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Fratze
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Eintrag: 22.08.2014

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187 - Eine tödliche Zahl

(One Eight Seven)
Herstellungsland:USA (1997)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,01 (30 Stimmen) Details
inhalt:
Der New Yorker Lehrer Trevor Garfield übt seinen Beruf mit Überzeugung aus - bis sein größter Albtraum grausame Realität wird. Aus Rache sticht ihn ein Schüler mitten auf dem Schulgelände nieder. Ein Jahr darauf hat Garfield wieder Mut geschöpft und tritt vor eine Klasse. Mittlerweile lebt er in L.A.; doch auch hier herrschen katastrophale Zustände an den Schulen. Langsam wird Garfield bewusst, dass er sich inmitten eines Kriegsgebietes befindet: tägliche Gangfights, der gnadenlose Kampf ums nackte Überleben bestimmen den Alltag der Kids. Doch Garfield wird nicht tatenlos mitansehen, wie sein Weltbild von diesem menschlichen Abschaum zerstört wird ...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von fratze:

Trevor Garfield ist ein Highschool-Lehrer mit einer schweren Vergangenheit: Seit er von einem Schüler niedergestochen wurde, ist er psychisch stark angeschlagen und leidet an Asthma. Dennoch wagt er es ein Jahr nach dem Angriff, wieder zu unterrichten. Standortwechsel von New York nach L.A. und Vertretungsarbeit statt Festanstellung sollen dabei helfen. Das Problem ist, dass er vom Regen in die Traufe kommt: Die sogenannte Schule, in der er einen Hilfsjob annimmt, gleicht mehr einer Jugendstrafanstalt - wie schon auf seiner alten Stelle. Kriminelle Gangs, insbesondere die Sprayerclique "K.O.S.", dominieren hier den Alltag, während die desillusionierten Lehrer nicht mehr machen als das Nötigste und die Schulleitung sich vorrangig bemüht, nicht in Klagen verwickelt zu werden. Bald schon gerät Trevor mit den Latino-Kids von K.O.S. aneinander, und er ist nicht (mehr) bereit, ihre Demütigungen auf sich sitzen zu lassen.

Samuel L. Jackson! Muss ich noch mehr sagen?

 

 

 

 

 

... naaa schöööön. Ein bisschen mehr wäre sicher hilfreich, ich seh`s ja ein.

Dieser Mann ist wirklich einer der vielschichtigsten Schauspieler, die Hollywood zu bieten hat: Ob nun als Anzug-Gangster ("Pulp Fiction"), leicht angegrauter, Selbstjustiz übender Familienvater ("Die Jury"), weißenfeindlicher Elektriker ("Stirb Langsam - jetzt erst recht"), intriganter - man möge das Wort verzeihen - "Hausnigger" ("Django Unchained"), polarisierender TV-Showmaster ("RoboCop" 2014) oder eben hier als Highschool-Lehrer auf Rachefeldzug - ich könnte aus dem Stand keine einzige Rolle benennen, in der dieser Typ mich nicht überzeugt hätte. Besonders in diesem Film wird gleich zu Beginn seine Wandlungsfähigkeit deutlich: In der Anfangssequenz in New York hat Garfield noch einen Schnauzbart, ein Jahr später in L.A. - neuer Anfang, neuer Look - ist der Schnauz verschwunden, und Garfield resp. Jackson sieht aus wie ein völlig anderer Mensch.

Doch bleibt es nicht einzig bei dieser optischen Veränderung: Auch der Charakter, den er vorher und nachher darstellt, scheint aus zwei verschiedenen Menschen zu bestehen. Auch wenn die New Yorker Sequenz nur kurz ist, merkt man Garfield doch seinen Enthusiasmus, seine Begeisterung, seinen Antrieb und seine Freude am Unterrichten an, und das obwohl ihm seine Schüler offenbar nur selten zuhören. Der L.A.-Garfield hingegen hat zwar noch einen Rest seiner alten Ambition, scheint aber inzwischen fast genauso desillusioniert wie seine neuen Kollegen zu sein. Ein paar Lichtblicke, etwa die Schülerin und Teilzeitprostituierte Rita, machen ihm Hoffnung, dass er es schaffen könnte, doch letztendlich scheitert er an seinen eigenen Dämonen.

Dem angeschlagenen Idealisten Trevor Garfield gegenüber stellt der Film den Antagonisten Cesar. Er ist "nachhaltig emotional gestört", Analphabet, er trinkt, kifft und misshandelt seine Mutter. Gemeinsam mit seinen Kumpels Bennie und Paco, ebenfalls Latinos aus den Slums von L.A., sowie Stevie, einem weißen, reichen Bengel und Pseudogangster, beginnt er bald, Garfield das Leben schwer zu machen. Auch wenn ich sagen muss, dass die Rollenbeschreibung des Cesar ein wenig klischeeüberladen wirkt, schafft Darsteller Clifton Gonzalez es doch, sie glaubhaft zu verkaufen. "187" lebt fast ausschließlich vom intensiven Schlagabtausch zwischen Garfield und Cesar. Allerdings wird später im Film deutlich, dass Garfield schon vor der Eskalation des Konflikts mit Cesar gegen einen anderen Schüler (Bennie) aktiv geworden ist. Alles in allem wird die Zuspitzung bis zu dieser Eskalation sehr gut von allen Darstellern transportiert, bis sie schließlich in einem der heftigsten und emotional geladensten Monologe (seitens Garfield) gipfelt, die ich je sehen durfte.

Vor kurzem habe ich mir "187" nach langer Zeit mal wieder angesehen - und mir ist aufgefallen, dass der Film ab der Szene mit Bennies Leiche im L.A. River leider ziemlich vorhersehbar wird. Auch wenn nicht direkt gesagt oder gezeigt wird, was passiert ist, so ahnt man doch ab diesem Zeitpunkt, wie sich der Film entwickelt. Spätestens aber ab der Szene, in der Cesar von einem Pfeil getroffen wird, ist eigentlich klar, was hier wirklich geschieht. So kommt der Twist nicht sonderlich überraschend, der Zuschauer wird lange und sorgfältig darauf vorbereitet. Der Witz ist allerdings, dass der Film diesen Twist dennoch fast bis zum Schluss hinauszögert, und so bleibt bis zu Trevors schlussendlichem Geständnis immer ein winziger Restzweifel bestehen. Eine ziemlich ulkige Art, den Zuschauer auf die Folter zu spannen.

Ein abschließendes Wort zur DVD: Das Bild ist wirklich besch...scheiden; es sieht aus wie mit Bildstörung aus dem TV aufgenommen. Auf einer kaputten VHS. Ich hoffe inständig, dass die BD-Veröffentlichung, welche Anfang des Jahres angekündigt wurde, nicht mehr all zu lange auf sich warten lässt.

 

Fazit:

Ein ziemlich guter Film. Nicht frei von plakativen Aussagen, Klischees oder Vorhersehbarkeiten, dafür aber sehr starker Schlagabtausch zwischen den Charakteren, großartig gespielt von sehr starken Schauspielern und angereichert mit einigen schockierenden und einigen hochemotionalen Momenten. Dem Film nachgestellt ist auf einer Texttafel zu lesen, dass diese Geschichte von einem Lehrer geschrieben wurde. Entsprechend muss man sagen: Wenn die Zustände an den staatlichen US-Schulen solche deprimierenden Geschichten hervorbringen, sind Lehrer in den USA wirklich zu bedauern.

 

"Scheiß blöde Indianer!"

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Kommentare

02.06.2016 16:37 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 22
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 10.495
Gute Kritik vom Herrscher des Dungeons. :-)
Lediglich die Leute, die den Film noch nicht kennen, sollten diese Lektüre besser meiden.

Ich sehe den Streifen auch bei guten 8/10 Punkten.
Packend, hart und konsequent - aber auch recht klischeebedacht und ab einem gewissen Punkt zu vorhersehbar.

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