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TheUn4givenII
Level 3
XP 182
Eintrag: 26.05.2016

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Der Biggels Effekt

(Biggles: Adventures in Time)
Herstellungsland:Großbritannien (1986)
Genre:Abenteuer, Action, Science-Fiction
Alternativtitel:Sturzflug durch die Zeit
Biggles: Joining the Eighties
Biggles

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (2 Stimmen) Details
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von theun4givenii:

"If you can fly a Sopwith Camel, you can fly everything"

Die seligen 80er-Jahre... Das A-Team, Knight Rider, Trio mit vier Fäusten, Magnum, McGyver... alle diese Serien, vor allem aber deren eingängige Intro-Songs, haben sich mir auf ewig ins Gehirn gebrannt. Genauso verhält es sich mit "Biggles". Wenn ich an den Film denke, flackert automatisch "Do you want to be a Hero" von Jon Anderson (Sänger der britischen Prog-Rock-Band Yes) in meinem Unterbewusstsein auf und andersherum genauso, beides ist untrennbar miteinander verbunden. Ich konnte es immer kaum erwarten bis das ZDF oder die ARD diese unterschätzte Perle (umgetitelt auf "Sturzflug duch die Zeit") gezeigt haben. Die Romanvorlage schrieb William Earl Johns, der als Soldat im ersten Weltkrieg gedient hat und dessen erste "Biggles"-Erzählung bereits 1932 erschien und bis zu seinem Tod, im Jahr 1968, weiterzählt wurde. Insgesamt brachte es die Saga auf sage und schreibe 100 Bände. Mir war die Vorlage nicht bekannt, mein erster Kontakt mit James Bigglesworth war der Film. Ich glaube dass die Geschichten von W.E. Johns in England einen höheren Bekanntsheitsgrad genießen als in deutschen Gefilden.

Die britische Verfilmung "Biggles - Adventures in Time" wurde von Regisseur John Hough (u.a. The Howling IV) im Jahr 1986 inszeniert und erzählt die Geschichte des typischen 80er-Jahre-Yuppies Jim Ferguson (Alex Hyde-White), der in der Werbeabteilung von "Celebrity Dinners" arbeitet und gerade seine Rede für den nächsten großen Clou (tiefgefrorenes Hähnchen) vorbereitet. Leider kommen ihm ein paar unerklärliche und unheimliche Ereignisse dazwischen. Da wären zum einen der mysteriöse alte Mann mit Stock und Hut (Peter Cushing) der James zu verfolgen scheint und zum anderen die Tatsache, dass Jim regelmäßig ins Jahr 1917 zurückgeschleudert wird. Im ersten Weltkrieg muss er seinem Zeitzwilling, dem Fliegerass James Bigglesworth (Neil Dickson), helfen eine vernichtende Geheimwaffe der Deutschen zu zerstören, die den Ausgang des Krieges entscheiden kann. Hilfe bekommt er dabei von dem mysteriösen Fremden, der sich als der kommandierende Offizier von Biggles entpuppt und seltsamerweise eine Visitenkarte von Ferguson besitzt. Unterstützung erfahren die beiden Jims auch von Biggles´ Kameraden Algy, Bertie und Ginger, sowie von Fergusons wunderschöner Freundin und Sekräterin Debbie (Fiona Hutchison). 

Den größten Reiz und natürlich auch die Pointen machen die Gegensätze zwischen den Jahren 1917 und 1986 aus. Ferguson wird natürlich immer im ungünstigsten Moment zwischen den Zeitlinien hin- und hergeworfen. So kommt es, dass er nur mit einem Handtuch bekleidet in einem Kloster auftaucht oder eine Putzfrau ihn in Uniform und Bewaffnung (er wollte sich auf den nächsten Zeitsprung vorbereiten) in seinem Hotelzimmer vorfindet. Andersherum fügt Biggles sich im Jahr 1987 perfekt ins Londoner Stadtbild ein, indem er sich einer Horde Punks anschließt. Der Höhepunkt des Films ist der finale Kampf zwischen einem ultramodernen (für damalige Verhältnisse) Helikopter vom Typ Bell 206 JetRanger und dem deutschen Oberbösewicht, Fliegerass Eric von Stahhein (Marcus Gilbert). Erfrischend ist dass die Figurenzeichnung trotz der üblichen Schwarz-Weiß-Malerei so weit geht dass von Stalhein seine Eisenmaske, die er während seinen Flügen trägt, abnehmen darf. Zudem ist das Szenario des 1.Weltkriegs, im Vergleich zum ausgelutschten 2.Weltkriegsszenario, meiner Meinung nach noch relativ unverbraucht. Die Tristesse der Schützengräben und Ruinen wird sehr gut in Bilder eingefangen und wirkt teilweise sehr bedrückend. Die Szenen in denen die Geheimwaffe getestet wird, wirken ebenfalls sehr beklemmend und ich würde den Film auf keinen Fall Kindern unter 12 Jahren zeigen (in England hat der Film ein PG-Rating). Die Luftkämpfe sind ebenfalls dynamisch und packend inszeniert. Kameras auf den Tragflächen der Doppeldecker sorgen für die ein oder andere schwindelerregende Szene. 

Die ein oder andere Logiklücke lässt sich leider nicht ignorieren. Die erste Aufgabe von Biggles & Ferguson ist es beispielsweise die deutsche Geheimwaffe zu fotografieren. Gleich eine Bombe darauf abzuwerfen wäre wahrscheinlich sinnhafter gewesen, hätte uns aber 70 weitere Minuten 80er-Fun vorenthalten. Den Soundtrack hatte ich ja bereits eingangs erwähnt. Neben zwei von Jon Anderson komponierten Stücken sorgen auch Deep Purple und Mötley Crüe für die passende musikalische Untermalung. Der Score besteht aus manchmal schwülstigen, meistens aber zur Entstehungszeit des Films passenden Syntie-Klängen.

Alles in allem also extrem unterhaltsame Zeitreise-Action. Sauber inszeniert, gut gespielt und witzig. Wer den Film sehen möchte muss auf die englische DVD zurückgreifen, die sogar ein 25 minütiges Making Of, diverse Trailer und das Musikvideo zu "No turning Back" von The Immortals enthält.

8/10
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Kommentare

26.05.2016 12:37 Uhr - NoCutsPlease
1x
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Sehr schön, dass du wieder so gekonnt mit am Start bist. :-)
Den Film habe ich zuletzt so um die Jahrtausendwende im Free-TV gesehen und die Erinnerungen sind verschwommen, aber gut war er auf jeden Fall.

PS: Da du recht genaue Hinweise aufs Finale gibst, wäre das Aktivieren der Spoilerwarnung zu empfehlen.

26.05.2016 13:11 Uhr - TheUn4givenII
1x
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Hi NoCuts! Danke dir ;-) Hab die Spoilerwarnung aktiviert. Wäre mir nicht aufgefallen, weil ich den Film in und auswendig kenne. Mal schauen ob ich noch ein paar Nischenfilme finde. Wünsch dir einen schönen Feiertag.

26.05.2016 13:27 Uhr - cecil b
2x
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Hab die Spoiler beim lesen rausgefiltert. Dein Review ist wieder ein schönes Beispiel dafür, dass ich das Gefühl habe, es hier mit leidenschaftlichen Filmfans zu tun zu haben! Überaus gelungenes Review! Sehr interessante Auswahl, mir völlig unbekannt!

26.05.2016 17:10 Uhr - Tom Cody
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Schönes Review. Ich habe den Film das letzte Mal vor Jaaahren auf VHS gesehen und habe ihn auch als extrem unterhaltsames Zeitreise-Abenteuer in Erinnerung. Die Musikuntermalung, wenn z.B. der Helikopter im Tiefflug über die Schützengräben fliegt, hat sich mir ebenfalls ziemlich eingeprägt.

Das einzige, was mich immer gestört hat, waren wohl der ein oder andere Zensurschnitt, die man (zumindest in der VHS-Fassung) ertragen musste.

29.05.2016 00:35 Uhr - NICOTERO
1x
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Noch nie gehört! Irgendwie muss ich dies dann wohl nachholen:(
Cool, danke

29.05.2016 00:44 Uhr - TheUn4givenII
1x
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@all: Danke euch! Dachte echt nicht dass sich Leute für meine abgedrehte Auswahl begeistern können :-) @cecil: Der Grund warum ich mich hier angemeldet habe ist dass schnittberichte immer meine erste Anlaufstelle für Reviews ist. Ich hoffe ich kann wenigstens ein bisschen was zurückgeben, auch wenn ich eher die weniger bekannten Filmfelder beackere :-)

30.05.2016 13:23 Uhr - JasonXtreme
1x
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Yes!!! Danke fürs Erinnern! Den kenne ich auch noch aus seligen VHS Zeiten, und ich wäre IM LEBEN nicht mehr auf den Titel gekommen! Ziemlich cooler Streifen, ziemlich cool vorgetragen!

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