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Nach ihren großen Erfolgen ging einfach alles den Bach runter. Gemeinsam mit seinem Freund Corin Nemec versucht David Faustino nicht in Vergessenheit zu geraten und irgendwie durch den Tag zu kommen. Jeder kennt ihn nur als kaputten Ex-Darsteller und keiner traut ihm zu jemals wieder einen Job nach der Rolle als Bud Bundy zu bekommen, die ihm anhaftet. Bereit zu allem, greift David nach jedem Strohhalm, wobei Corin sich längst mit seinem Dasein abgefunden hat. Es gilt Drogen, Gangster, Nazis und den Molloch namens Hollywood zu überleben.
Die Story: David Faustino, der Darsteller den kaum einer kennt,aber doch jeder weiss welche Rolle er gespielt hat - Bud Bundy aus der "schrecklich netten Familie". Faustino hat nach dem Ende der Serie nie wieder eine einträgliche Rolle bekommen, sein Geld verprellt, seine Frau an Gangsterrapper und Nachbar Coolio verloren und kämpft nun täglich darum, mal wieder eine rühmliche Rolle zu bekommen - oder einfach nur überhaupt irgendeine... Gemeinsam mit seinem Kumpel Corin Nemec, der ebenso nach "Parker Lewis, der Coole von der Schule" nie mehr gesehen wurde, versuchen sie den Alltag zu bewältigen und nicht zu verhungern.
Soviel zum Plot, was sich aber hinter diesem sachte beschriebenen Werk verbirgt ist eine wundervoll irre Trash-Klamauk-Serie. Es gibt keine Tabus und Faustino hat mit der Idee um seine Figur wirklich eine bastartisierte Version seines Selbst geschaffen. Es gibt ausschweifende Koks-Parties, schwanzgesteuerte Hobbies und den täglichen Wunsch nach Erlösung durch den Freitod. Erzählt wird die Serie aus der Sicht des Losers, der keiner sein will aber von allen wie ein schlechter Witz behandelt wird, sogar von seinem besten Kumpel Corin Nemec ("Parker Lewis") der es sogar mit seiner kleinwüchsigen Mutter treibt, wenn David nicht in der Nähe ist. Auf eine erstaunlich durchgeknallte Art und Weise wird mit dieser Serie das Leben der "Kinderstars in Hollwood" nach Ruhm und Erfolg kokettiert.
Die bereits skurrilen Stamm-Figuren der Serie werden gelegentlich durch Cameo-Auftritte diverser Hollywoodstars gewürzt und so kommt es unter anderem zu einem Wiedersehen mit den restlichen "Bundys" Ed O'Neill, Katey Sagal, Christina Applegate und sogar Serienhund Buck. Weitere Auftritte durch Seth Green (Robot Chicken), Coolio, Jeremy Miller (Unser lautes Heim) und Ron Jeremy (Orgazmo) würzen das chaotisch-infantile Storygerüst mit ihrer Anwesenheit. Hier werden alle auftretenden Figuren durch den Kakao gezogen und das ist wirklich noch milde ausgedrückt, am ehesten sollte man sich gedanklich auf einen absoluten Trash-Marathon einstellen wenn man sich die Episoden hintereinander ansieht. Zugegeben, das Wort "Staffel" wäre etwas hochgegriffen, so werden die knapp 8-9 minütigen Episoden, von denen es insgesamt 13 an der Zahl gibt, sowieso nur die wenigsten komplett schauen. Zu durchgeknallt sind die angerissenen Themen, wie Nazi-Pornos mit Exkrementen, Behinderten-Sitting, Promi-Folter und Senioren-Windeln. Das Ganze nimmt sich kein Stück ernst und kommt eher auf dem Niveau einer Troma-Produktion. Um es auf den Punkt zu bringen, wenn in einer Serie jemand versucht seinen sichtbar vollgeschissenen Hintern mit Cannabispflanzen abzuwischen und nach einer Exkrement-Orgie ein Fähnchen aus dem Hintern schaut, darf man kein höheres Niveau erwarten :)
Die Darsteller haben aber alle ihren Spaß und können in dieser Trash-Com mal so richtig die asoziale Sau rauslassen. Sonderbarerweise hat Faustino für seine Serie nie einen Sender, Abnehmer oder Aufmerksamkeit gefunden und so blieb es bei der geringen Episodenzahl. Ehrlich gesagt waren die Witze auch gegen Ende der Serie etwas ausgelutscht und mehr Episoden wären vermutlich keine Steigerung gewesen. Dennoch kann ich behaupten, dass mich die Serie bis zur Hälfte merkwürdig gut unterhalten hat, so abgefuckt und verrückt sie auch sein mag.
Der leicht kindische Kifferhumor ist vermutlich nicht jedermanns Sache, aber immerhin werden die möglichen negativen Konsequenzen von Drogenmissbrauch angedeutet, zwar nicht verteufelt, aber süffisant angedeutet. Faustino und Nemec sind/waren wirklich Kumpels zur Drehzeit, es gibt sogar einen Kiffer-Buddy-Movie (KillerBud) mit den beiden in ähnlicher Konstellation - aber lange nicht so kaputt wie die Figuren die sie hier darstellen.
Wer also mal für eine knappe Spielfilmlaufzeit das Gehirn lüften möchte, kann sich diesen Exzess an Gags unter der Gürtellinie ruhig mal geben. Allerdings bietet die Serie keine Substanz oder Nachhaltigkeit, man vergisst sie vermutlich genauso schnell wieder, wie man sie gesehen hat. Unbedingt ein Bierchen dazu aufmachen, eins sollte gehen, oder... ;)
6/10