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tschaka17
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Eintrag: 07.01.2017

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City of the Dead

There Will Be Blood

Herstellungsland:USA (2007)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama
Alternativtitel:Oil!

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,57 (7 Stimmen) Details
inhalt:
Kalifornien, zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Clever, gerissen und skrupellos setzt sich Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) an die Spitze des gerade einsetzenden Erdölbooms. Durch einen Tipp erfährt er von einem riesigen, nicht erschlossenen Ölfeld, das sich unter der Farm der Familie Sunday in der Kleinstadt Little Boston befindet. Wie immer will er den Farmern das Land billig abkaufen, das Öl fördern und weiterziehen. Doch dieses Ölfeld wird zu seinem Schicksal. Denn obwohl sie seinem Vorhaben erst zustimmen, stellen sich die Sundays Plainview im Laufe der Zeit immer mehr in den Weg, allen voran Sohn Eli (Paul Dano), der fanatische Laienprediger der Gemeinde. Der Öl-Multi Standard Oil treibt Plainview in die Enge, Unglücksfälle überschatten die Bohrarbeiten. Schließlich sind es zwei Katastrophen in Plainviews eigener Familie, die den Einzelgänger selbst, seine engsten Mitstreiter und die ganze Stadt mehr und mehr in den Untergang treiben.
eine kritik von tschaka17:

There Will Be Blood ist ein Drama von Paul Thomas Anderson aus dem Jahr 2007. Der Film folgt dem Aufstieg und Fall des Ölmannes Daniel Plainview und ist ein einmaliges und dreckiges Erlebnis über Erfolg, Gier und Leid.

Die Story: Daniel Plainview ist Silberschürfer 1898 in Amerika. Nach einem Unfall in seiner Mine kämpft er sich zurück ans Tageslicht und verkauft seinen Silberfund. Vier Jahre später ist Daniel Plainview ein erfolgreicher Ölmann. Er kauft den Menschen ihr Land billig ab um dort Öl zu fördern. Eines Tages sucht ihn der junge Paul Sunday auf, welcher unter der Farm seines Vaters einen riesigen Ölvorrat vermutet. Plainview macht sich mit seinem Sohn auf den Weg und erkundet die Umgebung der Farm. Und tatsächlich: Es gibt Öl. Plainview kauft die umliegenden Grundstücke auf und beginnt zu fördern. Der kleine Ort fängt an zu wachsen und zu gedeien, doch nach und nach verwandelt sich das Ölparadies in einen Albtraum: Es passieren Unfälle, eine fanatische Kirche bedrängt Plainview und das Verhältnis zu seinem Sohn beginnt zu kippen.

Der Cast: Wer den Namen Daniel Day-Lewis in der Besetzungsliste liest sollte wissen, dass er eine grandiose Perfomance und einen guten Film erwarten kann. Wenn man dann noch weiß, dass Day-Lewis für seine Verkörperung des Daniel Plainview 2007 den Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen hat und natürlich zahlreiche andere Preise... Day-Lewis ist in meinen Augen einer der besten Schauspieler aller Zeiten und hat den Oscar zu Recht gewonnen. Seine Auswahl von Rollen ist sehr akribisch und muss stets zu seinem method acting passen. Daniel Plainview ist ein gieriger Mann, welcher andere Menschen nicht leiden kann. Er hat einen enormen Willen zum Erfolg! Doch das solch ein Charakter innere Dämonen beherbegt ist logisch. Day-Lewis ist Daniel Plainview. Schon allein seine physische Präsenz und ein Blick, welcher unbändige Energie ausstrahlt sind beeindruckend. Doch wenn er dann mit Leuten redet oder diese anbrüllt und auslacht - ohne Worte! Schon alleine seine Leistung ist ein Grund für eine Sichtung.

Neben ihm spielt Paul Dano den fanatischen Prediger Eli Sunday. Seine Kirche ist ihm heilig und er versucht von Plainview immer mehr Geld für diese Kirche zu bekommen. Wirkt Sunday in einigen Momenten wie ein verweichlichter Schwächling macht er einem in anderen Momenten einfach nur Angst. Diesen Kontrast innerhalb des Charakters stellt Dano perfekt dar. Teilweise fast manisch agierend liefert er sich das ein oder andere Duell mit Day-Lewis. Die Aufeinandertreffen dieser beiden Figuren sind definitiv die Highlights des Werkes! Absolute Topbesetzung also bei den Hauptdarstellern. Auch der Rest des Casts liefert eine solide Arbeit ab, besonders zu erwähnen oder extrem bekannt ist ansonsten aber niemand.

Seinen zweiten Oscar gewann There Will be Blood für seine grandiose Kameraarbeit. Teilweise wurde mit einer alten Kamera von 1910 gedreht, die Einstellungen sind teilweise sehr ungewohnt: So werden sehr bodennahe oder sehr hochgelagerte Kameraperspektiven genutzt. Lange Kamerafahrten und Longtakes sowie starke Nahaufnahmen oder Standperspektiven machen den Film zu einem visuellen Meisterwerk. Die Kamera fängt das triste, dreckige und ungemütliche Szenenbild perfekt ein. Die Kulissen wirken sehr authentisch und man hat als Zuschauer das Gefühl Anfang des 20. Jahrhunderts zu sein.

Auch die Kleidung ist der Zeit angemessen, ob schicke Anzüge oder ölverschmierte Arbeitskleidung, alles passt harmonisch zusammen. Die Effekte sehen alle handgemacht aus, insbesondere sind Brände hier so extrem ordentlich inszeniert, dass man nicht nur die schwarze Rauchwolke sehen kann, sondern auch das Gefühl hat sie riechen zu können.

Recht ungewöhnlich kommt der Soundtrack daher: Zu Beginn hat man das Gefühl eher einen Horrofilm zu schauen als ein Drama. Die Musik ist bedrohlich und beinhaltet eine gewisse Agressivität. War ich in den ersten Minuten leicht verwundert, passt sich der Soundtrack insgesamt wunderbar in den Film ein. Seine ungewöhnliche und teilweise ruhige, dann aber wieder ausbrechende Stärke unterstüzt das Gefühl des Unbehagens während dem Film. Bekommt man zunächst Erfolge präsentiert spürt man besagte Gefahren und Abgründe im Hintergrund lauern. Zudem sind die ersten 14 Minuten des Werkes ohne Dialoge und nur mit wenig musikalischer Untermalung. Mir hat es gefallen, es wird aber definitv nicht jeden Geschmack treffen.

Nach all diesen Lobpreisungen muss man aber auch Kritik oder zumindestens Anmerkungen einbringen:

There Will Be Blood ist kein Film für Jedermann. Allen Beteiligten scheint klar gewesen zu sein, dass der Film etwas Besonderes wird und ein Preismagnet werden kann. Jedoch scheint auch klar gewesen zu sein, dass der Film kein Boxoffice-Wunder werden würde. Bei 25.000.0000$ Budget spielte das Werk etwa 77 Mio. $ weltweit ein. Man kann also nicht von einem Flop sprechen, aber es ist eben geplant kein Kassenmagnet wie etwa ein Spiderman 3 oder Fluch der Karibik 3 aus dem selben Jahr.

Auch erzählt der Film bewusst einige Handlungsstränge nicht zu Ende oder beleuchtet sie von Anfang an garnicht. Der Zuschauer wird hier zum Denken angeregt, bekommt aber für einige Sachen einfach keine eindeutige Lösung präsentiert. Zudem wird der Betrachter stellenweise verwirrt und Leute ohne Geduld für solche Filme werden sich schlicht langweilen! Vor allem aber das Ende ist extrem ungewöhnlich und bietet in sich zwar einen Abschluss, lässt aber die Geschichte offen. There Will Be Blood lässt viel Platz für Interpretationen und den Bezug auf den amerikanischen Kapitalismus. Welche Schlüsse man zieht, bleibt jedem selbst überlassen. Man kann durchaus von schwerer Kost sprechen, gerade da der Film viele moralisch verwerfliche Aktionen und den generellen Verfall einzelner Menschen porträtiert.

Seine 158 Minuten Laufzeit lässt sich der Film in wenigen Passagen etwas anmerken, für eine solche Lauflänge ist er aber durchgehend fesselnd!

Zusammenfassend handelt es sich bei There Will Be Blood, dessen Titel aus einer Aussage der Bibel übernommen wurde, um ein Drama mit exzellenten und ausgezeichneten darstellerischen Leistungen. Die einzigartige und eigenartige Kameraarbeit vor tollen Kulissen und Kostümen macht den Film zu etwas Besonderem. Der schwierige Inhalt und die Lauflänge bei allen benannten Besonderheiten macht das Werk zu keinem No-Brainer. Besonders das Offenlassen etlicher stellenweise verwirrender Handlungsstränge und der bittere Nachgeschmack bei einem nicht zu erwartendem Happy End sollten für eine sorgsame Auswahl dieses Films sprechen!

Möchte man There Will Be Blood sichten, muss man sich die Zeit dafür nehmen und auch Zeit einplanen die Eindrücke zu verarbeiten. Der Film erfordert höchste Konzentration und Aufmerksamkeit vom Zuschauer und ist für den absoluten Mainstreamsichter eher wenig zu empfehlen. Wer sich auf das Erlebnis einlassen möchte wird vermutlich jedoch nicht enttäuscht werden. Ich habe den Kauf nicht bereut und freue mich das Werk in meiner Sammlung stehen zu haben.

Abschließend kommen wir zur Bewertung, welche mir etwas Unbehagen bereitet. Würde ich eine Genrewertung vornehmen, würde There Will Be Blood im Bereich Drama 9 oder 9,5 von 10 möglichen Punkten bekommen. Setzte ich den Film aber in Bezug zu allen anderen, welche ich gesichtet habe, gibt es Abzüge. Der Film ist fesselnd, hat grandiose Bilder und Charaktere und ist generell eher für Cineasten gemacht. Ich schaue mir gerne solche Werke an, zur Unterhaltung bevorzuge ich aber andere Genres. Der Rewatch-Faktor ist gegeben, bedarf aber einer hohen Zeitspanne zwischen den Sichtungen. Auch war ich nach dem Film etwas platt, nicht negativ gesehen, aber im Vergleich zu anderen Werken beansprucht There Will Be Blood die grauen Zellen im Gehirn. Ich persönlich lasse mich gerne von Filmen zum Denken anregen, aber einzelne Handlungssträge und ihr unrühmlicher Abschluss sind mir etwas sauer aufgestoßen.

Ungerne setzte ich hier eine Zahl und verweise auf alle anderen Aspekte, welche ich benannt habe. Deswegen verstehe ich auch generell die verschiedenen Wertungen zu diesem Film.

Sehr streitbare 7/10.

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Kommentare

07.01.2017 20:04 Uhr - JasonXtreme
1x
DB-Helfer
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Nachvollziehbare Rezi, ich finde den Film in Bild, Ton und Darstellung brutal gut, bekam von mir eine 9 von 10, schrammte knapp an der 10 vorbei. Ist bei dem Regisseur für mich aber auch nicht selbstverständlich.

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