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deNiro
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Eintrag: 10.01.2017

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Alien



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Nocturnal Animals

Herstellungsland:USA (2016)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Thriller
Alternativtitel:Tony and Susan
Nocturnal Creatures

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,33 (6 Stimmen) Details
inhalt:
Die Kunsthändlerin Susan Morrow (Amy Adams) führt in Los Angeles ein privilegiertes, aber unerfülltes Leben mit ihrem neuen Ehemann Hutton Morrow (Armie Hammer). Als dieser erneut zu einer seiner zahlreichen Geschäftsreisen aufbricht, erhält sie ein Manuskript mit dem Titel Nocturnal Animals, geschrieben von ihrem Ex-Ehemann Edward Sheffield (Jake Gyllenhaal), mit dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. In der beigefügten Notiz fordert Edward sie auf, das Buch zu lesen.
Der Roman ist Susan gewidmet, doch sein Inhalt ist brutal und niederschmetternd. Edward erzählt darin die Geschichte von Tony Hastings (ebenfalls gespielt von Jake Gyllenhaal), der mit seiner Familie durch Texas fährt und dort eines Nachts von Ray Marcus (Aaron Taylor-Johnson) und dessen Gang von der Straße abgedrängt wird. Machtlos muss Tony dabei zusehen, wie seine Familie entführt wird und seine größten Ängste Wirklichkeit werden.
Tief bewegt von Edwards Worten erinnert sich Susan an die intimsten Momente ihrer eigenen Liebesbeziehung zu ihm. Der Roman zwingt sie dazu, ihre selbst getroffenen Lebensentscheidungen in einem ganz neuen Licht zu sehen. Je weiter die Erzählung in Nocturnal Animals auf eine Abrechnung zuläuft, desto dramatischere Auswirkungen hat sie nicht nur auf ihren Helden, sondern auch auf Susan.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von deniro:

Tom Ford? Pfff...Ist das nicht dieser Modeheini? Ja isser, aber Ford kann auch anders! 

Susan (Amy Adams) ist eine sehr erfolgreiche Galeristin in Los Angeles, die von ihrem artifiziellen Leben gelangweilt ist. Ihre eher kühle emotionslose Ehe scheint am Ende. Doch eines Tages bekommt sie ein Paket: Ihr Ex-Mann (Jake Gyllenhaal), von dem sie seit 19 Jahren geschieden ist, schickt ihr das Manuskript für einen Roman. Da ihr jetziger Ehemann (Armie Hammer) auf Geschäftsreise fährt, nimmt sie sich das Wochenende frei, um den Roman zu lesen. Schon bald versinkt Susan in alten Erinnerungen und in den morbiden Abgründen aus Gewalt und Verbrechen.

Anfang der 90er startet Ford seine Karriere beim Luxuslabel "Gucci" und konnte recht schnell mit seinem Mix aus provokanten und stark sexualisierten Entwürfen und dem Schick der Kokain geschwängerten Straße überzeugen. Schon bald machte sich Ford selbstständig und konzentriert sich auf teure Sonnenbrillen und toll verpackten Duftwässerchen.

Auch "Nocturnal Animals" ist toll verpackt, will mit Hochglanz- Aufnahmen und kühl inszenierten Kompositionen überzeugen. Hat bei mir funktioniert! Doch nicht allein des visuellen Reizes wegen, "Nocturnal Animals" bietet durchaus mehr als oberflächliche Eycatcher! 

Man darf es durchaus als riskantes Unterfangen verstehen, wenn sich ein Ex- Modeschöpfer und Regisseur- Neuling ("Nocturnal Animals" ist erst Fords zweiter Film, hier auch verantwortlich für das Drehbuch) an die Verfilmung eines Buches (Roman von Tony & Susan von Austin Wright) wagt, dass hauptsächlich auf zwei verschiedenen Erzählebenen funktionieren muss (zählt man die Kennenlernphase der Hauptprotagonisten dazu, sind es sogar drei Erzählebenen). Ford versteht es dennoch die Realität, Susans Leben, und die Illusion des Buches, visuell voneinander zu trennen. Geschickt nutzt er hierbei Werkzeuge der Farbenlehre und der gnadenlosen Strukturen, und dennoch reizvollen Ästhetik der Architektur. So dominieren in der Geschichte des Buches eher warme gelbliche Farben der Wüste, kühle Farben, klare Linien und der Luxus des leeren Raumes der Großstadt, hingegen in Susans Realität. Nicht selten fühlte ich mich an lynsche albtraumhafte Sequenzen erinnert, ohne das hier plump die Bildsprache des Meisters kopiert wurde. Dabei verliert Ford nie die eigentliche Handlung aus den Augen, konzentriert sich auf die Entwicklung der durchaus spannenden Geschichte auf beiden Ebenen.

Neben den ohne Zweifel vorhandenen visuellen Reizen des Films, und des dramatischen und bewegenden Plots, können sämtliche Schauspieler überzeugen. Neben der grandios gecasteten Amy Adams (Man of Steel, American Hustle, Her), kann einmal mehr auch Jake Gyllenhaal (Zodiac, Prisoners, Nightcrawler) als tragisch verlassener Ehemann sofort überzeugen. Überzeugend auch die Darstellung des tod­ge­weihten Ermittlers, dargestellt von Michael Shannon (The Woodsmann, Take Shelter, Mud). Auch Aaron Taylor-Johnson (Kick.Ass, Return of the First Avengers, Godzilla, Avenger) der hier seine skrupellose und sadistische Ader ausleben darf, sei an dieser Stelle erwähnt. 

"Nocturnal Animals" ist ein Werk das sich schwer in ausgelatschte Schuhe stecken lässt. Thriller mit leiser Botschaft und Interpretation falscher menschlicher Entscheidungen zwischen Rache und Vergebung, trifft es wohl am ehesten. Insofern spürt man bei Fords "Nocturnal Animals" auch immer einen sanften geduldigen Seitenhieb auf die depressive Leere der Kunst- und Lifestyle-Bourgeoisie unserer oberflächlichen Zeit. "Nocturnal Animals" wird von vielen wohl eher kontrovers und zwiespältig aufgenommen werden. Für mich aber ist das Werk mit seinen multiplen Erzähl- und Zeitebenen und der richtigen Dosis an Interpretation des eigentlichen Verbrechens und seiner Täter (für mich war es durchaus nicht wirlich eindeutig ob die präsentierten Täter tatsächlich auch wirklich die Mörder waren) bzw. der Geschichte, ein kleines Meisterwerk! 

9/10
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Kommentare

10.01.2017 11:14 Uhr - dicker Hund
1x
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Klingt wirklich sehr interessant. Die Robertsche Empfehlung ist gespeichert...

10.01.2017 17:32 Uhr - tschaka17
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Hab ihn auch schon gesehen, wirklich sehr guter Film. War dann etwas schockiert, als ich bei SB dann eine Wertung von 1 sah! Hab dann direkt mal meine 7,5-8 Punkte dazugeschmissen.

Taylor-Johnson hat übrigens dafür nen Golden Globe bekommen. ;)

10.01.2017 18:10 Uhr - NoCutsPlease
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Schön, dass Max Cady nach langer Zeit mal wieder mit dem Hausboot vorbeischippert und gleich eine hochinteressante Rezension mit an Bord hat! :)
Was für den Psycho vom Kap der Angst gut ist, kann für mich nicht schlecht sein - wird also gesichtet.

10.01.2017 21:56 Uhr - deNiro
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Freut mich das euch mein Beitrag gefällt. Konnte mich die letzte Zeit schwer aufraffen, der Film hat mich aber motiviert ein paar Zeilen zu schreiben.

Mich würde übrigens interessieren ob mein Verdacht bzgl. der vermeintlichen Mörder stimmt oder ebenfalls andere Alternativen in Frage kommen. Hab da auch einen Verdacht;)) Würde mich an gleicher Stelle über Feedback freuen.

10.01.2017 23:13 Uhr - tschaka17
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Worauf genau spielst du an? Ich ahne deinen Verdacht, aber ich denke, dass ich ihn nicht teile. So wie es im Film präsentiert wird - gerade gegen Ende - ist es schlüssig wer die Täter sind.

Dass Nocturnal Animals generell viel Freiraum für eigene Gedanken lässt ist einer der großen Vorzüge des Films.

11.01.2017 00:09 Uhr - deNiro
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10.01.2017 23:13 Uhr schrieb tschaka17
Worauf genau spielst du an? Ich ahne deinen Verdacht, aber ich denke, dass ich ihn nicht teile. So wie es im Film präsentiert wird - gerade gegen Ende - ist es schlüssig wer die Täter sind.

Dass Nocturnal Animals generell viel Freiraum für eigene Gedanken lässt ist einer der großen Vorzüge des Films.


Ja durchaus! Es gibt aber eine bestimmte Szene die Zweifel in mir streuten, und zwar als beide Verdächtigen auf der Bank in der Hütte sitzen und nicht wissen was ihnen tatsächlich vorgeworfen werden soll. Ich will hier nicht zu viel verraten, so ganz eindeutig ist die Sache aber nicht. Auch das am Tag der Entführung ein Polizeiauto vorbei fährt, lässt durchaus Raum für Spekulationen offen!

11.01.2017 08:09 Uhr - cecil b
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Sehr geile Review, zu einem für mich sehr interessanten Film (Gucci?, Wow), altes Haus! :)

Amy Adams: Junebug. My Jaw hit the Floor. Die Frau wurde 5 mal für den Oscar nominiert. Dass reicht nicht.

11.01.2017 10:03 Uhr - deNiro
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Vielen Dank Cecil! Glaube auch das du dir den mal näher anschauen solltest;)

11.01.2017 10:09 Uhr - cecil b
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Da komme ich drauf zurück. Besonders diesen Aspekt finde ich von dir toll erfasst und künstlerisch interessant: "Ford versteht es dennoch die Realität, Susans Leben, und die Illusion des Buches, visuell voneinander zu trennen."

Eine weitere Review braucht es aber wohl kaum. ;)

11.01.2017 18:06 Uhr - deNiro
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Exakt, genau das ist doch bei vielen Werken das Problem. Das verbinden und logische Darstellen verschiedener Zeit- und Erzählebenen ist hier schön gelöst. Oft verlieren mich Filme wenn ich eine logischen Abfolge nicht mehr nachvollziehen kann.

12.01.2017 11:40 Uhr - cecil b
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Feine Sache.

13.01.2017 18:24 Uhr - NICOTERO
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Perle von Film....

13.01.2017 21:03 Uhr - deNiro
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13.01.2017 18:24 Uhr schrieb NICOTERO
Perle von Film....


Noch ein Kenner;))

So, mal noch die ganzen Rechtschreibfehler rausgehauen. Unglaublich welchen Scheiß man manchmal fabriziert!

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