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12.10.2015 - 00:03 Uhr

Jugendmedienschutz wird überarbeitet

Konsolidierung lässt die Konsequenzen offen

Wie heise berichtet, erscheinen dem deutschen Gesetzgeber das bestehende Jugendschutzgesetz und der Jugenmedienschutz-Staatsvertrag aus dem Jahr 2003 als geltendes Recht zu unpräzise und veraltet. Deswegen ist der Entwurf eines neuen Jugendmedienschutzes im Entstehen, über den die Ministerpräsidenten am 09.10.2015 berieten. 

Mögliche Änderungen betreffen die Gleichstellung aller freiwilliger Selbstkontrollinstanzen (FSK, USK, FSF, FSM), sowie eine gemeinsame Bewertungsmöglichkeit von Off- und Onlinemedien, und Rundfunk. Von derzeit 50 Paragrafen soll deutlich konsolidiert werden, so dass effektivere Entscheidungen, auch unter Berücksichtigung der IARC (International Age Rating Coalition), getroffen werden können.

In welche Richtung diese weitreichenden Änderungen des Jugendschutzes gehen werden, bleibt noch dahingestellt. Auch bleibt eine europäische Antwort abzuwarten, da strengerer Jugendschutz vermutlich das Wettbewerbsrecht verzerren würde und als Einschränkung der künstlerischen Freiheit ausgelegt werden könnte.

Update am 12.10.2015: Vom 01.-02. Oktober fand eine Tagung der vier großen Selbstkontrolleinrichtungen Deutschlands in Berlin statt, an der 70 Teilnehmer aus internationalem Umfeld teilnahmen. Ziel der International Classifiers Conference war eine schrittweise Harmonisierung des internationalen Jugendschutzes zu diskutieren.

Danke auch an René für den Hinweis
Quelle: heise.de

Kommentare

12.10.2015 00:10 Uhr - Catfather
10x
Oha, das wird ja spannend... aber besser mal nicht zuviel erwarten!

12.10.2015 00:13 Uhr - Dragon50
8x
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Na toll, noch mehr Zensur.

12.10.2015 00:25 Uhr - uniformskepsis0
9x
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Kann alles bei rauskommen. Hoffentlich spart man mal die USK ein & nutzt das PEGI System.
Bei Filmen bin ich nicht allzu zuversichtlich...
Hoffen wa mal aufs beste...

12.10.2015 00:28 Uhr - DVDSammler1357
2x
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Na das kann was werden.

12.10.2015 00:33 Uhr - affenkopp
4x
Da bekomme ich richtig Angst!
Demnächst muss ich mich dann mit dem neuen Perso verifizieren,
wenn ich DAHEIM einen Film sehen möchte.

12.10.2015 00:42 Uhr - DARKHERO
10x
Immerhin steht derzeit die Killerspiel oder Gewaltvideo Diskussion nicht mehr zur Debatte. Auch die Gremien sind etwas lockerer geworden, daher denke ich nicht das es noch mehr Zensuren geben wird.
Das wir dem PEGI System Folgen würden, finde ich gut (solange das nicht mit PEGIDA verwechselt wird), obwohl PEGI manches mal auch schon strenger bewertete als die USK.

Finde es sollte die Indizierung abgeschafft werden mit Liste A und B und es nur noch FSK 18 geben. Wenn das auch nur zu Sprache kommt, bin ich schon zufrieden. Aber glaube da nicht dran, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen

12.10.2015 01:06 Uhr - tschulze
12x
Hui, ist das spannend. Da opfere ich sogar eine Stunde meines Schlafes, um meinen Senf beizusteuern.

Ein neuer Jugendschutz kommt. Nach dem JöSchG und JuSchG kommt nun das - wir wollen ja mit der Zeit gehen - MenschenMitPubertätshintergrundSchutzGesetz MemiPuhiSchuG.
Was wird uns da an Änderungen erwarten? Momentan greift der Jugendschutz ja gerade in Sachen Altersfreigaben bei Spiel und Film sehr weit. Das geht soweit, dass für Filme, die an Volljährige, also Erwachsene, gerichtet sind, fünf verschiedene Erwachsenenfreigaben existieren, die je nachdem, wie es die Prüfungsgremien beurteilen, eine mehr oder minder jugendgefährdende Wirkung aufweisen. Und dementsprechend dürfen die Filme dann entweder im Handel stehen und beworben werden, oder nur in entsprechenden Bereichen und nicht beworben werden oder sie werden gar einkassiert und bescheren somit dem Verleih nur Miese. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, dass der Jugendschutz vorschreibt, was die Erwachsenen sehen, spielen und somit auch frei im Laden kaufen können oder nicht. Das ist eigentlich echt eine Bevormundung der Erwachsenen durch den Staat und sollte dringend geändert werden mit dem neuen Jugenschutz. In anderen Ländern gibt es schließlich auch nur die eine Erwachsenenfreigabe (18+) und diese haben dann halt alle Erwachsenen-Spiele und Filme oder sie sind für die Jüngeren geeignet. In diesem Punkt sollte man also das Jugenschutzgesetz, dass sich hier wohl eher als Menschenschutzgesetz selbst enttarnt, eben auch in dieses umbenennen - also MeSchuGe.

Im Großen und Ganzen sollten sich gerade die Gamer und Filmfans wohl nicht allzu große Hofnungen machen, dass sich etwas (zum Positiven) ändern wird. Die Novellierungen werden eher die Weichen stellen, um künftig so ziemlich alles an digitalen Medien bewerten zu können. Dann wird's bald Alterfreigaben und -beschränkungen für Webseiten, Shops, Chats, Blogs geben und die Medien- bzw. Internetlandschaft könnte sich gewaltig verändern. Das ganze sollte ja schon vor drei oder vier Jahren in einer Hauruckaktion eintreten und wurde dann vom halben deutschsprachigen Internetz, vielen analogen aufgebrachten Leuten und auch tatsächlich einigen Politikern boykottiert, die sich alle auf das schon zum damaligen Zeitpunkt veraltete oder eher schwammig formulierte und für Internetmedien so gar nicht wirklich anwendbare Jugendschutzgesetz verwiesen und eben das soll nun endlich angepasst werden, damit bald die große Internetzensu ... prust, hust .... -offensive starten kann. Zensur gibt's ja schließlich keine in Deutschland. Das hat ja unsere mittlerweile Verteidigungsministerin schließlich oft genug klargestellt.

#Jugendschutz #JuSchG #JöSchG #MenschenMitPubertätshintergrundSchutzGesetz #MemiPuhiSchuG #MenschenSchutzGesetz #MeSchuGe
#Internetoffensive #defencensursula #GuteNacht

12.10.2015 01:17 Uhr - Laughing Vampire
11x
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12.10.2015 01:06 Uhr schrieb tschulze
In diesem Punkt sollte man also das Jugenschutzgesetz, dass sich hier wohl eher als Menschenschutzgesetz selbst enttarnt, eben auch in dieses umbenennen - also MeSchuGe.

Chapeau.

Sehr interessante Neuigkeiten. Ich bin aber zuversichtlich, denn ich denke, das Zeitalter der großen Mediaparanoia neigt sich nun auch in Deutschland dem Ende zu. Mehr Zensur gerade bei Filmen oder Spielen kann ich mir kaum vorstellen -- dazu haben sich schließlich auch die Konsumformen und -wege in den letzten Jahren viel zu stark internationalisiert. Außerdem: Man hat ja derzeit wirklich ganz andere Probleme im Land.

Ach, ich wäre schon zufrieden, wenn sie endlich Uschis ekelhafte transparente FSK- und USK-Logos wieder rückgängig machen würden.

12.10.2015 01:25 Uhr - Doktor Trask
2x
Da man ja weiß wie unser tolles Deutschland in den meisten Belangen aufgelegt ist sollte man von deutlich mehr Zensur ausgehen, an positive Entwicklungen und kluge Entscheidungen in Deutschland gaube ich persönlich längst nicht mehr.

12.10.2015 01:27 Uhr - Temeraire
2x
12.10.2015 00:42 Uhr schrieb DARKHERO
Finde es sollte die Indizierung abgeschafft werden mit Liste A und B und es nur noch FSK 18 geben. Wenn das auch nur zu Sprache kommt, bin ich schon zufrieden. Aber glaube da nicht dran, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen


Das wird wohl leider nicht passieren der Diskussionsentwurf der Gesetzesreform unterscheidet weiterhin zwischen entwicklungsbeeinträchtigenden (FSK 18 möglich) und jugendgefährdenden ( ein Fall für die BpjM) Medien. Problematisch ist vorallem die Enführung von weiteren Regelbeispielen die eine Indizierung begründen können:
" .. Medien die den Krieg,[..] selbstverletzendes Verhalten ,Alkohol- oder Drogenkonsum oder einen kriminellen Lebensstil verherlichen oder verharmlosen."
Unter einen solchen Tatbestand könnte so manches subsumiert werden...
Der sehr unbestimmte Begriff der "unsittlichen Medien" hat es auch wieder in das Diskussionspapier geschaft.
Spannend währe noch die Frage ob sich vielleicht etwas an der doch recht langen Frist von 25 Jahren bei der automatischen Überprüfung einer Indizierung ändert.

12.10.2015 02:00 Uhr - Unrated-Freak
6x
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Adios USK und herzlich willkommen PEGI. Wir werden sicher gute Freunde.

Mal im ernst, hoffe da kommt was gutes bei raus, wo wir alle von profitieren.

12.10.2015 03:08 Uhr - spobob13
2x
Eine einheitliche europäische Jugendschutzverordnung wäre spannend. Ausser den Briten und den Deutschen sind alle anderen Länder viel liberraler. Die zentrale EU Freigabe, könnte tausende Beamten und Richter freimachen bei uns freimachen, um bei Flüchtlingen schneller arbeiten zu können.

12.10.2015 04:59 Uhr - nivraM
4x
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Endlich tut sich mal was. Ich denke nicht, dass die neuen Änderungen negativ für uns werden. Eine Gleichstellung der Instanzen, die in den News erwähnt wird, würde den ganzen Zirkus zum Beispiel übersichtlicher machen.
Und mal im Ernst: Noch mieser kann es eigentlich nicht werden.

12.10.2015 05:24 Uhr - Ludwig
6x
12.10.2015 04:59 Uhr schrieb nivraM
Und mal im Ernst: Noch mieser kann es eigentlich nicht werden.

Doch, doch. Schlimmer geht's immer. In den Sonntagsreden versprechen Politiker ja gerne etwas für den Bürokratieabbau zu tun. Und dann kommen letztendlich 15 neue Verordnungen hinzu.

Deswegen warte ich erstmal ab, bevor ich anfange mir Hoffnungen über positive Veränderungen zu machen. Ich wünsche es mir ja sehr, aber so recht glauben kann ich es halt nicht.

12.10.2015 06:29 Uhr - neothechosenone
4x
Die Kommission für Jugendmedienschutz hätte am liebsten einen Internetfilter nach britischem Vorbild. Wir brauchen einen funktionierenden Jugendschutz und keine Zensur. Man muss diese Spinner in ihre Schranken weisen!

12.10.2015 08:11 Uhr - Doktor Trask
4x
12.10.2015 06:29 Uhr schrieb neothechosenone
Die Kommission für Jugendmedienschutz hätte am liebsten einen Internetfilter nach britischem Vorbild. Wir brauchen einen funktionierenden Jugendschutz und keine Zensur. Man muss diese Spinner in ihre Schranken weisen!
Und wer soll das tun? 1.ist ein großer Teil der Bevölkerung sehr Obrigkeitshörig und tut alles was sie will, 2. sind viele den Lügen der Politik und Medien längst erlegen und glauben denen auch in Zukunft alles, 3. haben viele ganz andere Probleme und werden sich hier kaum bis gar nicht für interessieren, 4. hat das Volk schon lange nichts mehr zu melden-Volkes Stimme? Wem interessiert die schon? Ja ich bin negativ eingestellt, behalte damit aber in aller Regel auch (leider) recht.

12.10.2015 09:10 Uhr - NoCutsPlease
2x
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Zitat aus der Heise-Meldung:
Diese Struktur stammt aus dem Jahr 2003 und wird von Jugendschützern, Wissenschaftlern, Unternehmen und Elternverbänden gleichermaßen bereits seit einigen Jahren als veraltet, unverständlich und wirkungslos kritisiert.


Die Motivation dahinter liegt also keinesfalls darin, dem informierten Endverbraucher entgegenzukommen, sondern jene, die sich beruflich bzw. amtlich mit dem Paragraphendschungel herumschlagen müssen, wollen schlichtweg eine Arbeitserleichterung.

Nichtsdestotrotz ist eine Straffung der Rechtsgrundsätze zu begrüßen - gesetzliche Entrümpelungen machen immer Sinn.
Man bedenke nur mal was für ein schlankes Büchlein unser Grundgesetz ist - und was für ein dicker Wälzer die dazugehörige kommentierte Fassung.

12.10.2015 09:34 Uhr - Mr.Brown-1602
1x
Zitat aus heise Meldung
Zukünftig sollen auch Sendungen von öffentlich-rechtlichen Sendern wie ARD und ZDF beanstandet werden können, wenn Jugendschutzverstöße nachgewiesen werden können. 
Keine unbefugten vorab-uncut-Sendungen alá Scarface 2008 mehr? :'(

12.10.2015 10:07 Uhr - Casablanca
2x
Da bin ich ja mal gespannt, in welche Richtung der Schuß losgeht.

12.10.2015 10:37 Uhr - pedi
2x
nach hinten.

12.10.2015 11:07 Uhr - Kerry
1x
Ich könnte mir vorstellen dass wieder ein Versuch unternommen wird, das Internet stärker mit einzubeziehen und eine Klassifizierung von Webseiten einzuführen.
Ein solches Gesetz war ja schon einmal geplant, ist dann jedoch im Bundesrat - dank der FDP; Ehre wem Ehre gebührt - gescheitert.

12.10.2015 11:09 Uhr - Gorehound35
3x
Hallo Leute! Ihr Deutschen tut mir echt leid! Bei uns im schönen Österreich gibt es sowas erst garnicht! Gott sei Dank! Ich hoffe für euch, dass es endlich ein Umdenken gibt mit den ganzen unnötigen Zensuren! LG an alle! :-)

12.10.2015 11:20 Uhr - deNiro
2x
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12.10.2015 08:11 Uhr schrieb Doktor Trask
12.10.2015 06:29 Uhr schrieb neothechosenone
Die Kommission für Jugendmedienschutz hätte am liebsten einen Internetfilter nach britischem Vorbild. Wir brauchen einen funktionierenden Jugendschutz und keine Zensur. Man muss diese Spinner in ihre Schranken weisen!
Und wer soll das tun? 1.ist ein großer Teil der Bevölkerung sehr Obrigkeitshörig und tut alles was sie will, 2. sind viele den Lügen der Politik und Medien längst erlegen und glauben denen auch in Zukunft alles, 3. haben viele ganz andere Probleme und werden sich hier kaum bis gar nicht für interessieren, 4. hat das Volk schon lange nichts mehr zu melden-Volkes Stimme? Wem interessiert die schon? Ja ich bin negativ eingestellt, behalte damit aber in aller Regel auch (leider) recht.


Ganz so schwarz- weiß würde ich das nicht sehen. Aktuelle Entwicklungen zeigen das viele Menschen eben nicht Obrigkeitshörig sind. Siehe TTIP, Flüchtlingspolitik etc.

Ich seh das Ganze grundsätzlich positiv, denn wie oben bereits beschrieben geht es in erster Linie um eine Konsolidierung (Zusammenfassung, Zusammenlegung) der einzelnen Prüfgremien. Das dies mit einer weiteren progressiveren Einstellung des Jugendschutzes einher geht, ist nicht ausgeschlossen und eine notwendige und folgerichtige Entwicklung.

12.10.2015 11:24 Uhr - Kerry
2x
Abwarten.
Ich zumindest kann mich noch sehr gut daran: https://www.youtube.com/watch?v=PCt1DI5dBTI erinnern.
Auch diese Internetsperren sind nicht noch nicht vom Tisch.

12.10.2015 11:41 Uhr - Intofilms
1x
Einerseits schwant mir nichts Gutes. Andererseits kann's doch im Grunde eh nur besser und nicht mehr schlimmer werden. Aber wer weiß schon...?!

Die Zusammensetzung der Tagungsmitglieder und die inhaltlichen Diskussionspunkte klingen jedenfalls mächtig wichtig und weitreichend...

12.10.2015 13:34 Uhr - Egill-Skallagrímsson
5x
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12.10.2015 11:20 Uhr schrieb deNiro
12.10.2015 08:11 Uhr schrieb Doktor Trask
12.10.2015 06:29 Uhr schrieb neothechosenone
Die Kommission für Jugendmedienschutz hätte am liebsten einen Internetfilter nach britischem Vorbild. Wir brauchen einen funktionierenden Jugendschutz und keine Zensur. Man muss diese Spinner in ihre Schranken weisen!
Und wer soll das tun? 1.ist ein großer Teil der Bevölkerung sehr Obrigkeitshörig und tut alles was sie will, 2. sind viele den Lügen der Politik und Medien längst erlegen und glauben denen auch in Zukunft alles, 3. haben viele ganz andere Probleme und werden sich hier kaum bis gar nicht für interessieren, 4. hat das Volk schon lange nichts mehr zu melden-Volkes Stimme? Wem interessiert die schon? Ja ich bin negativ eingestellt, behalte damit aber in aller Regel auch (leider) recht.


Ganz so schwarz- weiß würde ich das nicht sehen. Aktuelle Entwicklungen zeigen das viele Menschen eben nicht Obrigkeitshörig sind. Siehe TTIP, Flüchtlingspolitik etc.

Ich seh das Ganze grundsätzlich positiv, denn wie oben bereits beschrieben geht es in erster Linie um eine Konsolidierung (Zusammenfassung, Zusammenlegung) der einzelnen Prüfgremien. Das dies mit einer weiteren progressiveren Einstellung des Jugendschutzes einher geht, ist nicht ausgeschlossen und eine notwendige und folgerichtige Entwicklung.


Die Menschen in Deutschland SIND obrigkeitshörig und wollen möglichst alles durch allgemeingültige Werte reguliert haben. Dem Land fehlt einfach eine liberale Tradition. TTIP ist den meisten Leuten immer noch so ziemlich egal, dieser Teufelspakt kann und wird von der Politik auf jeden Fall und entgegen nahezu jeder Kritik durchgeboxt werden - fragt sich nur in welcher Form und mit welchem endgültigen Inhalt. Vielleicht wird das bei der Flüchtlingspolitik etwas anders sein, da die meisten Leute die Probleme - im Gegensatz zur Netzzensur und TTIP - im Leben wirklich greifbar sehen, aber allzu euphorisch würde ich dabei auch nicht sein, dass auf die Bedenken der Bürger Rücksicht genommen wird (so sollte man diese Flüchtlingspolitik überhaupt kritisieren wollen).
Ich sehe generell überhaupt keinen Grund, die Zukunft der Zensur und des Internets als Eutopie zu betrachten - die Erfahrung lehrt mich die Wahrscheinlichkeit einer Dystopie. Eine Netzzensur wird es mit der Zeit sicher geben, verschiedene Versuche gab es ja bereits, das Ganze in die Richtung einzuleiten (siehe ACTA oder die Entwicklungen in UK u.ä.) und bisher weist ja auch noch nichts darauf hin, dass das der neue Jugendmedienschutz liberaler wird. Ich bin schon ganz bei Doktor Task, auch wenn er es etwas drastisch ausdrückt. Das Kultur überhaupt der Zensur unterliegt ist auf jeden Fall höchst bedenklich, scheint jedoch den meisten Menschen hier völlig egal zu sein - so egal, dass sie sich noch nicht einmal darüber informieren wollen.
Was für ein ganz tolles Land mit ganz tollen Menschen...

12.10.2015 14:06 Uhr - deNiro
2x
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12.10.2015 13:34 Uhr schrieb Egill-Skallagrímsson
12.10.2015 11:20 Uhr schrieb deNiro
12.10.2015 08:11 Uhr schrieb Doktor Trask
12.10.2015 06:29 Uhr schrieb neothechosenone
Die Kommission für Jugendmedienschutz hätte am liebsten einen Internetfilter nach britischem Vorbild. Wir brauchen einen funktionierenden Jugendschutz und keine Zensur. Man muss diese Spinner in ihre Schranken weisen!
Und wer soll das tun? 1.ist ein großer Teil der Bevölkerung sehr Obrigkeitshörig und tut alles was sie will, 2. sind viele den Lügen der Politik und Medien längst erlegen und glauben denen auch in Zukunft alles, 3. haben viele ganz andere Probleme und werden sich hier kaum bis gar nicht für interessieren, 4. hat das Volk schon lange nichts mehr zu melden-Volkes Stimme? Wem interessiert die schon? Ja ich bin negativ eingestellt, behalte damit aber in aller Regel auch (leider) recht.


Ganz so schwarz- weiß würde ich das nicht sehen. Aktuelle Entwicklungen zeigen das viele Menschen eben nicht Obrigkeitshörig sind. Siehe TTIP, Flüchtlingspolitik etc.

Ich seh das Ganze grundsätzlich positiv, denn wie oben bereits beschrieben geht es in erster Linie um eine Konsolidierung (Zusammenfassung, Zusammenlegung) der einzelnen Prüfgremien. Das dies mit einer weiteren progressiveren Einstellung des Jugendschutzes einher geht, ist nicht ausgeschlossen und eine notwendige und folgerichtige Entwicklung.


Die Menschen in Deutschland SIND obrigkeitshörig und wollen möglichst alles durch allgemeingültige Werte reguliert haben. Dem Land fehlt einfach eine liberale Tradition. TTIP ist den meisten Leuten immer noch so ziemlich egal, dieser Teufelspakt kann und wird von der Politik auf jeden Fall und entgegen nahezu jeder Kritik durchgeboxt werden - fragt sich nur in welcher Form und mit welchem endgültigen Inhalt. Vielleicht wird das bei der Flüchtlingspolitik etwas anders sein, da die meisten Leute die Probleme - im Gegensatz zur Netzzensur und TTIP - im Leben wirklich greifbar sehen (was bei Netzzensur u.ä. ja nicht unbedingt der Fall ist), aber allzu euphorisch würde ich dabei auch nicht sein, dass auf die Bedenken der Bürger Rücksicht genommen wird (so sollte man diese Flüchtlingspolitik überhaupt kritisieren wollen).
Ich sehe generell überhaupt keinen Grund, die Zukunft der Zensur und des Internets als Eutopie zu betrachten - die Erfahrung lehrt mich die Wahrscheinlichkeit einer Dystopie. Eine Netzzensur wird es mit der Zeit sicher geben, verschiedene Versuche gab es ja bereits, das Ganze in die Richtung einzuleiten (siehe ACTA oder die Entwicklungen in UK u.ä.) und bisher weist ja auch noch nichts darauf hin, dass das der neue Jugendmedienschutz liberaler wird. Ich bin schon ganz bei Doktor Task, auch wenn er es etwas drastisch ausdrückt. Das Kultur überhaupt der Zensur unterliegt ist auf jeden Fall höchst bedenklich, scheint jedoch den meisten Menschen hier völlig egal zu sein - so egal, dass sie sich noch nicht einmal darüber informieren wollen.
Was für ein ganz tolles Land mit ganz tollen Menschen...


Seh ich wie gesagt etwas anders. Aus meinen Erfahrungen heraus haben die meisten Leute absolut eine skeptische und kritische Meinung bzgl. der Themen die ihnen von der Politik vorgesetzt werden, Stichwort NSA Affäre, TTIP, Flüchtlingspolitik etc. Das die breite Masse nicht die richtigen Schlüsse zieht, nicht auf die Straße geht und aktiv an einem Veränderungsprozess teilnimmt, ist dagegen richtig. Wenn ich mich mit Menschen unterhalte, und das tue ich relativ häufig, dann wächst die Skepsis gegenüber vorhandenen Strukturen und Beschlüssen stetig, siehe hierzu die Austeritätspolitik für Griechenland, Atomausstieg, Stuttgart 21 etc. Und das nun auf ein "Nischenthema" wie Zensur in Medien zu reduzieren, das uns grundsätzlich alle angeht, da bin ich durchaus bei dir, hat in meinen Augen mit einer realistischen Einschätzung der gesellschaftlichen Lage aktuell wenig zu tun.

Nein, das Bewusstsein vieler, im Hinblick auf die richtigen oder falschen Entscheidungen unserer Politker- Elite ist verbreiteter als je zuvor. Noch nie war es so einfach an verschiedenste Informationen zu kommen um sich ein differenziertes Bild der Geschehnisse zu machen. Klar das nicht alle dies auch nutzen, daraus zu schließen das die Menschen aber Obrigkeitshörig wären, wäre in meinen Augen eine fatale Fehleinschätzung und würde viele Menschen zu Marionetten dieser Gesellschaft degradieren.

12.10.2015 14:12 Uhr - Guilala
2x
12.10.2015 01:25 Uhr schrieb Doktor Trask
Da man ja weiß wie unser tolles Deutschland in den meisten Belangen aufgelegt ist sollte man von deutlich mehr Zensur ausgehen, an positive Entwicklungen und kluge Entscheidungen in Deutschland gaube ich persönlich längst nicht mehr.

Eine Abschaffung des §131 könnte ich mir (so langsam) durchaus vorstellen. ;-)

12.10.2015 13:34 Uhr schrieb Egill-Skallagrímsson

Die Menschen in Deutschland SIND obrigkeitshörig und wollen möglichst alles durch allgemeingültige Werte reguliert haben.

Was für ein ganz tolles Land mit ganz tollen Menschen...

Naja, ich habe nicht den Eindruck, dass das in anderen Ländern anders ist - es ist nur anders schlecht. Allerdings sind die Deutschen halt besonders gründlich und wenn sie etwas verpfuschen, dann gleich gründlich. ^^ (-um mal weiter die Klischee-Mühle anzuschieben ;-)

12.10.2015 14:40 Uhr - Egill-Skallagrímsson
2x
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12.10.2015 14:06 Uhr schrieb deNiro
Seh ich wie gesagt etwas anders. Aus meinen Erfahrungen heraus haben die meisten Leute absolut eine skeptische und kritische Meinung bzgl. der Themen die ihnen von der Politik vorgesetzt werden, Stichwort NSA Affäre, TTIP, Flüchtlingspolitik etc. Das die breite Masse nicht die richtigen Schlüsse zieht, nicht auf die Straße geht und aktiv an einem Veränderungsprozess teilnimmt, ist dagegen richtig. Wenn ich mich mit Menschen unterhalte, und das tue ich relativ häufig, dann wächst die Skepsis gegenüber vorhandenen Strukturen und Beschlüssen stetig, siehe hierzu die Austeritätspolitik für Griechenland, Atomausstieg, Stuttgart 21 etc. Und das nun auf ein "Nischenthema" wie Zensur in Medien zu reduzieren, das uns grundsätzlich alle angeht, da bin ich durchaus bei dir, hat in meinen Augen mit einer realistischen Einschätzung der gesellschaftlichen Lage aktuell wenig zu tun.
Nein, das Bewusstsein vieler, im Hinblick auf die richtigen oder falschen Entscheidungen unserer Politker- Elite ist verbreiteter als je zuvor. Noch nie war es so einfach an verschiedenste Informationen zu kommen um sich ein differenziertes Bild der Geschehnisse zu machen. Klar das nicht alle dies auch nutzen, daraus zu schließen das die Menschen aber Obrigkeitshörig wären, wäre in meinen Augen eine fatale Fehleinschätzung und würde viele Menschen zu Marionetten dieser Gesellschaft degradieren.


Ich muss zugeben, dass ich tatsächlich keine hohe Meinung von den meisten Mitmenschen habe (bin allerdings kein Misanthrop o.ä.). :-) Erfahrungen können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Das viele Menschen skeptische und kritische Ansichten zu genannten Themen haben ist schon richtig, aber leider äußert sich das trotzdem meistens nicht in einer Teilnahme an einer Widerstandsmöglichkeit. Das dürfte wohl an einem Faulheits- und Betroffenheitsprinzip liegen: So lange die Menschen nicht persönlich davon betroffen sind, werden sie sich nicht die Mühe machen dafür einzusetzen, sondern tun das dann zwar als ungerecht kristisieren aber letztlich nehmen sie es hin, auch wenn es zutiefst die Rechte von Betroffenen einschränkt.
Als Beispiel nehmen wir mal die Homo-Ehe: Die meisten Heterosexuellen dürfte es gleichgültig sein, ob Homosexuelle den Bund der Ehe eingehen dürfen oder nicht, da ihr eigenes Recht in der aktuellen Rechtslage nicht eingeschränkt ist. Dass hierdurch das Recht anderer Menschen (nämlich Homosexuelle) eingeschränkt oder nicht vorhanden ist, nimmt diese Menschengruppe hin, obwohl viele dies sehr wohl als Ungerechtigkeit erkennen. Da fällt es natürlich auch den regierenden Parteien leicht, die Ehe für Alle nicht umsetzen zu müssen, da dadurch nicht unbedingt eine Änderung des Wahlverhaltens der Menschen aufgrund des beschriebenen Umstands zu erwarten ist.
Wo wir schon dabei sind, darüber zu sprechen, dass es heute einfacher denn je ist, an einer Vielzahl von Informationen heranzukommen: Das ist natürlich wahr, aber ich fürchte viele Menschen sind im Umgang mit den Medien nicht geschult und wissen diese nicht genau zu deuten. Ein Zeitungsartikel ist z.B. niemals neutral, sondern spiegelt stets die Ansichten des Verfassers/Autors wieder, d.h. er wird zu einem Fazit kommen, dass er vertritt, wird seine Argumente dafür Gewicht verleihen und Gegenargumente entweder bewusst verharmlosen, widerlegen wollen oder gar verschweigen. Ein Artikel ist also stets ein Versuch der Meinungsbildung und so gut wie niemals ein Abbild aller Tatsachen oder eines Geschehens. Viele Menschen nehmen hierbei - auch bei Nachrichten - jedoch eine vorgefertigte Meinung auf, die in der Regel dem Profil des Nachrichtenprotals entspricht. Viele wissen gar nicht mal, dass ihnen andere Standpunkte und Argumente vorenthalten werden, sondern betrachten die vorgefertigte Nachricht als ultimativ und wollen sich dann - bei der Masse an Informationen sicherlich auch oftmals nachvollziehbar - nicht weiter darüber informieren. Und wer untersucht bei einem Medienartikel auch schon die Quellen der Information, sofern diese überhaupt angegeben werden? Wo bezieht der Verfasser die Informationen her, hockt er überhaupt am Ort des Geschehens usw. Das ist natürlich problematisch wenn nur ein Medium oder auch nur zwei Medien herangezogen werden.
Um mal auf einen Punkt zu kommen (ich entschuldige mich schon einmal für die Länge der Antwort :D ): Ich sehe dass die Vielzahl an Medien kaum genutzt wird und viele auch überhaupt keine Zeitung mehr lesen (das ist selbst in meinem Umfeld bei vielen so und das sind angehende oder graduierte Akademiker!). Ich bemerke bei Gesprächen mit vielen Menschen einfach, dass wenn man sie nach ihrer Meinung zu einem aktuellen Thema fragt, dass sie auf irgendwelche Artikel verweisen und meinen "Ja dort stehts", in der Art "dann muss es wohl stimmen".
Deshalb habe ich die Befürchtung, dass von einer viel zu hohen Zahl an Menschen die Vielzahl an Medien nicht genutzt wird.

12.10.2015 14:51 Uhr - Leon1809
1x
Hoffentlich gibt es bald mal die Freigaben ab 0, ab 6, ab 9, ab 14, ab 17 und ab 21.
Alle 18 er werden zu 17 (evtl 14), alle 16 er werden zu 14 und alle 12 er werdem zu 9 :)

Und zu guter letzt... Alle indizierten und beschlagnahmten Filme werden ab 21! Das wäre perfekt! Da muss man sich nicht immer alles aus Österreich importieren lassen

12.10.2015 14:55 Uhr - Egill-Skallagrímsson
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12.10.2015 14:12 Uhr schrieb Guilala
Naja, ich habe nicht den Eindruck, dass das in anderen Ländern anders ist - es ist nur anders schlecht. Allerdings sind die Deutschen halt besonders gründlich und wenn sie etwas verpfuschen, dann gleich gründlich. ^^ (-um mal weiter die Klischee-Mühle anzuschieben ;-)


Ja mir ist bewusst, dass ich mich hier durchaus plakativ ausgedrückt habe ;-) Einen Aspekt davon, nämlich die angehende Zensur von Medienträger und die (noch) geringe Wertschätzung von elektronischer Kunst in Deutschland bekommen wir ja auf dieser Seite als Filme-/Videogamefans auch explizit mit. Hätte richtigerweise auch schreiben sollen, "bei einer Vielzahl von Aspekten" anstatt von der Gesellschaft als ganzes. Dass es anderswo in der Gesamtheit schlimmer oder nur ungleich anders ist mag natürlich ebenfalls stimmen.
Ich hoffe es ist verständlich, was ich genau meine.

12.10.2015 15:21 Uhr - Temeraire
Zu der Frage ob das deutsche Jugendschutzrecht gegen EU-Recht verstößt gab es ja bereits einige Urteile des EuGH. In der Rechtssache C‑244/06 hieß es dazu sinngemäß das die Jugendschutz Beschränkungen mit EU-Recht vereinbar sind solange für Anbieter ein leichter Zugang zu einer angemmessen Schnellen Entscheidung einer Freigabestelle (z.b der FSK) sowie ein Rechtsweg gegen Entscheidungen dieser Stellen besteht.

12.10.2015 18:44 Uhr - Rated XXL
1x
Vielleicht sollte man die "Hürden", denen des Internets anpassen...
"Sind Sie 18? Ja/Nein"...klick ;-)

13.10.2015 00:07 Uhr - praktikant
2x
Also, das verheißt nichts Gutes.
Das war in der Vergangenheit schon so - und so wird es diesmal auch sein.
Glaubt Ihr denn wirklich, daß irgendetwas in dieser Republik besser wird?
Oder daß man im Zuge der "Harmonisierung des Jugendschutzes" ein paar Gremien demnächst ihren Laden zumachen und ab sofort Flüchtlinge zählen oder humanitäre Hilfe in Asien leisten?
Der Zeitpunkt ist ideal gewählt, in den Medien wird seit Wochen nur über ein Thema berichtet, da fällt es gar nicht weiter auf, wenn die Jungs der Selbstkontrolleinrichtungen mehr oder weniger unbemerkt von der Öffentlichkeit etwas beschließen, was sie auf ihrem unheilvollen Weg weiterbringt.
Ihnen stehen genug Instrumente zur Verfügung, laßt Euch Euch überraschen....
Soweit her in Deutschland ist es nicht, mit der Zensur- und Meinungsfreiheit.

13.10.2015 00:36 Uhr - Dead End
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Hab auch nicht viel Hoffnung auf Besserung.

FSK12 - der Held bekommt die Frau,
FSK16 - der Bösewicht bekommt die Frau,
FSK18 - alle bekommen die Frau und
FSK21 - alle bekommen ein Stück von der Frau :)

13.10.2015 08:30 Uhr - Doktor Trask
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Mal was vom VDVC zur geplanten Verschärfung betrefflich Videospiele:

Zitat:
Bereits Anfang des Jahres berichteten wir, dass der Deutsche Bundestag das bestehende „Killerspielverbot“ am 27.01.2015 durch Einführung einer Versuchsstrafbarkeit in den Tatbestand des § 131 Abs. 1 S. 2 StGB verschärfte. Nach einer Neukonzeption des Jugendmedienschutzstaatsvertrags, die vergangenen Freitag von heise veröffentlicht wurde, ist für die Zukunft eine weitere Verschärfung geplant.

Bisher ist das Verbot von gewaltdarstellenden Videospielen, die auf Datenträgern (Trägermedien) vertrieben werden, allein in dem § 131 StGB geregelt. Durch diese Norm wurde bisher unter anderem bestraft, wer vom Tatbestand erfasste Titel „verbreitet oder der Öffentlichkeit zugänglich macht“ oder ein solches Spiel „einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht“ – eine Zugänglichmachung an Erwachsene war demnach, solange sie nicht öffentlich erfolgt, genauso wenig verboten wie eine Weitergabe, durch die keine Verbreitung erfolgt. Dass nicht jede Weitergabe den § 131 StGB verletzt, betont auch der BGH:

Ein „Verbreiten“ im strafrechtlichen Sinne setzt dann eine körperliche Weitergabe des Mediums voraus, die darauf gerichtet ist, das Medium seiner Substanz nach einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen, der nach Zahl und Individualität so groß ist, dass er für den Täter nicht mehr kontrollierbar ist […]. Die Weitergabe an einzelne bestimmte Dritte allein erfüllt das Merkmal des Verbreitens nur dann, wenn feststeht, dass der Dritte seinerseits die Schrift weiteren Personen überlassen wird. Selbst bei einem gewerblichen Vertrieb […] gewaltverherrlichender Medien kann nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass ein Verbreiten in diesem Sinne vorliegt.

Bisher war demnach unter bestimmten Umständen der nicht nur der Kauf, sondern auch der (gewerbliche) Verkauf von verbotenen Videospielen zulässig, sofern es sich um Trägermedien handelte.

Bei gewaltdarstellenden Videospielen, die einem über das Internet zugänglich gemacht werden (Telemedien), galt dagegen auch schon bisher ein „härteres“ Verbot. Der § 4 Abs. 1 Nr. 5 JMStV besagt, dass online „Angebote unzulässig [sind], wenn sie“ Inhalte nach § 131 StGB beinhalten – ohne jede Ausnahme.

Die Bundesregierung möchte zukünftig online und „offline“ vertriebene Inhalte nicht mehr verschieden behandeln, weshalb der neue Jugendmedienschutzstaatsvertrag unterschiedslos für alle Angebote gelten soll. Im § 2 Abs. 1 S. 1 JMStV wird daher auf den Begriff der „Medien“ abgestellt, die „alle Angebotsinhalte […], die im Rundfunk (§ 2 RStV) oder als Telemedien (§ 1 Abs. 1 TMG) oder Trägermedien zugänglich gemacht werden“, umfassen.

Nach der Neukonzeption § 4 Abs. 1 JMStV – zukünftig § 3 Abs. 1 Nr. 1 JMStV – wird demnach das bisher nur für Telemedien geltende „härtere“ Verbot zukünftig auch bei Datenträgern gelten:

Medien sind unzulässig und dürfen nicht verbreitet oder sonst zugänglich gemacht werden, wenn sie […] einen nach § […] 131 […] StGB strafbaren Inhalt haben […].

Wann und auf welchem Weg der Deutsche Bundestag diese Verschärfung umsetzten wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

Neben dieser Verschärfung ist auch eine Lockerung geplant: Dem „härteren“ Verbot des JMStV unterlagen bisher nicht nur solche Videospiele, die tatsächlich nach § 131 StGB verboten waren, sondern auch solche, von dem die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) dies nur annahm: Solchen Videospielen, die auf den Listenteil B des Index eingetragen werden. Der neue Entwurf verzichtet auf eine entsprechende Regelung und legt in § 4 Abs. 3 JMStV allgemein fest, dass „eine Verbreitung von indizierten […] Medien […] zulässig [ist], wenn der Anbieter sicherstellt, dass die Medienangebote nur Erwachsenen zugänglich gemacht werden“. Da die Zugänglichmachung von tatsächlich dem Tatbestand des § 131 StGB unterfallende Medien jedoch unabhängig vom § 4 JMStV – wie dargestellt – nach § 3 JMStV verboten ist, bleibt hiernach eine Bestrafung zukünftig nur in den Fällen aus, in denen die BPjM Videospiele irrtümlich in den Listenteil B eingetragen hat.

13.10.2015 12:01 Uhr - Spanky
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So schön so etwas auch erst immer klingen mag; ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich positive Entwicklungen in der Hinsicht geben wird. Wir sind es ja gewohnt, dass Gesetzesänderungen grundsätzlich positiv formuliert werden, unabhängig davon, ob sie wirklich positiv oder negativ für die Bevölkerung sind.
Ich teile die Meinung von Egill-Skallagrímsson, bei dem ich mich, für seinen ausführlichen Kommentar, herzlich bedanken möchte! DANKESCHÖN!
Das Verhalten, welches du beschreibst, ist wirklich typisch für den Großteil der hier lebenden Menschen. Man regt sich über die schlechten Arbeitsbedingungen am eigenen Arbeitsplatz auf und drückt dann sein sauer verdientes Geld so Ausbeuterbuden, wie z.B. Amazon, Apple, Nike, IKEA, FIFA, Nestle, usw., in die Hand.
Ich kann so ein Verhalten leider auch im Freundeskreis wiederfinden. Ich hab mich schon oft genug mit einem Freund darüber unterhalten, dass Nike-Schuhe durch Kinderarbeit produziert werden. Er versteht es, findet es widerlich und kauft trotzdem die nächsten Basketballschuhe wieder von Nike.
Ich denke ein Umdenken würde erst stattfinden, wenn man das verursachte Elend ständig vor Augen hätte, wobei ich selbst das bei einigen bezweifle.

Ich denke, dass die Änderung des Jugendschutzgesetzes eher in die Richtung geht, dass unschöne Inhalte des Internets unzugänglich gemacht werden. Zum Beispiel Zusammenkünfte von Menschen, die gegen asoziale Regierungsentscheidungen demonstrieren möchten. Unserer Regierung war es ja schließlich auch ein Dorn im Auge, dass sich tausende Menschen zusammenfanden, um Flüchtlingen zu helfen, da sie das Elend nicht mehr sehen konnten, wodurch die Regierung dazu gezwungen war, nach Ewigkeiten, endlich mal zu Handeln.
Die hatten ja anscheinend gehofft, dass uns ihre Flüchtlingspolitik genauso am Arsch vorbei geht, wie das dahinraffen der griechischen Bevölkerung. Wenn es nach denen ginge, würden die immer noch so viele Flüchtlinge absaufen lassen, wie möglich.

Naja, vielleicht bin ich da auch ein bisschen zu voreingenommen, aufgrund von Erfahrungen. Lassen wir uns überraschen. Wie heißt es doch so schön?
Die Hoffnung stirbt zuletzt,..................................aber sie stirbt!
In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderschönen Tag! ;)

13.10.2015 16:57 Uhr - Thanatos
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Das wird auf jeden Fall keine Lockerung.

Siehe:
http://vdvc.de/blog/2015/10/12/killerspielverbot-bundesregierung-plant-weitere-verschaerfung/

http://www.heise.de/downloads/18/1/6/0/2/8/0/3/Diskussionspapier_JuSchG_AN.pdf

13.10.2015 22:06 Uhr - hardcore_musikfan
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13.10.2015 00:36 Uhr schrieb Dead End
Hab auch nicht viel Hoffnung auf Besserung.

FSK12 - der Held bekommt die Frau,
FSK16 - der Bösewicht bekommt die Frau,
FSK18 - alle bekommen die Frau und
FSK21 - alle bekommen ein Stück von der Frau :)


Alles ungeschnitten ab 21 wär mir schon mehr als recht :D

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