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Punisher77
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Eintrag: 10.01.2017

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Der grauenvolle Mr. X

(Tales of Terror)
Herstellungsland:USA (1962)
Genre:Horror, Komödie, Mystery
Alternativtitel:Schwarze Geschichten
Edgar Allan Poe's Tales of Terror

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Drei Episoden nach Geschichten von Edgar Allan Poe. In "Morella" werden ein Mann und seine Tochter vom rachsüchtigen Geist der Mutter heimgesucht. "Die schwarze Katze" wird einem Ehemann zum Verhängnis, der seine Frau und deren Liebhaber ermordet hat. "Der Fall Valdemar" ist die düster-tragische Geschichte eines hypnotisierten Sterbenden, der sich als Verlorener im Nichts zwischen Leben und Tod wiederfindet ...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                               TALES OF TERROR

Die Edgar Allan Poe-Verfilmungen von Roger Corman gehören zu den Meilensteinen des klassischen Gruselfilms. Während sich Corman in seinen Filmen Die Verfluchten (1960), Die Grube Und Das Pendel (1961) und Lebendig Begraben (1962) damit begnügte, jeweils eine Erzählung des Meisters der amerikanischen (Horror)Literatur auf Zelluloid zu bannen, nahm er sich für die Anthologie Tales Of Terror (1962), die im Deutschen Der Grauenvolle Mr. X heißt, gleich drei Poe-Geschichten vor: Morella, Der Schwarze Kater (Mit Einflüssen aus Das Fass Amontillado) und Die Tatsachen Im Fall Waldemar. Wie in dem meisten Poe-Verfilmungen setzte Roger Corman Horrorstar Vincent Price ein. Mit Peter Lorre (M – Eine Stadt Sucht Einen Mörder, 1931) und Basil Rathbone (Der Hund Von Baskerville, 1939) verfügt Tales Of Terror über zwei weitere schauspielerische Hochkaräter. Das Drehbuch schrieb erneut Richard Matheson, der bereits Die Verfluchten und Die Grube Und Das Pendel für die Leinwand adaptiert hatte. Gedreht wurde der Film innerhalb von drei Wochen, wobei der sparsame Corman für Morella z. T. Kulissen benutzte, die bereits in Die Verfluchten zu sehen waren.

In Morella kehrt Lenora Locke (Maggie Pierce) in das Schloss ihrer Familie zurück. Dort findet sie nicht nur einen völlig verfallenen Familienbesitz vor, sondern auch ihren depressiven, betrunkenen Vater (Vincent Price), der ihr immer noch schwere Vorwürfe macht, weil seine Frau Morella (Leona Gage) während Lenoras Tochter starb. Deren Leichnam liegt immer noch in einem Zimmer des Landsitzes … Morella wirkt zunächst wie ein Familiendrama, enthält aber alle klassischen Gothic Horror-Zutaten wie ein verfallenes Schloss voller Staub, Spinnweben und wehender Vorhänge. Der Twist am Ende rückt die Episode dann endgültig in Richtung Horror. Vincent Price, der jede Tales Of Terror-Episode mit einem kurzen gesprochenen Intro einleitet, gibt eine glaubwürdige Vorstellung als schwermütiger, alkoholisierter Eremit, während Maggie Pierce dagegen zwar sehr hübsch anzusehen ist, aber dennoch ein klein wenig hölzern wirkt. Morella ist das kürzeste Tale Of Terror und bei weitem nicht schlecht, wird aber von den beiden folgenden Episoden übertroffen.

Im Mittelpunkt von Der Schwarze Kater steht der großartige Peter Lorre als Montresor Herringbone. Herringbone hasst seine Frau Annabel (Joyce Jameson) und ihren schwarzen Kater und treibt sich ständig in Wirtshäusern herum, um das Geld seiner Frau in Wein zu investieren. Bei einer Weinprobe trifft Herringbone den berühmten Weinkenner Fortunato Luchresi (Vincent Price), den er erfolgreich herausfordert. Zwischen den beiden ungleichen Männern entwickelt sich eine lockere Bekanntschaft, die eine ungesunde Wende nimmt, als Luchresi ein Auge auf Annabel wirft … Der Schwarze Kater unterscheidet sich komplett von Morella und kommt völlig ohne die üblichen klassischen Gruselfilmzutaten wie verfallene Schlösser oder verwunschene Friedhöfe aus. Trotzdem ist Der Schwarze Kater die überzeugendste Episode der Tales Of Terror, was besonders an den beiden Hauptdarstellern liegt, die sich hier ein wahres Schauspielduell liefern. Der ganz schön in die Breite gegangene Lorre überzeugt in der Rolle des versoffenen Großmauls und Unsympaths Montresor Herringbone ebenso, wie es Vincent Price als snobistischer Weinkenner tut. Man könnte Price zwar Overacting vorwerfen, aber es macht Spaß, ihm zuzusehen. Der Schwarze Kater bietet zudem eine spannende Geschichte, die auf ein packendes Finale zusteuert und die vorangegangene, nicht gerade schwache Morella-Folge locker aussticht.

Die letzte Episode, Die Tatsachen Im Falle Waldemar, ist dagegen wieder klassischer Horror und bedient sich im Grunde der Zombie-Thematik. Der im Sterben liegende Waldemar (Vincent Price) gestattet dem Hypnotiseur Carmichael (Basil Rathbone), über seinen Tod hinaus Experimente mit ihm zu betreiben. Als Carmichael sich jedoch an Waldemars Frau heranmacht, erweist sich dieser als doch nicht ganz so tot … Die Tatsachen Im Falle Waldemar ist wieder deutlich dem klassischen Horrorfilm zugewandt und kann im Grunde auch als Zombie-Episode betrachtet werden, da der tot geglaubte Waldemar mit schaurig-bleichem Antlitz aus dem Totenreich zurückkehrt. Da Price hier hauptsächlich auf dem Sterbebett liegt, kann er hier weniger schauspielerische Akzente setzen als Basil Rathbone als irrer Hypnotiseur. Neben dem interessanten, spannenden Rache-Aspekt der Geschichte ist es vor allem die Wissenschafts-Fragen, die Die Tatsachen Im Falle Waldemar interessant machen. Wie weit darf Wissenschaft gehen? Darf man den Menschen auch über seinen Tod hinaus erforschen?

Tales Of Terror ist insgesamt eine überdurchschnittliche Horror-Anthologie, die mit drei insgesamt gelungenen Episoden punkten kann, auch wenn deren Qualität durchaus variiert. Die Leistungen der versammelten Darsteller sind akzeptabel bis gutklassig – insbesondere Vincent Price ragt hervor, da er hier drei grundverschiedene Rollen spielt, was ihm auch bestens gelingt. Roger Cormans Regieleistung ist ebenfalls solide. Was man Tales Of Terror gelegentlich vorwerfen kann, dass einige Kulissen zu artifiziell aussehen, und dass man Poes Geschichten für´s Kino zu sehr verändert hat, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Tales Of Terror ist eine überdurchschnittliche Horror/Edgar Allan Poe-Anthologie, die man als Fan klassischer Gruselfilme der 60er und 70er Jahre gesehen haben sollte.

8/10
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Kommentare

10.01.2017 21:32 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 10
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Das Review geht qualitativ auch ganz schön in die Breite. Nur echt mit dem Punisher-Label eben. Lenoras Tochter dürfte allerdings eine schwere Geburt sein;-)

10.01.2017 21:34 Uhr - Intofilms
1x
Stimme dir in allen Punkten voll und ganz zu, würde allerdings das letzte Filmchen als am gelungensten bezeichnen. Insgesamt würde ich hier auch eine 8/10 vergeben. Die Kombi Corman & Price hat mich sowieso noch nie enttäuscht, das war der reinste Selbstläufer! Hier finde ich von den Akteuren aber Peter Lorre am besten. Der buchstäblich "grauenvolle" deutsche Titel hat sogar irgendwas. :))

Mein Lieber, ein bisschen schmunzeln musste ich dann aber doch:
"Man könnte Price zwar Overacting vorwerfen, aber es macht Spaß, ihm zuzusehen." Denn dass der gute Vincent mit Sicherheit nicht der begnadetste Schauspieler aller Zeiten war, kann wohl kaum jemand bestreiten. Und ich finde, dass er im Grunde wirklich in jeder Rolle eine mehr oder weniger stark übertriebene Schauspielerei zeigt, die fast immer kurz davor steht, völlig ins Exzentrische oder gar Hysterische umzuschlagen. Aber genau deshalb hat er wohl so viele Fans, dafür wird er bis heute geliebt und verehrt. Jawohl, Punisher, "es macht [verdammt noch mal] Spaß, ihm zuzusehen"!!! :)

10.01.2017 22:08 Uhr - Punisher77
1x
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Vielen Dank an Euch beide! Schön, dass Euch das Review gefällt :-).

@Intofilms:
Die Kombination Price/Corman finde ich super...die beiden haben uns einige der stimmungsvollsten Gruselfilme überhaupt beschert. Ich mag Prices Stil, den Du gut beschrieben hast :-).

11.01.2017 08:22 Uhr - cecil b
1x
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Eine gelungene Vorstellung, von einem Film, den ich noch gucken muss!

Die Idee bei der scharzen Katze eine Art WEin-Kontest einzubringen hat was, bedenkt man wie kritisch Poe mit anderen Autoren war, wie gern er gesoffen hat, und dass er in Die Schwarze Katze auch bestimmt ein bisschen über sich selbst geschrieben hat.

11.01.2017 09:53 Uhr - NoCutsPlease
1x
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Von dieser Sorte Film kenne ich zwar schon ein paar Titel, aber noch längst nicht alle!
Umso erfreuter bin ich über diese sehr hilfreiche Rezension. Price war ohnehin stets angenehm schräg und Corman ein echter Sparfuchs.

11.01.2017 22:37 Uhr - Punisher77
2x
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Vielen Dank, Leute!

@NoCutsPlease:
Dem stimme ich zu. Aber auch, wenn Corman ein Sparfuchs war, sehen Filme wie "Tales Of Terror" immer noch stilvoller und aufwändiger aus als das meiste, was einem heutzutage im Low Budget/Direct-to-DVD-Bereich zugemutet wird.

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