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Frei.Wild
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Eintrag: 12.10.2017

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Der mit dem Wolf tanzt

(Dances with Wolves)
Herstellungsland:USA, Großbritannien (1990)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Drama, Western

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,83 (47 Stimmen) Details
inhalt:
Leutnant John J. Dunbar lässt sich an die äußerste Grenze der Zivilisation versetzen. Er will den Wilden Westen erleben, bevor es ihn nicht mehr gibt. Er findet den Posten verlassen und von den Sioux verwüstet. Dunbar nimmt die Herausforderung an. Einsamkeit und die Angst vor den Sioux bestimmen zunächst sein Leben. Aber allmählich kommen sich der amerikanische Soldat und die Indianer näher. Sie geben ihm den Namen "Der mit dem Wolf tanzt". Doch der Frieden hat ein abruptes Ende, als die Armee den "Indianerfreund" aufspürt und gefangen nimmt...
eine kritik von frei.wild:

Die folgende Filmbesprechung richtet sich eigentlich vorwiegend nur an eine Gruppe von Cineasten – und zwar an jene, welche bisher, aus welchen Gründen auch immer, einen großen Bogen um…

"Der mit dem Wolf tanzt" (1990) gemacht haben.

 

Ohne Mist: es gibt eine Handvoll Filme, die sich jeder Filmfreund im Laufe seines Lebens mindestens einmal angesehen haben sollte. Diese Liste wird von einigen mehr als subjektiv betrachtet und viele verwehren sich bestimmter Genres, Schauspieler oder im vorliegenden Fall, einer zu langen Laufzeit. Wovor jedoch niemand seine Augen verschließen kann, ist dass es in weitreichenden Abständen Filme auf die Leinwand schaffen, die in Sachen Bildsprache, Geschichtenerzählung, Score & Charakterentwicklung neue Maßstäbe setzen. In ganz bestimmten Fällen sogar in Kombination all dieser Elemente. So geschehen vor knapp einem viertel Jahrhundert in Kevin Costner's (als Schauspieler: "Robin Hood", "Bodyguard", "Waterworld") Regiedebüt.

 

Die Geschichte wirft uns zu Beginn in den amerikanischen Bürgerkrieg, Mitte des 19. Jahrhunderts. Nordstaaten-Offizier John Dunbar (Costner, welcher ebenfalls die Hauptrolle übernimmt) entscheidet sich, verzweifelt und verängstigt von den drohenden Konsequenzen einer Beinverletzung in suizidaler Absicht, der eingeschlafenen Frontlinie einen Besuch abzustatten. Mit mehr Glück als Verstand verhilft Dunbar nicht nur seinen Truppen zum Sieg - auch die Geschichte mit seinem Beinchen entwickelt sich positiv…

Mit allen Ehren wird Lieutenant Dunbar auf eigenen Wunsch an den westlichsten Außenposten versetzt, wo er nichts weiter vorfindet als verlassene Baracken und einen neugierigen, umherziehenden Wolf…

Unklar, bzw. etwas auf der Strecke bleibt mir die Geschichte wie der sozialisierte Dunbar in einer kargen, trostlosen Steppe zum Survival-Experten wurde. Ja, laut Drehbuch wurde er mit einer ganzen Wagenladung Vorräten in Fort Sedgwick abgeladen - aber die Dauer über der sich die Geschichte zieht, hätte eine derartige Charakterentwicklung verdient.

Der ähnlich gelagerte (…und zudem sehr empfehlenswerte…) Trapper-Film "Jeremiah Johnson" mit Robert Redford beleuchtet die Entwicklung des Soldaten zum selbstversorgenden Einsiedler dahingehend besser - dies bleibt für mich jedoch der einzige, marginale, Kritikpunkt.

Im weiteren Verlauf nimmt sich der Film die Zeit, eine mehr als vorsichtige und misstrauische Beziehung zwischen Dunbar und seinen neuen Nachbarn, den "Lakota" - einem Stamm der Sioux – zu entwickeln, bis er letztlich ein völlig integriertes Mitglied des Indianervolkes ist. Bis jedoch eine grundlegende Kommunikation bis hin zur gemeinsamen Büffeljagd und schließlich dem gefährlichen Kampf gegen den verfeindeten Stamm der "Pawnee" möglich ist, gilt es ein verletzliches Band an Vertrauen zu schützen. Sein größter Fürsprecher ist dabei der Medizinmann "Strampelnder Vogel" (Graham Greene: "Stirb Langsam - Jetzt erst recht", "The green Mile"), welcher ebenso wissbegierig den "weißen Mann" studiert, wie Dunbar die Indianer. In der, von den "Lakota" aufgezogenen "Steht mit einer Faust" (Mary McDonnell: "Independence Day", "Donnie Darko", "Scre4m") findet er auch noch seine große Liebe und alles scheint perfekt…

…bis zu dem Zeitpunkt, als der nun zu "Der mit dem Wolf tanzt" gewordene Dunbar, nicht mehr der einzige weiße Mann in Fort Sedgwick ist. Es kommt zur schicksalhaften Entscheidung…

 

Alle Landschaftsaufnahmen sind gigantisch. Die komplette Prärie wird durchgehend in weiten, offenen Bildern eingefangen. Matte Paintings um bspw. eine endlose Herde von Bisons darzustellen, sind selten und fügen sich perfekt ein. Der unaufdringliche aber passend gesetzte Score von John Barry ("James Bond"-Reihe, "Cotton Club", "Jenseits von Afrika") tut sein Übriges um ein wild-romantisches Gesamtkunstwerk auf den Bildschirm zu zaubern, welches seines Gleichen sucht.

Man findet selten ein solches Werk, das sich die Zeit für seine Figuren in derlei Ausmaß nimmt und sie auch noch in einen glaubwürdigen Rahmen packt - jenseits aller Schwarz/Weiß-Zeichnung. Einmal jährlich nehme ich mir die Zeit dieses Monumentalwerk in den Player zu schieben und nachdem ich die ersten paar Male (…insbesondere in der glorreichen 90er-Jahre Free-TV-Ära…) mit der "nur" dreistündigen Kinofassung vorlieb nehmen musste, kommt mir nichts anderes mehr unter die Augen als der nochmals eine Stunde längere Director's Cut. Ähnlich wie bei der "Herr der Ringe"-Trilogie wird dieser Film mit jeder zusätzlichen Minute schlüssiger, fesselnder und faszinierender. Das Ganze könnte meiner Meinung nach, gut und gerne nochmal zwei, drei Stunden länger gehen…

"Der mit dem Wolf tanzt" gewann 1991 sieben Oscars und wurde für zwölf nominiert. Abgeräumt hat er in den Kategorien "Bester Film", "Beste Regie", "Beste Kamera", "Beste Filmmusik", "Bestes adaptiertes Drehbuch", "Bester Schnitt" & "Bester Ton". Obwohl er mit einem anderen Lieblingsfilm von mir: "Good Fellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia" harte Konkurrenz bei den "63rd annual Academy Awards" hatte, verdient der Film jeden einzigen der Goldjungen!

Interessant ist auch das hohe Maß an Authentizität, welches das ganze Epos durchzieht. Kostüme, Stammesrituale, sogar die Dialoge sind größtenteils authentisch & korrekt in der Sprache der "Lakota" geführt. Einzig die Darstellung der angriffslustigen "Pawnee" könnte als fehlerhaft erachtet werden, da die Anzahl der dokumentierten und in ihrer Brutalität ausgeprägteren Überfälle der Lakota auf ihre Feinde, deutlich höher lagen.

Das Volk der Sioux zeigte sich von der Darstellung der Indianer in diesem Film so beeindruckt, dass sie Kevin Costner zum Ehrenmitglied ernannten (…was sie wohl fünf Jahre später wieder bereuten, als Costner auf indianischem Land ein Casino mit dem Namen "Dunbar Resort" bauen wollte, wofür sie keinen Cent sehen sollten. Es wurde sowieso nie fertig gestellt!).

Abschließend bleibt die unbedingte Empfehlung für jeden, der sich "Der mit dem Wolf tanzt" noch nicht zu Gemüte geführt hat und eine kleine Erinnerung an alle anderen, sich dieses große Stück Filmhistorie mal wieder aus dem Regal zu ziehen!

 

 

...Ach so, ganz kleine Anmerkung noch am Rande: Für mich persönlich erreicht das 2009er CGI-Remake, mit den blauen Marsmännchen von James Cameron, nicht mal annähernd die Klasse des Costner-Werkes. ;)

 

 
 
10/10
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Kommentare

12.10.2017 07:23 Uhr - dicker Hund
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Vorzügliche Besprechung eines Schwergewichts, welches ich vor sehr langer Zeit für großartig befand.

Bei "Herr der Ringe" ziehe ich die Kinoversionen allerdings klar vor, vielleicht wäre das hier genauso.

12.10.2017 08:07 Uhr - NoCutsPlease
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Sehr schön, dass du mal wieder mit am Start bist, du altes Raubein. ;)

Angenehme Lektüre zu diesem Mammutwerk, das ich in den 90ern mal im TV bewundert habe. Ein Rewatch sollte allerdings her, um das Ganze nochmal auf mich wirken zu lassen.

Nebenbei: Tolles Intro. In der Tat mögen das kategorische Ausschließen einzelner Genres und die Auswahl nach Laufzeiten im subjektiven Geschmack begründet liegen, aber mitunter steht man sich damit selbst im Weg.

12.10.2017 08:48 Uhr - Pratt
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Vorzügliche Besprechung zu Costner's epischen Regiedebut, nur echt in der vollen Länge!!!

12.10.2017 10:12 Uhr - JasonXtreme
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Ich hab ihn nie gesehen, da damals das Interesse an Western eher gering war (außer Leones Werke), aber ich denke mittlerweile muss der mal ran. Danke fürs Erinnern, und die gute Rezension dazu!

12.10.2017 10:13 Uhr - Frei.Wild
2x
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Erstmal: Dank an euch Vier!
Aber Hund, wie kannst du nur? Kinofassung bevorzugt? ;) Ich habe mich einmal an den KF‘en von Herr der Ringe probiert und konnte die ganze Zeit nur daran denken, was da nicht alles fehlte... Muss aber auch gestehen, dass ich die Filme damals tatsächlich das erste mal erst auf DVD eben in den Extended Fassungen gesehen habe. Danach konnte alles weiter nur abstinken!

12.10.2017 11:03 Uhr - TheRealAsh
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Sehr gutes Review, ich bevorzuge auch ganz klar nur die Langfassung als einzig wahre dieses Meisterwerks. Der Rest wird nur geschaut, wenn ich gar keine Zeit haben sollte;-)
Leider traurig, dass es den grad nirgends zu kaufen gibt oder nur zu superteuer Preisen, ich hab damals leider nicht auf Bluray umgesattelt und der Traumfänger meiner DVD-Version ist auch nicht mehr da^^

13.10.2017 00:04 Uhr - Tom Cody
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Tolles Review zu Costners meisterhaftem Western, den ich damals schon begeistert im Kino verfolgte (und dort auch später den Director's Cut goutiert habe).
Inzwischen finde ich zwar den großartigen "Open Range" tatsächlich NOCH besser (Robert Duvall! Die Aufnahmen! Der Showdown!), aber ein absoluter "must-see"-Streifen bleibt "Dances with Wolfes" dennoch.

P.S.: Bei deinem Tipp mit "Jeremiah Johnson" stimme ich dir zu 100% zu.

13.10.2017 07:44 Uhr - Frei.Wild
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Danke, Danke...

Ash - auf deinen Kommentar hin musste ich gleich mal bei Amazon schauen und war schockiert, für was für Summen der Film gerade gehandelt wird. Meine BD hat ja damals nicht mehr als 8€ gekostet. Na, wenigstens hat er einen Stellenwert, der eine Neuauflage irgendwann recht wahrscheinlich macht.

“Open Range“ werde ich mir wohl ebenfalls mal zu Gemüte führen müssen, Tom. Bildungslücke meinerseits. Aber es freut mich, dass noch jemanden “Jeremiah Johnson“ was sagt. :)

13.10.2017 19:55 Uhr - cecil b
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Bei dieser Begeisterung schließe ich mich gerne an! :)

Aber bitte keine Linien und Markierungen. Das Team hatte damals beschlossen, dass keine Zusätze jeglicher Art in die Reviews gehört, da sonst tatsächlich schnell mal ein Contest daraus entsteht, wer die 'buntesten' Reviews hat, und der Stil der Seite an dieser Stelle in ihrer Form eher nüchtern gehalten werden soll. :)


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