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tschaka17
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XP 476
Eintrag: 11.10.2017

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Shot Caller

Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Krimi, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Jede Sicherheit hat ihren Preis… Weil er einen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang verschuldete, muss ein Familienvater (Game of Thrones- Star Nikolaj Coster-Waldau) 7 Jahre hinter Gitter. Die dort täglich herrschende Gewalt lässt den neuen Insassen bald ins Lager einer Gang wechseln, die ihm innerhalb der Gefängnismauern ihren Schutz garantiert. Doch kaum wieder auf freiem Fuß, fordern seine ehemaligen “Beschützer“ weitere Gefallen ein. So bekommt er den Auftrag, eine rivalisierende Gang in den Straßen Südkaliforniens unschädlich zu machen. Ein gnadenloser Kampf ums blanke Überleben beginnt, in dem auch seine eigene Familie zur Zielscheibe wird.
eine kritik von tschaka17:

Wir haben alle angefangen als kleiner Engel von irgendwem. Und an einem Ort wie diesem werden wir dazu  gezwungen, entweder Krieger oder Opfer zu sein.

Was würdest du tun, wenn ein Fehler dir alles nimmst? Diese Grundfrage stellt Shot Caller seinem Publikum. Dabei macht der Trailer schon schnell klar, dass es sich nicht um einen 0815 Knastprügelfilm handelt. Vielmehr wird hier der Absturz eines eigentlich gestandenen Mannes in dunkle Gefilde gezeigt. Dabei bedient der Streifen sich einer interessanten Erzählstruktur und überzeugt vor allem durch seinen starken Protagonisten.

STORY

Jacob ist ein erfolgreicher Mann. Im Job läuft´s, er hat Frau & Kind und gute Freunde. Doch nach einem Restaurantbesuch baut er angetrunken in einem unachtsamen Moment einen Verkehrsunfall, bei dem einer seiner Mitfahrer verstirbt. Er umgeht das Risiko einer Verhandlung und geht auf einen Deal ein: 16 Monate Gefängnis. Doch dort gelten andere Regeln. Um nicht zum Opfer zu werden demonstriert Jacob, nun "Money" genannt, Härte. So ordnet er sich schnell einer Gang zu, die ihn beschützt. Allerdings muss er auch am dreckigen Gangleben teilnehmen. Der Abwärtsstrudel nimmt seinen Lauf.

Der andere Teil der Geschichte erzählt den Werdegang von Money nach seiner Entlassung. Er muss sich mit seinem Bewährungshelfer herumprügeln und soll für seinen Boss einen wichtigen Waffendeal durchziehen. Jedoch kann er nicht jedem vertrauen, es gibt Verräter in den eigenen Reihen. So sind die Behörden schon an Money dran. Und dann wäre da noch der Kontakt mit seiner Familie. Der Strudel dreht sich weiter.

Wie bereits erwähnt bedient sich der Film einer interessanten Erzählstruktur. Gegenwart und Vergangenheit werden geschickt miteinander verschachtelt. Dadurch ist die Entwicklung von Money sehr abwechslungsreich, da immer wieder zwischen zunächst normalem Mann und hartgesottenem Gangster hin und hergewechselt wird. Die Geschichte wirkt zudem realistisch. Es werden zwar viele Gefängnisklischees (der USA) aufgegriffen, allerdings ist deren Wahrheitsgehalt vermutlich auch enorm hoch.

CAST

Jacob "Money" wird von Nikolaj Coster-Waldau dargestellt. Mir persönlich ist der Mann bis dato eher unbekannt gewesen. Seine Filmographie beinhaltet unter anderem Black Hawk Down oder Oblivion, aber mir fehlen da die Erinnerungen an ihn. Den meisten wird er vermutlich durch seine Rolle in Game of Thrones geläufig sein. Da passe ich. Hier überzeugt er mich vollkommen in seiner Rolle des Money. Sowohl als Normalo als auch als Gangster. Optisch wurde dies clever gelöst. Als Familienvater und Ehemann kleidet er sich in Hemd oder lockeren Klamotten. Dazu hat er eine "normale" Frisur und keinen Bart. Seine ruhige und liebevolle Art nimmt man ihm ohne Zweifel ab. Bis er den schwerwiegenden Fehler begeht. Zum Schutz seiner Familie, aber auch seiner selbst, driftet er in die kriminelle Welt ab. Hier wird aus dem eher normalstattlichen Kerl plötzlich ein durchtrainierter, kantiger Kraftprotz. Nach und nach. Zudem kommen im Laufe der Zeit ein Bart und Tattoos hinzu. Die Wandlung zum Gangster erscheint dabei plausibel. Money will kein Opfer sein. Er versteht die Regeln des Knasts sehr schnell und ist bereit zu kämpfen. Bis zum bitteren Ende. Auch diverse Tötungsakte wirken nicht deplaziert, da sie sich auf Dauer steigern. Entschlossenheit spielt hier eine große Rolle.

Mit dabei ist zudem Jon Bernthal. Seine Figur ist nicht so präsent wie gedacht und erhält direkt ihren Stempel. Hier macht sich jemand größer, als er eigentlich ist. Bernthal performt dabei gut, ohne vom Hauptcharakter abzulenken.

Als Ankerpunkt zum Publikum funktioniert Lake Bell in ihrer Rolle der Ehefrau. Sie muss den Verfall ihres eigentlich lieben Mannes erleiden, obwohl das Unglück ein Unfall war. Für sie als Außenstehende ist es schwer, das Knastsystem zu verstehen. Warum stößt ihr Mann sie weg? Warum wird er zum Gangmember? Fragen, auf die der Zuschauer teilweise bessere Antworten geben kann als sie selbst.

TECHNISCHE ASPEKTE

Handwerklich ist Shot Caller exzellent gemacht. Auf der einen Seite ist der Film ein ruhiges Drama. Die Kamera passt sich dieser Grundlage stilistisch an. Es gibt sowohl weite Landschaftsaufnahmen als auch lange stehende Close-Ups, um Gefühle zu zeigen. Dabei kommt die Kamera ohne Hektik daher. Andererseits beinhaltet der Film auch Thriller- & Actionpassagen. Hier sorgt die Kamerarbeit für Spannung, hält auf das Geschehen und die Gewalt drauf, wird dabei aber nicht wackelig oder unübersichtlich.

Die Settings wechseln munter zwischen Eigenheim, Straße und Knast hin und her. Gerade das Gefängnis bietet viele kleine Details und schafft einen ganz eigenen Flair.

Die Effekte sind allesamt handgemacht. Wunden sind stark geschminkt und hier läuft noch echtes Kunstblut aus der Kehle. Obwohl der Streifen nicht vornehmlich auf Gewalt setzt gibt es ordentlich Härte. Überwiegend kommen hier kleine Stichwaffen zum Einsatz, die typisch für eine Gefängnisumgebung sind. Schusswaffen findet man eher selten. Eine Altersfreigabe ab 16 ist treffend gewählt.

Musikalisch hält sich der Film ziemlich zurück. Oft gibt es kaum oder nur sehr leise Töne. Der sanfte Stil sorgt für eine gute Nachdenkstimmung und zudem Realismus. Wenn dich einer mit einer Zahnbürste absticht gibt es eben keine trommelnden Pauken.

FAZIT

Shot Caller ist ein gelungenes Thriller-Drama mit Knastbezug. Hier und da gibt es ein paar Längen, wobei sich die Laufzeit von 121 Minuten insgesamt aber gut durchschauen lässt. Die Auslassung des ein oder anderen Nebenhandlungsstranges wäre eventuell hilfreich gewesen. Die Auflösung folgt erst recht spät, was zwischendurch ein wenig für Fragezeichen sorgt. Spannung ja, allerdings sind ab und an Infos auch ganz nett. 

Ansonsten ist die Geschichte ordentlich ausgetüftelt. Gerade die Erzählstruktur gefällt mir persönlich ausgezeichnet. Der Cast, allen voran der Protagonist, überzeugt. Handwerklich ist der Film exzellent und fein gemacht. 

Wer einen reinen  Knastklopperfilm á la Undisputed etc. sucht wird nur bedingt bedient. Der Streifen ist eben anders gelagert. Eine Empfehlung gibt´s auf jeden Fall. Shot Caller unterhält, bewegt dabei aber auch.

7,5-8/10

Sicherheit hat einen Preis. Du machst dir die Hände dreckig, wie alle anderen auch.

8/10
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Kommentare

11.10.2017 12:55 Uhr - JasonXtreme
1x
DB-Helfer
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Auf den bin ich ziemlich gespannt, ich erwarte ziemlich genau das, was Du auch schreibst. Coster-Waldau war schon in NIGHTWATCH damals am Start, spielt in den letzten Jahren durchaus viel... ich mag ihn sehr

11.10.2017 13:04 Uhr - DriesVanHegen
1x
User-Level von DriesVanHegen 3
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 130
Ich bin kein riesiger Fan oder Kenner von Knastfilmen, aber sie haben ihren Reiz.
Die Verwebung der Geschichte auf zwei zeitlichen Ebenen verspricht eine angenehme Komplexität und Spannung. Wenn der Knastalltag dann noch entsprechend rau geschildert wird, klingt das nach einem Film, den man sicher sichten sollte.

Danke für die Vorstellung!

11.10.2017 16:24 Uhr - Ivan_Danko
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Erfahrungspunkte von Ivan_Danko 285
Danke für die informative Review, freu mich jetzt noch mehr auf den Film, den ich schon relativ lange auf der Liste hab und jetzt wohl vorreihen werde. Sehr gut geschrieben.

Mehr Coster-Waldau, allerdings als Fiesling, gibt es in dem norwegischen Thriller-Monster "Headhunters" mit Aksel Hennie, der vielen vielen Hollywood-Produktionen demonstriert, wie Spannung, Härte und gute Ideen umgesetzt gehören. Wer den noch nicht kennt, bin da bei klaren 9 Punkten, ist eine Sichtung absolut wert!

11.10.2017 16:56 Uhr - Mr.Tourette
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Erfahrungspunkte von Mr.Tourette 7
Lässiger Film, für den man die Werbetrommel rühren hätte sollen. Herr Coster-Waldau überzeugt sowohl als Business Man als auch als Knackie, sicherlich eine meiner (positiven) Sichtungsüberraschungen des Jahres 2017

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