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tschaka17
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Eintrag: 11.10.2017

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Free Fire

Herstellungsland:Großbritannien, Frankreich (2016)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Krimi

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,80 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Eine verlassene Lagerhalle in Boston, 1978: Chris (Cillian Murphy, „Inception“ ) trifft sich dank Zwischenhändler Ord (Armie Hammer, „Lone Ranger“) und Justine (Brie Larson „Kong: Skull Island“) mit Waffenhändler Vernon (Sharlto Copley, „Elysium“), eine große Ladung Waffen soll verkauft werden. Ein simpler Handel, der allerdings durch einen dummen Zwischenfall schnell in einen blutigen Überlebenskampf ausartet! Dabei nutzt Regisseur Ben Wheatley („High-Rise“) alle Ecken und Winkel der Lagerhalle aus und präsentiert ein actionreiches Shootout mit viel schwarzem Humor. Regie-Legende Martin Scorsese („The Wolf of Wall Street“) war vom Script derart begeistert, dass er als ausführender Produzent mit an Bord kam!
eine kritik von tschaka17:

Ich hab vergessen, auf wessen Seite ich bin.

Bei einer so unübersichtlichen Schießerei kann sowas durchaus passieren. Eigentlich wollte ich Free Fire ja gerne im Kino sehen, aber da der Film nur in ausgewählten Lichtspielhäusern lief - für mich zu große Distanzen - blieb es bei der Heim-VÖ. Nicht unbedingt zu meinem Bedauern. Schon der Trailer versucht einem ein wenig Tarantino zu verkaufen, wobei ich auch dessen Stil nicht immer mag. Als Freund von Action-Komödien war eine Sichtung jedoch nur logisch.

Nach meiner kurzen Einleitung folgt normalerweise eigentlich eine knappe Inhaltsangabe der STORY. Zu Free Fire fällt mir da allerdings recht wenig ein. Ein Waffendeal, der schiefgeht. Dann schießt bald jeder auf jeden. Irgendwann ist das Geballer zu Ende. Die Grundidee ist eigentlich interessant. Niemand weiß, wem er vertrauen kann. Trotzdem erwarte ich doch ein wenig Loyalität und Teamzugehörigkeit. In diesem Streifen fehlt ab und an doch arg die Logik. Warum tut der Typ nochmal was er tut? Gehörte er nicht eigentlich zum anderen Club? Um es ehrlich zu sagen: Es wird auf Dauer fast schon langweilig. Hier ist Einfachheit nicht genial, sondern fehlerhaft und dadurch ein Problem.

Weitere Probleme tuen sich beim Cast auf. Prominent besetzt ist der Film doch eigentlich. Allerdings hat eine schwache Geschichte auch meist schlecht gezeichnete Figuren zur Folge. Die Schauspieler mühen sich, aber das Script gibt oft nicht mehr her. Die wichtigsten Personen will ich nun kurz beleuchten:

Sharlto Copley ist für mich ein oft unterschätztes Genie. Der Mann hat Charisma und sorgt für individuelle Figuren. Beste Beispiele dafür sind Wikus Van De Merve aus District 9 oder Jimmy aus Hardcore. Leider ging mir Copley in Free Fire nach wenigen Minuten auf die Nerven. Seine extrovertierte Rolle ist einfach gesagt anstrengend. Und dumm. Hier ist nicht der Schauspieler das Problem, sondern sein Charakter. Zu over-the-top und dämlich, gefiel mir so garnicht.

Immerhin etwas besser weg kommt Armie Hammer. Er darf hier als selbstverliebter Schönling ran. Trocken gesagt halte ich Hammer für einen eher mäßigen und oft steif wirkenden Schauspieler. Dieser Art bleibt er sich auch hier treu. Ist ok, aber gut ist wirklich was anderes.

Brie Larson ist als einzige Dame mit am Start. Warum auch immer?! Ihre Figur ist so verdammt austauschbar und wirkt deplaziert. Eine absolut kalte Performance trägt ihren Teil dazu. 0 Empathie. Ich habe nicht viele Filme mit ihr bisher gesehen, aber hier war sie ihr Gehalt eher nicht wert. Meiner bescheidenen Meinung nach.

Lichtblick im Cast ist Cillian Murphy. Vor Jahren war er mir nur als Crane (Batman Begins) bekannt, doch in Filmen wie Dunkirk oder Operation Anthropoid hat er mir zuletzt sehr gut gefallen. Ihm wird hier eine der besten Rollen zugewiesen und er macht eben das Beste daraus. Der Schnurrbart steht ihm.

So kommen wir auch schon zum Setting. 1978. Da tragen alle ausgefallene Klamotten, haben interessante Frisuren & Bärte und geraucht wird auch gerne. Ach ja, die Drogen gäb´s dann auch noch. Hier durften sich die Kostümbildner austoben und haben sehr abwechslungsreiche Charaktere geschaffen. Nur äußerlich versteht sich. Besonders der Anzug von Copley sticht arg heraus. Dieser bunte Flair passt dann irgendwie nicht so zur dreckigen Lagerhalle, in welcher sich der Film zu 90% abspielt. Optisch grau und ordentlich gewählt spielt hier die Logik oft nicht mit. Verschiedene Stockwerke verschwimmen ab und an. Aber die maue Story hatten wir ja schon.

So überhaupt nicht gefallen hat mir die Action. Wobei das auch halb gelogen ist. Ist der Aufbau noch ganz gut und die ersten fünf Minuten der Schießerei einigermaßen unterhaltsam wird es ab da enorm zäh. Irgendwie wiederholen sich auch etliche Situationen. Mehrfach. Zu Beginn treffen auch alle Schützen ihr Ziel, allerdings niemals tödlich. Danach wird auch aus geringster Distanz und auf schlechteste Deckung munter verschossen. Profis am Werk, ja ist klar. Aber hey, man muss die Story ja irgendwie auf 91 Minuten strecken.

Ziemlich mies sind zudem die Effekte. Manchmal erahnt man den Hauch von FX oder sowas wie Blutpaketen. Dann folgt allerdings der CGI-Hammer und lässt einen eher unbefriedigt zurück. Mischmasch ist immer schlecht, aber bei einem Budget von 10. Mio $ sollte doch etwas Kunstblut drin sein, wenn man schon an Story, Logik oder einem generellen Sinn spart. Den Streifen drehen andere mit billigeren Schauspielern spannender und actiontechnisch solider in ein paar Wochen nochmal besser. Vermutlich.

Leider nicht gespart wird an doofen Sprüchen. Over-the-top Mist hatte ich erwartet und auch gewollt, aber es wird doch arg platt rumposaunt und sich aufgeplustert. Der totale Kracher fehlt mir dabei dennoch. Gelacht hab ich eigentlich nie. Uneigentlich auch nicht.

Ein Totalausfall ist Free Fire am Ende aber doch nicht ganz. Der Film hat seine Momente, ab und an Witz oder gar passable Action. Zudem gefallen mir die Grundidee und der Style. Musik und Kamera sind ok. Positiv hervorzuheben ist der Auslöser für den Zwischenfall. Dieser ist einer der wenigen logischen Momente. Warum danach alle ihr Hirn abschalten, fragt mich nicht.

Hier wurde eindeutig versucht, mit großen Namen ein schwächelndes Gerüst zu kaschieren. Die Story hat enorme Lecks, die Figuren sind fast alle Dreck, die Action ist so lala und es gibt Längen. Trotz nur 91 Minuten Laufzeit.

Zwischen 6 oder wohlwollenden 6,5/10.

Wer will kann mal reinschauen. Wer nicht will hat dafür auch meinen Segen. Hier wurde Potenzial verschenkt!

6/10
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Kommentare

11.10.2017 11:05 Uhr - kokoloko
1x
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Schlechtes CGI, nervige Misscasts von Darstellern, die ich eigentlich mag und dann noch die befürchtete Storystagnation klingen ja leider gar nicht gut, aber geguckt wird der Film wohl trotzdem - Wheatley hat zwar noch keinen Film gemacht, den ich einwandsfrei richtig gut fand, ist aber doch zu interessant und divers, um nicht geguckt zu werden. Sehr hilfreiche Review!

11.10.2017 12:14 Uhr - TheRealAsh
1x
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Ich bin auf den auch schon gespannt, befürchte aber, dass das bei mir eine ähnliche Enttäuschung wird. Ich hoffe bei Wheatley ja immer auf mehr, bin am Anfang enttäuscht und dann find ich es doch irgendwie gut. Aber der Kerl braucht bei mir einfach noch mehr Zeit und die Filme müssen reifen. Hoffe ich;-)

Totalausfall sicher nicht^^

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