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05.02.2013 - 00:03 Uhr
von Bob

Massachusetts entfernt böse Spiele-Automaten von Raststätten

Anti-Zensur-Organisation stellt sich dagegen

Als eine Familie in den USA eine Raststätte besuchte, die weniger als eine Fahrstunde von Newton, Connecticut entfernt war, dem Ort des Sandy Hook-Massakers im letzten Jahr, mussten sie geschockt mit ansehen, wie ein anderer jungendlicher Gast seine Pause an einem Spieleautomaten verbrachte. Er spielte einen Shooter und die Familie empfanden das als unpassend. Sie wollten es nicht akzeptieren, dass jemand so ein Spiel so nah am Ort des Massakers spielt (auch wenn es sogar ein anderer Bundesstaat war) und auch schon wieder so früh nach dem Amoklauf. Schließlich haben auch Kinder unbeschränkten Zugang zu diesen Games. Also beschwerten sie sich bei der Regierung Massachusetts, dem Betreiber der Raststätte.

Dieser reagierte prompt und entfernte nach der Beschwerde alle unpassenden Spiele aus ihren Rasstätten.

Transportation Secretary Richard Davey: "At the end of the day, those games are there to entertain kids, probably for a few minutes, while their parents are resting from a long trip. I just think it makes all the sense in the world to have it be a more passive [game]".

Diese Entscheidung rief die NCAC (National Coalition Against Censorship) auf den Plan, die es für übertrieben halten, dass der Bundesstaat so schnell und vor allem so drastisch reagiert, nur weil sich eine Familie beschwert hat. wo soll das aufhören. Genügt zukünftig auch nur eine Beschwerde um zukünftig auch DVDs, Magazine oder Bücher zu verbannen.

NCAC: "It is no more acceptable for the [Department of Transportation] to remove certain kinds of videogames than it would be to selectively remove other materials in rest stops and concessions because some motorists find something in them objectionable."

Von dieser Beschwerde an den Minister und der Berichterstattung in Medien mal abgesehen, hat die NCAC aber nicht weiter vor diese Sache zu bekämpfen, auch wenn es sich klar um Zensur und auch verfassungsrechtlich zweifelhaftes Verhalten seiten der Regierung handelt.

NCAC: "Videogames are protected speech under the First Amendment and, as such, cannot be regulated or restricted by state officials in response to concerns about their message or content"

Das Verhalten erinnert natürlich auch an frühere ähnliche Vorfälle, auch in Deutschland. 2009, nach dem Amoklauf in Winnenden, beschlossen Kaufhof und Marktkauf in Deutschland Computerspiele für Erwachsene zukünftig aus Jugendschutzgründen nicht mehr zu verkaufen, nur um sie später wieder in die Regale zu stellen.

Es ist auch sicher nur eine Frage der Zeit bis in Massachusetts wieder Action-Shooter in den Raststätten stehen. Bis dahin fehlen aber u.a. anderem Time Crisis und Beachhead 2000.

Quelle: the escapist

Kommentare

05.02.2013 00:09 Uhr - Superstumpf
7x
"Videogames are protected speech under the First Amendment and, as such, cannot be regulated or restricted by state officials in response to concerns about their message or content"

Das ist ja der interessanteste Punkt. Bei uns wäre das kein Argument, Meinungsfreiheit hin oder her, so bald es gewaltverherrlichend ist, wird es zensiert oder verboten. Und was gewaltverherrlichend ist, das entscheiden leider immer noch irgendwelche Dinosaurier, die keine Ahnung vom Leben haben.

05.02.2013 00:16 Uhr - Oberstarzt
5x
Das erinnert mich an Homer Simpson auf der Raststätte, als er sich über den Spießerdaddy und seinen Toyota Prius lustig macht:

"In Massachusetts ist es legal seinen eigenen Sohn zu heiraten."

An Homers permanenten Seitenhieben über diesen Staat scheint wohl was dran zu sein ;-)

05.02.2013 00:18 Uhr - Grosser_Wolf
Doppelmoral der US-Amerikaner wieder. Im Fernsehen wird sort deit 40 Jahren blutfrei umher geschossen (siehe A-Team und anderes), als sei es das Normalste der Welt, oft auch rumgetötet ohne Ende. Und dann sowas. Böse Spielautomaten. Haha.

05.02.2013 00:33 Uhr - Dissection78
2x
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Das ist wieder eine übereilt-kopflose und populistische Aktion, die dazu dient, Bürger zu beruhigen.
Das die Ursachen für "Amokläufe" und andere Gewalttaten einen komplexeren Hintergrund haben könnten, wird dabei - so habe ich das Gefühl - geflissentlich außer Acht gelassen.

@ Oberstarzt:
Massachusetts ist ja ein relativ liberaler US-Staat.

@ Grosser Wolf:
Als Deutscher bin ich persönlich, was das Vorwerfen einer Doppelmoral hinsichtlich des Jugendschutzes betrifft, etwas vorsichtig (obwohl ich verstehe, was Du meinst).

05.02.2013 00:34 Uhr - Venga
1x
Ich denke mal, es geht hier mehr um Pietät.
Letztendlich hat der Bundesstaat so gehandelt wie vielleicht auch ein privatisierter Gaststättenbetreiber gehandelt hätte, eben im Gedenken an diese grauenhafte Tragödie.

05.02.2013 01:41 Uhr - Chaosritter
1x
Ich find es amüsant, dass man in einigen Teilen der USA Videospiele mit Lightgun entfernt, während man in anderen mit der Panzerbüchse Hirsche jagen darf. :D

05.02.2013 02:23 Uhr - Superstumpf
2x
05.02.2013 00:34 Uhr schrieb Venga
Ich denke mal, es geht hier mehr um Pietät.
Letztendlich hat der Bundesstaat so gehandelt wie vielleicht auch ein privatisierter Gaststättenbetreiber gehandelt hätte, eben im Gedenken an diese grauenhafte Tragödie.

Was hat das Entfernen von Spielautomaten an irgendwelchen Raststätten mit Pietät zu tun? Das hat so viel mit den Opfern von Amokläufen zu tun wie, als ob man verbieten würde Pfannkuchen zu backen aus Pietät den Holocaust-Opfern gegenüber: nämlich gar nichts! Ich verstehe es immer, wenn man Verständnis bei solchen Themen bringen will, aber dann bitte nicht hirnlos irgendwas damit in Verbindung bringen. Videospiele haben mit Mordtaten genauso wenig zu tun, wie Haarspliss mit dem Klimawandel. Ich würde ja anfangen mit den tatsächlichen Utensilien, mit denen Menschen umgebracht werden; Waffen. Aber mich fragt ja niemand.

05.02.2013 04:12 Uhr - Pyri
1x
1. Offener Brief an SB.com
Bei deutschen Gemeinden ist längst eine entsprechende Fiskalpolitik bekannt die das Aufstellen von Automaten unwirtschaftlich macht.
Allein für die Stadt Südliches Anhalt hat es 2010 geheißen: “Einer muss mal anfangen. So was muss verboten sein.” http://www.suedliches-anhalt.de/fileadmin/vgem/amtsblatt/2010/Amtsblatt_25_2010.pdf
Lernt einmal politische Verantwortung zu übernehmen und hört endlich auf Euer Publikum über solche verkürzten Meldungen andauernd in die Irre zu führen, die Situation in Deutschland verniedlichend zu relativeren etc. Allein wie dann im zweiten Kommentar solche Meldungen über eine Fernsehserie daraufhin noch trivialisiert werden, wer soll sich so von hier aus so noch über weitergehende Zusammenhänge überhaupt informieren wollen?
Die Arcade-Kultur wurde in Deutschland darüber praktisch vollständig zerstört. Wenn man keine Ahnung hat...

05.02.2013 07:15 Uhr - Suratay
2x
Lieber Pyri,
in einem Land, in dem unser Hobby immer wieder in den Medien aus dem Wortlaut verkürzter Meldungen und uninformierten Halbwahrheiten heraus in den Dreck gezogen wird oder gar mit Amokläufern und Kinderschändern in einen Topf geworfen wird, ja da ist es durchaus legitim auf solche Meldungen ein Meinung zu formulieren.
Letztendlich nennt man dies Meinungsfreiheit. Und die ist älter als Videospiele.
Und mein Recht, eben diese Meinung zu vertreten und auszusprechen, nehme ich sehr sehr ernst.
Übrigens genau wie Personen, die dieses Recht anderen absprechen wollen....
Gruß

05.02.2013 07:19 Uhr - Kane McCool
1x
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Wenn US-Familien sonst keine Probleme haben....

... vermutlich ist jene Familie, die sich da beschwert hat, gleichzeitig auch so eine, für die ein Jagdgewehr genauso zum Kinderspielzeug gehört wie der Game Boy oder die Barbie Puppe. Und die Mom ist vermutlich so 'ne beinharte Soccer Mom, die neben Besen und Putzeimer 'ne Pumpgun in der Abstellkammer stehen hat, während Daddy für die Rüstungsindustrie arbeitet und in der Freizeit den Kindern das Ballern beim Jagen auf Kleingetier beibringt.

05.02.2013 09:23 Uhr - tomsan
.... die lieben Amis. Bestimmt geht es auch um einen "kleine Entschädigung" ;)

Vor allem schräg, dass die Argumentation nur um das "wo" geht, noch nicht mal um das scheinheilige "ob".

05.02.2013 10:45 Uhr - Oberstarzt
05.02.2013 00:33 Uhr schrieb Dissection78
...
@ Oberstarzt:
Massachusetts ist ja ein relativ liberaler US-Staat.
...


Das ist ja das Problem, welches Homer mit Massachusetts hat!

In Texas würden solche Automaten nicht verboten!

05.02.2013 11:23 Uhr - Roughale
3x
In den USA fällt ein Topf French Fries um und die SB Kids laufen Amok - schöne alte Welt! *LOL*

05.02.2013 11:52 Uhr - DON
1x
Die Familie war vermutlich furchtbar schlecht bei dem Automatenspiel und hat sich dann aus Trotz beschwert ;D

05.02.2013 15:13 Uhr - Cheezburger
1x
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05.02.2013 10:45 Uhr schrieb Oberstarzt
05.02.2013 00:33 Uhr schrieb Dissection78
...
@ Oberstarzt:
Massachusetts ist ja ein relativ liberaler US-Staat.
...


Das ist ja das Problem, welches Homer mit Massachusetts hat!

In Texas würden solche Automaten nicht verboten!

Liberal heißt aber nicht politisch Links sondern frei -> freiheitlich, wozu auch gehört, Automaten mit Inhalen, die nicht jedem lieb sind, stehen zu lassen, um die Freiheit der Bürger nicht einzuschränken.

05.02.2013 16:06 Uhr - Lamar
Wer zum Teufel zockt denn heut zu Tage noch außerhalb von zu Hause Shooter, Pac Man, Donkey Kong oder ähnliches an öffentlichen Geräten, in der Zeit von PC, PS3, XBox und Internet ???

Die Geräte habe ich in den 80èrn mal auf der Bowling Bahn gezockt, weil es nichts anderes gab :-))


05.02.2013 16:15 Uhr - Doktor Trask
1x
Man man sollte echt aufhören immer auf Einzelpersonen einzugehen, irgendein Gutmensch reißt das Maul auf und schon wird aus politischer Korrektheit zensiert und verboten was das Zeug hält, das ist doch nicht mehr normal, wenn den Leuten was nicht gefällt sollen sie gefälligst in eine andere Richtung gucken,langsam wird das echt ärgerlich mit diesen Gutmenschen die meinen sie müssten die Welt reinigen.

PS: Arcadeautomaten sind nicht nur Pac-Man und Donkey Kong, es gibt auch genug moderne Spiele mit aktueller Technik, das weiß der Durchschnittsdeutsche wohl nicht weil man hier ja Ende der 80er durch den Jugendmedienschutzirrsinn den Arcadeautomatenmarkt zerstört hat.

05.02.2013 16:51 Uhr - Roughale
1x
Man sollte viel lieber nicht so oft dieses beschissene Unwort "Gutmensch" verwenden^^

05.02.2013 17:02 Uhr - Lord of Light
@ Cheezburger :

In Amerika bedeutet liberal politisch links.
Freiheitlich nennt man dort Liberitär.

05.02.2013 17:26 Uhr - Cheezburger
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05.02.2013 17:02 Uhr schrieb Lord of Light
@ Cheezburger :

In Amerika bedeutet liberal politisch links.
Freiheitlich nennt man dort Liberitär.

Das kann ich in der kurzen Zeit nicht nachvollziehen (Quellen wären nett) aber wir sind hier auf einer deutschen Seite wo ein deutscher Benutzer den Staat als liberal eingeschätzt hat woraufhin erwähnt wurde, dass dies das Problem des fiktionalen Charakters ''Homer Simpson'' an diesem Staat sein könnte. Das hat so noch nichts mit amerikanischer Selbsteinschätzung und Politikverständnis zutun.

05.02.2013 19:07 Uhr - Dissection78
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Massachusetts ist - wie die meisten nordöstlichen US-Staaten - tatsächlich liberal. Das Wort "relativ" habe ich in meinem ersten Kommentar benutzt, weil anscheinend viele unter "liberal" was anderes verstehen. So sind z. B. liberale Waffengesetze in den USA ja das Ergebnis einer heutzutage konservativ zu nennenden Politik - oder einer libertären Strömung innerhalb der konservativen Politik (so wird beispielsweise die "Tea-Party-Bewegung" von den einen als (rechts)konservativ, von den anderen als (rechts)libertär bezeichnet).

Es gibt viele Quellen, die bezeugen, dass diese Begriffe eine andere Beudeutung sowohl für die USA als auch für Europa haben und dass in den Vereingten Staaten "liberal" tatsächlich als Synonym für "links" (ein recht schwammiger Ausdruck) oder teilweise "sozialdemokratisch" genutzt wird. Für viele amerikanische Konservative sind "Liberale" nichts anderes als verkappte Sozialisten und Kommunisten.
Obama wird ja auch desöfteren als "socialist", "commie", "nazi" oder "fascist" bezeichnet.

Hierzu ein Link zu einem interessanten Artikel:
http://usaerklaert.wordpress.com/2008/04/18/liberal-in-den-usa/

Aber nur weil ein Politiker bei den - im Gegensatz zu den US-Republikanern - liberaleren US-Demokraten tätig ist, heißt das noch lange nicht, dass er tatsächlich liberal ist. Es gibt auch "weiße Nationalisten" wie Tom Metzger oder David Duke, die in der "Demokratischen Partei" tätig waren.

05.02.2013 20:11 Uhr - Cheezburger
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Diese Bedeutungsunterschiede sind für eine Diskussion hier natürlich problematisch. Auch in Deutschland ist es so, dass liberal = links und konservativ = rechts von vielen Menschen gedacht und gelebt wird. Das geht an der Bedeutung der Begriffe vorbei. Das Waffenrecht in den USA ist sowohl konservativ alsauch liberal. Ein Gegenteil von einer liberalen Politik wäre eine Restriktive. Da die Gesetzgebung in den meisten Staaten vor 50 Jahren sehr restriktiv gewesen ist, versteht man heute unter einer konservativen Regierung eine Rechte.

Wenn Massachusetts also kein liberaler Staat im urprünglich europäischen/deutschen Sinne ist, sondern ein Linksgerichteter, würde das natürlich eine ganz andere Diskussionsgrundlage ergeben.

05.02.2013 20:18 Uhr - Laughing Vampire
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05.02.2013 20:11 Uhr schrieb Cheezburger
Wenn Massachusetts also kein liberaler Staat im urprünglich europäischen/deutschen Sinne ist, sondern ein Linksgerichteter, würde das natürlich eine ganz andere Diskussionsgrundlage ergeben.

Ich verstehe die "Diskussionsgrundlage" ja überhaupt nicht. Wäre doch Perlen vor die Säue bei so einem nebensächlichen, undramatischen Einzelfall. Und "linksgerichtet" im "ursprünglich europäischen/deutschen Sinne" ist garantiert auch kein US-Bundesstaat. Die politischen Verhältnisse, Begriffe und Bedeutungen sind einfach grundsätzlich anders, so einfach ist das.

05.02.2013 20:35 Uhr - Cheezburger
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05.02.2013 20:18 Uhr schrieb Laughing Vampire
05.02.2013 20:11 Uhr schrieb Cheezburger
Wenn Massachusetts also kein liberaler Staat im urprünglich europäischen/deutschen Sinne ist, sondern ein Linksgerichteter, würde das natürlich eine ganz andere Diskussionsgrundlage ergeben.

Ich verstehe die "Diskussionsgrundlage" ja überhaupt nicht. Wäre doch Perlen vor die Säue bei so einem nebensächlichen, undramatischen Einzelfall. Und "linksgerichtet" im "ursprünglich europäischen/deutschen Sinne" ist garantiert auch kein US-Bundesstaat. Die politischen Verhältnisse, Begriffe und Bedeutungen sind einfach grundsätzlich anders, so einfach ist das.

Da machst du es dir ein wenig einfacher als die Welt ausschaut. Was die soziale Gesetzgebung angeht hat zum Beispiel Kalifornien in Teilen der BRD einiges vorraus.

Ansonsten kann man doch über das Reden, was man grade beredenswert findet.

05.02.2013 20:54 Uhr - Dissection78
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Bevor hier eine politische Diskussion aufkommt (und wir sind wirklich OT), möchte ich noch folgendes schreiben:

Das ist wieder so ein Problem mit Begriffsbedeutung und dem politischen Krieg mit einem Begriff als Waffe.
Die Nordost-Staaten der USA sind im amerikanischen Sinne "liberal" also "links", im europäischen Sinne sind sie eher bürgerlich-liberal (das würden einige Leute in Europa schon wieder als "rechts" sehen).
Ein Bill Clinton oder ein Barack Obama, die in den USA eher als (links)liberal gesehen werden, wären in Deutschland vermutlich "schwarz/gelb", wenn man ich mich mal vereinfachend ausdrücken soll :)
Nicht umsonst scheren etliche konservative Politiker der USA Europa über einen Kamm und bezeichnen selbst dortige bürgerliche Regierungen als "sozialistisch". Mit dem selben "Recht" könnte man auch Anhänger der Tea Party als Nazis bezeichnen - was schwachsinnig ist.

Aber ich kann für mich persönlich mit dem einfachen Links/Rechts-Denken nicht allzu viel anfangen. Da ist mir das "Nolan-Diagramm" zumindest etwas näher.

05.02.2013 20:58 Uhr - Pyri
1x
@Suratay
Und weil diese "Meinung" existiert soll hier bloß ein "jetzt sag ich aber auch mal was" von Stammtischen dem entgegengehalten werden (können?)
Also gewissermaßen die Rolle des Waldes eingenommen aus dem lediglich ein Echo ertönt...
Nein, denn das ist nicht einmal die Logik Marke "Kindergarten", denn im Kindergarten agieren andere Kinder wenigstens auf Augenhöhe während in Fernsehsendungen wie "hart aber fair" zuletzt wieder ohne fassbaren Widerspruch, das heißt tatsächlich erneut völlig "kritiklos", gegen Schießspiele zu Felde gezogen wurde. Ein piratisches "ouchne" ist nämlich (auch) kein Argument dagegen - sowie alles nicht besonders konstruktiv oder so gelagert, dass es irgendwas weiterbringen würde.

Da persifliert etwa ein "The Last Stand" Waffengesetze, mit Johnny Knoxville in einer an Ted Raimi erinnernden Komiker-Rolle als Waffennarr, und meine österreichische Hauszeitung trickste daraus einen "Werbespot" für die US-"Waffenlobby". Ich frage mich dabei auch welche Szenen in dem Film für Deutschland genau keine Jugendfreigabe erhalten haben. Ich tippe mal auf eine an "Reservoir Dogs" erinnernde Verblutungssequenz. Und worauf weist das wieder hin: dass die Gefährlichkeit von Schusswaffen welche in dem Film eben gerade nicht verharmlost wurde, gerade das soll. Verharmlost werden. Mit welcher Verantwortung?

Und wofür soll keine Verantwortung übernommen werden (brauchen): dass der Umstand verschoben werden soll, dass bei Gewaltverbrechen letztlich immer andere Menschen Menschen verletzen oder gar töten - auf Videospiele oder irgendwelchen Waffen. Hauptsache aus den Augen aus dem Sinn wie die Geräte in Massachusetts: andersdenkende Menschen welche sich dahingehend nicht für überlegen halten wollen und damit konfrontieren ausgrenzend, das für eine "bessere" oder "korrektere" Politik gehalten wird. Oder gar eine die (siehe mein Zitat aus einem Artikel über die Situation in der Stadt Südliches Anhalt) endlich mal jemand wagt zu tun. Was ist das überhaupt für eine Ausdrucksweise?
Ich sage es ist im Gegenteil eine nicht nur illiberale, sondern auch schlechte und verantwortungslose Politik welche letzten Endes nichts anderes tut als Menschen auf bestimmte Bilder zu reduzieren. Es braucht auch niemand Nietzsche oder George Orwell gelesen zu haben um eine kritische Beziehung zu einseitigen Vorstellungen von "Anstand", "Werten", "Tugend" und "Moral" für sich selbst herstellen zu können, denn die Frage danach mit welcher Gewalt ein Staat kriminelle Elemente auszuschalten gedenkt sollte aus meiner Sicht jedenfalls schon genügen. Wer alles ausgegrenzt und diskriminiert wird, wenn schon nicht verfolgt: ob in der Arbeitswelt gemobbt, nicht einmal eine Anstellung findet, in Schulen gebulliet wird etc. Weil er oder sie nicht in eine bestimmte Sozialität (hinein) passt. Und bei Medien (Literalität) fängt diese Form von Rassismus eben schon über Geschmack und Empfinden an, dabei was einem Menschen gefällt oder nicht gefallen sollte. Wo die eine "Meinung" eben dazugehört, während die andere dies halt nicht tut.
Hinter welchen Barrikaden auf Straßen, oder Hashtags auf Twitter, sich ein Mob da auch versammeln möchte: andere manipulieren wollend.
Wo "Gewalt" nichts als banalisiert wird, wenn sie auf Filme oder Videospiele bezogen erscheint, während die eigene Gewalt dieser jedenfalls weitgehend unveränderlich erscheinenden Zuschreibungen keiner Überprüfung unterzogen wird: die eigene strukturelle Brutalität dabei ausgeschlossen bleibt. "Das ist Gewalt" oder "das ist unerträgliche Gewalt" sagen diese Leute und bestimmen so über die Köpfe anderer hinweg
Tut jemand etwas so über andere Körper kund gibt es jedes Mal einen Aufschrei, doch warum nicht auch bei Geschmack und Empfinden? Mit welcher Ignoranz: weil letztlich keine Unterschiede zwischen Menschen mehr wahrgenommen werden möchten, alle Körper und Gefallen normiert werden sollen und auch unterschiedliche Bedürfnisse so weitgehend unterdrückt werden. Nur mehr Filme und/oder Videospiele "für alle" hergestellt. Und weil dabei anderen Menschen letztlich auch nicht geholfen werden möchte, werden bei Gewaltdarstellungen Desensibilisierungshypothesen vorgetragen. Weil es so eben auch kein Mitgefühl für die Avatare und Charaktere aus zum Beispiel Videospielen geben darf, sondern darin etwa "nur Gewalt" gesehen wird - bloß nach Gewalthandlungen gefragt, usw.
Das reale Gewaltmonopol des Staates ist in unseren Gesellschaften sicherlich eine große Errungenschaft. Doch dennoch auch keine welche ein Demos ohne jegliches Misstrauen begegnen sollte, keine Gewalt welche nicht ständig aufs Neue überprüft gehören würde. Denn schließlich sind es auch dort immer nur Menschen welche da eine Verantwortung einmal aufgetragen bekommen haben.

Während Zitate wie das obige aus dem Artikel weiterhin eher Kennzeichen autoritärer Gesellschafen sind: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1289550874743&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546

05.02.2013 21:07 Uhr - Laughing Vampire
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Erfahrungspunkte von Laughing Vampire 339
05.02.2013 20:35 Uhr schrieb Cheezburger
05.02.2013 20:18 Uhr schrieb Laughing Vampire
05.02.2013 20:11 Uhr schrieb Cheezburger
Wenn Massachusetts also kein liberaler Staat im urprünglich europäischen/deutschen Sinne ist, sondern ein Linksgerichteter, würde das natürlich eine ganz andere Diskussionsgrundlage ergeben.

Ich verstehe die "Diskussionsgrundlage" ja überhaupt nicht. Wäre doch Perlen vor die Säue bei so einem nebensächlichen, undramatischen Einzelfall. Und "linksgerichtet" im "ursprünglich europäischen/deutschen Sinne" ist garantiert auch kein US-Bundesstaat. Die politischen Verhältnisse, Begriffe und Bedeutungen sind einfach grundsätzlich anders, so einfach ist das.

Da machst du es dir ein wenig einfacher als die Welt ausschaut. Was die soziale Gesetzgebung angeht hat zum Beispiel Kalifornien in Teilen der BRD einiges vorraus.

Das bestreite ich auch nicht (auch wenn das Beispiel in meinen Ohren ein bisschen seltsam klingt; der deutsche Sozialstaat scheint mir doch wesentlich ausgereifter als der kalifornische, aber da ich mich damit nicht gut auskenne, will ich nichts behaupten), es ging mir nur um allgemeingültige Schemata, die eben nicht existieren -- nur schon in Frankreich sieht das wieder ganz anders aus, und bei Deutschland spielt die (aufgearbeitete) Vergangenheit in der Politik eine verhältnismäßig große Rolle, was in den wenigsten Ländern der Fall sein dürfte. Gerade hat z.B. Japan, welches sich zu der Zeit auch nicht mit Ruhm bekleckert hat, angekündigt, "seine Haltung zum Zweiten Weltkrieg zu revidieren". Hier (glücklicherweise) völlig undenkbar. Die ganze Links-Rechts-Sache ist aber ohnehin eine sehr schwammige Angelegenheit -- siehe Dissection78s Beitrag. :)

05.02.2013 21:16 Uhr - F-Ready
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User-Level von F-Ready 4
Erfahrungspunkte von F-Ready 239
Gibson: Ich glaube es ist illegal in Massachusetts, Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken.

Winstone: In Masachusetts ist so ziemlich alles illegal.

Fiel mir dabei gerade ein. ;-)

Gruß F-Ready

06.02.2013 17:10 Uhr - Doktor Trask
1x
05.02.2013 16:51 Uhr schrieb Roughale
Man sollte viel lieber nicht so oft dieses beschissene Unwort "Gutmensch" verwenden^^

Auch wenn es politisch Unkorrekt ist werde ich das Wort weiterhin verwenden da es diese Art von Leuten mehr als treffend bezeichnet. Gutmenschen meinen sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen, sie denken sie würden gutes tun machen und erreichen aber nur das genaue Gegenteil, Gutmenschen schränken andere mutwillig ein, für Gutmenschen zählt nur die eigene Meinung und halten nur sich selbst für wichtig etc.

06.02.2013 18:03 Uhr - Lord of Light
1x
Liberal wird heute eher wirtschaftspolitsch verstanden.
Also ist die Repuplikanische Partei z.b. gesellschaftspolitsch konservativ u. wirtschaftspolitisch liberal .

06.02.2013 21:09 Uhr - Cheezburger
1x
User-Level von Cheezburger 1
Erfahrungspunkte von Cheezburger 1
06.02.2013 17:10 Uhr schrieb Doktor Trask
05.02.2013 16:51 Uhr schrieb Roughale
Man sollte viel lieber nicht so oft dieses beschissene Unwort "Gutmensch" verwenden^^

Auch wenn es politisch Unkorrekt ist werde ich das Wort weiterhin verwenden da es diese Art von Leuten mehr als treffend bezeichnet. Gutmenschen meinen sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen, sie denken sie würden gutes tun machen und erreichen aber nur das genaue Gegenteil, Gutmenschen schränken andere mutwillig ein, für Gutmenschen zählt nur die eigene Meinung und halten nur sich selbst für wichtig etc.

Das gilt in der Regel auch bzw. vor allem für die, die das Wort verwenden.
06.02.2013 18:03 Uhr schrieb Lord of Light
Liberal wird heute eher wirtschaftspolitsch verstanden.
Also ist die Repuplikanische Partei z.b. gesellschaftspolitsch konservativ u. wirtschaftspolitisch liberal .

Das nennt man neo-liberal und hat mit liberal nicht viel zutun, auch wenn die Öffentlich Rechtlichen einem das in ihrer Berichterstattung über die FDP weiß machen möchte. Ein Großteil der Menschen, die eine liberale Grundhaltung angeben, meinen das klassische Liberal und nicht diese Einstellung, dass sich der Markt von alleine reguliert.

08.02.2013 11:33 Uhr - Grosser_Wolf
Cheezburger ist also gegen Kritik und ironische Umkehrungen. Aha.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch

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