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DriesVanHegen
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Eintrag: 11.10.2017

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Human Centipede - Der menschliche Tausendfüßler

(The Human Centipede (First Sequence))
Herstellungsland:Großbritannien, Niederlande (2009)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,42 (65 Stimmen) Details
inhalt:
Auf einem Road-Trip durch Deutschland haben die beiden Amerikanerinnen Lindsay und Jenny eine Reifenpanne.Hilfsuchend kommen sie zu dem abgelegenen Haus des deutschen Chirugen Dr. Heiter.Der sehr hilfsbereit und freundlich wirkende Mann entpuppt sich allerdings später als kranker Psychopath der die beiden Mädchen in seinem Keller einsperrt und mit ihnen und einem weiteren Gefangenen eine kranke, perverse und wahnsinnige Operation durchführen will.
eine kritik von driesvanhegen:

Um 2010 herum konnten viele Filme mittels geschickter Vermarktung einen Hype um sich generieren, der die Vorfreude bekennender Filmfreunde schier ins Unermessliche steigerte. Einige schafften sogar den Sprung aus dem schmuddeligen Underground- und Grindhousesektor heraus in die mainstreamige Menge. Einen dieser in-aller-Munde-Titel stellte Tom Six' THE HUMAN CENTIPEDE [FIRST SEQUENCE] dar. Allein die Grundidee, ein ehemaliger Chirurg möchte sich einen menschlichen Tausendfüßler erschaffen, sorgte für ein gesteigertes Maß an Interesse oder aber ein gesteigertes Maß an Abneigung. Wie so oft hieß es hier also schon im Vorfeld: brillant oder ekelerregend abstoßend.

Und ebenfalls wie so oft: es wird selten so heiß gegessen, wie gekocht wird. Die Hype bedingte Erwartungshaltung war gleichermaßen Segen und Fluch. Während hartgesottene Splatter- und Goreliebhaber schlussendlich enttäuscht und nicht von einer Flut aus Blut und Gekröse zufriedengestellt sein werden, werden sich dennoch ausreichend viele Personen den Streifen angeschaut haben - einfach nur weil er derzeit quasi "Mode" war.

Was erwartet den geneigten Zuschauer aber nun genau? Ehe es an's Eingemachte geht, wird einleitend klischeebeladene Kost geboten. Zwei Mädels verirren sich - jedoch nicht in Osteuropa, sondern im zivilisierten und ordentlichen Deutschland. Will man meinen. Typischerweise trügt der schöne Schein und man findet sich in den Fängen des cholerisch-psychotischen Doktor Heiter (the irony!) wieder. Während die Einleitung also wie schon hundertfach gesehen abläuft und den Rahmen für einen handelsüblichen Teenieschocker absteckt, sorgt der Charakter des Doktor Heiter für ein wohliges Maß kruder Einfälle. Leider ist man Dank der Marketingkampagne schon auf den bitterbösen Twist vorbereitet. Wäre dieser allerdings noch nicht bekannt, wäre hier ein genialer Schachzug erfolgt, um urplötzlich die ausgetretenen Slasher-Pfade zu verlassen und Neues zu wagen. Der Witz an der ganzen Sache ist jedoch, dass THE HUMAN CENTIPEDE zwar eine grundlegende abstoßende und größenwahnsinnige Idee feilbietet, deren platte Umsetzung aber geschickt umschifft. Großaufnahmen spart man sich hier, das Kopfkino der Zuschauer regiert und maximiert den Schrecken und Ekel wohl deutlich stärker, als jedes Bild es geschafft hätte. Six hat es geschafft, den Leuten Ekel und perfide Neugier zu verkaufen, ohne groß selber etwas davon darstellen zu müssen.

Handwerklich ist THE HUMAN CENTIPEDE erwartungsgemäß überschaubar gehalten, was schlicht am Sujet liegt. Weit über die Hälfte des Filmes spielt im Anwesen Doktor Heiters, welches stimmungsvoll eingerichtet ist, aber dennoch eine passende klinisch-sterile Atmosphäre verbreitet. Überhaupt Doktor Heiter! Dieter Laser ist weit vor dem Tausendfüßler das tragende Element des Films. Was er für eine erheiternde, erschreckende, polternde, narzisstische; schlichtweg größenwahnsinnige Performance abliefert, ist atemberaubend. Viele stören sich an seinem Overacting, hier ist es aber tatsächlich notwendig. Dem zu Gute kommt, der deutsche Handlungsort. Heiter darf, international scheint dies wohl als typisch Deutsch zu gelten, übermäßig scharf betont, seine wütenden Befehle nur so aus sich herausbellen. Die restliche Schauspielerriege schlägt sich so weit ganz wacker, ist aber den Großteil der Spielzeit dazu verdonnert, auf allen Vieren den wimmernden Tausendfüßler zu mimen. Neben Laser kann in diesem Film aber eh niemand bestehen, weshalb das gar nicht so schwer in's Gewicht fällt. Das Finale setzt dann ein wenig mehr auf Action und Effekte, ist aber gewissermaßen recht unspektakulär besiegelt.

Dass THE HUMAN CENTIPEDE [FIRST SEQUENCE] aber nur der Beginn, eine Art Fingerübung sein sollte, konnte man damals schon am Untertitel erahnen...und wie man heute weiß, nur als Exposition zu zwei Folgefilmen gedacht, die ihren fast schon subtilen Vorgänger in Sachen grafischer Grausamkeit deutlich überbieten.

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Kommentare

11.10.2017 11:21 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 10
Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.541
Stimmiges, nüchternes Review zu einem Kultfilm.

Tante Edith:
Pfad nix fad.

11.10.2017 11:24 Uhr - DriesVanHegen
3x
User-Level von DriesVanHegen 3
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 130
Ohje, das ist ein peinlicher Fehler, den ich eigentlich besser wüsste. Ich schiebe es mal auf zu flinke Finger ;)
Ist korrigiert!

11.10.2017 11:25 Uhr - cecil b
2x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 17
Erfahrungspunkte von cecil b 5.066
Sehr gute Review!!!!!!!!

Ich finde dass die Klischees allerdings auch mit einem Augenzwinkern versehen sind, was sich im 'wunderbaren' zweiten Teil ja noch verstärkt!

11.10.2017 11:35 Uhr - DriesVanHegen
2x
User-Level von DriesVanHegen 3
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 130
Verweis auf cecils ausführliche, aber scheinbar untergegangene Kritik sei hiermit erbracht ;)

11.10.2017 11:39 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 22
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 10.495
Auch ich bin ein bekennender Fan der Driesomie. ;)
Und auch hier hast du dir wieder einen kontroversen Film herausgesucht, bei dem der Verzicht auf eine Punktzahl befreiend auf die Argumentation wirkt.

11.10.2017 12:12 Uhr - TheRealAsh
2x
User-Level von TheRealAsh 6
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 558
Auch von mir ein Lob für die Nüchternheit. Darf man jetzt die anderen auch erwarten?

Für mich ist der erste ja auch in Punkto Skandal die Ernüchterung schlechthin gewesen. Ich meine, THC ist einfach von der Idee so abartig, dass man das einfach nicht darstellen kann - was Six dann im zweiten Teil vollkommen revidiert hat. Teil 2 ist für mich einer der ekligsten Klassiker, die es für mich momentan gibt, weit weit vor einem "Serbian Film". Den dritten Teil fand ich lustig, aber langweilig.

Und ja, Laser ist einfach ein Meister!

11.10.2017 13:00 Uhr - DriesVanHegen
User-Level von DriesVanHegen 3
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 130
Teil 2 wurde gerade fertiggestellt, Teil 3 muss ich mir erst noch zu Gemüte führen. Also ja ;)

11.10.2017 14:28 Uhr - Ghostfacelooker
1x
User-Level von Ghostfacelooker 14
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 3.163
Lob ans Werk, dessen visuelles Pedant von mir weniger gutgeheißen ist

11.10.2017 22:47 Uhr - naSum
1x
User-Level von naSum 10
Erfahrungspunkte von naSum 1.404
Da merkt man dem Schlagzeuger seinen Hauptberuf des Schriftstellers an, denn das Review bringt den Film mit all seinen Stärken und Schwächen wunderbar auf den Punkt.
Dieter Laser ist hier wirklich absolut over the Top und spielt meiner Meinung nach erschreckend authentisch, wenn auch übertrieben.

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