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TheUn4givenII
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Eintrag: 02.01.2017

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The Box - Du bist das Experiment

(The Box)
Herstellungsland:USA (2009)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Science-Fiction, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,20 (10 Stimmen) Details
inhalt:
Norma (Cameron Diaz) und Arthur Lewis (James Marsden) sind eigentlich ein ganz normales junges Ehepaar mit einem kleinen Sohn und einem Haus am Rande der Stadt. Ihr idyllisches Leben gerät eines Tages plötzlich aus den Fugen, als sie ein Paket vor ihrer Haustür finden, das eine seltsame kleine Box mit einem roten Knopf enthält. Kurz darauf erscheint ein mysteriöser Fremder, der den Sinn dieser Box wie folgt erklärt: Drücken Norma und Arthur den roten Knopf, sind sie um 1 Million Dollar reicher. Allerdings, so die Botschaft, wird dadurch auch ein Mensch irgendwo auf der Welt sterben. Fortan sieht sich das ohnehin in finanziellen Schwierigkeiten steckende Ehepaar in einer teuflischen Zwickmühle. Hin- und hergerissen zwischen Verlockung und Moral entwickelt sich das Leben von Norma und Arthur zu einem albtraumhaften Horrortrip, aus dem es keine Rettung zu geben scheint. Top besetzt mit Cameron Diaz („Liebe braucht keine Ferien“), James Marsden („27 Dresses“) und Frank Langella („Frost/Nixon“) präsentiert mit THE BOX Regisseur Richard Kelly („Donnie Darko“) einen düsteren Mystery-Thriller. Für das Drehbuch adaptierte Kelly die Kurzgeschichte „Button, Button“ von Autor Richard Matheson („I Am Legend“). Ein spannender Thriller mit Starbesetzung.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von theun4givenii:

"...wieso eine Kiste?

Ihr Haus ist eine Kiste. Ihr Auto ist eine Kiste auf vier Rädern. Sie fahren in der Kiste zur Arbeit und nach Hause. Sie sitzen in Ihrem Haus und starren in die Flimmerkiste. Die zerfrisst Ihre Seele. Und die Kiste die Ihr Körper ist schwindet unweigerlich dahin um am Ende ihren Platz in der finalen Kiste zu finden..."

Die Vorlage für diesen Film bildet die Kurzgeschichte "Button, Button" von Richard Matheson (u.a. der Omega Mann, Hinter dem Horizont, Duell).​​ Die Frage ist nun ob man aus einer achtseitigen Kurzgeschichte einen zweistündigen Film machen kann. Die einfache Antwort ist: Nein. Auf den Inhalt des Films gehe ich hier nicht weiter ein, da die Inahltsangabe mehr als ausreichend ist.

"The Box" stand sehr lange auf meiner Review-Liste, ich habe es aber bisher nicht übers Herz gebracht die Rezension zu schreiben, da Richard Kelly mit Donnie Darko und Southland Tales zwei meiner absoluten Favourites abgeliefert hat und ich über "The Box" leider nicht viel positives schreiben kann.

Die Eingangsvorraussetzungen waren denkbar gut. Richard Kelly hat sich mit "Donnie Darko" für alle Nerds unsterblich gemacht und einen Genreklassiker und eínen meiner absoluten Lieblingsfilme abgeliefert. Sein Zweitwerk "Southland Tales" wurde hingegen von den Kritikern verrissen, musste erhebliche Kürzungen hinnehmen um eine Kinoauswertung zu erhalten und ist dennoch (völlig zu Unrecht) grandios gefloppt. Schwierige Genrezuordnungen, eine überambitionierte Story und absolutes Anti-Type-Casting waren nur einige der Gründe für das Scheitern am Box-Office. Ich kann nur jedem empfehlen sich den Film anzusehen, da man Dwayne Johnson, Sarah Michelle Gellar und vor allem Sean William Scott selten, und vor allem selten so gut, gegen ihre üblichen Rollenklischees anspielen hat sehen. Das war 2006. Hollywood gab Richard Kelly eine letzte Chance zur "Wiedergutmachung".

2009 sollte Richard Kellies Comeback werden. Mit einem namhaften Cast (Cameron Diaz, James Marsden, Frank Labgella) wollte man es dem Will-Smith-Mainstream-Schmonz "I am Legend", einem seelenlosen Remake des Charlton Heston-Klassíkers "Der Omega Mann", gleichtun und auf Basis einer Matheson-Story groß absahnen. Leider gab es zwei große Probleme. Erstens: Die grundlegende Storyline der Kurzgeschichte und auch deren finaler Twist wurden grundlegend verändert. Zweitens: es mangelt dem Ehepaar Lewis an jeglichem Identifikationspotential.

Norma und Arthur Lewis werden als Ehepaar dargestellt, das in der gesunden Mittelschicht im US-Staat Virgina im Jahr 1976 lebt. Sie ist Lehrerin, ihr Mann arbeitet bei der NASA als Spezialist für die Kameratechnik der VIKING-Sonde. Er fährt großkotzig eine Corvette, hat Zeit sich in der Arbeit um die Fußprothese seiner Frau zu kümmern (die ihre Zehen verloren hat weil der Arzt vergessen hat das Röntgengerät abzustellen...). Arthur will Astronaut werden, wird allerdings aufgrund der Ergebnisse seines psychologischen Tests abgeleht und muss weiterhin "nur" als Wissenschaftler arbeiteten. Norma wird der Zuschuss für Lehrkräfte gestrichen, die die Eltern von Schülern sind (gemeinsames Kind: Walter). Genau hier liegt mein Grundproblem. Sind Norma und Arthur in der Kurzgeschichte überhaupt nicht näher definiert wird im Film viel Energie darauf verwendet Norma und Arthur bei der Arbeit zu zeigen. Außer ein paar nette Donnie-Darko-Referenzen bei Normas Unterrichtsstunden und schöne Bilder bei Arthurs-NASA-Job springt leider nicht viel für den Zuschauer raus. Man hat nie das Gefühl dass die beiden das Geld wirklich nötig hätten um ihre Familie zu ernähren. Ihr Ziel ist nur ihren dekadenten Lebensstil weiterzuführen. Warum sollte man also Empathie für die beiden empfinden?

Alle Versuche das Ehepaar Lewis mit Background zu füttern, laufen absolut ins Leere. Das gilt leider ebenso für den Sci-Fi-Einschlag den Kelly einbringen will. Das Zitat am Anfang dieser Kritik bleibt auch der beste Dialog des Films, dessen Handlung man in einem Satz zusammenfassen könnte: Eine uns überlegene Rasse will die Moral der Menschheit testen. Ein kleiner Schwenk zum Ende der Kurzgeschichte: Arthur stirbt (nachdem Norma den Knopf drückt), weil er vor einen Zug gestoßen wird. Norma konfrontiert Steward mit seinem Versprechen dass niemand stirbt den sie kennt. Steward entgegnet: "Gnädige Frau... glauben Sie wirlich dass Sie Ihren Ehemann kannten?" Diese Ende hinterfrabgt die Oberflächlichkeit unserer Beziehungen (und in diesem Kontext macht die mangelnde Charakterisierung in der Kurzgeschichte ja absolut Sinn und auch Normas "Ich-will-in-Europa-Urlaub-machen"-Attitüde).

Was übrig bleibt sind gute schauspielerische Leistungen (Frank Langella), nette Bilder (die Szene in der Bibliothek), absolut überflüssige Backgroundstories, Arthur C. Clarke-Zitate, als verzweifelter Versuch Tiefgang zu erzeugen wo keiner ist, der Versuch an Donnie Darko und Southland Tales anzuknüpfen (Holmes Osborne und Michele Durett) und ein absolut überkonstriuertes und umständliches Ende das Arthur vor die Wahl stellt seine Frau zu erschießen im Tausch für Walters (Sohn der Lewis') Hör- und Sehfähigkeit. In der Kurzgeschichte haben die Lewis' keinen Sohn. Ein Film der nett anzusehen ist, schöne Sets bietet (Windkanal, Swimmingpool etc.), Cameron Diaz in einer ungewohnten Rolle zeigt, von der Substanz aber leider nicht mehr bietet als das Grundgerüst für eine Twilight Zone-Episode, wofür die kluge Story auch am besten geeignet ist.

PS: die 70er Jahre sind durch Autos, Kleidung, geschmacklose Tapeten etc. sehr gut eingefangen worden. Warum der Film aber in den 70ern spielen musste, hat sich mir nicht erschlossen (abgesehen von der überflüssigen  VIKING-Sonden-Thematik). Warum aus den in der Kurzgeschichte erwähnten 50.000 USD für den Film 1.000.000 USD geworden sind, kann wohl auch nur die Inflation erklären.

"The Box" blieb bisher die letzte Regie-Arbeit von Richard Kelly.

4/10

 

 

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Kommentare

02.01.2017 08:07 Uhr - dicker Hund
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Eine einleuchtende Begründung, warum man bei dem hier auf Lücke setzen kann;-)

08.01.2017 14:31 Uhr - kokoloko
1x
User-Level von kokoloko 6
Erfahrungspunkte von kokoloko 489
Sehr gut nachvollziehbar formulierte Kritik mit löblichen Bezügen zur Vorlage, imho lebt der Film allerdings von seiner "style" bzw. "atmo" over substance-Ausrichtung, da Kelly durch die grandiosen Bilder, den hintergründigen Soundtrack und die langsam diffus und unverständlich werdende Story eine enorme Sogwirkung entfalten hat imho. Fand den Film ziemlich fantastisch tatsächlich, ist aber sicherlich nicht für jeden - siehe "Southland Tales", den ich allerdings auch ganz groß finde, zumindest wenn man die Vorgeschichte gelesen hat noch, die nur in Graphic Novel-Form erschienen ist.

09.01.2017 20:56 Uhr - TheUn4givenII
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Danke euch, Leute! @kokoloko: Southland Tales fand ich auch ganz großartig. Man findet bei jedem Anschauen neue Details (Bewertung: 10/10). Ich würde wirklich gerne mal den Cannes-Cut anschauen. Mit The Box werde ich aber leider nicht warm, da helfen anscheinend auch keine erneuten Sichtungen. Der von dir beschriebene Sog will sich bei mir leider nicht einstellen.

09.01.2017 20:56 Uhr - TheUn4givenII
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Sorry für den Doppelpost.

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