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William Friedkin attackiert die MPAA
Regisseur von Exorzist und Killer Joe erbost über Freigabeprozess
Wie bereits berichtet, hat der Film Killer Joe von William Friedkin (The French Connection, Der Exorzist) nur ein NC-17-Rating erhalten und für die Kinoauswertung in den USA auch behalten. Letztes Wochenende startete der Film mit 3 Kopien in den Kinos.
Ropeofsilicon.com führte ein Interview mit Friedkin über Killer Joe. Dort äußerte sich der Regisseur über mögliche Schnitte für ein R-Rating.
Friedkin: "Cutting it would have been the equivalent of what members of the United States government and military leaders said about the Vietnam War. They said, "We have to destroy Vietnam in order to save it," and that's what I would have done to Killer Joe. To get an R rating I would have had to destroy it in order to save it and I wasn't interested in doing that."
Er kritisiert auch, wie viele davor, das System der MPAA.
Friedkin: "The ratings board is a phony organization. They're a self-governing body of the major studios. They have no legal standing whatsoever. The fact they say no one under the age of 17 can come into a theater, even with a parent is not legally enforceable. They're not going to fine somebody. They're not going to put them in jail. It's all, again, a subjective judgment on the part of the ratings board."
Allerdings ist hier auch beachten, dass die MPAA-Ratings den deutlich strengeren Hays-Code ablösten, der zuvor festlegte, was gut oder schlecht für die amerikanischen Kinogänger ist. CARA (Classification & Rating Administration, innerhalb der MPAA für Ratings zuständig) prüft Filme auf ihre Tauglichkeit für Jugendliche und Kinder. Eine Alternative wäre nur ein weiteres staatliches Zensursystem gewesen, möglicherweise auch noch mit unterschiedlichen Regeln in jedem der 50 Bundesstaaten der USA (wie es in anderen Ländern wie z.B. Österreich, der Schweiz oder Australien der Fall ist). Die Prüfer der CARA sind zwar unbekannt, aber zum größten Teil Eltern, denn die MPAA-Ratings sind eine Entscheidungshilfe für andere Eltern, was sie ihren Kindern zeigen können oder nicht. Und Maßstab können hier nicht nur möglicherweise liberale Metropolen an den Küsten sein. Die Freigaben müssen auch in den Flyover-States in der Mitte der USA anwendbar sein. Ein R-Rating und NC-17 soll keine Bestrafung darfstellen und Erwachsenen steht es frei, diese zu sehen. Soweit die Theorie.
In der Praxis ist es natürlich so, dass vor allem ein NC-17 ein Stigma ist, welches auch viele erwachsene Zuschauer davon abhält, einen Film zu sehen. Meist trifft bereits das Kino die Entscheidung, sowas gar nicht zu zeigen. Egal, was jetzt der Grund für die Freigabe ist oder ob sie gerechtfertigt ist. Bei so wenigen Filmen im Jahr, die das betrifft, lohnt es sich für viele auch nicht einmal, das überhaupt zu hinterfragen. Film ist hier Kommerz und ein NC-17 hinderlich. Aber nicht nur die Kinos denken so, auch viele Zuschauer vermeiden bewusst Filme mit hohen Ratings, weil das die Chance reduziert, dass sie etwas sehen, was sie nicht sehen wollen. Jeder hat seine eigene Vorstellung von Unterhaltung und eigene Grenzen. Während Unrated, NC-17 oder ein R in vielen großen Städten zumindest für die Kinos kein Grund einer Ablehnung ist - das Publikum ist hier groß genug -, sieht es in den Flyover-States im Landesinneren anders aus und die Filmliebhaber, die es dort gibt, haben halt Pech. Das ist zu kritisieren. Aber eigentlich tragen hier die Eltern, die für andere Eltern eine Entscheidung treffen sollen und nicht für Erwachsene, keine Schuld.
William Friedkin sieht hier nur die Nachteile für sich, seinen Film und interessierte Zuschauer, aber nicht die Vorteile, die das System für Amerikaner hat, die keine staatliche Zensur wollen oder als Eltern eine Empfehlung für die eigenen Kinder haben möchten.
Inhalt: Der junge Drogendealer Chris Smith (Emile Hirsch) muss schnell 6.000 Dollar Schuldgeld auftreiben, oder er ist tot. Die Lebensversicherung seiner Alkoholiker-Mutter könnte ihm auf einen Schlag 50.000 Dollar einbringen. Nachteil: Mutter Smith lebt - noch! Die Lösung scheint Joe Cooper (Matthew McConaughey) zu sein: ein smarter Cop aus Texas, nebenberuflich Profikiller. Bedingung sind 25.000 Dollar Cash im Voraus. Chris ist pleite und geht in seiner Verzweiflung einen unmoralischen Deal ein. Er überlässt Killer Joe bis zur Auszahlung der Versicherungssummer seine kleine Schwester Dottie (Juno Temple). Das ohnehin angespannte Familienverhältnis der Smiths eskaliert und trudelt gänzlich ins blutige Chaos... (WVG Medien)
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Kommentare
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5.
06.08.2012 00:32 Uhr -
Kerry
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Nun ja, Altersfreigaben dürfte es in so ziemlich allen Ländern geben.
Filme mit einer hohen Freigabe haben ein geringeres Zielpublikum als Filme mit einer niedrigeren Freigabe; dies liegt in der Natur der Dinge. Insbesondere, seit die Hauptzielgruppe der Filmproduzenten "Kinder" und nicht mehr "Erwachsene" sind.
Kinos wiederrum zeigen Filme, von welchen sie sich die höchsten Einnahmen versprechen.
Folglich wird es immer mehr Filme für Kinder und immer weniger Filme für Erwachsene in den Kinos geben.
Dass dies auch anders geht, scheint vielen Filmproduzenten unbekannt zu sein. Bis in die späten 80er hinein waren Erwachsene die anvisierte Zielgruppe, dementsprechend "erwachsene" Filme liefen in den Kinos. Irgendwann ab Anfang der 90er kam dann der Umbruch zum Kinderfilm. Die Geschichten wurden einfacher, die realistische Darstellung von Gewalt und Erotik zurückgedreht. Früher war "R" die Standardfreigabe für Kinofilme, heute ist dies PG-13.
So sehr ich Hr. Friedkin schätze, seine Kritik geht in die falsche Richtung. Es liegt primär an den Studios, welche Zielguppe sie ins Auge nehmen und welche Filme sie produzieren. Und ob sie auch mal bereit sind, ein NC-17 oder zumindest ein R zu akzeptieren. Auch Erwachsene würden wieder mehr ins Kino gehen, wenn es denn entsprechende Filme gäbe.
Heute nachmiitag hätte habe ich mir überlegt, mal wieder einen Kinobesuch zu starten. Nan Ansicht des Programms des örtlichen Kinokomplexes habe ich davon Abstand genommen (Merida, der Lorax, Ted, Ice Age, Baby Call....)
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6.
06.08.2012 00:34 Uhr -
Kerry
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Nun ja, Altersfreigaben dürfte es in so ziemlich allen Ländern geben.
Filme mit einer hohen Freigabe haben ein geringeres Zielpublikum als Filme mit einer niedrigeren Freigabe; dies liegt in der Natur der Dinge. Insbesondere, seit die Hauptzielgruppe der Filmproduzenten "Kinder" und nicht mehr "Erwachsene" sind.
Kinos wiederrum zeigen Filme, von welchen sie sich die höchsten Einnahmen versprechen.
Folglich wird es immer mehr Filme für Kinder und immer weniger Filme für Erwachsene in den Kinos geben.
Dass dies auch anders geht, scheint vielen Filmproduzenten unbekannt zu sein. Bis in die späten 80er hinein waren Erwachsene die anvisierte Zielgruppe, dementsprechend "erwachsene" Filme liefen in den Kinos. Irgendwann ab Anfang der 90er kam dann der Umbruch zum Kinderfilm. Die Geschichten wurden einfacher, die realistische Darstellung von Gewalt und Erotik zurückgedreht. Früher war "R" die Standardfreigabe für Kinofilme, heute ist dies PG-13.
So sehr ich Hr. Friedkin schätze, seine Kritik geht in die falsche Richtung. Es liegt primär an den Studios, welche Zielguppe sie ins Auge nehmen und welche Filme sie produzieren. Und ob sie auch mal bereit sind, ein NC-17 oder zumindest ein R zu akzeptieren. Auch Erwachsene würden wieder mehr ins Kino gehen, wenn es denn entsprechende Filme gäbe.
Heute nachmiitag hätte habe ich mir überlegt, mal wieder einen Kinobesuch zu starten. Nan Ansicht des Programms des örtlichen Kinokomplexes habe ich davon Abstand genommen (Merida, der Lorax, Ted, Ice Age...)
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15.
07.08.2012 22:57 Uhr -
SergioSalvati
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"Ein demokratisch nicht legitimiertes Organ, das weitestgehend ohne kodifizierte Richtlinien arbeitet, auf Transparenz, formelle Rechtsstaatlichkeit und künstlerische Freiheit scheißt und auf eine so unglaublich kindische Art und Weise funktioniert, dass es doch paradox ist, dass es sich auf den Jugendschutz als seine Legitimationsgrundlage beruft! Um es ganz klar zu stellen: der Staat hat meiner Meinung nichts in der Klassifizierung und Bewertung von Kunst zu suchen… es sei denn, es geht um strafrechtliche Angelegenheiten. Aber der größte Albtraum auf der Welt scheint mir doch zu sein, einer PRIVATEN (!) Organisation mehr Macht zu gestehen als einer offiziellen Behörde. Denn viele große Konzerne funktionieren doch nach dem Motto „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren“. Viel Macht, keine Verantwortung bzw. Verantwortlichkeit! So auch die Motion Picture Association of America (MPAA)." (über die MPAA, aus einem Online-Review über "This Film Is Not Yet Rated")
Die Entscheidungen der MPAA sind tatsächlich dermaßen willkürlich und offenbaren ein dermaßen verqueres Welt- und Menschenbild, dass die letzten drei Absätze dieser News-Meldung für mich nicht nachvollziehbar sind. Im Vergleich dazu wirken selbst die Entscheidungen der FSK noch höchst logisch und schlüssig.
Es ist zwar richtig, dass es nicht die Schuld der Prüfer ist, dass ein NC-17-Film faktisch kommerziell tot ist. Aber die Folgen ihrer Entscheidungen dürften ihnen ja durchaus bekannt sein. Und dass die durchaus immer noch sehr sicken und heftigen R-Fassungen von beispielsweise 'Saw III-VII' oder 'Hostel' eher einem R-Rating würdig sind als etwa 'Shame' oder die ungeschnittene Fassung von 'Team America' ... das dürfe eigentlich selbst in den teils prüden USA kein vernünftiger Mensch verstehen.
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