Pünktlich ein Jahr später liefert das oftmals belächelte Asylum-Filmstudio den bereits vierten Eintrag in das Sharknado-Universum, mit dem Asylum wahrlich seinen großen Wurf gemacht hat und sich als gewolltes Trash-B-Movie-Studio auch positiv etablieren konnte.
Die Cast um Ian Ziering (Beverly Hills 90210), Tara Reid (American Pie, Party Animals) und den "Ich-hab-die-Mauer-zum-Fall-gebracht-und-bin-mir-für-nichts-zu-schade"-stolzen David Hasselhoff (Knight Rider, Baywatch) ist natürlich wieder mit an Board. Auch die Schöpfer Levin & Ferrante sitzen als Drehbuch&Regie-Gespann fest auf den Posten um hier keinen Kontinuitätsbruch zu gefährden. Wenn man sich schon erneut, dem gleichen Thema widmet und überlegt wie man das bereits schon im dritten Ableger gänzlich ad absurdum geführte Spektakel noch weiter spinnen kann, liegt es auf der Hand das ein paar frische Ideen hinzu müssen. Also wurde das Setting kurzerhand ein klein wenig in die Zukunft verlegt und spielt 5 Jahre später als die Ereignisse nach dem Kollaps im Weltraum.
Fin Shepard und seine Familie leben friedlich in Kansas auf einer Farm und durch modernste Technik hat es der Konzern "Astro-X" geschafft, die Natur im Griff zu behalten und weitere Sharknado's zu verhindern. Völlig unerwartet bricht dann aber dennoch das Chaos aus, als ein "Sandnado" neben Haifischen auch noch Geröll aufgreift und somit zum "Bouldernado" mutiert. Dieser kann durch die Technik nicht eingegrenzt werden und wütet sich durch Vegas. Zum Glück ist Sharknado-Veteran Fin Shepard in der Nähe und bietet der Natur die Stirn. Auch mit vereinten Kräften seines Vaters (Hasselhoff) kommen sie ins Straucheln und nur die totgeglaubte April kann mit ihren neuen Cyborg-Fähigkeiten unterstützen.
Äh ja... Genau so in etwa könnte man das bunte Treiben zusammenfassen. Es gibt natürlich wieder einen Hauf an beliebten Cameo-Auftritten in diesem Trash-Spektakel. Neben Troma-Chef Lloyd Kaufmann, David "Bud Bundy" Faustino, Comedian Gilbert Gottfried gibt es sogar einen interessanten Movie-Clash-Moment, in dem Steve Guttenberg (Police Academy) seine Rolle "Colton West" aus Lavalantula (auch hier krabbelt ein Sequel auf uns zu) aufgreift und Fin Shepard mit einem Fahrzeug aushilft. Sein blutverschmiertes Shirt und sein abgehetzter Auftritt lassen ihn natürlich kurz schmunzelnd die Arachniden-Plage der anderen Asylum-Produktion erwähnen, bevor es mit den wild gewordenen Lightning-nados, Nukenados und Lavanados ebenso bizarr wie sinnfrei weitergeht. Genüsslich werden hier im Minutentakt One-Liner und Referenzen an andere Werke des fantastischen Films rausgehauen. Um hier nicht die Vorfreude zu verderben möchte ich nur ein paar davon erwähnen, neben dem eben erwähnten Auto, welches nicht zufällig Christine heisst (und ähnelt) gibt es dann noch Zitate wie "Come with me if you want to live", "Follow the Yellow Brick Road" und sogar "Who you gonna Call?" - alles mit eindeutigen Absichten eingebaut. Na neugierig geworden?
Haarsträubende aber auch gewollt schlechte CGI-Effekte und verrückte Settings mit ständigem Overacting der gesamten Darstellerriege werden hier mühelos bedient. Abseits des abstrusen Treibens, welches wirklich nur hartgesottenen Trash-Freunden zu empfehlen ist, konnte Sharknado 4 bei mir leider nicht ganz so punkten, wie seine Vorgänger. Es ist eben schwer die stetige Steigerung der Eskapaden um fiktive Umweltkatastrophen fortzuführen, die bereits im dritten Teil schon im Weltraum angelangt sind und nun eben einen Gang zurückschalten müssen. Die bewährte Kettensäge kommt zwar hier auch wieder zum Einsatz, aber der Film kann den Gipfel des Irrsinns aus den vorherigen Episoden niemals erreichen. Leider hatte ich in manchen Szenen schon fast das Gefühl, das manche Szenen überhaupt gar keinen Sinn ergeben und nachträglich noch hinzugedichtet wurden, um Cameos zu ermöglichen - aber alles mit Liebe zum Schwachsinn.
Mit Sharknado - The 4Th Awakens liefert Asylum ein poppiges Trash-Bonbon, dass sich hervorragend in die Reihe eingliedert. Wer Spaß haben könnte an Cownados, fliegenden Cyborgs, Piratenschiffen in den Strassen von Vegas, Kettensägen-Schwerter und nicht zu vergessen atomar verstrahlten fliegenden Haien die Züge angreifen - sollte unbedingt einen Blick riskieren. Wem diese Zutaten eher die Augenbrauen anheben lassen, der sollte vielleicht lieber einen anderen Film schauen. Ich jedenfalls konnte mir das Lachen nicht verkneifen, auch wenn ich für den nächsten Ableger nun befürchte, das die Luft raus ist - also aus dem Sharknado.
7/10