jahren bedacht, welche in Darstellung und Realismus der von Doom bei weitem überlegen sind. Auf Kinder und Jugendliche würde Doom heute kaum noch Anziehungskraft ausüben, da diese technisch weit ausgereiftere Spiele gewohnt seien. In der Sitzung vom 13. Juli 2011 wurde das Spiel einem 3er Gremium zunächst vorgeführt, und die wesentlichen Spielmechaniken wurden erläutert. An dessen Ende konnte keine einmütige Entscheidung getroffen werden, weshalb über das weitere Vorgehen im 12er Gremium beraten worden ist, welches einen knappen Monat später, am 4. August stattfand. Dort wurde letztlich für die Listenstreichung votiert. Die Gründe werden im Folgenden dargelegt. Das Computerspiel „Doom“ war wie beantragt aus der Liste der jugendgefährdenden Medien zu streichen.Der Antrag auf Listenstreichung hat Erfolg, wenn das 12er-Gremium der Bundesprüfstellenicht mit der erforderlichen 2/3-Mehrheit, die auch für eine Listenaufnahme vorgeschrie-ben ist, für den Fortbestand der Indizierung stimmt. Diese erforderliche Mehrheit ist vorliegend nicht zustande gekommen./p>
Der Erläuterung der Gründe für die Aufhebung der Indizierung, stellte die BPjM noch einmal die Faktoren voran, die bei der Entscheidung über eine mögliche Jugendgefährdung eine Rolle spielen. Diese wären
- Setting bzw. Handlungsumfeld.
- Auftrag bzw. Spielziel
- Gegner
- Formen der Gewalt und
- die entsprechende Visualisierung der Vorgänge
So ist man bei der BPjM auch nach wie vor der Meinung, dass Doom von Gewalt geprägt ist. Die Schalterrätsel und die Suche nach einem Ausgang mindern diesen Eindruck dabei nicht. Mehrere Mitglieder des Gremiums waren darüber hinaus der Ansicht, dass die im Spiel vorkommende Gewalt auch aus heutiger Sicht den Status der Jugendgefährdung erfüllt. Für diese Mitglieder war vor allem der Umstand bedenklich, dass in Doom menschliche Gegner in großer Zahl auftreten. Die fehlende Qualität der Grafik könne diesen Umstand jedoch nicht relativieren. Seine sozialethische Desorientierung von Jugendlichen könne deshalb nicht ausgeschlossen werden.
Die Mehrheit des 12er Gremiums konnte sich dieser Entscheidung jedoch nicht anschließen: Der Antragstellerin ist zuzugeben, dass die seit 1994 erfolgte technische Entwicklung im Bereich der Computerspiele dazu geführt hat, dass fotorealistische Darstellungen den zeitgemäßen Standard markieren und dementsprechend der Maßstab, welche Abbildungen oder Schilderungen als realistisch/realitätsnah und detailliert gelten können, einem starken Wandel unterzogen wurde. Ohne Frage ist der Umstand, dass eine nicht unerhebliche Anzahl der Gegner aus (mutierten) Menschen besteht und der Spieler diese zu töten hat, auch aus jetziger Sicht weiterhin als bedenklich anzusehen. Jedoch sind die in „Doom“ präsentierten Gewaltszenen nachheutigen Maßstäben weder als detailliert noch als realistisch/realitätsnah einzustufen.
Die Darstellungen im Spiel würden heutigen Minderjährigen kaum als Vorbildcharakter dienen können, noch würden sie in sozialethischer Weise desillusionieren können. Durch die veraltete Grafik wirke das Kampfgeschehen nicht mehr so intensiv, wie bei modernen Titeln. Damit würde auch der Eindruck von abstrakten und fiktiven Eindrücken beim Spieler nochmals unterstrichen. Natürlich begründet die BPjM nicht blos aufgrund der visuellen Darstellung von Doom ihre Entscheidung. Doch beispielsweise auch auf der Ton-Ebene könne Doom nicht zu einer Jugendgefährdung beitragen. Die hier dokumentierte Entscheidung der Bundesprüfstelle ist durchaus als historisch zu bewerten, gilt doch Doom als einer der Ego-Shooter schlechthin. Vielleicht nicht zu letzt durch seine frühe Indizierung hat das Spiel in Deutschland solche eine famose Fangemeinde. Anzumerken bleibt noch, dass sich die Aufhebung der Indizierung auch auf Doom 2 bezieht, hier jedoch nicht auf die amerikanische Fassung, welche teilweise Levels aus dem hierzulande beschlagnahmten Wolfenstein 3d enthält. Quelle:  BPjM
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Kommentare
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11.
31.08.2011 00:53 Uhr -
Bearserk
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31.08.2011 - 00:10 Uhr schrieb Hinoki
31.08.2011 - 00:03 Uhr schrieb Bearserk
Schön, wenn man mal mitbekommt, wie lächerlich manche Entscheidungen manchmal waren!
Nicht für die damalige Zeit. Die Grafik war damals halt State of the Art. Mehr oder weniger. Heute ist man halt abgestumpft und deswegen schlimmeres gewohnt
Doch, auch für die damalige Zeit, denn wenn ich als Erwachsener Monster und menschenähnliche Zombies zerballere, ist es immer noch nicht besonders verrohend.
Das hat nix mit Abstumpfung zu tun, sondern mit der übertriebenen Hysterie, die damals bei diesen Themen vorherrschte.
Ansonsten empfehle ich mal eine Runde mit dem damals indizierten Spielen River Raid auf dem Atari VCS oder auch, wenn man es etwas realistischer will, 1942 mit dem C64.....
Man, wollte ich damals unbedingt ein Flugzeug entführen und alles niedermachen.... ;-)
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16.
31.08.2011 05:48 Uhr -
DARKHERO
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31.08.2011 - 03:49 Uhr schrieb D-Chan
Ist die Gameboy Color Version von Teil 1 nicht "ab 16 Jahren" freigegeben, weil das Blut grün ist? o_o
31.08.2011 - 01:29 Uhr schrieb Zombiemaniac
Okay freut mich das Doom 1 und 2 nun wieder frei sind, aber was ist mit Final Doom.?
Könnte wegen "quasi" Inhaltsgleichheit ebenso gestrichen werden.
Denke du meinst die GB Advance Version.
Final Doom wird wohl auf den Index bleiben. Weil Final Doom wohl die Original Version von Doom II enthält und diese bleibt auf den Index, da sie Levels aus Wolfenstein 3D enthält. http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=3263
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22.
31.08.2011 10:13 Uhr -
holgocop
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Kein Mensch behauptet, dass Doom der erste Ego-Shooter sei. Und dennoch war das Spiel definitiv ein Wegbereiter. Im Gegensatz zu Wolfenstein bot es nämlich eine deutlich angenehmere und bessere Grafik, bessere Darstellung der Level und Gegner. Zudem waren verschiedene Ebenen möglich, was dem Spielgenuß durch die realistische Räumlichkeit (Treppen, Stockwerke, schräge Winkel, Außenbereiche etc.) um einiges besser tat, als es noch beim Kopschmerz-ID-Titel der Fall war. Auch wenn Wolfenstein maßgeblich ein Meilenstein in Sachen 3D-Entwicklung war, hat es Doom eben geschafft, alle Punkte der Engine so zu verfeinern und durchzukomponieren, dass ein "perfektes" Spiel dabei herauskam. Ähnlich dem Jahre später erscheienen Half Life.
Die Listenstreichung finde ich zwar gut und nachvollziehbar, dennoch kann ich Begründung des Gremiums (vor allem damals) absolut verstehen. Doom zeigte Brutalität in einer bis dato unbekannt hohen Qualität und Drastik. Zerplatzende Gegner schafften es damals (nicht nur bei mir), dass man das Spiel nur eine gewisse Zeit spielen konnte, ohne das Gefühl zu haben, tatsächlich abzustumpfen. Kein Spiel - auch nicht das wirklich eher harmlose Wolfenstein - hatten damals einen solch hohen Gewaltgrad und eine solch hohe Gewaltmenge (sozusagen Quantität UND Qualität). Auch heute noch kommt das Spiel sehr roh und grausam rüber, auch wenn man vll. andere Darstellungen gewohnt ist. Aber gerade das an Serious Sam erinnernde Nonstop-Arcade-Geballer, die fehlenden wirklichen Rätsel und Aufgaben, legen den Fokus ganz klar auf die gewalttätige Ebene. Wer sich noch an den Abspann erinnert, bei dem man sämtlichen im Spiel auftauchenden Gegnern nochmal das Lebenslicht ausblasen konnte, wird dem nicht widersprechen können. Was ich damit sagen will, die Indizierung war NIEMALS übertrieben oder nicht nachvollziehbar. Klar kamen später heftigere Sachen (z.B. erinnere ich mich noch an die fliegenden Augäpfel und um Gnade bettelnden Gegner von "Rise of the Triad"), aber zum Zeitpunkt des Erscheinens, ging einfach nicht mehr in Sachen Blood and Guts. Außerdem war es schon recht amüsant mit anzusehen, wie die damaligen Hitlisten der Spielemagazine von 2 Titel dominiert wurden:
Platz 1: XXXX 2
Platz 2: XXXX
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24.
31.08.2011 10:19 Uhr -
holgocop
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Das gleiche kann man von allen alten Klassikern sagen, sei es nun Doom, Quake, oder auch im filmischen Bereich TCM, Braindead etc. So weit reicht die Erkenntnis aber scheinbar nicht.
Komödie hin oder her, aber zu behaupten, dass Braindead (egal ob aus damaliger oder heutiger Sicht) ein harmloser Film wäre, oder gar zu erwarten dass dieser Film jemals im deutschen Free TV ungeschnitten akzeptiert würde, ist schon ein wenig weltfremd. Ich jedenfalls möchte nicht, dass sich mal meine Kinder des Nachts (so wie wir es alle ja mal gemacht haben) an den Fernseher schleichen und sehen, wie einer präparierten Leiche einer Frau aus sämtlichen Körperöffnungen Eiter und Balsamierungsflüssigkeit schießen. von anderen Ekelszenen des Films ganz zu schweigen.
PS: Nichtsdestotrotz liebe ich den Film natürlich.
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56.
01.09.2011 14:15 Uhr -
Chev-Chelios
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31.08.2011 - 11:24 Uhr schrieb holgocop
31.08.2011 - 10:54 Uhr schrieb Chev-Chelios
31.08.2011 - 10:31 Uhr schrieb holgocop
Genauer betrachtet: Eigentlich war der absolute Wegbereiter für die heutigen Egoshooter "Descent" - das auch einen sehr packenden Multiplayer besaß.
Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und würde behaupten das Descent eher ein Shoot'Em Up war. Bei Doom hingegen war die Bezeichnung "Ego Shooter" eher gegeben, da es auch die totale Bewegungsfreiheit besaß.
Is gar nicht so weit vom Fensterrahmen weg ;) Klar war Descent ein Shoot em up, hat aber durch die völlige Freiheit (innerhalb eines Levels), die Gegner, die eben nicht aus Sprites bestanden, sehr viel Ähnlichkeit zum späteren Quake.
Dem möchte ich nix mehr hinzufügen ;)
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58.
06.09.2011 20:21 Uhr -
2sick4nick
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31.08.2011 - 17:44 Uhr schrieb Critic
hat doch schon jeder totgespielt, also ist das jetzt noch egal. warum geld ausgeben für n spiel das längst freeware bei ID rumliegt.
Ich hoffe das war ein Scherz. Doom und Freeware? Beileibe nicht. id Software will dafür immer noch 20$ sehen...
http://www.idsoftware.com/store/
Btt:
Mir ist es wurscht ob auf dem Index oder nicht ^^. Ich hab das Spiel, ich spiele es immer noch und ich hab nach wie vor meinen Spaß daran ^^. Ich war 12 wo ich das erste Mal "Kontakt" zum Spiel hatte, und bösartig, gewalttätig oder dergleichen bin ich nicht geworden ;)
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