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cecil b
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XP 4.660

Eintrag: 12.01.2017

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Der Zombie
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Dead Meat

Herstellungsland:Irland (2004)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Splatter

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,33 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Der Urlaub in einer ländlichen Idylle Irlands wird für Helena zur Hölle, als ihr Freund Martin bei einem Unfall auf einer einsamen Landstraße einen Mann überfährt.
Das Unfallopfer erweist sich nämlich als ziemlich untot und als es ihren Freund ein saftiges Stück aus dem Hals beißt, wird ihr klar, dass das Zombie-Dasein äußerst ansteckend ist. Die gesamte Nachbarschaft ist bereits von einem mutierten Virus infiziert und die Gefahr scheint von einer Kuh auszugehen...
eine kritik von cecil b:

 

Das Talent eines Regisseurs erkennt man oft daran, ob dieser auch mit einem geringen Budget in der Lage ist, seine Kunst ansprechend zu präsentieren. So wie Conor McMahon (2 Awards für Stitches) mit seinem Spielfilmdebüt DEAD MEAT. Dieser Zombiefilm ist praktisch McMahons Gesamtkunstwerk, da er auch die Schnitte gefertigt, und die Story sowie das Drehbuch verfasst hat. Die schlichte aber durchaus atmosphärische Synthesizermusik samt Geigen und Klavier wurde von Regisseur und Drehbuchautor (Kurzfilm: The Box) John Gillooley (The Braineater) zusammengestellt. McMahon hat seinen ersten abendfüllenden Film mit geringen Mitteln innerhalb von 5 Wochen überraschend gut inszeniert.

 

 

Eine Kuh soll für eine Zombieseuche verantwortlich sein? Der Hype um den Rinderwahn hat McMahon dazu inspiriert, einen düster makaberen Zombiefilm zu drehen, und diesen mit dem Prinzip fressen und gefressen werden gleichermaßen ironisch wie dramatisch bis kritisch zu verbinden. Sein Horrorfilm ist aber kein albernes Geblöke, wie es IN BLACK SHEEP zu hören ist. Der Humor ist überwiegend trocken, und der Horror vergisst nicht solcher zu sein, selbst als es in einer Szene skurril wird. Die Idee, die endlosen Rinderweiden Irlands, die uns mit Käse, Butter und Steaks von glücklichen Opfern bescheren, zum Weideland der Zombies zu machen, ist durchaus geschickt.

Die grünen Weiden sind eine wahre Augenweide, genau wie die Protagonistin, Marian Araujo (Once Upon a Time in Dublin). Manchmal fährt die Kamera so auf Augenhöhe mit den Gräsern durch die Landschaft, dass selbst die Pflanzen zu einem echten Hingucker werden. Die Lichtverhältnisse und die Farben sind naturell und fast dokumentarisch gehalten, der Eindruck wird durch die Handkamera verstärkt, aber die Inszenierung ist keinesfalls amateurhaft. Kein Wunder, dass die Kamera gelungen geführt wird, denn Kameramann Andrew Legge wurde für seine Kurzfilmregie (u. a. The Chronoscope) nicht umsonst 7 mal ausgezeichnet. Die weitflächige Landschaft ist zwar weniger im großen Stile in der Supertotalen zu sehen, aber die Flächen, die der Zuschauer zu sehen bekommt, geben das Gefühl, sich inmitten einer schier endlosen Weidelandschaft aufzuhalten. Da gibt es kaum die Möglichkeit, sich zu verstecken, sich zurückzuziehen. In diesem Grünland treffen ein paar Menschen in einer Ausnahmesituation aufeinander, angespannt bis ins letzte Glied. Sie haben eine Schaufel, ein Feuerzeug, einen Hurling-Schläger und.....bald nur noch das. Schon nach ein paar Minuten geht der erste Zombie auf Helen los, und dieses angenehm unangenehme Gefühl breitet sich dann auf gute 70 Minuten aus, mit Unterbrechungen, in denen eine ungewöhnlichen Figurenzeichnungen präsentiert wird.

Die lebenden Figuren sind mehr oder weniger dazu gezwungen, miteinander zu arbeiten, und ihr Leben Fremden anzuvertrauen, ganz im Sinne von Romeros Klassiker, Night of the Living Dead. Wir erfahren nur wenig über Helen, den etwa gleichaltrigen Desmond- lässig von David Muyllaert gespielt, der auch an der Musik zum Film gearbeitet hat-, und ein Pärchen. Sie alle werden zuerst durch eine Aneinanderreihung von Reaktionen auf intensive Situationen vorgestellt. Zwar bekommen sie schemenhaft Hintergründe, so dass die Lebenseinstellung des Einzelnen teilweise erkenntlich wird, aber eine Identifikation fällt schwer. Die Eigenarten ihrer Lebensführung, der Einblick in ein irisches Leben auf dem Land, wird ironisch, aber nicht unbedingt albern, angedeutet. Helen ist die Touristin, durch deren Augen wir diese Exotik sehen. Die Protagonistin zeigt gewöhnungsbedürftig wenig Emotionen, sie tritt nie in den Vordergrund, und es liegt nahe, sie dafür eine schlechte Akteurin zu nennen. Da allerdings jede der lebenden Figuren zurückhaltend aber nicht schlecht gespielt wird, wird vielmehr ironisch eine ungewohnt trockene Art dargestellt, mit dem Unheil umzugehen, gepaart mit Galgenhumor. Eine standartisierte amerikanische Dramatisierung bleibt aus, die Ironie ist nicht immer übermäßig offensichtlich, und dafür kann man dankbar sein. Trotz der fehlenden Identifikation kann der Zuschauer mitfiebern. Dadurch dass die von Zombies verfolgten Figuren sich gegenseitig nur schwer einschätzen können, besteht eine zusätzliche Unsicherheit unter diesen, die sich auf den Zuschauer überträgt.  Wie gern ich auch die Figuren bespreche, in diesem Fall sehe ich davon im Einzelnen ab, da dies definitiv die Spannung mindern würde. So komme ich zu den anderen Figuren, den Zombies.

Man sieht den Zombies das geringe Budget an, sie bieten auch keinen blutigen Stumpf und kaum offene Wunden. Das Make-up ist so lala, die Untoten könnten aber immerhin Preise auf einer Zombie-Konvention erhalten, bzw. Leonie Prendergast, die für ihr Kostümdesign immerhin schon dreimal mit dem IFTA Award nominiert wurde, und Liz Byrne (Makeup), die einmal für diesen Award nominiert wurde. Die Bodycounts sind kein großes Fest für Splatterfans, aber blutig wird es. Die Untoten laben sich an Innereien, die der Schlachter zur Verfügung gestellt hat, Köpfe werden gespalten, und gerne werden verschiedene Dinge in untote Körper gerammt. Oft sieht man nur das Fazit, aber dafür dass es sich um einen Low-Budget-Film handelt sind die Effekte nicht schlecht. Dass unter den eher weniger bekannten Effektspezialisten auch Jonathan Grahammit mit von der Partie ist, der später an Pacific Rim gewerkelt hat, ahnt man nicht. Es werden einige Zombie-Figuren zitiert, vom Clown bis zu bissigen Kindern. Man kann ohnehin sagen dass die Zombies klassisch dargestellt werden, da sie wie in den Klassikern des modernen Zombiefilms, Romeros Night of the Living Dead und Dawn of the Dead, langsam aber sicher aufkreuzen, und keine großen Reden schwingen. Allerdings zeigen die irischen Zombies eine Eigenart, die ich noch in keinem anderen Film gesehen habe! Die Untoten haben aufgrund der Inszenierung einen guten Auftritt.

Die Kamera nimmt oft die Perspektive eines Lebendigen an, manchmal mit einer P.O.V. -Variante, der einen kleinen Abstand zu den Zombies hat, und es entsteht zeitweise der Eindruck, mitten im Getümmel zu stehen.  In solchen Szenen entsteht fast ein Reality-Flair alla [●REC], nur dass sich mittendrin mal kleine komische Sequenzen einfügen, die einer Zombiekomödie gut stehen. Bei den direkten Angriffen überzeugen eine effektive hektische Kameraführung, schnelle, gut durchdachte Schnitte, und gute Lichtverhältnisse, auch in der Nacht. Sehr gut werden Zombieklassiker inszenatorisch zitiert, indem z. B. ein Gang durch links und rechts stehende Hecken einen bedrohlichen Abstieg ins Grauen vermittelt, wie in Raimis Evil Dead. Auch Raimis chaotischen blitzschnellen Zooms aus den ungewöhnlichsten Perspektiven, die selbst einfache Dinge gruselig darstellen, werden in manchen Szenen übernommen. Und nicht nur Zombiefilme werden zitiert, aber ich verrate nicht zu viel.

 

 

DEAD MEAT gelingt nicht nur eine tolle Hommage an Zombieklassiker, der trockene Humor von McMahons Spielfilmdebüt verleiht dem Genre eine eigene Note. Die Inszenierung überzeugt vollkommen, und wer sich nicht an günstigen Effekten anheizt, und wer der unterschwelligen Ironie neben der offensichtlichen etwas abgewinnen kann, der kann seinen Spaß an DEAD MEAT haben. Das Ende ist der Höhepunkt des Danse ma­ca­b­re. Im Netz wird DEAD MEAT neben einigen guten Bewertungen auch oft als mittelmäßig bis auch mal schlecht eingestuft, für mich unverständlich. Ich halte mich da wie mein so oft in Zeitschriften zitierter Kollege von der OFDB, und vergebe stolze 7 Punkte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7/10
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Kommentare

12.01.2017 10:21 Uhr - Angertainment
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Fand den auch konsequent umgesetzt. Sehr unterhaltsam und mit gehobenem Haupt verbeugt er sich vor dem Genre.

12.01.2017 11:33 Uhr - Horace Pinker
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Wieder Mal echt cecilianischs Review, in dem du erfolgreich ein klares Bild des besprochenen Werkes zeichnest und es nachvollziehbar bewertest. Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht das es einen Zombiefilm aus dem Land des Kleeblatts gibt und da das Gesamtprodukt recht unterhaltsam und stimmig klingt werde ich vlt mal eine Sichtung wagen.
P.S. Gibt es denn auch eine Verleihversion von Dead Meat (bei mir in der Nähe gibt es zum Glück noch mehrere Videotheken)?

12.01.2017 12:01 Uhr - cecil b
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Danke dir, Maestro! :)

Ja, den habe ich damals in der Videothek ausgeliehen, allerdings war das eine 'besondere' Video-Theke, da man dort sogar Cannibal Holocaust uncut vorfinden konnte. DEAD MEAT ist aber nie geschnitten erschienen, und der ist -mit teilweise aber widerlichen Covern http://www.dvd-covers.org/d/77503-3/2121DEADMEAT.jpg- günstig überall aufzufinden. Aktuell beim OFDB-Marktplatz für 3 Piepen!

Ob der bei dir funktioniert, weiß ich natürlich nicht. Ich hatte den damals mit 5 Leuten gesehen, und wir waren alle begeistert, wenn auch nicht ganz nüchtern. Nüchtern hat der Film mir letztens aber auch gut gefallen, ein Kauf von Sunfilm, mit dem Cover, was du oben siehst (nur andere Logos und Überschriften). Auf dem Fantasy Filmfest soll DEAD MEAT einer dieser "Publikumslieblinge" gewesen sein, und wie geschrieben, viele sehen den bei 7 Punkten. Den innovationslosen "Abklatsch", wie den Film ein paar beschreiben, habe ich nicht gesehen, eher ein Horrorspaß, im Herzen bei anderen Debüts alla Bad Taste und Within the Woods. Jetzt will ich Stitches auch sehen.

12.01.2017 12:16 Uhr - NoCutsPlease
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Sehr interessante Rezension, auch vor dem Hintergrund der Verknüpfung von zahlreichen irischen Eigenheiten mit dem Zombiehorror.
Da ich "Stitches" schon echt gelungen fand, werde ich hier gern mal einen Blick wagen.

12.01.2017 12:19 Uhr - cecil b
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Danke dir! :)

Bei der Wertung hat sich schnell einer anonym verewigt, mit 3 Punkten. Subjektiv ist relativ, kann aber begründet sein. ;)

12.01.2017 17:53 Uhr - dicker Hund
2x
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Äußerst treffende Besprechung, besonders der schwer fassbare Humor ist super umschrieben. Meine Lieblings-Szene aus dem hier hat mit einem Staubsauger zu tun...

14.01.2017 09:58 Uhr - cecil b
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@dicker Hund Zänk ju!

Staubsauger: Wenn es dreckig wird, muss man manchmal schauen wo man bleibt. ;)

Meine Favorit: "Schnarch, Tsss Tsss Schnarch"......Buh! ;)


15.01.2017 09:46 Uhr - Tom Cody
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Hochinteressant! Abgesehen von deinem wie gewohnt hochklassigen Schreibstil eine sehr überraschende Empfehlung.
Den Film hatte ich vorher irgendwie so gar nicht auf dem Schirm. Gerade bei Zombie-Filmen bin ich immer auf der Suche nach den wenigen, versteckten Perlen, die sich vom sonstigen Untoten-Einerlei etwas abheben. Eine positive Überraschung der letzten Zeit war übrigens der zügige, actionreiche B-Film "Daylight's End", ein Mix aus "I am Legend", "28 Days Later" und "Assault on Precint 13".
Da sollte ich wohl bald mal eine günstige Second Hand-DVD von "Dead Meat" ordern...

15.01.2017 10:17 Uhr - cecil b
1x
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FrOIt mich, dass dir die Review gefällt! :)

DEAD MEAT KANN dann ja was für dich sein. Es gibt einen guten Trailer, der nicht spoilert, allerdings natürlich ein wenig vom Feeling vorweg nimmt. Bei dem geringen Preis, stellt sich die Frage, ob du einen halbblinden Kauf machst, oder du dich mit einem Trailer weiter absicherst.

Ich hoffe, dass dir dies bezüglich ein möglicher Blick auf den portugisischen I'll see you in my Dreams gefallen hat, der dich auch als neuer Zombiefilm interessiert hat, als ich den vorstellte.

Daylight's End: Danke für den Tipp! Kommt auf meine Einkaufsliste! Wenn ich den ergattert habe, kommt vermutlich die Review! :)

16.01.2017 12:43 Uhr - naSum
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Na das war doch ein gelungener Aperitif, den man sich gerne in Kürze mal hinter die Lichter schickt. Steht auf der Liste.

16.01.2017 20:49 Uhr - cecil b
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THanx! :)

Deine letzte Review steht auch auf meiner Liste, gerade aber noch etwas zu busy.

17.01.2017 15:52 Uhr - naSum
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Gerade geschaut und am Anfang hab ich echt fast nen Schock bekommen, als das alte Bauernhaus in Standbildern gezeigt wurde. Da habe ich doch glatt gedacht ich sei im Gelsenkirchener Vorort Ghetto inmitten eines Olaf Ittenbach Filmes, die fangen ja auch alle so an... ;)

17.01.2017 19:41 Uhr - cecil b
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"Die Lichtverhältnisse und die Farben sind naturell und fast dokumentarisch gehalten, der Eindruck wird durch die Handkamera verstärkt, aber die Inszenierung ist keinesfalls amateurhaft."

Ist in Irland, und Ittenbach hat glaube ich noch keine Preise für seine Kameraführung bekommen. ;)


18.01.2017 08:12 Uhr - naSum
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Die hat er auch nicht verdient...^^

18.01.2017 09:23 Uhr - cecil b
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Nö, aber der macht sein Ding. Finde ich auch gut, als das was es ist.

Deine 6 Punkte für DEAD MEAT finde ich wie geschrieben absolut passend.

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