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Starship Troopers| Herstellungsland: | USA (1997) | | Standard-Freigabe: | SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich | | Genre: | Action, Krieg, Science-Fiction, Splatter | | Alternativtitel: | Bug Hunt at Outpost Nine
Starship Troopers - Fanteria dello spazio |
| Bewertung unserer Besucher: |
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Note: 7,42 (299 Stimmen) Details
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inhalt: Nach "Robocop" und "Total Recall" setzte Star-Regisseur Paul Verhoeven neue Maßstäbe mit diesem Actionthriller im Science-fiction Genre.
In ferner Zukunft herrscht endlich Frieden auf der Erde. Einzig und allein die Einteilung in Soldaten und Zivilisten unterscheidet die Menschen. Trotzdem lauert Gefahr: Killer-Insekten aus einer anderen Galaxie haben der Erde den Krieg erklärt. Ihr Ziel ist es, alles Leben zu zerstören, und die Angreifer scheinen unbesiegbar. Eine Armee junger Soldaten wird auf den feindlichen Planeten geschickt, um in einer letzten großen Schlacht die Menschheit vor ihrer Ausrottung zu bewahren. Unter ihnen befindet sich auch Johnny Rico (Casper van Dien), der einst zum Militär ging, um seiner Freundin zu imponieren. Er steht nun vor einem Kampf, den keiner der Beteiligten jemals vergessen wird, denn die Starship Troopers haben ihren Gegner mehr als unterschätzt ...
Verhoevens "Starship Troopers" war 1997 wieder einmal Science-Fiction mit feinem Subtext, wobei Stil und gesellschaftskritische Aussage des Films wie eine zugespitzte Weiterentwicklung von "RoboCop" wirken.
Nur oberflächlich scheint sich die Geschichte zunächst an klassische High-School-Slasher anzulehnen. Einige kleinere Längen wie die uninteressante Sporteinlage verzeiht man im ersten Abschnitt als einzige Schwäche des Films gerne und lässt sich die Charaktere nahebringen: Der Protagonist Johnny Rico (Casper van Dien) hört zusammen mit Carl Jenkins (Neil Patrick Harris) auf der Akademie beim Dozenten Jean Rasczak (Michael Ironside) und schreibt Anbändel-Nachrichten an seine Flamme Carmen Ibanez (Denise Richards), wobei auf ihn wiederum Dizzy Flores (Dina Meyer) ein Auge geworfen hat. Einige kleinere Exemplare des je nach Gattung manchmal übermannshohen Käfer-Kriegsfeindes werden später seziert wie Frösche in einem Biologie-Unterricht. Ansonsten findet bei Gelegenheit der Wissensvermittlung eine klassisch-manipulative Rekrutierungsstrategie des Militärs statt, im Zuge derer sich alle drei StudentInnen schließlich bei der Truppe wiederfinden.
Ähnlich wie in "Full Metal Jacket" hat dort zunächst eine mit heftigem Drill versehene Ausbildung stattzufinden, während derer der Zuschauer unter anderem Zeuge einer grausamen Bestrafungszeremonie mit Peitschenhieben wird (Horror 4/10). Entstellte Leichen gibt es hier ebenfalls bereits zu sehen, wobei solche Bilder bei den späteren Kampfeinsätzen zunehmen. Denn innerhalb der explosiven, furiosen und spektakulären Gefechte mit Massen von teilweise riesigen Arachnoiden bekommt man gelegentlich sogar Amputationen zu Gesicht (Gewalt 6/10). Das Gematsche ist manchmal richtig ekelhaft anzuschauen. Aufgelockert wird dergleichen durch den zündenden Humor (5/10), der vor allem durch die immer wieder eingespielten, teilweise absurden Werbeclips der Armee seinen Platz erhält. Schon zu Beginn salutiert dort zum Beispiel ein strahlender Kindersoldat.
Doch findet man in diesem Werk Verhoevens auch Bestandteile klassischer Dramaturgie. Denn die zwischenmenschliche Beziehung der Schüler hat etwas Wärme zu bieten, so banal ihr Ausgangspunkt im Hörsaal auch sein mag. Dies dürfte nicht nur der Schauspielkunst des starbesetzten Casts, sondern auch den authentischen Dialogen geschuldet sein, die den Mimen ins Drehbuch geschrieben wurden. Der Plot hält unterstützend im persönlichen wie im kriegerischen Bereich den einen oder anderen Twist bereit. Sogar für etwas Erotik ist bei einer Unterredung in der prall gefüllten Gemeinschaftsdusche und bei einem knappen, aber unverklemmten Schäferstündchen unter Soldaten Zeit (Sex 3/10).
Läutet der epochale Score dann die Weltraumschlachten ein, kann die CGI-Umgebung mit den imposanten Raumschiffen noch heute überzeugen - das Design der Käfer sieht sogar absolut cool aus. "Starship Troopers" ist in diesem Punkt erstaunlich gut gealtert, insbesondere wenn man bedenkt, dass "Halo" für die erste XBOX erst Jahre später vorgestellt wurde. Trotz aller bissiger Satire hat Verhoeven an der technischen Umsetzung keineswegs sparen müssen. In seinem Sarkasmus übertrifft er sich diesmal selbst, wenn etwa die Uniformen der Colonels an jene der SS-Totenkopf-Verbände aus dem Dritten Reich erinnern. So kann man sich dem antimilitaristischen Subtext - die historische NS-Propaganda hatte ihre Feinde als Ungeziefer verunglimpft - nur schwer entziehen.
Ein bißchen wie in "RoboCop" ist es nicht nur in den Gore-Szenen also die Extraportion Hirn, die "Starship Troopers" so hervorragend macht (9/10 Punkten). Da scheint es nur konsequent, wenn die vermeintlichen Jugendschützer sich die Balken mit der Aufschrift "censored" aus den immer wieder eingestreuten Clips zu eigen gemacht und den Film indiziert haben.
9/10
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Kommentare
 DB-Helfer  5  343 |
Deine Angaben zur Freigabe sind etwas ungenau. Auf bisher allen Trägermedien (VHS, DVD, Blu Ray) erschien der Film hierzulande ungekürzt (aber nicht unzensiert... Stichwort "Synchronisation"), auf VHS und DVD sogar mit FSK Freigabe... ;-) ! Lediglich im TV lief wiederholt eine FSK geprüfte Fassung die gekürzt werden musste...
Edit: Achso... selbstverständlich ein äusserst lesenswertes Review zu dieser Bombe... ;-) ! |
 DB-Helfer  17  5.300 |
Ganz starker Streifen, ganz starke Kritik.
Der Fassungssatz ist in der Tat etwas leichtfertig formuliert, aber das wird die gute Edith sicher richten und es ist ja auch kein Schwerpunkt.
Dass die weltoffenen Cineasten vom 'Lexikon des internationalen Films' dem Streifen "Glorifizierung des Militarismus und der Verbreitung faschistischen Gedankenguts" nachsagen, zeigt mal wieder mit was für Scheuklappen manch einer dort ausgestattet ist. |
  7  604 |
Danke für Lob und Kritik! Ich habe den letzten Satz kurzerhand entfernt. |
 DB-Helfer  12  2.060 |
Geiler Streifen, gute Rezi! Damals im Kino wurde bei jeder Gewaltszene applaudiert, nach dem Abspann gabs Standing Ovations - das war ein Fest :D |
 DB-Helfer  15  3.800 |
Hervorragende Kritik zu einem unbestreitbaren Meilenstein für das Sci-Fi-Genre.
Super verfasst und macht Lust den noch mal ausm Regal zu klauben :)
Rico's Roughnecks!
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| 04.08.2016 13:09 Uhr - Fratze |
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| 2x |  |
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 DB-Helfer  6  587 |
"Das ganze Gehirn weggelutscht!"
Ja, was soll ich groß reden... TOP! Der Film, das Rev... alles. Dafür kriegt der Dicke einen riesengroßen, fetten, saftigen Knochen ^^ |
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Großes Plus der Deutschen Fassung gegenüber der Englischen . Egon Hoegen als Werbesprecher für die Mobile Infanterie .
Würde mich echt mal interessieren wie es zu diesem Casting gekommen ist .
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 DB-Helfer  10  1.498 |
Hervorragendes Review zu einem Film, den ich mir auch mal wieder ansehen konnte. Kann mich noch gut an den Kinobesuch erinnern - und an Kritiken wie solche, die NoCutsPlease zitiert hat...es ist mir bis heute schleierhaft, wie man diesen Film so missverstehen konnte. Aber nochmal - Dein Review ist klasse! |
  16  4.593 |
Tolle Kritik zu einem von Verhoevens besten Filmen. Ich würde hier sogar die volle Punktzahl vergeben, da mir die Mischung aus Satire , Sci Fi und packenden Actionszenen sehr gut gefallen hat . |
  1  15 |
Ich liebe Verhoeven Filme....
Coole Kritik zu einem evergreen |
| 08.08.2016 11:09 Uhr - deNiro |
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| 2x |  |
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 DB-Helfer  4  298 |
Tolle Kritik!
Informativ und konsequent geschrieben, nur mit den wie "Schulnoten" in Klammern angegebenen "Richterskalen" kann ich irgendwie nichts anfangen. Abgesehen das sie den Lesefluss unnötig stören, ich kann mir auch keinen Reim drauf machen wann, nach welchem Muster, der Kritiker eben diese nummerische Bewertung vornimmt. Warum wird der Sex? bewertet, ein tragender Faktor wie die Effekte jedoch nicht?
Ist aber nur meine Meinung und soll den restlichen Inhalt in keiner Weise herabwürdigen;) |
  7  604 |
Lieber deNiro, die Teilbewertungen irritieren einige Leser und nicht nur Dich. Also äußere ich mich hier kurz dazu:
Sinn der Übung ist, den Stellenwert der vier Stilmittel für alle von mir besprochenen Filme vergleichbar darzustellen. Wenn jemand - wie ich - Wert auf das Vorhandensein oder Fehlen gerade dieser Elemente legt, hat er etwas davon. Die Frage "Ist der so brutal/schlüpfrig/schockierend/scherzhaft wie XY?" wird so präzise beantwortet.
Schön, dass Dir die Kritik gefallen hat, obwohl Du solche Fragen anscheinend nicht so wichtig findest;-)
Auch allen anderen: vielen Dank für die regen Kommentare! |
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