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30.12.2012 - 00:03 Uhr

China zensiert Mao-Kunstwerke in Warhol-Ausstellung

Wanderausstellung zum 25. Todestag kommt ins Reich der Mitte

Zum 25. Todestag von Andy Warhol hat das Andy Warhol Museum von Pittsburgh eine Wanderausstellung mit insgesamt 300 Kunstwerken zusammengestellt. Aktuell sind die Werke, wie auch zuvor in anderen Städten, vollständig in Hongkong zu sehen. Demnächst aber soll es nach China gehen, Shanghai und Peking stehen auf dem Programm.

Allerdings werden in den beiden Städten dann 10 Bilder fehlen, die den ehemaligen Staatspräsidenten der Volksrepublik Chinas Mao Zedong zeigen. Zwar sind die Bilder nur schwer mit einer Kontroverse in Verbindung zu bringen, aber trotzdem hat die chinesische Regierung sie als politisch heikel eingestuft. Ob die Verbannung ein erster zaghafter Anflug von Scham für die schlechten Seiten des Diktators darstellt, ist wohl nicht zu erwarten. Vermutlich wollte man hier einfach nur verhindern, dass eine Diskussion über Mao selbst aufkommt - für Diskussionen über die Zensur ist es da wohl zu spät. Aber über Dosensuppen kann man ja auch gut reden.

Quelle: salon.com
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Kommentare
30.12.2012 00:06 Uhr - Lykaon
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müsste das nicht den Chinesen gefallen? Warhol hat Kunst zur Fabrikation gemacht ;D

30.12.2012 01:08 Uhr - Evil Makarov
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fühl mich bei dem jedesmal an die simpsons szene erinnert in der homer zum aufgebarten leichnahm maos meint: "oh seht in euch an, er sieht aus wie ein schlafender kleiner engel - der millionen von leben auf dem gewissen hat, oh ja, das hast du!"

30.12.2012 01:38 Uhr - Laughing Vampire
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"Aktuell sind die Werke, wie auch zuvor in anderen Städten, vollständig in Hongkong zu sehen. Demnächst aber soll es nach China gehen, Shanghai und Peking stehen auf dem Programm."

Na ja, Hong Kong gehört, zumindest mehr oder weniger, aber immerhin offiziell, auch zu China -- unschön formuliert. Die News an sich überrascht mich auch nicht wirklich. Hab kürzlich festgestellt, dass das Chinarestaurant, wo ich als Kind immer gerne hinging, auch ein paar Mao-Bildchen aufgehängt hat. Hat mich doch etwas amüsiert. :D

30.12.2012 02:13 Uhr - Cheezburger
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Nun gut, rein rechtlich sind zwischen China und Hong Kong (glücklicherweise) noch Welten, weshalb schon nachvollziehbar ist, das des Öfteren von China und Hong Kong getrennt die Rede ist.

30.12.2012 04:31 Uhr - Dale_Cooper
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Mich interessiert mal warum diese Bilder als "politisch heikel" eingestuft werden.

Etwa weil Mao sich einreiht bei Suppendosen, Marilyns, gecrashten Autos und Liz-Taylor-Portraits?

War Andy Warhol zu kapitalistisch? Oder zu schwul? Oder Beides?

So hart fand ich schon länger keine Zensur mehr, vor allem weil ich absolut nicht verstehe was an 10 Pop-Art-Bildern anstössig sein soll.

Ob damit wirklich verhindert wird das eine Diskussion über Mao startet? In anderen Ländern würde der Schuss nach hinten losgehen, in China wohl wahrscheinlich nicht...

(Ich finde gut das diese Nachricht in den Schnittberichten vorkommt, mal was Anderes als Filme und Games...)

30.12.2012 05:59 Uhr - KKinski
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@Dale_Cooper
Dann wollen wir mal ...
Also, Andy Warhol hat die Kunst nicht nur unkritische Bilder gemacht. z.B. hat er mal eine ganze Serie zu Todesstrafe und Kriegsverbrechen gemacht. Auch hat er mal einen Ferrari innerhalb von 15 oder 20 Minuten von einem 200.000 Dollar-Auto zum unbezahlbaren Kunstwerk gemacht, indem er ein paar Farbkleckse darauf verteilt hat. Seine Marilyns waren reproduzierbar, übertragen auf die Monroe, wissen wir, dass Stars reproduzierbar sind, genau wie Micky Mäuse. Es ist der Kapitalismus an sich, den er im Blick hat, mit seiner Kunstfabrik. Auch Diktatoren sind reproduzierbar, auch wenn es ihm bei Mao wahrscheinlich eher um das ikonenhafte des Bildes ging, bzw. das inflationäre Auftreten von Ikonen.
Fazit: Interessant, dass sich China gegen Kapitalismuskritik sperrt, als Vertreter des Staatskapitalismus.
Aber Mao hatte es schon immer schwer in China,

30.12.2012 07:13 Uhr - Doc Idaho
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30.12.2012 01:38 Uhr schrieb Laughing Vampire
Na ja, Hong Kong gehört, zumindest mehr oder weniger, aber immerhin offiziell, auch zu China -- unschön formuliert.

In der Praxis kann man Hong Kong getrost noch losgelöst von China betrachtet werden, gibt es doch mehr was sie trennt, als sie verbindet. Sie tun es in Hong Kong selbst auch. Und in den allermeisten Aspekten des Lebens ist es offensichtlich, gerade auch bei der Frage der Zensur. Sobald die Grenzkontrollen zwischen Hongkong und China beendet werden, können nur Politiker in Peking behaupten, dass Hong Kong offiziell zu China gehört.

Bei nur 2 Absätzen mehr auf diesen Nebenaspekt zu verschwenden, der Allgemeinbildung ist (oder sein sollte), das ist unschön.

ciao

30.12.2012 12:30 Uhr - Dale_Cooper
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@Kkinski: Ich weiss das Warhol oft kritische Bilder gemalt hat, aber das Mao-Bild gehört aus meiner Sicht nicht in diese Kategorie. Ich kann Warhol dennoch in erster Linie nicht als kritischen, sondern als extrem kommerziell orientierten Künstler sehen, nicht zuletzt durch die Arbeiten in seinen späten Jahren, bei denen er all diese Industriellen portraitierte. Ich kann darin auch keine Doppelbödigkeit feststellen (wie z. B. bei dem Komponisten Schostakowitsch) sondern Warhol hat diese Bilder gemalt, weil es unglaublich viel Schotter brachte. (Siehe seine Wortspiele "Business-Kunst" und "Kunst-Business"). Das ist nicht als Kritik zu verstehen, aber es ist eine Tatsache. (Ich bin Fan von Andy Warhol - gerade weil er so ein seltsames Leben führte und eine widersprüchlicher Person war).

30.12.2012 12:37 Uhr - Ripp3r
30.12.2012 07:13 Uhr schrieb Doc Idaho
30.12.2012 01:38 Uhr schrieb Laughing Vampire
Na ja, Hong Kong gehört, zumindest mehr oder weniger, aber immerhin offiziell, auch zu China -- unschön formuliert.

In der Praxis kann man Hong Kong getrost noch losgelöst von China betrachtet werden, gibt es doch mehr was sie trennt, als sie verbindet. Sie tun es in Hong Kong selbst auch. Und in den allermeisten Aspekten des Lebens ist es offensichtlich, gerade auch bei der Frage der Zensur. Sobald die Grenzkontrollen zwischen Hongkong und China beendet werden, können nur Politiker in Peking behaupten, dass Hong Kong offiziell zu China gehört.

Bei nur 2 Absätzen mehr auf diesen Nebenaspekt zu verschwenden, der Allgemeinbildung ist (oder sein sollte), das ist unschön.

ciao


In der Praxis schon. Aber Rechtlich besteht kein Zweifel daran, dass Hongkong eine Stadt der Volksrepublik China ist. Sie gehört zu keinem anderen Staat und ist auch nicht ein unabhängiger Staat. Ihr wurde nur (wie auch Macao) ein hohes Maß an Autonomie gewährt, das ist alles.

Insofern ist es völlig korrekt zu sagen, dass man bemängelt, dass erst Hongkong aufgezählt wird und dann von China die rede ist. Hongkong ist eine chinesisches Stadt, das steht außer Frage.

30.12.2012 15:20 Uhr - KKinski
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@Dale_Cooper
Ja, jetzt weiß ich auch wieder, was ich in meinem Post noch anmerken wollte. Die Ambivalenz Warhols...
Auf der einen Seite kritisch, auf der anderen Seite nahm er doch jeden Dollar mit. Seine Portraits von Industriellen waren aber selbst für seine Verhältnisse unverschämt teuer, also irgendwie doch ein Statement ... oder auch nicht.
Bei Mao bleibe ich dabei, dass er zumindest das ikonenhafte inflationäre Auftreten des Konterfeis aufgreifen wollte, IMHO.

30.12.2012 16:07 Uhr - Doc Idaho
1x
Moderator
User-Level von Doc Idaho 27
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@ Ripp3r
Nichts was du oder Laughing Vampire oben geschrieben hast ist falsch oder oder wurde angezweifelt. Oben steht ja nur eine Begründung für die Meldung von Imbor darüber. Kann gerne bemängelt werden.

Aber gut, dass du die Gesamtsituation noch einmal ausführlich erläutert hast, vielleicht lieg ich ja falsch, wenn ich sage, dass es Allgemeinbildung sein sollte.

Ansonsten schön mal auf der anderen Seite zu stehen. Alleine das war es schon wert. :-)

30.12.2012 17:45 Uhr - Ripp3r
30.12.2012 16:07 Uhr schrieb Doc Idaho
@ Ripp3r
Nichts was du oder Laughing Vampire oben geschrieben hast ist falsch oder oder wurde angezweifelt. Oben steht ja nur eine Begründung für die Meldung von Imbor darüber. Kann gerne bemängelt werden.

Aber gut, dass du die Gesamtsituation noch einmal ausführlich erläutert hast, vielleicht lieg ich ja falsch, wenn ich sage, dass es Allgemeinbildung sein sollte.

Ansonsten schön mal auf der anderen Seite zu stehen. Alleine das war es schon wert. :-)


Sry falls das Oberlehrerhaft oder anmassend rüberkam, so war das keinesfalls gedacht.

Wollte es nur klarstellen, nachdem du auf Laughing Vampie Post eingegangen bist.

Es klingt halt nur komisch wenn man erst ein chinesische Stadt (Hongkong) nennt, und dann im nächsten Satz sagt, es soll weiter nach China gehen.



30.12.2012 18:55 Uhr - Catfather
Da können wir ja überglücklich sein, dass es in Deutschland keine Zensut gibt, sondern lediglich die FSK und BPS die es nur gut meinen mit dem Jugendschutz! Aber eine Zensur findet selbstverständlich nicht statt, wir leben doch nicht in China... *fg*

31.12.2012 06:32 Uhr - Admiral Nogura
30.12.2012 12:30 Uhr schrieb Dale_Cooper
@Kkinski: Ich weiss das Warhol oft kritische Bilder gemalt hat, aber das Mao-Bild gehört aus meiner Sicht nicht in diese Kategorie. Ich kann Warhol dennoch in erster Linie nicht als kritischen, sondern als extrem kommerziell orientierten Künstler sehen, nicht zuletzt durch die Arbeiten in seinen späten Jahren, bei denen er all diese Industriellen portraitierte. Ich kann darin auch keine Doppelbödigkeit feststellen (wie z. B. bei dem Komponisten Schostakowitsch) sondern Warhol hat diese Bilder gemalt, weil es unglaublich viel Schotter brachte. (Siehe seine Wortspiele "Business-Kunst" und "Kunst-Business"). Das ist nicht als Kritik zu verstehen, aber es ist eine Tatsache. (Ich bin Fan von Andy Warhol - gerade weil er so ein seltsames Leben führte und eine widersprüchlicher Person war).


Damit beschreibst Du wunderbar die "Doppelbödigkeit" Warhols. Obwohl mich das Gefühl beschleicht, dass Du Dich dabei auf einen recht altmodischen Kunstbegriff der Moderne stützt, bei dem zwischen ernstzunehmender Kunst und Unterhaltung unterschieden wird. Allerdings wird Warhol gerne mal als Vorreiter der Postmoderne gesehen (ein Begriff der vielleicht inzwischen selber ein wenig angestaubt ist), bei der die Funktion eines Kunstwerk als einfaches Konsumprodukt (z.B. aufgrund seiner Dekorativität) und die kritische Deutung des Werks (z.B. als Konsum- oder Ideologiekritik oder als einfaches Aufzeigen des Spannungsfelds zwischen Idealen und Banalen) fröhlich koexistieren können, wobei die Intention des Künstlers (z.B. ordentlich "Schotter" zu machen) völlig irrelevant ist.

31.12.2012 08:30 Uhr - Dale_Cooper
@KKinski: Das stimmt, die inflationäre Ikonenhaftigkeit greift Warhol mit dem Mao auf, der Mao ist im damit dann auch neben der Suppendose einzureihen (womit ich hiermit weder etwas gegen Mao noch gegen die Suppendose sagen möchte :o)

Admiral Nogura: Na klar, ich mag den altmodischen Kunstbegriff in dem Fall, da ich immer versuche zu verstehen wie Künstler zu der Zeit in der sie lebten, gearbeitet haben und gedacht haben könnten. Die Welt war komplett anders, und somit würde Warhol heute auch komplett anders arbeiten, vermute ich mal. (In dem Zusammenhang frag ich mich öfter, was heute Thomas Mann oder Cole Porter hervorbringen würden...)

Leider hat Warhol bestimmte Dinge nicht mehr erlebt, ich hätte es sehr spannend gefunden was er mit dem Medium "Computer" oder "Internet" anstellt...die TV-Show fand ich nicht so prall, die war ja auch kein großer Erfolg.

So wie du es beschreibst gehört Andy W. zur Postmoderne. Ich weiss das dies bei Basquiat (auch der Fall ist, und ich wundere mich nicht, das die beiden befreundet waren.

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