Ken Loach, der Regisseur der britischen Komödie The Angel's Share, zeigte sich erbost über das Verhalten der Freigabebehörde BBFC in Bezug auf ihre Bewertung von obszöner Sprache. Um das lukrativere BBFC 15-Rating zu erhalten, forderte das Gremium eine Reduzierung von Schimpfwörtern.
Etwas ironisch gab Loach zu Protokoll:
We were allowed seven 'cunts'… but only two of them could be aggressive 'cunts'.
Drehbuchautor Paul Laverty führte es etwas mehr aus und kritisiert auch, dass bei graphischen Schauwerten nicht so streng geurteilt würde:
'You wee cunt' is often a term of endearment, [...] But [the BBFC] transpose it as if it were on a public address system at the Royal Opera. They take it out of context. They have an obsession with that word. There are many films they have given a 15 certificate to that I think are full of pornographic violence or racism or cruelty that is not fit for 15-year-olds, and they show that with no problem at all, so I think there is tremendous hypocrisy.
Die BBFC wollte diese Vorwürfe jedoch nicht unkommentiert stehen lassen und meldete sich ebenfalls zu Wort (ohne aber auf den Kern der Kritik einzugehen):
There are numerous cases where film-makers make changes to achieve a lower classification and other cases where they do not make changes and a higher classification is accepted. The choice is always that of the film-maker and distributor.
Von eben dieser Freiheit machte der Rechteinhaber Entertainment One letzten Endes auch Gebrauch, indem man den Film für die Kinofassung für die BBFC 15-Freigabe zensierte. Auf DVD und Blu-ray gestaltet sich die Situation in Großbritannien aber nun genauso wie etwa bei The Hunger Games. Die DVD enthält nur die bearbeitete Kinofassung, während die Blu-ray die unzensierte BBFC 18-Version an Bord hat.
Ob der Film, der in Deutschland am 18. Oktober 2012 unter dem Titel Angels' Share - Ein Schluck für die Engel in die Kinos kommt, ähnliche Probleme bei der FSK hatte, darf bezweifelt werden. Dort hat er jedenfalls eine Einstufung ab 12 Jahren bekommen und auch die Laufzeit ist länger als die der britischen Cut-Version. Wir haben dafür eben andere Probleme.
Inhalt: Robbie (Paul Brannigan) ist so etwas wie ein Problemkind, das immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Dieses Mal läuft es für den jungen Mann allerdings nicht so glimpflich ab, er wird bestraft und muss deshalb nun gemeinnützige Arbeit verrichten. Dabei trifft er auf drei weitere Heranwachsende, die sozusagen die gleichen Probleme haben wie er. Aber viel wichtiger ist, dass er während der Arbeit eine neue Leidenschaft für sich entdeckt – den unglaublichsten und teuersten Malt Whiskey den man überhaupt finden kann. Er hört, dass es irgendwo in den Highlands von Schottland noch ein ganzes Fass von dem Whiskey geben soll. Mit den Gedanken in die Zukunft und an seine Familie gerichtet, beschließen die vier Arbeiter, dass sie das Fass suchen und teuer verkaufen wollen. Jedoch wäre das höchst illegal und könnte Robbie unter Umständen 20 Jahre Gefängnis einbringen. (Prokino)