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Clemens
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Eintrag: 05.05.2015

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3 Engel für Charlie - Volle Power

(Charlie's Angels: Full Throttle)
Herstellungsland:USA (2003)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Komödie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,17 (40 Stimmen) Details
inhalt:
Ob als Bullen reitende Cowgirls, Motocross-Rennfahrerinnen oder ultra-sexy Showtänzerinnen – die Martial Arts-erprobten Verwandlungskünstlerinnen begeben sich auf Charlies Anweisung hin in höchst brenzlige Situationen. Diesmal macht sich das Team auf die Suche nach zwei gestohlenen Titan-Ringen, die verschlüsselte Informationen über die Identitäten sämtlicher Personen des Zeugenschutzprogramms der U.S.- Regierung tragen. Als die ersten Zeugen tot aufgefunden werden, kann nur das todesmutige Power-Trio den Täter aufhalten. Doch dann holt sie ein Stück dunkelster Vergangenheit ein...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von clemens:

In Hollywood kommt eine Sache ganz besonders gut an und das ist (finanzieller) Erfolg. Dieses Gesetz musste u.a. ein gewisser John Carpenter auf recht schmerzhafte Art und Weise erfahren... Denn in der Traumfabrik hat man durchaus kreative Freiheiten - solange der Rubel am Rollen ist, versteht sich. Folglich war es auch kein Wunder, dass drei Jahre nach dem Überraschungserfolg "3 Engel für Charlie" eine Fortsetzung kommen musste; Drew Barrymore durfte sich erneut als Produzentin und Hauptdarstellerin versuchen, der McG nahm wieder auf dem Regiestuhl Platz, Cameron Diaz und Lucy Liu standen Barrymore wie gewohnt als sexy Engel zur Seite und das Budget wurde noch mal kräftig angehoben (ca. 120 Mio. Dollar). Eine sichere, runde Sache?

 

Die Kino-Verfilmung der beliebten Serie spielte anno 2000 von der ersten Sekunde an mit offenen Karten: anspruchsloses Pop[po]corn-Entertainment, das sich keine Unze zu ernst nahm und einfach nur locker-flockige Action-Unterhaltung sein wollte. Diesen Kurs hält der Nachfolger auch konsequent bei. In "Volle Power" [im OT "Full Throttle"] ist der Krawall nun noch viel abgedrehter, posen die Mädels noch vehementer, ist die Story noch viel flacher und die Klamotten noch teurer...äh, bunter. Die Macher haben sich zielstrebig der für Sequels meist üblichen "höher, schneller, weiter"-Formel verschrieben und lassen es von Beginn an noch viel lauter - und unrealistischer - krachen, als selbst im prinzipiell völlig belanglosen Erstling. Wenn die Engel mit einem riesigen LKW plus Kampfhubschrauber auf der Ladefläche von einem Staudamm brettern, im Flug den Heli funktionsfähig machen und gefühlte fünf Zentimeter vor dem Aufschlag munter abheben - tja, dann leert sich der Bierkasten von alleine und das rational denkende Volk entwickelt Suizidgedanken. In der Tat muss man einfach mal festhalten: die Action ist (zu) oft absoluter Blödsinn und wohl nicht einmal der Spieledesigner mit der größten Beule in der Hose hätte derlei Szenen wie bei einem Motocross-Rennen in seinem nächstbesten Unreality-Game verwurstet. Denn auch im weiteren Verlauf der Geschichte setzen die Engel munter sämtliche Gesetze der Physik außer Kraft, indem sie aus dem Stand meterweit durch die Gegend hopsen, umherfliegende Holzteile (man könnte auch Bretter dazu sagen) als Surfboards benutzen oder á la Tarzan sich über den halben Hollywood Boulevard durchseilen. Hatte der Vorgänger die Grenzen zum Schwachsinn noch haarscharf umfahren können, machen McG, Barrymore & Co. nunmehr keinen Hehl daraus. Wie man damit umgeht, bleibt jedem selbst überlassen: entweder man schaltet bereits nach fünf Minuten aus oder hat seinen Spaß.

 

Spaß haben indes wieder die Engel selbst, denn das eingespielte Team ist erneut sichtlich gut drauf. Cameron Diaz agiert wieder mit dem feinen Mix aus Slapstick und Model-hafter Erhabenheit (wenngleich die Gute in den drei Jahren seit dem Vorgänger kräftig gealtert scheint!), Drew Barrymore gibt die bekannte Rock-Röhre und ist für die Oneliner zuständig ("Just once I'd like to walk out of a bar!"), während Lucy Liu wieder eher bodenständig und immerhin halbwegs ernstzunehmen ist. Die Chemie zwischen den drei Damen stimmt einfach und der Funke springt voll und ganz auf den Zuschauer über. Wie bereits vom Vorgänger bekannt wechselt man die Klamotten häufiger als David Della Rocco "fuck" sagt, werden die Mähnen offensichtlich noch inmitten einer amtlichen Prügelei gestylt und tritt man den Bösen so kräftig in den Allerwertesten, dass man fast Mitleid mit eben jenen bekommen könnte. Und apropos treten: "Volle Power" musste vor dem Kinostart zugunsten eines PG-13-Ratings gekürzt werden; die betreffende Unrated-Fassung langt in zwei, drei Szenen erstaunlicherweise recht ordentlich zu, weshalb jene in hiesigen Gefilden auch erst für 16-Jährige aufwärts geeignet ist. Besonders in der Unrated ist der Bodycount dann auch ziemlich hoch - jedenfalls für einen Film wie "3 Engel für Charlie". Diese verlängerte Fassung ist an dieser Stelle auch zu empfehlen, beinhaltet sie gerade gegen Ende eine wichtige Szene, die in der Kinoversion komplett fehlt.

Von der Ausstattung her gibt es über das zweite Leinwand-Abenteuer der Engel Charlies nicht allzu viel zu sagen. Die Optik bleibt mega-stylish, das Product Placement beinahe schon unverschämt offensichtlich, die Sets, die nahezu ausschließlich in und um Los Angeles angesiedelt sind, bunt und schillernd. Als störend sind leider teils wirklich üble Anschlussfehler auszumachen, die so unverblümt im fertigen Film geblieben sind, dass sie selbst Laien auffallen. Und die Greenscreen sieht das ein oder andere Mal mehr als billig aus, da darf, bzw. muss man von einer derartigen Mainstream-Produktion einfach mehr erwarten. Besser macht es da schon der Soundtrack, der bereits beim Vorgänger hervorragend ausfiel und auch hierbei sich mehr als nur sehen lassen kann. Gewohnt bunt gemischt (David Bowie, Mötley Crüe, Beach Boys, Rage Against The Machine, M.C. Hammer, Pink, The Who), gewohnt gut platziert. Treibend und fett, genauso wie es sein muss.

 

Ein paar Worte möchte ich noch zu den Darstellern verlieren. Über das glorreiche Trio Diaz, Barrymore und Liu ist bereits alles gesagt [ich verweise im Bedarfsfall noch mal auf mein Review zum Erstling], doch auch im übrigen gibt es in "Volle Power" viel namhaftes zu entdecken. Matt LeBlanc und Crispin Glover kehren (wenngleich mit etwas weniger Screentime) zurück, John Forsythe (RIP) arbeitete als Stimme Charlies zum letzten Mal beim Film mit, Justin Theroux (Zoolander, Miami Vice) gibt mit ordentlich trainiertem Body und coolem Styling einen prima Bösewicht ab, große Namen wie John Cleese (Monty Python), Robert Patrick (Terminator 2) oder Shia LaBeouf (Transformers) haben in Nebenrollen ihren Spaß und in Cameos darf man sich u.a. auf Leute wie Original-Engel Jaclyn Smith, Pink, Carrie Fisher oder einen gewissen Bruce Willis freuen. Doch weitaus wichtiger fallen zwei weitere (größere) Charaktere des Films aus. Bill Murray kehrte aus persönlichen Gründen leider nicht in seine Rolle des Bosley zurück, seinen Part übernahm Komiker Bernie Mac [haha, noch ein "Mc"!], der sich als Labertasche per excellence erweist, mit ein paar doch recht gut sitzenden Jokes und erkennbarer Selbstironie aber nichtsdestotrotz keine Enttäuschung darstellt. Ja, und dann wäre da noch Demi Moore als Todfeindin der Engel. Man kann über die Dame ja denken was man möchte, aber festzuhalten ist nunmal, dass ihre Glanztaten Ghost (1990), Eine Frage der Ehre (1992) oder Enthüllung (1994) lange zurückliegen - und wohl höchstwahrscheinlich nicht mehr wiederkehren. Mittlerweile kennt man die Moore eh nur noch als Ex-Frau (u.a. von Bruce Willis und Ashton Kutcher), schauspielerisch war es schon zu Zeiten von "Volle Power" mehr als mau. Natürlich, Moore hat aufgrund des äußerst flachen Scripts auch fast keinerlei Chance, etwas aus ihrer Rolle zu machen [und dass die Macher sie permanent mit zwei Knarren herumtanzen lassen, die gefühlt genau so lang und breit sind wie ihr Oberkörper, hat sie nicht zu verantworten], doch Moores viel zu angestrengt wirkender Bösewicht-Blick kommt teils unfreiwillig komisch daher und auch in einer *hüstel* emotional scene wünscht man sich doch schnell wieder Sam Rockwell herbei. Dass die Arme tatsächlich die Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin "gewann" (selbst Tara Reid war nominiert!) tut zwar weh, ist aber leider nicht allzu verwunderlich...

 

Fazit: Nicht nur Demi Moore musste den Spießrutenlauf der "Goldenen Himbeere" über sich ergehen lassen, insgesamt war "3 Engel für Charlie - Volle Power" fünf Mal nominiert. Kam der Vorgänger bereits teilweise wie ein Videospiel daher, geht es im Sequel noch viel aberwitziger zu, ist die Action noch viel übertriebener, rückt die Story noch weiter in den Hintergrund, ist die Bösewicht-Rolle schlecht ausgearbeitet. Ob dies alles ein Grund war, warum der Streifen - trotz insgesamt guter Einspielergebnisse - gerade in den USA hinter den Erwartungen zurückblieb, möchte ich nicht beurteilen. Wer sich mit der eigenwilligen Machart anfreunden kann, tut erneut ein, zwei Punkte drauf; ich persönlich bleibe aufgrund des etwas niveauvolleren Erstlings bei

4/10
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Kommentare

05.05.2015 09:27 Uhr - NoCutsPlease
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Endlich mal wieder ein Review im bissigen Clemens-Stil! Nach der sehr guten Kritik zum Erstling musste ja früher oder später auch die nicht minder gelungene zur Fortsetzung folgen.

Ich würde den Film nicht ganz so hart bewerten, allerdings habe ich ihn zuletzt zu einer Zeit gesehen, als reines Krawumm und knackige Ladies zur Zufriedenheit noch ausreichten. Wer weiß, wie er bei einer erneuten Sichtung wegkommen würde. ;-)

05.05.2015 11:01 Uhr - Clemens
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Hehe, danke schön! Wusste gar nicht, dass ich hier schon einen 'berüchtigten' Ruf genieße...

Schraub die Erwartungen runter auf - sagen wir mal - -1 (oder -2?) und lass es über dich ergehen. Wie gesagt, entweder hast du deinen Spaß oder knipst nach fünf Minuten aus.

05.05.2015 12:19 Uhr - NoCutsPlease
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Zumindest mir ist dieser Stil so aufgefallen. Ob das für einen berüchtigten Ruf reicht, weiß ich noch nicht, denn hierfür braucht es ja schon mehr Leute, die diese Meinung teilen. ;-)


05.05.2015 14:28 Uhr - Kable Tillman
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Witziges, gewohnt gutes Review im Clemens-Stil (;-)) mit mehr knackigen Sprüchen, als sie der Film aufweisen kann. Full Throttle... Ja, McG ist ein absoluter Volltrottel, dachte ich mir nach dieser Enttäuschung. Bis heute konnte ich den Film nicht an einem Stück anschauen, ohne immer wieder wegzuschalten, den Raum zu verlassen oder mir Popcorn in die Ohren zu stopfen. So eine Bullshit-Story in einer Barbie-Welt, ich hatte schon fest damit gerechnet, dass jeden Moment Aqua und dieser Vin Diesel Verschnitt aus den 90ern um die Ecke kommen. Grauenvoller Film, nur die Over-the-Top Action, die Engel und Demi Moore sind nett anzuschauen, aber sobald irgendein Charakter den Mund aufmacht, sinkt meine Laune ins bodenlose. Arrrggghhh!!!

05.05.2015 15:08 Uhr - Clemens
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Danke dir auch, Mr. Tillman! Wenn ich das so lese, dann wird es so schnell von dir wohl kein Review zum vierten Teil einer bestimmten Saga mit Cyborgs geben, oder?!
[Nebenbei: Das Sony Center kann sich glücklich schätzen, dass ich damals beim Kinobesuch so gute Laune hatte...]

05.05.2015 20:38 Uhr - Kable Tillman
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Da wird mir wohl kaum jemand beipflichten können, aber für mich ist "Terminator: Die Erlösung" wohl McGs bisher beste Arbeit (seinen Sportdrama "Sie waren Helden" habe ich noch nicht gesehen). Keinesfalls ein wirklich guter Film, aber trotz einiger blödsinniger Ideen und konfuser Wendungen recht unterhaltsam. Besser als sein Ruf!

05.05.2015 21:51 Uhr - Clemens
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Ist doch kein Ding. Den betreffenden "Sie waren Helden" habe ich auch noch nicht gesehen. Vielleicht steckt ja eventuell da mal Substanz dahinter. Danke nochmal für das Feedback!

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