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Horace Pinker
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XP 6.942
Eintrag: 11.01.2017

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Kosmokiller - Sie fressen alles

(Return of the Aliens: The Deadly Spawn)
Herstellungsland:USA (1983)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror, Science-Fiction

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,69 (13 Stimmen) Details
inhalt:
Sie kamen als organische Sporen mit einem Meteoriten auf die Erde. Als sie wuchsen, wollten sie nur noch eines: fressen! Nichts und niemand konnte ihren Hunger stillen. Sie sind "Kosmokiller" und ernähren sich von Menschen. Nun befallen sie eine weitere Kleinstadt in den USA, doch hier scheinen ein paar Einwohner ein Mittel gegen die Biester zu haben!
eine kritik von horace pinker:

Mitten in den 80iger Jahren, dem Hochzeitalter des Slasherfilms, entstand mit dem Low-Budget Scifi- Horrorstreifen The Deadly Spawn ein Film der sich eher am klassischen Monsterfilm orientiert. Regie führte Douglas McKeown (für welchen The Deadly Spawn seine einzige Spielfilmarbeit bleibt), welcher zudem auch gemeinsam mit seinen drei Kollegen Ted A. Bohus (Regisseur: Vampire Vixens from Venus, Produzent: Nightbeast), John Dods (Spezialeffekte für Ghostbusters II, Poltergeist III) und Tim Sullivan (Regie:2001 Maniacs und 2001 Maniacs:Field of Screams) das Drehbuch verfasste. Die Geschichte dreht sich um eine gefräßige Alienspezies, welche in einer amerikanischen Kleinstadt landet und schnell anfängt sich an der örtlichen Bevölkerung zu verköstigen.

Mit einem recht niedrigen Budget von 25000 Dollar (laut imdb, Tim Sullivan selbst behauptet sogar, es wären nur ca. 8000 Dollar gewesen) fanden die Dreharbeiten über zwei Jahre verteilt in New Jersey statt. Um Geld zu sparen und es aufgrund der etappenhaft stattfindenden Umsetzung leichter zu machen die Kontinuität zu wahren, spielt sich ein Großteil der Handlung in Innenräumen ab. Als Drehorte wurden die Häuser des Regisseurs und des Illustrators Tim Hildebrandt verwendet, was den Vorteil hatte das es weniger Probleme wegen den verwendeten Effekten und dem literweise vergossenen Kunstblut gab.

Die Geschichte ist zwar nicht unbedingt super innovativ und enthält Elemente anderer Scifi Monsterfilme (so wurde aufgrund des Alternativtitels Return of the Alien angedeutet, dass es sich um eine Fortsetzung des 1979er Alien von Ridley Scott  handele), ist aber dennoch eigenständig und kurzweilig genug umgesetzt um unterhaltsam zu sein. Für Spannung ist auch zur Genüge gesorgt, insbesondere die im Keller spielenden Szenen wurden mitreißend in Szene gesetzt.

Optisch ist der auf 16mm Film gedrehte Streifen teils etwas schlecht gealtert und dementsprechend sieht man ihm sein Alter durchaus an, insgesamt stört dies das Filmvergnügen aber nicht sonderlich.

Wie der an The Deadly Spawn beteiligte Effektkünstler John Dods selbst sagte, spielen die Spezialeffekte bei einer derartigen Produktion die wichtigste Rolle, also kommen wir gleichmal zu diesem Punkt. Die u.a. von Dods und Robert Bohus entworfenen Goreeffekte sind natürlich handgemacht und angenehm blutig geraten, wobei eine von den mörderischen Alienwürmern abgerissene Gesichtshaut und ein abgetrennter Kopf zu den Highlights zählen. Gorehounds sollten aber nicht zu viel erwarten, da einige Tode (besonders zu Filmbeginn) nur angedeutet werden und zudem der Härtegrad nicht an heutige Produktionen heranreicht (in Großbritannien trägt The Deadly Spawn momentan das BBFC 15 Siegel). Auch die Kreaturen wurden einfallsreich umgesetzt, da sich die Filmemacher nach der Lektüre von Carl Sagan’s Buch „Bocca’s Brain (welches aussagt das eine außerirdische Lebensform mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht humanoid wäre) dazu entschieden statt einem Schauspieler im Monsterkostüm eine außergewöhnliche Alienspezies zu designen, was imho geglückt ist. So wirkt die „Brut“ mit ihrem wurmähnlichen Aussehen, dem Fakt das sie keine Augen haben und ihrem mit einer Unzahl scharfer Zähne besetzten Maul recht furchteinflößend wirken. Zudem ist es recht interessant, dass sie in vielen verschiedenen Größen umgesetzt wurden. Die von Tim Hildebrandt angefertigten Miniatursets wurden ebenfalls mit Liebe zum Detail gefertigt und wirken aus heutiger Sicht recht charmant.

Vor der Kamera wurden bevorzugt Schauspiellaien eingesetzt, die teilweise weder davor noch danach an weiteren Filmen mitgewirkt haben. Auch wenn man hier keine schauspielerischen Höchstleistungen erwarten sollte, schaffen es die meisten Darsteller zumindest ihre Figuren zufriedenstellend zu verkörpern.

In Deutschland wurde The Deadly Spawn eine FSK Freigabe verweigert, glücklicherweise wurde allerdings keine gekürzte Fassung angefertigt und die ungekürzte Variante wurde unter dem Titel Kosmokiller-Sie fressen alles zunächst ungeprüft auf VHS und später mit JK-Siegel auf DVD und Blu-Ray veröffentlicht. Bereits 1983 wurde der Titel das erste Mal indiziert, nach Ablauf der 25 Jahre Frist erfolgte eine Folgeindizierung auf Liste A.

Trotz einiger dem geringen Budget geschuldeten Schwächen, ist The Deadly Spawn ein unterhaltsames kleines Trashfilmchen mit guten Effekten und für Fans von 80iger Jahre Horrorstreifen durchaus eine Blick wert. Ich vergebe 7/10 gefräßigen Aliens.

 

Zusatzinfos: Der zeitlichen Verteilung der Dreharbeiten geschuldet kann der geneigte Zuschauer einige Goofs entdecken. Besonders auffällig ist dies bei Tim Hildebrandts damals jugendlichen Sohn Charles George Hildebrandt als Charles, so wurden Anfang und Ende der Szene in welcher er in den Keller geht mit einem Jahr Abstand gedreht und das höhere Alter des Akteurs ist recht augenfällig.

In Comicform wurde der Ursprung der außerirdischen Monster dargestellt. Diese dienten ursprünglich als biologische Waffe für ein kriegerisches Alienvolk.

In Stephen Spielbergs Dinoklassiker Jurassic Park ist eine Referenz an The Deadly Spawn enthalten, da die Szene in welcher Samuel Jacksons abgetrennter Arm die weibliche Hauptprotagonistin berührt stark an eine ähnliche Szene im besprochenen Werk gemahnt.

SPOILER Ursprünglich sollte Ellen den Film überleben, da Darstellerin Jean Tafler aber keine Zeit mehr hatte am Film mitzuwirken wurde ihr Charakter kurzerhand getötet. SPOILER ENDE

Ursprünglich sollte es eine Nacktszene mit Karen Tighes Figur Kathy geben, auf Anraten ihres Agenten weigerte sich Tigh allerdings, um sich ihre erste Nacktszene für einen höher budgetierten Film aufzuheben. Dazu kam es nie, da The Deadly Spawn ihr einziger Filmauftritt blieb.

7/10
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Kommentare

11.01.2017 16:06 Uhr - dicker Hund
2x
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Kosmisches Review zu einem wohl nicht ganz so kosmischen Film, der mich dennoch interessieren könnte. Musste irgendwie an "Astaron" denken, auch so ein Ding, das nicht aus dem Eis, sondern aus dem Alien-Fahrwasser stammt...

11.01.2017 16:13 Uhr - Horace Pinker
2x
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11.01.2017 16:06 Uhr schrieb dicker Hund
Kosmisches Review zu einem wohl nicht ganz so kosmischen Film, der mich dennoch interessieren könnte. Musste irgendwie an "Astaron" denken, auch so ein Ding, das nicht aus dem Eis, sondern aus dem Alien-Fahrwasser stammt...

Vielen Danke dicker Hund, freut mich das ich dein Interesse an dieser kleinen Genreperle wecken konnte. Denke der könnte dir dank seinem Trashcharme und coolen Effekten durchaus gefallen, bei Interesse kann ich dir die Arrow DVD ans Herz legen, welche auch reichlich Extras und ein informatives Booklet beinhaltet .Abgesehen von einer Chestbuster Gedächtnisszene würde ich The Deadly Spawn dann auch als vergleichsweise eigenständig ansehen.
P.S. Astaron kenne ich noch nicht, ist der empfehlenswert ?

11.01.2017 16:21 Uhr - NoCutsPlease
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Treffende Kritik zu einem Film mit unglaublich hohem Trashfaktor, der allerdings bzw. gerade deswegen mächtig Spaß macht.
Ich fühle mich hier auch weniger an "Alien", sondern mehr an die kosmischen Monsterfilme der 50er erinnert.

"Astaron" habe ich ebenfalls noch nicht gesehen, aber dazu gibt es hier ein dissectionistisches Review.

11.01.2017 18:21 Uhr - Horace Pinker
1x
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11.01.2017 16:21 Uhr schrieb NoCutsPlease
Treffende Kritik zu einem Film mit unglaublich hohem Trashfaktor, der allerdings bzw. gerade deswegen mächtig Spaß macht.
Ich fühle mich hier auch weniger an "Alien", sondern mehr an die kosmischen Monsterfilme der 50er erinnert.

"Astaron" habe ich ebenfalls noch nicht gesehen, aber dazu gibt es hier ein dissectionistisches Review.

Danke fürs Lob NoCuts, es freut mich das wir bezüglich Deadly Spawn die gleiche Meinung haben. Auch was die Nähe zu 50er Jahre Scifi Monsterfilmen angeht gebe ich dir völlig recht (so wird ja z.B. im Original The Blob ebenfalls eine Stadt von einem nicht menschenähnlichen Wesen bedroht), wenn ich mich recht erinnere hat der Regisseur sogar gesagt, dass er sich bewusst an derartigen Klassikern orientiert hat. Das Review von Kollegen Dissection werde ich mir nachher gleich mal durchlesen, danke für den Tipp.
P.S. Bei den ganzen Listenstreichungen und mild gestimmten Neueinstufungen sollte Kosmokiller eigentlich auch bald mal seinen Weg vom Index finden (denke hier würde sogar eine 16er Freigabe genügen).

12.01.2017 10:17 Uhr - Angertainment
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Schmackhafte Worte :)

12.01.2017 10:31 Uhr - cecil b
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Schönes Review, zu einem sehr sehenswerten Trashfilm, der sich selbst nicht ernst nimmt, aber nicht in Albernheiten abschweift! Genau das Richtige für einen Monsterfan wie mich. :)


NCP: "Ich fühle mich hier auch weniger an "Alien", sondern mehr an die kosmischen Monsterfilme der 50er erinnert."

Sehe ich auch so. Ein bisschen so, als ob Jack Arnold einen Splatterfilm gedreht hat. Traumhaft. :)

ASTARON habe ich aufgrund Dissection78's Review im Regal. Bisher ungesehen. Vielleicht kommt auch noch ein Review.

12.01.2017 11:34 Uhr - Horace Pinker
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Vielen dank auch an Angertainment und Cecil, freut mich das ihr mein Review mochtet.

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