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TheUn4givenII
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Eintrag: 11.08.2016

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Death Machine - Monster aus Stahl

(Death Machine)
Herstellungsland:Großbritannien, Japan (1994)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Horror, Science-Fiction,
Thriller
Alternativtitel:Cyber connections
Weapon Factory
Máquina letal
Maszyna smierci
Gyilkológép
O Soldado Perfeito

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,20 (64 Stimmen) Details
inhalt:
"In den Mauern der "Chaank Corporation", der führenden Firma für moderne Waffen, ist die Hölle los. Eine tödliche Killermaschine ist völlig außer Kontrolle geraten. Bereits zwei Mitarbeiter sind auf bestialische und mysteriöse Weise umgekommen. Nur einer kann dem teuflischen Roboter Einhalt gebieten: Hayden Cale, die neue Sicherheitschefin. Doch der psychopathische Ingenieur und Konstrukteur dieser tödlichen Höllenmaschine Jack Dante (Brad Dourif) versucht mit allen Mitteln Cale an ihrer Mission zu hindern, um sein geniales Werk zu retten."
eine kritik von theun4givenii:

[Einleitend ein paar Worte zum Regisseur, Stephen Norrington, dem grundsätzlichen Tenor des Films und ein paar subjektiven Erfahrungen. Wer kein Interesse daran hat, sollte ab dem non-kursiven Text bzw. nach der eckigen Klammer weiterlesen.

Stephen Norrington ist als Regisseur der Comic-Verfilmung "Blade" bekannt geworden und damit auch erst im Jahr 1998 auf meinem Schirm aufgetaucht. "Blade" war, meines Wissens nach, die erste Verfilmung eines Marvel-Comics, die für das Studio gewinnbringend war und zum Franchise zweier mehr (Teil 2) oder weniger (Teil 3) gelungenen Fortsetzungen ausgebaut wurde. Spider-Man von Sam Raimi folgte erst 2002. Wohlgemerkt: alles vor dem Marvel-Hype, der erst richtig mit "Iron Man", im Jahr 2008 anfing. Der erste Film, der mich auf Norrington aufmerksam gemacht hat, war "Death Machine", sein Regiedebüt aus dem Jahr 1994. Damals, in einer gekürzten Version im Free-TV angesehen, konnte ich von der fiebrigen, klaustrophobischen und auswegslosen Atmosphäre des Films nicht genug bekommen und habe den Film daher immer im Hinterkopf behalten. Die Filmografie von Norrington gibt ausser "Death Machine", "Blade" und "Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen (LXG)" nicht viel her. Nach letztgenanntem Film hat er nie wieder bei einem Film Regie geführt. Die Gründe hierfür sind, dass ihm die Überwachung durch das Studio (Fox) und die Arbeit mit großen Filmcrews nicht behagte. Dass ein Film der mehrere Superhelden und Helden einschlägiger Literatur zusammenführt, damals gefloppt ist, ist in Zeiten von "Avengers - Age of Ultron" und "Batman v Superman" sehr schwer vorstellbar, aber der Film war wahrscheinlich seiner Zeit voraus. Schade dass wir von Norrington, zumindest was Regiearbeiten betrifft, nichts mehr hören werden...]

​"Death Machine" beginnt in der nahen Zukunft mit einer einer Kamerafahrt über eine verwüstete Raststätte mitten im Nirgendwo. Sengende Hitze, brennende Autowracks, von Kugeln durchsiebte Leichen und ein monotones und dumpfes Klopfen durchziehen die Szenerie. Zwischenschnitte (im Rhyhtmus des Klopfens) auf Polizisten, die mit ihren Waffen auf den Eingang des Restaurants zielen. Eine Spezialeinheit trifft ein, stürmt das Gebäude und trifft auf einen durchgedrehten Mann in einem seltsam anmutenden Kampfanzug in der Toilette. Er hämmert stoisch gegen die Wand, die letzte Überlebende des Massakers kauert in Todesangst in der Ecke. Der Irre kollabiert letztendlich. Szenenwechsel: Wir erleben eine Krisensitzung der Firmenleitung der CHAANK Corporation, einem Rüstungskonzern. Der CEO ist im Firmenhochhaus getötet worden, die Umstände sind höchst mysteriös. Die Bissspuren deuten auf einen Hai hin. Sein Nachfolger ist Scott Ridley (Richard Brake, der anscheinend immer auf unsympathische Arschlöcher gebucht ist), will alle Spuren verwischen, doch die Entwicklungschefin, Hayden Cale (Ely Pouget), ist anderer Meinung und will ein ernstes Wort mit dem Chefingenieur Jack Dante (Brad Dourif) reden, der die zweifelhaften Experimente von CHAANK verantwortet. Blöd nur dass dieser sich als absoluter Psychopath entpuppt, der im Tresorraum 10 insgeheim einen Todesroboter entwickelt hat, der auf Angst ("Hochleistungsferromonsensorik") reagiert und nur von Dante aktiviert werden kann. Doppelt blöd dass Cale Dante gefeuert hat... Zu allem Überfluss stürmt im selben Moment eine Terroristengruppe den Wolkenkratzer. Ziel der Gruppe ist "die Vierfachmatrix für die neuesten Google-Plactic Memory Codeprozessoren" [sic] und die 350 Mrd. USD in Firmenwertpapieren. Dante leitet die Terroristen auf dem einfachsten Weg zu Ihrem Ziel und der führt durch Tresorraum 10. Die Todesmaschine wird aktiviert und die Hetzjagd beginnt.

Jedem geneigten Zuschauer sollten, spätestens nach 15 Minuten, ein paar Dinge auffallen: Die Terroristen heißen Sam Raimi, Weyland und Yutani. Der unsympathische CHAANK-Chef heißt Scott Ridley, sein Stellvertreter hört auf den Namen John Carpenter und der irre Ingenieur ist als Jack Dante bekannt. James Cameron erhält auf dem Helm des durchgedrehten Typen in der Raststätte, zumindest in Schriftform seine Ehre. Der Film nimmt sich absolut nicht ernst und macht auch überhaupt keinen Hehl daraus, dass er sich aus beliebten Vorbildern bedient. Genannt seien an dieser Stelle: "Aliens", Max Headroom", "Split Second", "Terminator", "Mark 13" und "Universal Soldier". Also eigentlich alle Filme mit denen ich aufgewachsen bin.

Alles definitiv kein Zufall, denn Norrington war vor seinem Regiedebüt für die Special Effects in "Aliens - Die Rückkehr" (Creature Effects Crew) und "Split Second" (Special Effects Supervisor) verantwortlich, bevor er im Alter von 31 Jahren "Death Machine" inszenierte. Beide Filme gehören zu meinen Lieblingsfilmen. Die größten Gemeinamkeiten hat der Film allerdings mit "Aliens". Von der weiblichen Heldin, über das Design des Killerroboters, des Sidekicks (Cprl. Hicks?) und der Inszenierung in engen Gängen, Strobolicht, Regen und blaustichigem Filter atmet alles den Geist von James Camerons Meisterwerk. Das Verhalten eines Protagonisten wird sogar mal mit "du bist so 80er Jahre" quittiert. Das absolut lächerliche HUD mit blinkenden Pfeilen, Herzsymbolen usw. bei den First-Person-Szenen der Todesmaschine ist auch eine Erwähnung wert. Dass ich in dem Film zum ersten mal einen Siebenfach-Joint (bei den Terroristen) gesehen habe, spricht auch nicht für eine ernsthafte Ausrichtung des Films.

Ein paar negative Punkte sollen nicht ungenannt bleiben. Zum einen wäre hier der überflüssige Handlungsstrang um Cales Tochter zu nennen, der einfach deplaziert wirkt und in Horrorfilmen wie "A Nightmare on Elmstreet" besser aufgehoben wäre. Die Musik in der ersten Filmhälfte trägt mit ihren uninspirierten Synthie-Klängen viel dazu bei, den Film in die B-Ecke zu schieben. Machmal passt sie, z.B. wenn die Werkstatt von Dante präsentiert wird und es einige verrückte Klänge zu irren Cartoons und Einstellungen zu Masters of the Universe-Figuren gibt. Das ist allerdings als Reminiszenz an Joe Dante zu verstehen und tröstet nicht über den restlichen Score im ersten Drittel hinweg. Erst in der zweiten Hälfte nimmt sich der Film ein Beispiel an den Klängen James Horners und wird passender. Dem einen oder anderen Zuschauer könnte zudem das Pacing etwas zu langsam sein, da sich "Death Machine" einige Zeit nimmt, dem Publikum das Monster zu präsentieren.

Fazit: Trotz einiger Schwächen absolut empfehlenswert. Schade dass wir von Norrington nichts mehr sehen werden. Ich sehe mir den Film immer wieder gerne an. Er ist jedesmal wieder packend, witzig und zeigt Brad Dourif in seiner Paraderolle als Freak. Seine Rolle als Grima Schlangenzunge in "Der Herr der Ringe" war schließlich auch nichts anderes. Herrlich überladener 90er-Sci-Fi-Film, der immer wieder geht. Ob als Partyfilm mit Pizza oder einfach nur um das Talent von Stephen Norrington zu erkennen.

 

 

8/10
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Kommentare

11.08.2016 07:34 Uhr - dicker Hund
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Hatte den als TV-Gurke in Erinnerung. Ein Blick auf den Schnittbericht hat mir gerade erklärt, warum. Schöne Vorstellung eines Films, den es zensurtechnisch wirklich übel erwischt hat;-)

11.08.2016 12:40 Uhr - TheUn4givenII
1x
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@dicker Hund: ja, die FSK16-Fassung ist zum abgewöhnen. Ich frage mich wie man 7 Minuten aus dem Film schneiden kann. Die Indizierung des Films ist mehr als lächerlich. Ich denke der könnte heutzutage locker uncut mit einer FSK16-Freigabe davonkommen. Würde dem geneigten Zuschauer den Zugang zu dem Film sehr erleichtern. Ich habe mir die Turbine Media-Blu Ray für 40,00 € geleistet... bei einem meiner Liebliingsfilme geht das schon mal :-) Danke dir!

11.08.2016 14:54 Uhr - Shepardo
Da hab ich ja noch nie was von ghört. Danke für den Tipp :D

11.08.2016 22:48 Uhr - NICOTERO
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12.08.2016 08:39 Uhr - Angertainment
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Wirklich ein unterschätzter Titel und eine gelungene Vorstellung/Besprechung des Films. Auch wenn das Geschwärme um den Regisseur einen großen Anteil einnimmt, bin ich deiner Meinung was den Film selbst angeht. Und Brad Dourif's Figur ist Spitzenklasse.

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