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Kulturrat äußert sich zur Killerspieldebatte
Generelles Verbot von Spielen wird abgelehnt
In dieser Woche überschlagen sich die Ereignisse, wenn es um das altbekannte, aber immer wieder äußerst heftig diskutierte Thema der sogenannten Killerspiele geht. Besonders innerhalb der bayerischen CSU wurden im gegenwärtig ausgefochtenen Wahlkampf wieder vermehrt Stimmen laut, die ein Verbot entsprechender Spiele fordern. Bayerns Innenminister Herrman fordert das Verbot von bestimmten Spielen und der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, beschwert sich "dass die USK mit ihrer Altersfreigabe das Strafrecht faktisch außer Kraft setze". Dass eine USK Freigabe zwar vor einer Indizierung schützt, aber ein Spiel sehr wohl noch verboten werden kann, wenn es gegen eine Norm im StGB verstösst, scheint man entweder nicht zu wissen oder im Wahlkampf einfach nur nicht zugeben zu wollen.
Auch der Deutsche Kulturrat meldete sich mittlerweile zu Wort. Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des deutschen Kulturrates:
Eigentlich war die Debatte um das Verbot von gewalthaltigen Computerspielen längst beendet. Sowohl in der Politik als auch in den Verbänden bestand Einvernehmen, dass die Kraft besser in die Ausbildung von Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie in die Auszeichnung guter Computerspiele gesteckt werden sollte, statt in einen Verbotsaktionismus zu verfallen, der in Zeiten des Internets ohnehin schwer durchsetzbar ist. Anerkanntermaßen hat Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten besonders strikte Jugendschutzregelungen und das ist auch gut so. Handlungsbedarf besteht darin, gewaltfreie, anspruchsvolle Computerspiele stärker bekannt zu machen.
Der geplante Deutsche Computerspielepreis der Bundesregierung zielt genau in diese Richtung und ist daher eine positive Maßnahme. Dem Vernehmen nach bemüht sich gerade die Bayerische Staatsregierung besonders darum, dass der Preis in München verliehen wird. Vor diesem Hintergrund ist die Forderung nach dem Verbot von Computerspielen ein schlechter bayerischer Running Gag in Wahlkampfzeiten. |
Doch auch innerhalb der Union, sowohl bei CDU als auch bei der CSU, mehren sich inzwischen durchaus die Stimmen, welche den Verbotsforderung von Videospielen kritisch gegenüber stehen. Besonders einige Abgeordnete der Jungen Union beweisen in dieser Debatte Pioniergeist, indem sie die von Parteikollegen geforderten Verbote offen in Frage stellen. Besonders hervorgetan hat sich hierbei der Vorsitzende der Jungen Union Phillip Mißfelder, der betont vor allem, dass eine solch gewaltige Branche wie die Spielindustrie, nicht einfach so an den öffentlichen Pranger gestellt werden dürfe.
Wie sich diese Debatte weiter entwickelt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch eines: Aufgrund der Krise, in welcher sich die CSU nun schon seit einiger Weile befindet, versucht man möglicherweise mit altbekannten Forderungen wieder politischen Boden gut zu machen. Es gilt Mehrheiten in Bayern zu sichern, welche für die CSU mittlerweile in Gefahr geraten sind. Scheinbar glaubt man diese mit solchen Forderungen zu erreichen, stösst damit aber vor allem bei den jungen Wählern auf wenig Verständnis.
Vor diesem Hintergrund betrachtet, kann man Olaf Zimmermann vom Kulturrat wohl nur zustimmen, der diese neuerliche Debatte als "Running Gag" bezeichnet.

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Kommentare
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17.
05.09.2008 11:19 Uhr -
MAJORI
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@Du Niete:
haha, das finde ich jetzt lustig. Ich war nie jemand, der sich bei Videospielen großartig aufregt (also beim Spielen selbst meine ich) wenn er mal ein Leben verliert oder so, aber bei Fussballspielen (ich hab halt immer Fifa gezockt) da wurde ich auch immer zum Tier. Is eigentlich echt das einzigste Games-Genre, in dem ich auch immer emotional voll dabei war (und das obwohl mich Fussball in Echt null interessiert).
@Sylv.McCoy:
[...]ist unter anderem der Grund warum ich seit 8 Jahren ungültig wählen gehe.
bin mir nicht sicher ob ich dich jetzt überhaupt richtig verstehe, aber dürfte man da mehr erfahren? Interessiert mich jetzt irgendwie, kann es aber verstehen wenn du dich dazu nicht weiter äußern möchtest ;)
@zeckpetzki:
Vorne weg: Ich möchte dich nicht beleidigen sondern einfach nur meine Meinung vertreten, hoffe du fühlst dich nicht allzusehr persönlich angegriffen.
Der zweite Absatz von dir ist ja wohl echt mal die Härte!
Du bist genau einer von denen, über die sich hier alle aufregen. So a la "Symptome bekämpfen statt die Ursachen".
Du forderst dazu auf, dem Problem aus dem Weg zu gehen und sich damit abzufinden statt es zu bekämpfen!
Der Importweg ist zwar in den meisten Fällen der einzigste Weg eine Zensur zu umgehen, aber muss man deshalb die Zensur als solche akzeptieren? Also sorry, aber für soetwas fehlt mir wirklich das Verständnis!
Solche Leute brauchen sich dann nicht wundern, wenn mit ihnen gemacht wird was man will!
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23.
05.09.2008 15:31 Uhr -
ElDaRoN
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Wie zum Henker ist es Doc gelungen noch VOR Veröffentlichung der News einen Kommentar zu schreiben? ^^
Jedenfalls denke ich, dass das Problem das "Nicht-ausgelastet-sein" ist. Man sieht es in der jungen Generation (10- bis 16-jährige) im Moment besonders stark. Zu viele sitzen nur vor der Glotze, der Konsole oder dem PC und können gucken/spielen was sie wollen, weil es die Eltern nicht interessiert oder weil sie keine Lösung finden, wie man ihre Sprösslinge vernünftig beschäftigt. Auch kommen die Eltern mit dem PC selbst nicht richtig klar, so dass sie es nicht schaffen nicht geeignete Inhalte zu sperren. Das denke ich muss man ändern.
Die Politiker selbst sind wankelmütig, wie eh und je. Erst kam die Killerspieldebatte auf, wurde zusätzlich von den Medien gepusht und als es scheinbar keinen mehr interessierte (mangels Amokläufe, denen man Counter-Strike und Co. als Grund zuschieben konnte), wurde die Aktion quasi beendet und das Ergebnis davon war das aktualisierte Jugendschutzgesetz. Jetzt wo es wieder um Stimmen geht, kramt man wieder im Beutel der Erinnerungen und hat die "Killerspiele" wiederentdeckt. Die Definition dieses Wortes ist mir übrigens weiterhin unbekannt, schließlich töte ich in Anno oder Age Of Empires ebenfalls Menschen - sogar mehr als in Shootern, wobei es nicht nur "böse Feinde" sondern auch meine eigenen Untergebenen sind. Aber das sind halt unsere Politiker. Wird Zeit, dass mehr frisches junges Blut in die Landtäger und dem Bundestag einziehen...
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