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Zwei glorreiche Halunken

(Il buono, il brutto, il cattivo)
Herstellungsland:Deutschland, Italien, Spanien (1966)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Western
Alternativtitel:Le Bon, la brute et le truand
The Good, the Bad and the Ugly - Zwei glorreiche Halunken
The Good, the Bad and the Ugly

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,64 (68 Stimmen) Details
inhalt:
Ein mysteriöser Fremder namens Joe, der mexikanische Revolverschütze Tuco und Setenza, ein sadistischer Krimineller, sind auf der Jagd nach einer Geldkassette. Inhalt: 200.000 Dollar. Die drei Desperados haben untereinander nichts gemeinsam - werden aber zu Komplizen, wenn es die Situation erfordert. Doch jeder verfolgt nur ein Ziel: Die Geldkassette. Und keiner von ihnen ist bereit zu teilen...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

 

                                               ZWEI GLORREICHE HALUNKEN

 Mit der TV – Serie Rawhide (Deutscher Titel: Tausend Meilen Staub), in der Clint Eastwood seit 1959 eine Hauptrolle gespielt hatte, ging es zu Ende. Die Einschaltquoten waren rapide gesunken, so dass das Ende der Serie feststand. Für Eastwood war es Zeit, sich neu zu orientieren. In Europa war er dank der Italowestern Für Eine Handvoll Dollar (1964) und Für Ein Paar Dollar Mehr (1965) ein Star, in den USA war er dagegen der Darsteller einer auslaufenden TV – Serie. Da die oben genannten, von Sergio Leone inszenierten Filme in den USA noch nicht angelaufen waren, lag nichts näher als ein dritter Western unter Leones Regie, zumal er für diesen gut bezahlt wurde: Neben einer Gage von 250.000 Dollar soll er eine prozentuale Beteiligung am Umsatz des Films erhalten haben.

 Für Zwei Glorreiche Halunken versuchte Sergio Leone erneut, Charles Bronson zu bekommen. Er hätte die Rolle des Schurken Sentenza spielen sollen. Allerdings stand Bronson nicht zur Verfügung, da er gerade Das Dreckige Dutzend (1967) drehte. Zu einer Zusammenarbeit zwischen Bronson und Leone sollte es aber später noch kommen. Also verpflichtete Sergio Leone Lee Van Cleef für den Part.

Neben Clint Eastwood und Lee Van Cleef sollte Gian Maria Volonte wieder mit von der Partie sein und die Rolle des mexikanischen Banditen Tuco spielen. Volonte lehnte die Teilnahme an einem dritten Leone – Western ab, so dass der italienische Regisseur auf den Film – und Theaterschauspieler Eli Wallach zurückgriff, der Leone in Die Glorreichen Sieben  aufgefallen war. Wallach kannte weder Leone, noch den Begriff „Spaghettiwestern“, sagte aber zu, nachdem man ihm ein paar Ausschnitte aus Für Eine Handvoll Dollar und Für Ein Paar Dollar Mehr gezeigt hatte.

Zwei Glorreiche Halunken sollte Sergio Leones bisher teuerster Film werden, was allerdings nicht nur an Eastwoods üppiger Gage lag. Der Film sollte Leones längster werden und da bei Szenen wie der Schlacht um die Brücke ein enormer Aufwand betrieben wurde, kostete der Film 1,2 Millionen Dollar. Die Dreharbeiten dauerten 13 Wochen und fanden in Spanien und Italien statt.

 Zwei Glorreiche Halunken ist die Geschichte dreier Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Das sind der Blonde, ein mysteriöser Kopfgeldjäger, der sadistische Verbrecher Sentenza (Lee Van Cleef) und der dauerfluchende, mexikanische Bandit Tuco (Eli Wallach). Der Blonde und Tuco verdienen sich ihr Geld, indem der Blonde den steckbrieflich gesuchten Tuco der Justiz übergibt und ihn kurz vor der Hinrichtung vom Galgen schießt – das Kopfgeld wird anschließend geteilt. Dann bekommen die beiden Wind von einer verschollenen Kriegskasse mit 200.000 Dollar, hinter der aber auch Sentenza her ist. Obwohl die drei Männer nichts miteinander gemein haben und nicht bereit sind zu teilen, arbeiten sie zusammen, wenn es die Situation erfordert. Nach zahlreichen Abenteuern trifft sich das Trio zum Showdown auf dem Friedhof „Sad Hill“…

 Mit Zwei Glorreiche Halunken hat Sergio Leone den meiner Meinung nach besten, originellsten und aufwändigsten Teil der Dollar – Trilogie gedreht, der in puncto Unterhaltungswert sogar Leones Meisterwerk Spiel Mir Das Lied Vom Tod (1968), der in meinen Augen natürlich auch genial, aber eben etwas sperriger ist, übertrifft. Das Dreistundenepos bietet eine spannende, raffinierte Story, die mit immer neuen Wendungen überrascht, drei großartige Hauptdarsteller in Bestform und jede Menge Schießereien, musikalisch perfekt untermalt von Ennio Morricones brillanter Musik. Hinzu kommt eine gute Portion Humor, die sich aus der exzellenten Chemie zwischen Eastwood und Wallach ergibt. Wallachs bewusst polterndes Spiel ist der perfekte Kontrast zu Eastwoods völlig ruhiger Art, seiner minimalistischen Mimik und seinem lakonischen Humor. Der Unterschied zwischen den beiden Revolverhelden ist der Anlass für viele komische Szenen. In einer Szene, in der der Blonde und Tuco als Südstaatler getarnt unterwegs sind, grüßt Tuco eine Gruppe von Soldaten, die er für Ihresgleichen hält: „Gott ist mit uns! Er hasst die Yankees wie wir!“ Als die Soldaten anhalten, klopfen sie sich den Staub aus den Uniformen – es sind Nordstaatler. „Gott ist nicht mit uns“,  knurrt der Blonde. „Er hasst Idioten wie Dich!“

 Eine ebenfalls hervorragende Vorstellung bietet Lee Van Cleef, der in Für Ein Paar Dollar Mehr noch auf der Seite des Guten stand. Die Rolle des Schurken steht ihm ebenso gut wie die des Gentleman – Kopfgeldjägers aus dem Vorgänger. Als Sentenza schlägt er Frauen, erschießt wehrlose alte Männer im Bett und hat sichtlich Freude dabei. Van Cleefs Sentenza gehört definitiv zu den größten und skrupellosesten Schurken des Genres.

 Bis zum Finale ist Zwei Glorreiche Halunken ein exzellenter, unterhaltsamer Western – aber der Showdown auf dem Friedhof macht den Film endgültig zum unverzichtbaren Klassiker! Bei der Endabrechnung im arenaförmigen Zentrums des Totenackers sorgen immer schneller werdende Schnitte, sich abwechselnde Nahaufnahmen von Gesichtern und Händen am Colt sowie Ennio Morricones aufbrandende Musik für unermessliche Spannung, die ihren Höhepunkt im Peitschen eines Schusses findet. Leone melkt die Spannung wirklich bis zum letzten Tropfen – nervenaufreibender kann eine Abrechnung in Blei nicht sein!

 Ein zentrales Thema des Films ist der Amerikanische Bürgerkrieg. Leone  rückte die Auseinandersetzung zwischen den Nord – und den Südstaaten in den Vordergrund und kritisiert sie. Leone macht klar, dass sich dem Krieg nichts Heldenhaftes abgewinnen lässt und selbst der Blonde entwickelt angesichts des Gemetzels um eine Brücke plötzlich menschliche Regungen: „Die krepieren alle. Und für was? Für nichts!“ Später zeigt er sogar echtes Mitgefühl und gewährt einem sterbenden Soldaten einen Zug aus seinem Zigarillo. Als der Soldat gestorben ist, nimmt der Blonde ihm seinen Poncho ab…den Poncho, den er auch in Für Eine Handvoll Dollar und Für Ein Paar Dollar mehr trägt. Viele Kritiker bezeichnen Zwei Glorreiche Halunken deshalb als Prequel zu den beiden oben genannten Filmen.Selbst einen kaltblütigen Schurken wie Sentenza lässt der Krieg nicht unberührt. Als er in ein ausgebranntes Fort kommt, um sich nach Tuco zu erkundigen, trifft er auf verstümmelte Soldaten, die unter menschenunwürdigen Bedingungen vor sich hin vegetieren. Sentenzas Gesichtszüge verraten eine Spur von Mitgefühl angesichts des durch den Krieg verursachten Elends. Ähnlich ergeht es Tuco, als er in das Kloster seines Bruders kommt, in dem ebenfalls Verwundete versorgt werden. Das macht Zwei Glorreiche Halunken nicht zu einem Antikriegsfilm, fügt dem Film aber ein paar ernste, nachdenkliche Untertöne hinzu.

 Das alles macht Zwei Glorreiche Halunken nicht nur zu einem Meilenstein des Italowesterns, sondern auch zu einem Klassiker der Filmgeschichte und zu meinem persönlichen Lieblingswestern.

 Mein Review bezieht sich auf die deutsche, 179minütige Blu Ray, denn auch von Zwei Glorreiche Halunken gibt es unterschiedliche Fassungen, z.B. eine 161minütige Kinofassung, die außerhalb Italiens vertrieben wurde (läuft auf DVD meines Wissens nach 156 Minuten) und eine ZDF – Fernsehfassung, die ca. 140 Minuten dauerte.

 10/10

 

 

 

10/10
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Kommentare

05.10.2014 12:31 Uhr - Tom Cody
1x
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User-Level von Tom Cody 18
Erfahrungspunkte von Tom Cody 6.636
WOW! Eine wirklich erstklassige Rezension von "The Good, the Bad and the Ugly" (übrigens auch einer meiner absoluten Favoriten).
Treffend argumentiert, mit vielen interessanten Fakten versehen, sehr gut zu lesen...ich fange an neidisch zu werden!
Two thumbs up!

"Heehh, Blonder...weißt du, was du bist? Der Sohn einer gottverdammten HUUUUREEEEEE!!!"

"Es gibt zwei Sorten von Menschen. Die einen haben einen geladenen Revolver...die anderen buddeln!"

"Wenn man schießen will, dann soll man schießen...und nicht quatschen!"

05.10.2014 13:03 Uhr - Punisher77
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Fühle mich geehrt, vielen Dank für das Lob!
Der Film wimmelt nur so vor geiler Dialoge. Der Satz "Wenn man schießen will, dann soll man schießen...und nicht quatschen!" ist sooo genial. Finde es so blöd, wieviele Schurken ihren Gegnern ihre Pläne erklären, "da sie ja ohnehin bald sterben werden"...

Ganz groß ist auch:

Tuco: "Wir sehen uns wieder, Idi..."
Der Blonde: "Idiot ... das ist für dich bestimmt."
Cooler geht´s nicht :-).

05.10.2014 17:51 Uhr - Fratze
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Mein Lieblingsspruch ist ja noch, als Tuco und der Blonde ihre Zusammenarbeit beenden:

"Der Blitz soll dich beim Scheißen treffen!"

XD

Sehr schönes Review übrigens, vielen Dank! Mein Favorit innerhalb der "Dollar"-Trilogie, und auch sonst im Western-Genre für mich ganz vorne dabei.

05.10.2014 18:27 Uhr - Gorno
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Kann den Vorrednern nur zustimmen. Klasse Review zu einem der besten Western überhaupt!

05.10.2014 19:43 Uhr - Dr. Jones
" Aber du siehst nicht so aus als ob du 2000 Dollar verdienen würdest "
G.G Hoffmann bzw Der Blonde .

Glorreiche Review du verdammter Halunke ! :-)


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