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Joachim Witts Gloria-Musikvideo soll indiziert werden
Bundesfamilienministerium stellte Antrag im Namen von Bürgern
Seit September schon ist das apokalyptische Musikvideo Gloria von Joachim Witt im Umlauf und sorgte bei vielen für Aufregung, vor allem bei Soldaten der deutschen Bundeswehr. Im Video sind nämlich solche zu sehen, wie sie gerade eine Frau vergewaltigen, während die Tochter dabei zusehen muss. Vor der Hütte liegen viele Leichen und deuten auf ein Massaker hin. Ein Teil der Soldaten ist geschockt, während andere die Vergewaltigung erregt fotografieren.
Der Interpret Joachim Witt äußerte sich nach den zahlreichen Beschwerden auf seiner Facebook-Seite.
Joachim Witt: Da es hier im Moment viele Einträge von Bundeswehrangehörigen bezüglich des Videos zu GLORIA gibt, möchte ich folgendes dazu sagen: Bei dem Video zu GLORIA handelt es sich unmißverständlich um eine Kunstform! Wir zeichnen in großen und anspruchsvollen Bildern ein apokalyptisches Horrorszenario! Die Soldaten in diesem Video sind austauschbar! Wenn sich jemand und das tun augenscheinlich viele, auf Grund des dargestellten Hohheitszeichens auf den Uniformen, angegriffen oder gar beleidigt fühlen, entschuldige ich mich dafür! Als ehemaliges Mitglied des Bundesgrenzschutzes (noch zu Zeiten des Kalten Krieges) respektiere ich die Arbeit der Bundeswehr! Es grüßt Euch Joachim Witt (Quelle: Facebook)
Der deutschen Bundeswehrverband äußerte sich zuvor kritisch zum Video:
Oberst Kirsch: Als ehrverletzend wertet der Deutsche BundeswehrVerband das Musik-Video zum Lied „Gloria“ von Joachim Witt. „Bei aller künstlerischen Gestaltungsfreiheit: Das Video verunglimpft deutsche Soldaten in geschmackloser Weise“, sagt Bundesvorsitzender Oberst Ulrich Kirsch.
Der Verbandschef fragt, warum Joachim Witt die Verrohung im Krieg – darum geht es wohl – nicht zeigen konnte, ohne explizit Bundeswehrsoldaten als Frauenschänder und Mörder darzustellen. „Ausgerechnet diejenigen, die seit Jahren ihren Kopf für dieses Land hinhalten und etwa auf dem Balkan solche Szenarien verhindert haben, werden hier mit brutalen Gewaltverbrechern gleichgestellt“, so Kirsch. Damit bewege sich Witt in Darstellungsformen, die die Betroffenen jenseits des künstlerischen Anspruchs zu Recht als verletzend empfänden.
„Ich kann nur dazu raten, den Unmut gegenüber Witt in dessen Facebook-Auftritt deutlich zu machen. Er möchte ja den offenen Dialog. Den sollte er dann auch bekommen“, rief Kirsch zum Diskurs mit dem Künstler auf.
In dem Video werden Soldaten in Bundeswehruniformen und mit deutschen Hoheitsabzeichen gezeigt, die eine Frau vergewaltigen. Weitere Szenen legen den Schluss nahe, dass ein Mädchen, das die Tat beobachtet hat, mit einem Messer ermordet wird. (Quelle: dbwv.de)

So weit so normal in einer Demokratie. Ein Künstler provoziert und die Provozierten gehen dagegen an bis es ausdiskutiert ist oder im Sand verläuft. Allerdings bietet die deutsche Politik hier immer noch ein Instrument, welches das Ausdiskutieren verhindern soll und Menschen die Möglichkeit raubt, sich frei mit kritischen Themen auseinanderzusetzen:
Nämlich die Indizierung auf der Liste der jugendgefährdenden Schriften, mit der das Bundesfamilienministerium im Auftrag der Bürger das Video nun aus dem Verkehr ziehen und die Diskussion verhindern will. Immerhin ist es es ein Leichtes, Werbung zu unterstellen, wenn sich jemand positiv über etwas äußert. Und Werbung ist nach einer Indizierung verboten.
Allerding würde man damit dem Musikvideo nur ein Denkmal setzen und ungewollt mehr Aufmerksamkeit verschaffen als es sonst bekommen hätte. Denn gerade aufgrund der Indizierung wird das Musikvideo nun mehr Jugendliche erreichen. Verbotenes ist interessant und die Zeiten, in denen Indizierungen die Jugend wirklich von jugendgefährdenden Dingen fernhalten können, sind lange vorbei. Verstanden hat das die Regierung noch nicht.
Etwas anderes dagegen schon. Nach dem Rammstein-Debakel ist man scheinbar vorsichtig geworden, mit solchen Dingen in Verbindung gebracht zu werden. Shitstorms kennen nicht nur die Piraten. So distanziert man sich in einer Pressemitteilung vom Antrag überdeutlich und tritt scheinbar nur als Bote zwischen besorgten Bürgern und BPjM auf.
Pressemitteilung des Familienministeriums: [...] Mehrere Bürgerinnen und Bürger haben Kontakt zu unserem Haus aufgenommen und ihren Unmut über ein Video des Musikers Joachim Witt geäußert – verbunden mit dem Wunsch, eine Indizierung prüfen zu lassen. Das Bundesfamilienministerium prüft in diesem wie in allen anderen derartigen Fällen die Medieninhalte, was auch dem gesetzlichen Auftrag der Behörde entspricht und reicht den Antrag auf Indizierung danach bei der BPJM ein. Einzelpersonen ist dies aus rechtlichen Gründen leider nicht möglich. Es handelt sich bei dem Indizierungsantrag also nicht um eine Initiative des Bundesfamilienministeriums oder der Bundesregierung. [...] (Hervorhebung im Original) (Quelle: Augengeradeaus.de)
Die BPjM bestätigte Spiegel Online gegenüber auch, dass der Indizierungsantrag eingereicht wurde und will voraussichtlich Anfang nächster Woche ihre Entscheidung bekanntgeben.
Das Video kann man sich aktuell noch auf Clipfish.de anschauen.
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Kommentare
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10.10.2012 01:01 Uhr -
Fratze
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@ wirsindviele:
"... freie Meinungsäußerung und Kunstfreiheit"? Wo lebst du denn?!? ; )
Aber im Ernst: Hat m.E. doch eher mit Kunstfreiheit zu tun, ne Meinungsäußerung kann ich da nicht erkennen... besonders wenn Witt sich davon distanziert.
Gut, kann schon verstehen, wenn sich da einige Soldaten auf den Schlips getreten fühlen, besonders wohl solche, die wie von Oberst Kirsch angesprochen so was wohl mal "live" miterlebt haben, die verstehen da vermutlich wenig Spaß... sollte man aber trotzdem nich so ernst nehmen, ist doch unterm Strich nur´n scheiß Video Clip und alles fiktiv! Weiß nich, ob sich z.B. US-Soldaten auch so über "Apocalypse Now", "Platoon" oder "Die Verdammten des Krieges" aufgeregt haben (letzterer behandelt auch die Vergewaltigungsthematik)...
Vielleicht wars ja auch tatsächlich kalkulierte Provo von Herrn Witt. Btw., sind eigentlich Soldaten hier angemeldet? Wenn ja, was haltet ihr davon?
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10.10.2012 05:56 Uhr -
Admiral Nogura
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Eine Indizierung des Musikvideos ist in keiner Weise zu rechtfertigen. Eine Jugendgefährung ist nicht ersichtlich. Und was die Ehrverletzung angeht: Es wird niemand direkt beleidigt. Da gilt eindeutig und unmissverständlich die Kunstfreiheit. Alles andere wäre Zensur.
Die Vergewaltigungsszene ist schließlich in den Kontext des ganzen Videos eingebettet.
Der Grundtenor des Videos, im Sinne von so etwas wie „Der Verlust der Unschuld“, ist ziemlich deutlich, und schon ein wenig mit dem Holzhammer.
Mir ist es allerdings schwer gefallen, den Videoclip bis zum Ende zu schauen. Nicht wegen der Vergewaltigung, sondern weil danach mehr als einmal die Geschmacksgrenze zum Kitsch übertreten wird. Man erkennt zwar, dass der Cinematograph ein Gespür für Ästhetik hat, allerdings wird für meinen Geschmack zu ungebrochen mit den Motiven aus Religion und Esothetik gespielt, so dass mir beim Anschauen ganz anders wurde.
Was die Diskussion um das Video betrifft, mich nervt vor allem, dass immer jemand sich beleidigt fühlt, weil einzelne Figuren aus einer Fiktion auf ein Ganzes übertragen werden. Nur weil Bundeswehrangehörige gezeigt werden, die eine Frau vergewaltigen, heißt es nicht, dass es bedeuten soll, dass alle deutschen Soldaten sind Vergewaltiger, auch nicht dass alle Soldaten Vergewaltiger sind. Sicherlich ist die gezeigte Konstellation exemplarisch. Sie ist in eine Reihe von vom Menschen geschaffenen Leids gestellt. Und es passieren immer wieder solche Sachen, vor allem in Zeiten der Krise oder des Krieges.
Man hätte natürlich amerikanische Soldaten für die Szene verwenden können. Allerdings hätte man dann wahrscheinlich dem Video, welches von Deutschen produziert wurde, populistischen Anti-Amerikanismus unterstellt, was auch nicht die Intention des Videos war.
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23.
10.10.2012 11:17 Uhr -
matze_hg
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@ Neothechosenone:
Genau, die werden ihr Leben riskieren müssen um eventuell eben sowas zu verhindern. Um Deutschland zu dienen. Oder meinentwegen auch um den bösen großkapitalistischen und zionistischen Verbündeten zu helfen, wenn du so drauf bist.
Wie menschenverachtend ist es jeoch dann, die im Video als Mörder und Vergewaltiger darzustellen? Findest du das nicht?
Aber hey, mit der Ausrede "fiktiv" und "Kunst" kann man ja alles rechtfertigen.
Warum hat der Witt wohl deutsche Soldaten genommen wenn sie austauschbar sind, das war doch pure Absicht wegen der Presse.
Und auch wenn es schade ist, dass er so seinen Willen kriegt, so finde ich die Entscheidung durchaus nachvollziehbar.
@ Slayer:
Ehm, zum Einen sind die Vergewaltigungen da auch massenweise geschehen, also sind es historische Fakten, erkennst du den Unterschied? Und zum Anderen... nein, das reicht ja schon .
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26.
10.10.2012 12:54 Uhr -
X-Rulez
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Hiermit provoziert Witt nur einen Skandal, thematisch passen die gezeigten Taten der Bundeswehrsoldaten nicht mal zu seinem Liedkontext.
Er war sich sicherlich bewusst, was er damit auslöst - und ich bin mir sicher, ihn freuts. Bessere Promo kann es gar nicht geben. Da kann er noch so oft beteuern, die Soldaten seien austauschbar, er wolle doch nur zeigen, wie grausam Krieg sei, überhaupt habe ich den Eindruck, als wolle er die Illusion erschaffen, dass alle (negativ) Kritiker ihn gar nicht richtig verstehen wollen. Da kann er sich auch dafür entschuldigen und darauf verweisen, es handle sich doch nur um eine Kunstform. In meinem Augen war sein Motiv sicherlich nicht, ein großes Kunstwerk zu erschaffen, sondern nur mit seiner Darstellung für genug Aufmerksamkeit und damit für die richtigen Absatzzahlen zu sorgen.
Damit ist Witt für mich nichts weiter als ein Heuchler, der - auch wenn ich kein Angehöriger der Bundeswehr bin - die deutschen Soldaten definitiv gezielt verunglimpft und eben dadurch diesen "Skandal" provoziert. Als "Künstler" hätte Witt auch die Möglichkeit gehabt, Soldaten ohne Länderabzeichen bzw -uniform zu nehmen (bspw. Söldner). Hat er aber nicht, schließlich wäre das den meisten Leuten ziemlich egal gewesen.
Das Lied an sich wird nämlich wahrscheinlich kaum jemanden wirklich vom Hocker reißen. Dafür wirkt es viel zu leer, inhaltslos und auch monoton.
Mit der visuellen Darstellung von Gloria hat sich Witt für mich also als großer Heuchler herausgestellt, der bewusst Aufmerksamkeit provoziert, mit dem Hintergedanken, dadurch viel Geld zu machen; und dies stellt er dann als Kunst hin und zeigt sich der Beschwerden der Bundeswehrsoldaten gegenüber ganz betroffen (ganz miese Heuchelei).
Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass dann niemand weiter über den Text nachdenkt, weil dieser ist nicht nur total zahm, sondern auch noch inhaltslos. Über die Form der akkustischen Präsentation kann man sich dann auch streiten.
Eine Indizierung wäre nicht gerechtfertigt, für Witt wohl aber sehr willkommen.
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30.
10.10.2012 13:46 Uhr -
Fratze
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@ Koetter:
Gleich vorweg, ich sitze nicht in einem Kellerloch, ich bin ein bodenständiger, arbeitender Mensch mit sozialen Kontakten ; )
Deine Aussagen kann ich nicht ganz so stehen lassen, denn:
1. geht es euch bestimmt letztenendes DOCH um die dargestellte Vergewaltigung, weil ihr euch ohne diese Szene sicher nicht darüber aufregen würdet, dass explizit deutsche Soldaten dargestellt werden.
2. Ich bin sehr wohl einverstanden damit, dass ihr treu dem Land dient und geschworen habt es zu verteidigen, aber wenn du dann die ansprichst, die tagtäglich im Einsatz ihr Leben riskieren (ja, ich weiß, weil sie "es sich so ausgesucht" haben willste nich hören, sorry ; P), frag ich mich durchaus, wie das dann diesem Land dient, zumal die "Feinde" (im Kosovo/Afghanistan etc.) in diesen Einsätzen Deutschland selbst eher mal nicht direkt bedrohen.
Ich will eure Arbeit in diesen Gegenden der Welt damit gar nicht runtermachen, und bevor du mir was anderes unterstellst: Ich habe höchsten Respekt vor euch. Ich finde bloß, dass ihr (der Bund) z.B. gerade in Afghanistan als Erfüllungsgehilfen der US-Ölindustrie missbraucht werdet und nicht wirklich Deutschland verteidigt.
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32.
10.10.2012 17:24 Uhr -
Trollhunter
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„Ich kann nur dazu raten, den Unmut gegenüber Witt in dessen Facebook-Auftritt deutlich zu machen. Er möchte ja den offenen Dialog. Den sollte er dann auch bekommen“, rief Kirsch zum Diskurs mit dem Künstler auf.
Dies ist daraufhin hundertfach geschehen. Allerdings uferten die Äußerungen derart aus, dass Witt es mit der Angst bekam. So musste er Sätze lesen wie: „Häng dich auf!", „Vor Jahrzehnten wärest du noch erschossen worden!" und „Du Arschloch! Schäm dich, dass du unseren Soldaten sowas antust. Du bist eine Schande für Deutschland!"
Joachim Witt verteidigt sich: „Ich bin ein deutscher Künstler – wir leben in einer Demokratie. Bedeutet dies, dass Herr Kirsch von der Bundeswehr offiziell zu einem ,Shit Storm' aufrufen darf? Ich bin einfach schockiert! Es ist ein Unding, sich in seiner Freiheit als Künstler einer Zensur ausgesetzt zu sehen, mit der Absicht mundtot gemacht zu werden über den Knopfdruck vom Bundeswehrfeldherrenhügel. Seit wann müssen Künstler in Deutschland wieder Angst vor der Armee haben und aus ihren Häusern flüchten?" (bild.de)
Starten eines Shitstorms sollte mit mindestens schwerem Dünnschiss bestraft werden ....^^
ich antworte mal nur mit einem Zitat : "Soldöten sind Marder!" ;-)
sich da so dermaßen aufzuregen wegen diesem Clip, ist einfach nur lächerlich, aber das zeigt auch sehr schön, wie leicht manipulierbar der Trachtenverein doch ist... also immer schön drauf anspringen und mittoben !
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35.
10.10.2012 18:49 Uhr -
Undertaker
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Mitarbeiter
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10.10.2012 01:01 Uhr schrieb FratzeBtw., sind eigentlich Soldaten hier angemeldet? Wenn ja, was haltet ihr davon?
Ich bin seit fast 20 Jahren Soldat und war allein in Sarajevo über 400 Tage im Auslandseinsatz, weil mich die Politik da hingeschickt hat. Ich teile nicht die Meinung der Bundesregierung, dass ich den Friedensprozess in Afghanistan überwachen soll, kann mir aber als Berufssoldat meine Einsätze nur bedingt selber aussuchen.
Wenn ich dann aber solche Videos wie das von Herrn Witt sehe, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Hier wurde bewusst eine Skandal provoziert, um mal wieder ein paar Alben mehr zu verkaufen. Hätte er die deutschen Hoheitsabzeichen weggelassen, dann hätte kein Hahn nach dem Video gekräht. So ist es eine (gezielte) Beleidigung einer ganzen Berufsgruppe, die nur die ausführenden Organe der Bundespolitik sind und bestimmt lieber bei ihren Familien wären, als Patrouille im Kosovo zu fahren.
Eine Indizierung ändert an dem Video nun auch nichts mehr, aber bei mir hat Herr Witt jeden Kredit verspielt.
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38.
10.10.2012 19:21 Uhr -
PtolemaiosIII
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Alle Achtung vor Euch Bundeswehrsoldaten, dass Ihr Euren Job macht, obwohl so viele ungebildete Kleinhänschens Euch nicht nur nicht dafür danken, sondern auch noch beschimpfen. Aber es war noch nie so, dass die, die viel leisten, auch viel Dank ernten. Viele Menschen sind gleichgültig, besserwisserisch und vergesslich. Und unendlich uninformiert.
Tragt's mit Fassung!
Sehe es auch so, dass diese ganze Aufregung diesem miesen Typen, der selbst im Leben vermutlich noch nie seinen unnützen Arsch für irgendwas riskiert hat, nur nutzt. Man hätte es auf sich beruhen lassen sollen.
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39.
10.10.2012 19:32 Uhr -
Admiral Nogura
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10.10.2012 18:28 Uhr schrieb ilikecookies
Außerdem: Gibt es einen Beweis dafür, dass noch nie Frauen von Bundeswehrsoldaten vergewaltigt wurden? Ich denke nicht.
Es ist doch völlig egal, ob sowas schon mal mit Bundeswehrsoldaten vorgekommen ist oder nicht. Selbst wenn Bundeswehrangehörige noch nie sexuellen Missbrauch an Zivilisten begangen haben, kann man eben das in einer fiktiven Darstellung zeigen. Und dass heißt nicht, dass die Bundeswehr als Ganzes verunglimpft werden soll. Wie bereits oben geschrieben, ist die Szene exemplarisch in Reihe von Bildern gestellt worden, wo Menschen Leid und Zerstörung herbei führen.
Und ich finde es gut, dass die Männer, die im Video gezeigt werden, reguläre deutsche Soldaten sein sollen. Denn ich hätte es ärgerlich gefunden, wenn man irgendwelche Alibi-Söldner herangezogen hätte, wo sowieso das Klischee vorherrscht, dass die alles für Geld tun oder so getan wird, als ob so etwas in irgendeiner anderen Armee geschehen würde, nur eben nicht die deutschen.
Aus sozial-psychologischer Sicht kann man sagen, dass solche Dinge immer wieder geschehen, dass im Besonderen in Kriegseinsätzen die Zivilbevölkerung immer wieder zu Opfer von den Soldaten der gegnerischen Armee wird. Im welchem Maße so etwas geschieht hängt natürlich von den jeweiligen Umständen ab. Aber es zeigt sich, dass es eben häufig nicht irgendwelche Psychopathen oder ideologisch Verblendeten sind, die Kriegsverbrechen begehen, sondern dass sozial-dynamische Prozesse dahinterstehen.
Sollte in der Bundeswehr so etwas noch nie geschehen sein und sollte Bundeswehr diesbezüglich besonders vorbildlich sein, dann Daumen hoch. Aber ausgeschlossen sind solche Dinge auch bei der Bundeswehr nicht.
Mit der gleichen Logik, mit der gefolgert wird, dass weil deutsche Soldaten gezeigt werden, die ein Verbrechen begehen, die ganze Bundeswehr beleidigt wird, könnte man argumentieren, wenn gezeigt wird, wie eine Frau von einem Mann vergewaltigt wird, dass sich alle Männer angegriffen fühlen.
Ich sehe hier, eine gewisse Unreife, wie mit dem Thema umgegangen wird, die meiner Ansicht nach darin begründet ist, dass die deutsche Armee im Gegensatz zu anderen Ländern relativ wenig diskutiert wird, und man bezüglich des Themas wegen Vergangenheit recht voreingenommen ist. Wenn man sich die USA betrachtet, wo die Armee in den Medien viel präsenter ist, sowohl in heroisierender Form als auch in kritischer Form, scheint mir der öffentliche Umgang dort wesentlich aufgeschlossener zu sein, auch wenn es dort genauso extreme Reaktionen gibt.
Ich habe mich vor ein paar Wochen noch meine Finger wund gepostet, wie bescheuert es sei, dass sich ein paar religiöse Fundamentalisten über ein lächerliches Schmähvideo aufregen. Jetzt muss ich feststellen, wie einige hierzulande abgehen, wegen eines mehr oder wenig geschmacksicheren Musikvideos.
Um es mit deren Sprache zu sagen: Ihr seid ein Schande fürs Vaterland!
P.S. Man kann natürlich einen Film so inszenieren, dass gezielt eine Personengruppe angegriffen wird, siehe dem Video "Innocence Of Muslims". Das ist kontextabhängig. Auch wenn ein gewisse Diskrepanz zwischen Video und Songtext vorherrscht, steht die Szene mit den Soldaten in einem anderen Kontext, als die Bundeswehr zu beleidigen.
"Das Recht zu beleidigen ist sehr viel wichtiger als das Recht nicht beleidigt zu werden." Rowan Atkinson
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40.
10.10.2012 20:53 Uhr -
Flufferine
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Vergewaltigungen hat es bei der Bundeswehr schon zu Hauf gegeben (Geschlechterunabhängig),stand alles schon mehrfach in den Zeitungen und wurde auch im TV drüber berichtet-ALSO,versucht nicht etwas zu verharmlosen oder so zu tun,als wäre es verlogen oder gar unmöglich sowas zeigen zu können-absoluter Quatsch,wäre es eine andere Uniform gewesen,hätte wieder jemand mit dem rechten Ruder argumentiert.
Krieg ist die Hölle und da gibt es keine Regeln,wer was anderes behauptet,ist ein Lügner... Überleben ist da wohl das Einzige,was zählt !
Es kam schon in der Vergangenheit vor (das Frauen vergewaltigt,aufgeschnitten mit Benzin (oder anderen brennbaren Stoffen) gefüllt und angezündet wurden.
Mir ist dieses Video sowas von legal,da ist nichts drin,worüber man sich aufregen kann,wenn man mit ein wenig Hirn dabei ist...Zensur ist für die,die damit nicht umgehen können ... Von mir aus kann man alles freigeben,ich würde trotzdem keinem ein Leid antun,ich finde das Zusammenleben mit Toleranz und gegenseitiger Akzeptanz und Respekt wichtiger,da entscheided der gesunde Menschenverstand was richtig und falsch ist (wenn man denn eine Erziehung erfahren hat,welche nicht genau auf dem Gegenteil basiert) ... so Feuer freu ;)
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42.
10.10.2012 21:42 Uhr -
Admiral Nogura
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Und wenn die Soldaten wirklich so "austauschbar" sind, warum dann nicht syrische Milizen nehmen?
Was für eine unsinnige Frage!
Die Antwort ist ganz einfach: Weil es ein Video von deutschen Künstlern ist.
Warum in Ferne Schweifen...
Wenn man die syrische Armee genommen hätte, hätte man sich die Syrier wieder aufgeregt.
So finde ich es ganz gut, dass man sich an die eigene Nase fäßt.
Es gibt sicherlich Armeen, die mehr Kriegsverbrechen auf dem Kerbholz haben: z.B. die deutsche Wehrmacht
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47.
10.10.2012 22:17 Uhr -
NoCutsPlease
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Denn das Bild des Söldner ist auch nicht neutral. Der Söldner wird schnell mit dem Klischee, des Kämpferss, der für Geld alles tut, assoziiert.
Dass ein Söldner für die Seite kämpft, die ihm das meiste Geld bietet, folgt aber schon aus der reinen Definition des Begriffs heraus. ;-)
Damit wäre das Video noch stärker in die Trivialität gerutscht.
Also trivialer geht es doch schon gar nicht mehr. Denk an die Sachen, die du selbst in Post Nr. 43 erwähnt hast: Alles Elemente für triviale Unterhaltung.
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48.
10.10.2012 22:19 Uhr -
Admiral Nogura
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Während die Meisten damit einverstanden scheinen, die deutschen Soldaten als Monster darzustellen, hätte es bei jeder anderen Armee einen Aufschrei der Entrüstung gegeben.
Das sehe ich anders. Es gibt zwar in der BRD eine Tradition mit der kritischen Auseinandersetzung mit der Wehrmacht. Aber was die Bundeswehr angeht, ist es vergleichsweise allgemein still. Und vielleicht leigt genau darin das Problem. Man traut sich nicht was positives über die Truppe zu sagen, weil sonst einem sofort wieder Hurra-Patirotismus vorgeworfen wird, aber mit der Kritik hält man sich auch peinlich berührt zurück.
Es gibt sicherlich auch in den Staaten diejenigen, die sich aufregen, "wenn die eigenen Jungs in den Dreck gezogen werden". Besonders in Zeit direkt nach dem 11.September 2001 war man mit Kritik am Militär sehr zurückhaltend. Allerdings hat ja Hollywood neben der Herorisierung der Armee auch eine Tradition mit dem kritischen umgang mit dem Militär: z.B. Apokalypse Now, Verdammte des Krieges, Platton, Born on the 4th of July etc.
Vielleicht sollten wir die Bundeswehr erst einmal ein wenig herorisieren, bevor sie auch in kritischen Kontexten gezeigt werden kann.
Till schweiger versucht gerade, dass eine.
Und Joachim Witt das andere.
So ist doch die Sache ausgeglichen.
Man darf natürlich trotzdem das eine oder das andere doof finden.
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50.
11.10.2012 08:05 Uhr -
guilstein
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Mir ist es ein Rätsel, warum man ausgerechnet auf BW-Uniformen mit deutschen Hoheitszeichen zurückgreifen musste. Zugegeben ein Großteil der deutschen Berufssoldaten sind nicht gerade die Vorzeigedemokraten, wie sie das Verteidigungsministerium gerne darstellt, aber mir ist kein Fall in der Truppe seit den ersten Auslandseinsätzen bekannt, bei dem es zu solchen Übergriffen gegenüber der Zivilbevölkerung gekommen ist.
Es gab wohl interne Fälle von Diskriminierungen und auch Vergewaltigungen von BW-Soldatinnen, aber sowas gibt es an anderen Arbeitsplätzen auch und repräsentiert nicht das Verhalten der BW im Krieg. Wir reden hier nicht über eine Armee, die sich aus ungebildeten Hinterwäldlern ohne Moralvorstellungen rekrutiert und bei der solche Taten an der Tagesordnung sind.
Hier wird nicht kritisiert, sondern bewusst die Unwahrheit über einen (national bergrenzten) Berufsstand verbreitet. Das ist keine künstlerische Freiheit, sondern eine Hetzkampagne, die auf Lügen basiert und dass man dafür keine neutrale Uniformen genommen hat ist pure Provokation!
Hier geht es nicht um eine potetielle Gefährdung, sondern um den Straftatsbestand der Beleidigung.
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51.
11.10.2012 08:39 Uhr -
Slayer33
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@ Slayer:
Ehm, zum Einen sind die Vergewaltigungen da auch massenweise geschehen, also sind es historische Fakten, erkennst du den Unterschied? Und zum Anderen... nein, das reicht ja schon .
@matze: ähm...ja, ich weiss das dies damals passiert ist, passiert btw. leider in so ziemlich jedem Kriegsgebiet (du hast mich leider nicht richtig verstanden, daher hier nochmals in deutlicherer Niederschrift):
Wer sich die News-Meldungen der Vergangenen Jahre ansieht, dem sollte aufgefallen sein das auch durch dt. Soldaten beganngene Vergewaltigungen im Balkan stattgefunden haben - daher mein LOL wenn man dazu den Kontext des Videos zu den realen ereignissen zieht - leider passt einigen die grausame Wahrheit wohl nicht (auch wenn es wie schon erwähnt in den Medien kam!)
Und nein ich mach mich nicht über die Opfer lustig (fals einer meine Meinung wieder mal falsch deuten sollte), im gegenteil, aber wie gesagt jemandem den Mund zu verbieten nur weil er Misstände anprangert halte ich für grenzwertig!
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54.
11.10.2012 17:59 Uhr -
PtolemaiosIII
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11.10.2012 08:05 Uhr schrieb guilstein
Mir ist es ein Rätsel, warum man ausgerechnet auf BW-Uniformen mit deutschen Hoheitszeichen zurückgreifen musste. Zugegeben ein Großteil der deutschen Berufssoldaten sind nicht gerade die Vorzeigedemokraten, wie sie das Verteidigungsministerium gerne darstellt, aber mir ist kein Fall in der Truppe seit den ersten Auslandseinsätzen bekannt, bei dem es zu solchen Übergriffen gegenüber der Zivilbevölkerung gekommen ist.
Es gab wohl interne Fälle von Diskriminierungen und auch Vergewaltigungen von BW-Soldatinnen, aber sowas gibt es an anderen Arbeitsplätzen auch und repräsentiert nicht das Verhalten der BW im Krieg. Wir reden hier nicht über eine Armee, die sich aus ungebildeten Hinterwäldlern ohne Moralvorstellungen rekrutiert und bei der solche Taten an der Tagesordnung sind.
Hier wird nicht kritisiert, sondern bewusst die Unwahrheit über einen (national bergrenzten) Berufsstand verbreitet. Das ist keine künstlerische Freiheit, sondern eine Hetzkampagne, die auf Lügen basiert und dass man dafür keine neutrale Uniformen genommen hat ist pure Provokation!
Hier geht es nicht um eine potetielle Gefährdung, sondern um den Straftatsbestand der Beleidigung.
Genau so ist es. Schön, dass es Leute gibt, die nicht nur Köpchen, sondern auch Anstand haben.
Tut so gut,... =)
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55.
11.10.2012 19:33 Uhr -
Fratze
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Es gab wohl interne Fälle von Diskriminierungen und auch Vergewaltigungen von BW-Soldatinnen, aber sowas gibt es an anderen Arbeitsplätzen auch und repräsentiert nicht das Verhalten der BW im Krieg.
Entschuldige mal guilstein, aber soll das jetzt etwa heißen, dass du diese Fälle zwar einräumst, sie aber nicht so schlimm sind, weil so was ja auch an anderen Arbeitsplätzen passiert?!?
Da ich immer noch an das Gute im Menschen glaube, gehe ich mal NICHT davon aus, dass du das so meinst und würde dich bitten das richtig zu stellen. So wie du das geschrieben hast, ist das nämlich "ein bisschen" unglücklich formuliert.
Außerdem: Repräsentiert es dann etwa das Verhalten der Bundeswehr in Friedenszeiten?! Auch etwas unglücklich, wenn du das damit entschuldigen möchtest...
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56.
11.10.2012 20:05 Uhr -
Kabukiman74
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11.10.2012 08:05 Uhr schrieb guilstein
Mir ist es ein Rätsel, warum man ausgerechnet auf BW-Uniformen mit deutschen Hoheitszeichen zurückgreifen musste. Zugegeben ein Großteil der deutschen Berufssoldaten sind nicht gerade die Vorzeigedemokraten, wie sie das Verteidigungsministerium gerne darstellt, aber mir ist kein Fall in der Truppe seit den ersten Auslandseinsätzen bekannt, bei dem es zu solchen Übergriffen gegenüber der Zivilbevölkerung gekommen ist.
Mir auch nicht, aber das heißt ja nix. Andere Frage - welche Hoheitszeichen hätte man denn nehmen dürfen, ohne daß sich jemand "ans Bein gepißt" gefühlt hätte? Bei ausländischen hätte man Witt mit Sicherheit anti-... Hetze vorgeworfen. Und hätte man die Hoheitszeichen ganz weggelassen, so hätte garantiert jemand ob des Flecktarnmusters auf die BW geschlossen und sich angegriffen gefühlt. Merke - es ist egal, was du wie machst, irgendeine Randgruppe findet sich immer, die sich zutiefst verletzt und angegriffen fühlt...
Es gab wohl interne Fälle von Diskriminierungen und auch Vergewaltigungen von BW-Soldatinnen, aber sowas gibt es an anderen Arbeitsplätzen auch und repräsentiert nicht das Verhalten der BW im Krieg. Wir reden hier nicht über eine Armee, die sich aus ungebildeten Hinterwäldlern ohne Moralvorstellungen rekrutiert und bei der solche Taten an der Tagesordnung sind.
Hm - zu meiner Zeit beim Bund waren es aber exakt die "ungebildeten Hinterwäldler ohne Moralvorstellungen", aus denen über 90% meiner Kompanie (zumindest in der Grundausbildung 1993) bestanden. Mag damit zusammenhängen, daß ich krankheitsbedingt ein Quartal später eingezogen wurde und mit lauter Schul-, Ausbildungsabbrechern, frisch aus dem Knast entlassenen, etc. eingezogen wurde. Nach der Grundausbildung war's net wirklich besser, wenn man sich z.B. mit mehreren SaZ und Berufssoldaten unterhält und zu hören bekommt, daß diese sich im Ernstfall sowieso als Erstes verpissen wollen - das weckt durchaus Vertrauen in unsere Truppe...
Ich kenne auch (vorwiegend privat) andere Seiten der BW, aber in meiner Dienstzeit waren meine Erfahrungen mit der Truppe desaströs.
Hier wird nicht kritisiert, sondern bewusst die Unwahrheit über einen (national bergrenzten) Berufsstand verbreitet. Das ist keine künstlerische Freiheit, sondern eine Hetzkampagne, die auf Lügen basiert und dass man dafür keine neutrale Uniformen genommen hat ist pure Provokation!
Hier geht es nicht um eine potetielle Gefährdung, sondern um den Straftatsbestand der Beleidigung.
Hm - ich kenne eine Menge Leute, die Feldjacken mit Hoheitsabzeichen tragen, ohne Soldat der BW zu sein. Selbst in voller Uniform und mit Bewaffnung ist dies noch längst nicht definitiv - gibt genügend Söldner (siehe Kosovo), oder, wesentlich harmloser, Softairgruppen, die gern mit BW-Uniform und G-36 Nachbildung duirch den Wald rennen.
Außerdem - meine juristischen Kenntnisse sind da eher schwach, aber soweit ich weiß ist es doch gar nicht möglich, eine ganze Berufsgruppe zu beleidigen (vgl. Tucholsky - Soldaten sind Mörder). Also kann m.E. hier kein Straftatbestand vorliegen.
Am Besten hätte Witt seine Akteure in Wehrmachtsuniformen gesteckt, daß es hier vergleichbare Ereignisse gab, wird wohl kaum jemand bestreiten. Wobei sich auch dann mit Sicherheit etliche beleidigte Leberwürste gefunden hätten.
Fazit: Ich finde, es gehören immer 2 Faktoren zusammen, eine Beleidigung und einen, der sich beleidigen lässt. Warum es für viele aber so unglaublich schwer scheint, einfach darüber zu stehen, werde ich nie begreifen... Lieber immer schön die beleidigte Leberwurst spielen, das gibt mehr Aufmerksamkeit...
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57.
11.10.2012 20:17 Uhr -
Spanky
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Was manche Leute aufregt ist echt Wahnsinn! Mit so einer Scheisse könnte die Bild-Zeitung wieder richtig Hetze betreiben!
Da gibts also echt Idioten und Idiotinnen, die sich darüber aufregen, was in einem Musikvideo gezeigt wird. Haben die Leute keine echten Probleme mehr, oder sind das einfach wieder diese typischen Nörgler, wie irgendwelche Rentner, die freiwillig für die GEZ Haushalte ausspionieren, nur weil sie anderen gerne das Leben schwer machen!?!
Hätte man Ami-Soldaten genommen, hätten die sich beschwert!
Hätte man Soldaten aus dem bösen bösen Morgenland genommen, hätten die sich auch beschwert!
Egal wen man da zum Vergewaltigen hingestellt hätte, irgend ein dummer Futzi hätte doch immer was zu Nörgeln.
Weil es ja logisch ist, dass die Soldaten in dem Video für alle BW-Soldaten stehen.
Ich meine, wenn ich einen Fußballspieler verarsche, verarsche ich ja auch weltweit alle Fußballspieler.
Das ist so baller baller.
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59.
11.10.2012 23:32 Uhr -
Dissection78
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Kabukiman74:
Außerdem - meine juristischen Kenntnisse sind da eher schwach, aber soweit ich weiß ist es doch gar nicht möglich, eine ganze Berufsgruppe zu beleidigen (vgl. Tucholsky - Soldaten sind Mörder). Also kann m.E. hier kein Straftatbestand vorliegen.
Stimmt. "Soldaten sind Mörder" kann höchstens eine Beleidigung eines Kollektivs sein. Dieses Kollektiv ist aufgrund der unüberschaubaren Masse an Soldaten jedoch nicht ausreichend definierbar.
Das Gleiche gilt z. B. auch für "A.C.A.B" (All Cops Are Bastards). Nur ist dort eben das Kollektiv aufgrund der unüberschaubaren Masse an POLIZISTEN nicht ausreichend definierbar.
Die Sache sieht jedoch anders aus, wenn man beispielsweise "Kölner Soldaten sind Mörder" oder "Berliner Polizisten sind Bastarde" äußert. Und als direkter Zuruf sind die Sprüche ebenfalls eine strafbare Beleidigung.
Eine Indizierung kann man ja prüfen lassen. Nur liegt in meinen Augen keine Jugendgefährdung vor, und eine tatsächliche Indizierung wäre ein Witz - egal wie man zu Künstler oder Bundeswehr steht.
Eine Gesellschaft, die sich der freien Meinungsäußerung verschreibt, muss sowohl Mohammed-Karikaturen als auch vergewaltigende Bundeswehrsoldaten in Videos über sich ergehen lassen.
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62.
12.10.2012 04:51 Uhr -
ShadowAngel
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11.10.2012 23:28 Uhr schrieb Admiral Nogura
Der Unterschied zwischen ist, "Innocence of Muslims" geht es nur um den muslimischen Glauben, die gezeigten Personen stehen ganz klar exemplarisch für diese Glaubensrichtung. Beim Gloria-Video verhält sich dass anders. Die Szene mit den Bundeswehrsoldaten ist nur eine Episode des Videos. Sie kommen später nicht mehr vor. Diese Episode ist in eine Reihe Episoden gebettet, in den Menschen Leid über die Welt bringen. Aber es scheinen viele unwillig das gesehene in einen Kontext einzuordnen.
Seh ich auch so. Es ist nur eine Episode von vielen, die thematisch eben zu dem Video passt.
11.10.2012 23:28 Uhr schrieb Admiral Nogura
Und dass man nun deutsche Soldaten genommen hat ist für mich deshalb nachvollziehbar, weil dass Lied nun mal deutschsprachig ist und die Bundeswehr dem deutschen Publikum nun mal am nächsten ist.
Denke ich auch. Wir sind nunmal in Deutschland, das Video ist hauptsächlich für den deutschen Markt bestimmt. Da würds wenig Sinn machen, US oder japanische Soldaten zu zeigen.
Abgesehen davon:
Wer glaubt, das deutsche Soldaten in Afghanistan oder Jugoslawien früher nie Vergewaltigungen ausübten, einfach weil es in einem Kriegsgebeiet keine Gesetzte gibt und die Verlockung wohl zu groß ist (Ähnlich wie das quälen von Kriegsgefangenen oder zurschaustellung dieser, wie das die US Soldaten in Afghanistan vor ein paar Jahren taten) muss schon entweder reichlich naiv oder durch Volkstreue komplett verblendet sein.
Gerade wenn man, wie hier auch schon verlinkt, so viele Berichte über sexuelle Übergriffe bei der Bundeswehr, Mobbing und andere beschissene Sachen oder sich in den August zurückerinnert, als in der Kaserne Bückeburg eine Soldatin vergewaltigt wurde.
Im Prinzip zeigt das Video nur die Realität, das man vor dieser gern die Augen verschließt und sich in rosarote Traumwelten flüchtet, wo alles supi und toll ist, ist verständlich und das die Bundeswehr, deren Ruf sowieso schon negativ genug ist (Wer nimmt den Depperlhaufen eigentlich ernst?), ein großes Problem damit hat, ist auch klar.
Ansonsten: Witt hat exakt das, was er wollte: Einen übertriebenen, lächerlichen Skandal (wo eigentlich keiner ist) und somit enorm viel positive Publicity. Schließlich wird jeder, der davon liest, sich auch direkt das Video ansehen wollen um zu sehen, was nun so schlimm sei.
Geschickt gemacht, aber natürlich auch nichts Neues.
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63.
12.10.2012 08:19 Uhr -
guilstein
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11.10.2012 19:33 Uhr schrieb Fratze
Entschuldige mal guilstein, aber soll das jetzt etwa heißen, dass du diese Fälle zwar einräumst, sie aber nicht so schlimm sind, weil so was ja auch an anderen Arbeitsplätzen passiert?!?
Da ich immer noch an das Gute im Menschen glaube, gehe ich mal NICHT davon aus, dass du das so meinst und würde dich bitten das richtig zu stellen. So wie du das geschrieben hast, ist das nämlich "ein bisschen" unglücklich formuliert.
Außerdem: Repräsentiert es dann etwa das Verhalten der Bundeswehr in Friedenszeiten?! Auch etwas unglücklich, wenn du das damit entschuldigen möchtest...
Ich habe überhaupt nicht versucht ezwas zu verharmlosen, allerdings stellt besagtes Video eine Vergewaltigung an einer Zivilistin im Kriegsgebiet dar und eine solche Tat lässt sich aus intern vorkommenden Verfehlungen nun mal nicht ableiten. Also ist die gezeigte Szene
reine Fikition, mit dem Ziel speziell deutsche Soldaten als Vergewaltiger darzustellen, was so nicht den Tatsachen entspricht.
Aus derselben Logik heraus könnte man auch ein Video produzieren, welches Siemens-Mitarbeiter bei der Vergewaltigung einer jungen Frau zeigen, begründet darauf, dass es intern schon mal dazu gekommen ist. Logische Schlussfolgerung für den Zuschauer wäre, dass alle Siemens-Mitarbeiter generell Vergewaltiger wären sind mit Ausnahme des netten, couragierten Typen mit den Engelsflügeln.
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64.
12.10.2012 08:35 Uhr -
guilstein
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11.10.2012 20:05 Uhr schrieb Kabukiman74
Mir auch nicht, aber das heißt ja nix. Andere Frage - welche Hoheitszeichen hätte man denn nehmen dürfen, ohne daß sich jemand "ans Bein gepißt" gefühlt hätte? Bei ausländischen hätte man Witt mit Sicherheit anti-... Hetze vorgeworfen. Und hätte man die Hoheitszeichen ganz weggelassen, so hätte garantiert jemand ob des Flecktarnmusters auf die BW geschlossen und sich angegriffen gefühlt. Merke - es ist egal, was du wie machst, irgendeine Randgruppe findet sich immer, die sich zutiefst verletzt und angegriffen fühlt...
Dir ist also so ein Fall nicht bekannt, aber das muss ja nix heissen, weil du BW-Soldaten und deren Aufgaben general ablehnst und somit auch bereit bist deine Abneigung anderen Menschen mit einer Lüge zu verkaufen!
Irgendwie ganz schön niederträchtig und mir eher als Taktik aus dem rechten Lager bekannt.
Es gibt übrigens eine Menge neutrale Uniformen, ein einfaches grün ohne Hoheitsabzeichen, sowie eine AK anstelle des G-36 hätten sicherlich kein Loch in die Produktionskasse gerissen.
Ich bin selber kein Freund der Strukur von Armeen im allgemeinen, ich habe seinerzeit sogar verweigert, aber aus demselben Grund wehre ich mich gegen jede Form der Ungerechtigkeit auch wenn sie eine Gruppe trifft, die normalerweise nicht meine Sympatie hat. Das unterscheidet nach meiner Auffassung einen aufrechten Demokraten von jemandem, der nur fürs eigene Team spielt.
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65.
12.10.2012 17:09 Uhr -
Martyr
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Und Elke wetzt schon den Kugelschreiber...
Ich finde es einen echten Skandal, wenn man von der Rammstein Fehl- Indizierung nichts gelernt hat. Es ist doch eigentlich jedem ersichtlich, dass Zensursula, ebenso wie ihre Marionetten vom Familienministerium, keinerlei Kompetenzen haben, was dieses Thema angeht.
Zur Erinnerung: Rammstein wurde der Vorwurf gemacht, die Aids Thematik herunterzuspielen, Ergebnis: Indizierung. Gleichzeitig bringt der Papst ein Hörbuch heraus, welches nicht indiziert wird, obwohl die katholische Kirche aufgrund ihrer Meinung zu Verhütung eigentlich erst dafür sorgt, dass es immer noch massenweise Aids- Tote gibt.
Dem Video wird vom Familienministerium unterstellt (auch wenn sie sich versuchen selbst zu schützen...), Mißbrauchsskandale herunterzuspielen oder zu verhöhnen, während die echten Mißbrauchsfälle durch katholische Priester offensichtlich gedeckt werden (bzw. nicht strafrechtlich verfolgt werden).
Wieder einmal ist ein Film/ ein Video schlimmer als die Realität.
Ich persönlich finde es nicht schlimm was in dem Video dargestellt wird. Wer sich von dem Video von Joachim Witt provoziert fühlt, soll es eben nicht ansehen. Das Imageproblem der Bundeswehr kommt jedenfalls nicht erst von diesem Video.
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67.
12.10.2012 17:46 Uhr -
Fratze
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@ guilstein:
Sag mal, kann es sein, dass du zu Verallgemeinerungen neigst? Bei allem Respekt, dein Siemens-Beispiel finde ich ein wenig sehr stark konstruiert, und ich glaub auch nicht, dass so eine Darstellung von einzelnen (!) Siemens-Mitarbeitern solche Reaktionen nach sich zöge wie du hier orakelst.
Und dein Post gg. Kabukiman74 spottet ja nun wohl jeder Beschreibung. Woher nimmst du denn dein Wissen darüber, dass er die BW generell ablehnt? Bzw.: Hast du seinen Post, auf den du dich beziehst, mal in Gänze gelesen? Dann hättest du evtl. festgestellt, dass er selber mal beim Bund gewesen ist und daher vielleicht aus Erfahrung erzählen kann... im Gegensatz zu dir, denn wie du ja selbst schreibst, hast du verweigert.
Du schießt m.E. ein wenig übers Ziel hinaus, daher ne kleine Empfehlung: Bleib mal aufm Teppich.
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